
Wahlkampf in meiner Heimat, der Oberpfalz: Die Straßen sind wieder tapeziert mit den immergleichen Fratzen. Überall hängen sie, die Wichser vom Wahlplakat – freundlich grinsend, von Photoshop geglättet, mit Slogans zwischen „Jetzt erst recht!“ und „Für unsere Heimat!“. Es ist Kommunalwahl, und damit beginnt erneut das Schauspiel, das sich alle paar Jahre wie ein schlecht inszeniertes Theaterstück abspielt. Viel Lärm um nichts, viel Papier für den Müll, und vor allem: jede Menge Geldverschwendung.
Wahlkampf als Selbstzweck – Wer zahlt, verliert
Eines steht fest: Der Wahlkampf kostet. Und zwar nicht zu knapp. Kilometerweise Plakatwände werden beklebt, Hochglanzflyer flattern in die Briefkästen, Kugelschreiber und Luftballons mit peinlichen Sprüchen landen in Kinderhänden und letztlich im Straßengraben. Die Kandidaten touren durch Dörfer und Kleinstädte, verteilen Brezn und Bier, lächeln in Kameras und versprechen das Blaue vom Himmel. Wer bezahlt das alles? Na klar: Wir alle.
Denn auch wenn offiziell „Spenden“ draufsteht oder der eine oder andere Mittelständler sein Scherflein beiträgt – am Ende fließen Steuergelder in die Wahlkampfkassen. Das Parteiensystem hat es sich bequem eingerichtet: Parteienfinanzierung aus öffentlichen Mitteln ist längst zum Selbstbedienungsladen geworden. Man nennt es „Demokratiekosten“, aber eigentlich ist es nur eines: Geldverbrennen im Namen der Demokratie.
Plakate für den Papierkorb – Wirkung gleich Null
Man könnte ja meinen, all die Plakate und Broschüren hätten irgendeinen Effekt. Dass sie informieren, zur Debatte anregen oder wenigstens für Gesprächsstoff sorgen. Doch mal ehrlich: Wer liest schon den Slogan auf dem Laternenmast, während er auf Glatteis zum Supermarkt schlittert? Wer hebt den 45. Flyer auf, der im Briefkasten zwischen Pizzawerbung und Stromanbieter-Angebot steckt? Niemand.
Die einzige messbare Wirkung: Nach dem Wahlkampf quellen die Papiercontainer über. Die Umweltbilanz ist katastrophal – aber Hauptsache, das eigene Konterfei lacht zwei Wochen lang von jeder zweiten Straßenecke.
Versprechen ohne Wert – Austauschbare Inhalte
Und was steht eigentlich drauf auf diesen Plakaten? Da wird „Transparenz“ gefordert (von Leuten, deren Nebeneinkünfte im Dunkeln bleiben), „Heimatliebe“ beschworen (von denen, die beim ersten besseren Angebot nach München oder Berlin verschwinden) und „Zukunft gestalten“ proklamiert (von Menschen, die seit Jahrzehnten dieselben Phrasen dreschen). Die Inhalte sind so austauschbar wie die Gesichter.
Wer genauer hinschaut merkt schnell: Es ist völlig egal, welche Partei oder welcher Kandidat am Ende das Rennen macht. Die Probleme bleiben dieselben – marode Straßen, fehlende Ärzte auf dem Land, Bürokratie bis zum Erbrechen. Und selbst wenn mal eine neue Kraft auftaucht – ja, selbst mit aktuell aufstrebenden jungen Parteien würde sich nichts grundlegend ändern. Denn das Problem sitzt tiefer: Es ist systemisch.

Das Versagen des Parteiensystems – Ein Appell an die Bürger
Hier liegt der eigentliche Hund begraben: Das Parteiensystem hat ausgedient. Es verwaltet sich selbst, schützt seine eigenen Strukturen und produziert vor allem eines: Stillstand. Egal wer gewinnt, am Ende profitieren immer dieselben Netzwerke aus Funktionären und Berufspolitikern – während der Bürger zuschauen darf, wie seine Steuergelder nicht nur im Wahlkampf verpulvert werden.
Die Oberpfälzer wissen das längst. Man hört es am Stammtisch („Is eh wurscht!“), sieht es an der Wahlbeteiligung (so niedrig wie nie) und spürt es in der allgemeinen Politikverdrossenheit. Trotzdem wird das Spiel weitergespielt – weil eben alle mitspielen müssen. Wer nicht plakatiert, verliert; wer nicht spendiert, verschwindet im politischen Nirwana.
Alternativen? Fehlanzeige!
Man könnte meinen, es gäbe Alternativen zum Parteienkarussell. Bürgerlisten vielleicht oder unabhängige Kandidaten? Schön wär’s! Doch auch hier sorgt das System dafür, dass echte Veränderungen ausbleiben: Ohne Parteiapparat keine Sichtbarkeit; ohne Sichtbarkeit keine Stimmen; ohne Stimmen keine Macht.
So bleibt alles beim Alten: Nach der Wahl ist vor der Wahl, nach dem Plakat kommt das nächste Plakat – bis wir irgendwann gar nicht mehr wissen, ob wir uns gerade im Jahr 2026 oder 2036 befinden.
Wenn du willst dass sich was ändert…
…dann reicht es eben nicht mehr aus, einmal alle fünf Jahre ein Kreuzchen zu machen oder einen Kugelschreiber mit Slogan einzustecken. Das Parteiensystem hat seine Schuldigkeit getan; echte Demokratie braucht neue Wege jenseits von Plakatwahn und Flyermüll.
Die Wichser vom Wahlplakat werden trotzdem auch nächstes Mal wieder lächeln – aber vielleicht sehen wir dann endlich genauer hin und fragen uns: Was soll das eigentlich noch bringen?
Bis dahin bleibt uns nur Zynismus als Selbstschutz – und ein letzter Tipp an alle Oberpfälzer: Heben Sie die Flyer wenigstens auf… als Anzündhilfe für den nächsten Winter reicht’s allemal!

Sage ich ’seit anbeginn der Zeit‘!
Aber, wenn der Michel nicht versteht/ begreift, das er in einer Verwaltung (GG) der Wirtschaftsgebiete (GG) lebt, ändert sich nichts.
U N D das ist nicht seit gestern so. DAS ist so, seit die Parteien die Verwaltung im Reichstag 1918 übernommen haben.
Im Jahr 1924 formulierte Oswald Spengler zutreffend:
„Aus der Angst um den Beuteanteil entstand auf den großherzoglichen Samtsesseln und in den Kneipen von Weimar die deutsche Republik, keine Staatsform, sondern eine FIRMA. In ihren Satzungen ist nicht vom VOLK die Rede, sondern von PARTEIEN; nicht von Macht, von Ehre und Größe, sondern von PARTEIEN. Wir haben kein Vaterland mehr, sondern PARTEIEN; keine Rechte, sondern PARTEIEN; kein Ziel, keine Zukunft mehr, sondern Interessen von PARTEIEN. Und diese Parteien – noch einmal: keine Volksteile, sondern Erwerbsgesellschaften mit einem bezahlten Beamtenapparat, die sich zu amerikanischen Parteien verhielten wie ein Trödelgeschäft zu einem Warenhaus – entschlossen sich, dem FEINDE alles was er wünsche auszuliefern, jede Forderung zu unterschreiben, den Mut zu immer weitergehenden Ansprüchen in ihm aufzuwecken, nur um im Innern ihren eigenen Zielen nachgehen zu können.“ Zitat Ende.
Gruß Karl
Ich stört es nicht, wenn da die da an den Laternenpfählen und Bäumen hängen. Leider werden sie nach dem Urnengang wieder abgenommen.
ich habe da seit Jahren eine super Therapie gg den Schmerz den diese Wixxer beim Betrachen auslösen. Meinen Hund freut es, extra Futter und Gassi. Mich erfreut es dann jeden Tag erneut, wenn mich diese Kck-Fressen genauso anlachen, wie das was sie absondern: mit einem dicken Batzen Scheiße in der verlogen Fresse.
Das ist sehr treffend „Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen.“ Loriot (1923 – 2011) Leider bleibt er uns als Person aber doch erhalten.
Die wesentlichen Entscheidungen werden in den USA getroffen, deshalb ist es so wichtig, dass Bill Maher=Gandalf seine Zauberkraft einsetzt, siehe:
https://www.breitbart.com/clips/2026/02/14/maher-environmentalists-exaggerated-made-doomsday-predictions-that-didnt-happen-but-trump-deregulation-is-wrong/
Soviel zu Saurons-Verarschung der weltweiten Erdenwürmer, die nur eine Phase des perversen Profitsystems darstellt und jederzeit rückgängig gemacht werden kann/muss, we shall overcome, Internationale Solidarität
Nachtrag: Sauron macht zu viele dumme Sachen, siehe:
https://www.local10.com/news/politics/2026/02/13/trumps-push-for-greenland-reveals-a-political-weak-spot-new-ap-norc-poll-finds/
Dummm gelaufen für die Narzissen
Wieso regt ihr euch denn so auf? Ihr braucht sie doch nur nicht zu wählen. Wer nicht gewählt wird, wird demnächst auch nicht mehr auf den Plakaten erscheinen.
Wahlen sind erst dann sinnvoll und gerecht, wenn man eine Regierung wählen, aber auch abwählen kann – z.B. wenn sie erkennbar ihre zuvor gegebenen Wahlversprechen nicht einhält.
Genauso sehe ich das auch.
Mit Freude lese ich: „… in meiner Heimat, der Oberpfalz“.
Gebürtiger Oberpfälzer grüßt den Torben Botterberg
Beste Grüße gehen zurück, Danke