»Massenpsychologie und Ich-Analyse« (Freud) oder wenn der Wahn die Massen ergreift. 11. Teil

2025 06 17 sigmund freud

Der Artikel musste aus rechtlichen Gründen verändert und neu eingestellt werden.

Allgemeiner Hinweis: Der folgende Text ist die 1. Version des 11. Teils einer Reihe von Texten, die nach und nach im Vordruck auf QPress.de in eine »Einführung in die Kritik der Psychoanalyse im Kontext des alltäglichen Nahbereichs« eingehen sollen. Die Kritik insgesamt wird Ende 2027 in drei Bänden erscheinen. Die bisherigen Teile sind im Quellverzeichnis aufgeführt.

E11 Bürger transportieren in sich einen Gesellschaftsbegriff, durch den hindurch sie ihr eigenes Grab schaufeln

Es sind die in (E10 Witsch 2025/09/11) beschriebenen Zusammenhänge, resp. die Verbindung des Subjekts zum gesellschaftlichen Ganzen, die Freud als auch die heutige Psychoanalyse (oder Sozialtheorie) nicht zu Ende denken oder nicht hinreichend reflektieren. Wie das vor sich geht, hat Freud methodisch vorexerziert: er interessiert sich für die soziale Umgebung, in die marxistische ökonomische Kategorien der Kapitalverwertung[1] sozialunverträglich eingelassen sind, nicht hinreichend. Im Zusammenhang damit und darüber hinaus müsste Freud gewahren, dass das Subjekt, wie in (E10) dargestellt, in jeder Sekunde seines Lebens in sich die Verbindung zur sozialen Umgebung bis hin zur Gesellschaft kommunikativ – signal- oder sprachgestützt, aber auch mit Hilfe der Kunst – erzeugt[2] und damit gewissermaßen für alle Menschen in der Gesellschaft spricht, vor allem aber jene Verbindung in sich fühlt, als repräsentiere das Subjekt mit seiner emotional hochgradig besetzten Verbindung ein Allgemeininteresse, welches dann selbige Gesellschaft repräsentieren würde – so in der Art »L’état, c’est moi« (Der Staat, das bin ich).

Wir haben es hier zu tun mit einer mentalen Disposition des Subjekts, die sich zwangsläufig einstellt, wenn es fühlt, denkt und spricht, und zwar in dem Augenblick, wenn es sich mit »seinen« sozialen Umgebungen – dem konfliktträchtig Realen – existenziell konfrontiert fühlt, wobei negative Gefühle zwangsläufig in ihm entstehen, die das leidende Subjekt für gewöhnlich sozialunverträglich entsorgt, bzw. am Sündenbock abreagiert, um sich Genugtuung zu verschaffen zur Abschwächung seines Leidensdruck, selbstgerecht bis zu einem Punkt, wo es diesen buchstäblich nicht mehr spürt, sodass es die Schuldfrage hinsichtlich des ursprünglichen Konflikts abschließend für geklärt erachtet und für eine Problematisierung desselben nicht mehr erreichbar ist. Natürlich moralisch motiviert, Moral (für Freiheit und Demokratie) missbrauchend. So funktioniert Verdrängung. Auf diese Weise verdrängt oder leugnet der Westen, dass auch er maßgeblich verantwortlich zeichnet für den Ukrainekrieg.

Damit Verdrängungen erfolgreich sind, braucht es Sündenböcke, die, wenn sie auf natürliche Weise sich nicht ergeben, zu inszenieren sind, um sie ggf. als »Gespenst« im Innenleben« vorzuhalten[3], nicht zuletzt um von der eigenen diskursiven Verantwortung zur Beilegung von Konflikten abzulenken; als möchte man meinen, ein paradiesisches Innenleben in Verbindung zu einer ebenso paradiesischen Realität (ohne Konflikte) sei möglich, wenn es nur nicht so viele Straftäter gebe oder der Mensch nicht von Natur aus böse oder ein Sünder wäre. Die einen mehr, die anderen weniger, versteht sich.

Wobei es in diesem Zusammenhang methodisch zwei Arten von Diskursen oder Debatten gibt: die eine (1) ist kritisch wirklichkeits- oder systemimmanent unterwegs; sie lässt die soziale Realität unberührt und weigert sich, vom Apfel der Erkenntnis zu naschen, sodass Konflikte unverarbeitet immerzu weiterschwelen. Und zwar genau dann, wenn die in soziale Realitäten eingelassenen ökonomischen Kategorien in die Kritik nicht einbezogen werden; während man mit der anderen Art (2) – wenn auch nicht immer hinreichend – bemüht ist, selbige Kategorien grundlegender einzubeziehen, ohne dabei – und das bleibt für gewöhnlich außen vor – die Verbindung, die ein einzelnes Subjekt zum sozialen bis hin zum gesellschaftlichen Ganzen (im Innenleben) unterhält, aus den Augen zu verlieren. Nur dann sehe sich das Innenleben so kritisch wie wirksam einbezogen.

An dieser Stelle fühlen sich Menschen allerdings schnell überfordert, sie blocken Diskussionen mit offenem Ausgang instinktiv ab, bzw. verdrängen oder leugnen selbstgerecht eigene Verantwortlichkeiten zur Beilegung von Konflikten oder Gesichtspunkte, die nicht in ihr Weltbild passen, so ich das in einem von mir initiierten Diskussionsforum unter Gleichgesinnten erlebt habe.

Allerdings erleben wir jene Überforderung Tag für Tag – ich möchte an dieser Stelle eher von Diskursunfähigkeit sprechen – in den sogenannten seriösen Leitmedien: Nicht der Westen wolle gegen Russland Krieg führen, nein, der Russe will es, um das einstige Sowjet-Imperium der UDSSR durch Eroberungen einstiger Sowjet-Republiken wiederauferstehen zu lassen.

Entsprechend verzerrt deutet man in den Leitmedien eine Aussage von Putin, wonach »der Zusammenbruch der UDSSR die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts gewesen sei« (DtFunk 2016/12/25). Und ignoriert geradezu zwanghaft im »Modus psychischer Äquivalenz«[4], dass man diesen Satz nicht als »populistische Nostalgieanwandlung« (Mdr 2022/09/01) verstehen muss, sondern schlicht als mentale Zustandsbeschreibung, aus der keine Eroberungsgelüste folgen müssen, so als glaube Putin als zumindest ehemaliger Marxist tatsächlich, dass Geschichte sich wiederholen lasse. Im Sinne einer Farce sehr wohl, wie Marx sagt.

Tatsächlich will man Putin nur zum ewigen Feind der Menschheit stilisieren.[5] Um von Problemen im eigenen Land und in der EU abzulenken, macht man ihn zum Sündenbock, der für alles, was im Leben oder der der (eigenen) Welt »schiefläuft«, herhalten muss. Bürger sind größtenteils mental so disponiert, dass Sündenbockphilosophien grundlegend auf zerstörerische Weise in soziale Strukturen oder Beziehungen eingelassen sind, noch ohne dass das leidende Subjekt es auch nur ahnt, dass es mit diesen Philosophien nicht nur eigene soziale Strukturen, sondern das gesellschaftliche Ganze zerstört, so wie man es idealtypisch in der Nazi-Zeit erleben musste. Und zwar genau dann, wenn das Subjekt die familiär-soziale Struktur, in die es konfliktträchtig involviert, in das gesellschaftliche Ganze projiziert. In diesem Fall identifiziert es seine besondere (ganz private) soziale Struktur, bzw. seine mit ihr verknüpften Befindlichkeiten (Gefühle), mit dem gesellschaftlichen Ganzen (Allgemeinen) und zwar, wie oben gesagt, im Modus psychischer Äquivalenz.

Das heißt, es identifiziert sein mit Gefühlen aufgeladenes singuläres Interesse »krankhaft oder mental gestört« mit dem Allgemeininteresse, welches dann das gesellschaftliche Ganze repräsentiert, sodass dieses sich auf Gefühle reduziert sieht, etwa auf das Mitgefühl mit einem entführten Kind, sodass Folter gegen einen Kindesentführer allgemein gerechtfertigt erscheint; krankhaft deshalb, weil im Sinne eines Allgemeininteresses, dem wir uns unterwerfen müssen, um nicht in den Verdacht zu geraten, kein Mitgefühl mit einem unschuldigen Kind zu haben oder gegen Sicherheitsinteressen der Allgemeinheit zu verstoßen.

Indes lässt es die sozialen Strukturen nicht unberührt, wenn Menschen ihre verschiedenen besonderen Interessen in sich transportieren, die sich zwangsläufig im Kontext allgemein wachsender Spannungen in der Welt im Modus »Teilen und herrschen« gegeneinander in Stellung bringen lassen – wie gesagt hoch emotionalisiert bis hin zu einem Kampf »jeder gegen jeden«. In diesem Kontext verkomme

»Kritik zu einer pseudo-moralischen Veranstaltung, zu einem moralischen Kampfplatz« (Wieczorek 2009, S. 27), »in dem die Verantwortung des Einzelnen nicht mehr problematisierbar ist. In diesem Fall verselbständigen sich moralische Argumente, um sich ’bei Bedarf‘ der weiteren kritischen (ethischen) Auseinandersetzung zu entziehen« (aaO, S. 71).

Und das umso sozialunverträglicher in einem sozial-ökonomischen Kontext, in dem der ökonomische Spielraum von immer mehr Menschen immer enger wird. Eine solche Politik wird von der Merz-Regierung zurzeit ganz bewusst und ausdrücklich befördert, um dem Bürger schon im Ansatz das Maul zu stopfen. Hier sind sich Klingbeil (SPD) und Merz (CDU) einig. In einem RtDe-Artikel heißt es: Beide setzen

»auf die Senkung des Lebensstandards in Deutschland. Merz will Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Unter gleichbleibenden Voraussetzungen, das heißt hohen Energiepreisen durch den Boykott russischer Energieträger sowie einem schwierigen geopolitischen Umfeld, bleiben als Möglichkeit nur Lohnsenkungen übrig, will man wie Merz an der Exportorientierung Deutschlands festhalten« (RtDe 2025/12/19). Merz wörtlich auf dem CDU-Landesparteitag: »Wir leben seit Jahren über unsere Verhältnisse«. Er sprach »von einem »Epochenbruch« (Welt.de 2025/ 09/01).

Der Bürger, strukturell desinteressiert (verblödet), begreift nicht, was er sagt, wenn er von »Gesellschaft« spricht.

Nun lässt sich der »Kampf jeder gegen jeden« in den sozialen Strukturen durchaus auf ein Kampf der Nationen um Marktanteile industrieller Ressourcen und Rohstoff-Reserven übertragen; das eine bedingt das andere, sodass das gesellschaftliche Ganze sowie familiäre wie überfamiliäre Strukturen (Institutionen) beschleunigt in die Auflösung getrieben werden. So erleben wir es in der EU. Sie hat sich hausgemacht beschleunigt auf den Weg in die Selbstauflösung begeben. Ungarn könnte deshalb irgendwann einen Austritt aus der EU in Erwägung ziehen, nämlich »wenn es für Ungarn vorteilhafter ist, sich außerhalb als innerhalb der Union zu befinden« (AAlg 2025/12/17). Sollte das tatsächlich geschehen, könnten andere Länder (Slowakei, Tschechien) den Mut aufbringen, dem Beispiel zu folgen, namentlich Länder, in denen Rechtspopulisten die Regierungsgeschäfte übernommen haben, so in Österreich mit Herbert Kickl, in Frankreich mit Marine le Pen oder in Deutschland mit Alice Weidel.

So gesehen frisst sich der Auflösungsprozess von ganz unten, den Bürgern, nach ganz oben, zum globalen Ganzen, durch, wird aber auch von oben, den globalen Eliten, dem Innenleben des Bürgers appliziert, sodass dieser schichtübergreifend zum sozialen Analphabeten mutiert und damit seine sozialen Strukturen zwangsläufig, gewissermaßen im Auftrag der herrschenden Eliten, in Mitleidenschaft gezogen werden, die auf diese Weise in der Lage sind, Bürger effektiver zu kontrollieren, ihren Herrschaftsinteressen unterzuordnen; noch dazu im Windschatten von Rührseligkeiten unserer Kulturträger, wenn sie sich um die Verlierer der Gesellschaft geradezu rührselig bemühen, etwa indem sie, zum Beispiel Paul Breitner, Tafeln für arme Menschen einrichten. Und man darauf aufmerksam macht – so viel Kritik darf sein! –, dass es mittlerweile zu wenig Tafeln und Spenden gibt, sodass das System im Windschatten einer solchen Kritik umso grausamer eine Politik der Verelendung durchsetzen kann.

Man könnte so etwas Diana- oder Toni Kroos-Syndrom nennen. Schließlich kümmert sich Fußball-Star Toni Kroos rührend um krebskranke Kinder; er zu diesem Zweck eine Stiftung gegründet hat etc. Gleichwohl mag man Toni Kroos zurecht hoch anrechnen, wenn er totkranken Kindern mit seiner Existenz eine Freude bereitet. Richtig ist aber auch, dass Gefühle zu Herrschaftszwecken missbraucht werden können und für gewöhnlich missbraucht werden. Und Leute wie Kroos nicht begreifen, dass sie sich dafür hergeben, nicht merken, dass sie nicht wissen, was sie da tun. Kroos reflektiert diesen mental-sozialen Sachverhalt nicht. Täten er es, könnte es durchaus sein, dass er reiche Spender verprellt.

In dieser unübersichtlichen sozialen Gemengelage ist dem Bürger kaum begreiflich zu machen, und das nenne ich strukturell desinteressiert (verblödet), dass er sein eigenes Grab schaufelt; zumal mit einer Träne im Knopfloch für alle Verlierer dieser Welt. So ich den Untergang des gesellschaftlichen Ganzen im »Ersten Gespräch vor der Kamera« (Witsch/ Kahrs 2022/04/30, ab Min. 75) vorgezeichnet sehe, zu dem der Bürger – frei nach Adorno – in jeder Sekunde seines Lebens eine Verbindung in sich generiert und transportiert. Er kennt und verwendet das Wort »Gesellschaft« im Gegenstandsbezug, weist ihr körperliche Eigenschaften zu, das heißt, ohne das Wort »Gesellschaft« begrifflich – auf der Beziehungsebene – zu bestimmen: ohne zu begreifen, wovon die Rede ist, wenn er das Wort »Gesellschaft« verwendet. Sie, bzw. die sozialen Strukturen in ihr, setzt nämlich weitgehend intakte Beziehungen, resp. Beziehungs- und Konfliktfähigkeiten der Bürger voraus, um nicht zugrunde zu gehen. Beziehungsfähigkeit schließt aber aus, dass die Beziehungsebene – mehr oder minder sozialverträglich, ich meine: selbstmordgefährdet – hinter dem Rücken des Bürgers, also unbewusst, eingelassen ist in das gesellschaftliche Ganze, sodass sich nicht weniger hinter dem Rücken des Bürgers das gesellschaftliche Ganze zusammen mit den Strukturen, in die er unmittelbar involviert, allgemeiner Zerstörung ausgesetzt sieht.

Mit anderen Worten: Der Bürger schlafwandelt geradezu besinnungslos ins eigene Grab hinein, um sich dort zusammen mit seinen sozialen Strukturen zur Ruhe zu betten. Und eben auch zusammen mit dem gesellschaftlichen Ganzen genau dann – ich sage es noch einmal –, wenn seine besonderen sozialen Strukturen, in die er unmittelbar involviert, begrifflich mit der des gesellschaftlichen Ganzen zusammenfällt, das sich dann im Gegenstandsbezug, die Beziehungsebene verfehlend, auf ein Gefühl, das das Subjekt für sich und seine soziale Struktur aufbringt, reduziert sieht, sehen muss.

Es sei in diesem Zusammen einmal mehr daran erinnert, dass alles bislang Besprochene grundlegend damit zusammenhängt, dass der Konflikt oder das negative Gefühl im Sinne einer produktiven Ressource für gewöhnlich, so auch bei Freud, nicht eingelassen ist in die Analyse des Verstehens und der Verständigung (vgl. Witsch 2013a, Klappentext), um negative Gefühle zu kontrollieren, indem man sie diskursiv einer Verarbeitung öffnet. Stattdessen wird die Meinungsfreiheit immer massiver eingeschränkt, und zwar in dem Maße, wie der ökonomische Spielraum von immer mehr Menschen immer enger wird, um genau das zusammen mit dem negativen Gefühl zu verdrängen, bzw. im Sündenbock abzureagieren oder zu entsorgen (vgl. RtDe 2025/12/19) – dies in Verbindung mit einer wachsenden Angst, seine Meinung offen zum Ausdruck zu bringen. Am Ende bleibt den Bürgern nur noch, sich zurückzuziehen, zum stillen Mitläufer zu gerinnen oder den Wutbürger besinnungslos raushängen zu lassen, massenhaft, wie zum Ende der Weimarer Republik zu sehen war.

Und während der Bürger wild um sich schlägt und zerstört, sich selbst eingeschlossen, hat er für gewöhnlich das gesellschaftliche Ganze nicht im Sinn; und wenn, ist er überzeugt, es nicht zu zerstören, vielmehr zu schützen, und zwar – ganz entscheidend – moralisch motiviert: für Freiheit und Demokratie gegen Russland und weitere Feinde des Westens.

So hieß es über die sogenannte »Nacht der langen Messer«, dem sogenannten Röhm-Putsch am 30.06 1934: »der Führer schützt das Recht«. Und heute drängt sich in der Tat der Eindruck auf, als wolle die Politik, wie oben angedeutet, nach und nach Mord, Gewalt, Angriffskriege salonfähig machen; etwa wenn Merz den Angriff der USA auf Venezuela und die Entführung von Maduro und seiner Frau nach New York ausgesprochen zurückhaltend kommentiert. Ja, er bringt Verständnis auf für Trump, indem er sagt, Maduro »habe ’sein Land ins Verderben geführt‘«, während die Regierungschefin von Italien, Meloni, lediglich »vor externen Militäraktionen« warnt, »aber ’defensive Eingriffe gegen Bedrohungen‘ für legitim« erachtet (Welt.de 2026/01/04).

Man wird also von den Rechtspopulisten in der EU, so auch von der AfD, nicht mehr erwarten können, als indirekt legitimierende Betroffenheitsverlautbarungen: »Der außenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Bundestag, Frohnmaier, sagte dem Deutschlandfunk, grundsätzlich halte seine Partei am Prinzip der Nichteinmischung fest, man wolle für eine abschließende Bewertung aber die Begründung der USA für den Einsatz abwarten« (DtFunk 2026/01/04). Nur dass mit solchen nichtssagenden Verlautbarungen so gut wie jedes Verbrechen gerechtfertigt werden kann.

Das wird es, schleichend, um den Bürger nicht zu verschrecken. Wachsende Gewaltbereitschaft, zumal gegen Andersdenkende, muss langsam wachsen. Immerzu moralisch motiviert. Dabei überträgt er seine Moral, sie missbrauchend, auf das gesellschaftliche Ganze, mithin auf den Staat, der für ihn das Ganze – das Allgemeininteresse – repräsentiert. Auch Manuel Wieczorek sieht den Missbrauch von Moral am Werk, durch die hindurch die Beziehungsebene außen vor bleibt, namentlich dann, wenn die Moral

»der Auseinandersetzung nicht zugänglich gemacht wird und damit nie und nimmer kritisiert werden kann« (Wieczorek 2009, S. 27).

In der Auseinandersetzung werde sie allerdings, und hier kommt der Begriff des gesellschaftlichen Ganzen ins Spiel, als

»universal gültiger ethischer Code verkauft und damit gleichzeitig ideologisch legitimiert (…). Wie Gesellschaft und Markt im Neoliberalismus, so werden Moral und universale ethische Codes zu synonymen Kategorien. Das Ende vom Lied sind regelmäßig Zirkelschlüsse, Sätze, die für sich selbst sprechen: Der 1€-Job ist ’zumutbar‘ und deswegen ist er bedingungslos anzunehmen. Unterhaltung beendet« (aaO, S. 71).

Wobei die meisten Bürger eine solche, »ihre persönliche Moral«, mit einer Anmaßung im Sinne eines (moralisch motivierten) Allgemeininteresses propagieren, die uns allen gleichwohl immer wieder auf die Füße fallen wird, ja muss. Eben weil sie im Grunde glauben, ohne es zu ahnen, und das macht ihre Anmaßung aus, dass ihre ganz persönliche Moral geeignet ist, das (moralisch motivierte) gesellschaftliche Ganze zu repräsentieren, das es denn auch mit allen zu Gebote stehenden Mittel (gerichtlich, polizeilich, militärisch) zu verteidigen gilt. So sind sie da oben fast ausschließlich gestrickt, bzw. niemand zeigt sich in der Lage oder gewillt, dem etwas grundlegend, also nicht nur zufällig vereinzelt, entgegen zu setzen.

Das geht auf Dauer krachend schief. Die Indizien, dass dem so ist, verdichten sich wieder einmal in wachsendem Maße zur Gewissheit, zumal in den oberen Etagen der Politik: schon jetzt wollen EU-Länder wie Tschechien, Slowakei oder Ungarn sich diese Anmaßung nicht länger gefallen lassen, weil sie ihre wirtschaftlichen Kern-Interessen bedroht sehen. Freilich opponieren sie gegen die EU aus einer eher rechtspopulistischen Perspektive heraus, die sich – mangels Alternative – zunehmend durch nahezu alle EU-Länder zieht; wesentlich im Zusammenhang mit der neuen amerikanischen Sicherheitsstrategie (vgl. BZtg 2025/12/13), die auf Dauer, siehe »Venezuela«, nur Tod, Zerstörung und Vernichtung bringen kann. Unter anderem mit schlimmen Auflösungstendenzen in der EU. Schon länger ist von einer Kern-EU weniger Länder die Rede, um gegen kleinere EU-Mitglieder eine Außenpolitik ggf. gegen Russland und China durchzusetzen. Das Einstimmigkeitsprinzip, heißt es in (Pragmaticus 2022/04/03),

»lähme die EU: Mit 27 potenziellen Vetostimmen ist die Union nicht handlungsfähig. Wichtige Entscheidungen sollten von einem Kerneuropa im Mehrheitsbeschluss getroffen werden«. Weiter heißt es: »Deutschland und Frankreich könnten Teil eines zu bildenden Kerneuropa sein, das Entscheidungen nach dem Mehrheitsprinzip fällt«, werde doch »nur ein handlungsfähiges Europa (…) den Herausforderungen gewachsen sein und sich gegen Wirtschaftsmächte wie China durchsetzen« können«.

Als könne man es kaum erwarten, dass die EU sich auflöst. In der Tat: verlässt erst ein Land, etwa Ungarn, die Slowakei oder Tschechien die EU, könnten andere Länder folgen. Das liegt förmlich in der Luft. In der »Berliner Zeitung« heißt es, der slowakische Premier Robert Fico werbe gegen die EU

»für einen baldmöglichsten Neuanfang in der wirtschaftlichen Kooperation seines Landes mit Russland« O-Ton Fico: »Sobald der Krieg vorbei ist, werde jedes westliche Land in Richtung Russland aufbrechen«. Fico, heißt es weiter, »setze auf einen konstruktiven Ansatz bei den Beziehungen zu Moskau und sei daran interessiert, diese nach dem Ende der Kampfhandlungen in der Ukraine wiederaufzunehmen«. Um verächtlich noch einen draufzulegen: »’So viel Heuchelei haben Sie in Ihrem Leben noch nicht gesehen, wie Sie dann erleben werden‘« (RtDe 2025/12/13).

Macht sich aber erst ein Land aus dem Staub, liegt es mehr als nahe, dass ein Land nach dem anderen folgen würde. Schlicht um mit dem Niedergang der EU wirtschaftlich nicht mit zugrunde zu gehen. Fico sagt es noch nicht direkt, dass er die EU verlässt, allein der abfällige Ton seiner Aussagen ist bezeichnend.

Aus Österreich könnten bald ähnliche Töne zu hören sein, wenn dort nämlich eine Regierungsbildung ohne die EU-kritische FPÖ nicht mehr zustande kommen kann, die zwar noch EU-freundliche Töne verlauten lässt, fragt sich nur, wie lange und nachhaltig noch, kokettiere die FPÖ doch schon

»traditionell mit einem Öxit (…), wenngleich die offizielle Linie entschärft wurde, um mehr Wähler der Mitte anzusprechen (BZtg 2025/12/13).

Epilog: überleben soll nur derjenige, der sich anpasst und seine Schnauze hält

Kurzum: Auflösungserscheinungen, wohin man schaut – sowohl im Großen (global) wie im Kleinen (soziale, mentale Strukturen). Dies auf der Grundlage eines Gesellschaftsbegriffs, durch den hindurch wir die Gesellschaft mit körperlichen, bzw. gegenstandsbezogenen Eigenschaften versehen begreifen, Eigenschaften als da sind (Volk, Vaterland, Nation, Deutschtum, unter den Nazis zusätzlich noch Rasse, Blut und Boden, Führer, Heil Hitler etc.). Diese Eigenschaften stehen für das gesellschaftliche Ganze; sie repräsentieren es im Sinne eines Allgemeininteresses, das auf eine höhere Moral verweist, etwa die Liebe zur Nation, die über jeder besonderen Moral steht (zur Steuerung einer beliebigen besonderen sozialen Struktur).

In diesem Falle gehören nur Bürger zur Gesellschaft (Nation, Deutschland), die mit diesen Eigenschaften gute Gefühle verbinden, solche zu jener höheren Moral mit quasi-allgemeinverbindlichem Anspruch. Werden sie diesem Anspruch nicht gerecht, gerinnen Sie, unter den Nazis ausgesprochen deutlich, zur »Persona non grata«, mithin zum Gegenstand von Abreaktionen, zum Sündenbock für alles, was schiefläuft oder gelaufen ist. Stichwort: »Dolchstoßlegende« nach dem Ersten Weltkrieg.

Dann ist Zuneigung zu einem Menschen in der Tendenz abhängig davon, ob er positive Gefühle zum Beispiel mit der Nation (Nationalhymne), dem Vaterland oder der eigenen Rasse verbindet. Kritik oder freie Meinungsäußerungen werden dann nur noch systemaffirmativ geduldet: Kritik muss immer nachdrücklicher erkennen lassen, dass ihr Sprecher die Nation, sein Vaterland, den Führer etc. liebt, das heißt, all das nicht in einem fragwürdigen Licht erscheinen lässt; und damit zum Ausdruck bringt, sich sozialen Strukturen zu entziehen.

Um nicht zu sagen: Das Subjekt hat seine Schnauze zu halten; Äußerungen, mit denen es zum Ausdruck bringt, sich herrschenden Verhältnissen zu entziehen, werden heute immer weniger bis gar nicht mehr geduldet. Dann heißt es, das Subjekt gefährdet die Allgemeinheit oder lebt auf ihre Kosten. Wobei man gar nicht genauer wissen will, von welcher Allgemeinheit hier die Rede ist, die ja herrschende Verhältnisse – die Gemeinschaft oder Gesellschaft – repräsentiert. Man vergisst: es ist für das Subjekt die einzige Methode einer wirksamen Kritik gegen herrschende soziale und ökonomische Verhältnisse, indem es sich exakt diesen Verhältnisse, ggf. wortlos, entzieht, andernfalls entstehen keine Beziehungen auf Augenhöhe; dann kann Habermas sich seine »ideale Kommunikationsgemeinschaft« in die Haare schmieren, die er ja nicht einmal selbst ernst nimmt; die er auf der Sachebene, nicht auf der Beziehungsebene defi­niert, die wesentlich voraussetzt, dass man sich dem Diskurs entziehen kann, wenn er für das Subjekt belanglos oder ohne praktische Bedeutung ist.

Zu befürchten ist, dass Habermas diesen Zusammenhang nicht begreift, unter anderem, dass die herrschenden Eliten zu Recht Angst haben, wenn das Subjekt sich herrschenden Verhältnissen entziehen kann, ohne befürchten zu müssen, dass es verhungert. Deshalb ihre Sanktionswut gegen die Verlierer der Gesellschaft. Überleben soll nur derjenige, der sich anpasst und brav seine Schnauze hält.

Anmerkungen

[1] Ausführlicher diskutiert in Witsch 2012, Kap. 1, S. 45 – 109: »Grundlegendes über Wert und Mehrwert« sowie Kap. 2.5, S. 133 – 142: »Zur Überwindung des Kapitalismus«.
[2] Vgl. hierzu Kap. 13.g, S. 63 – 67: »Verbegrifflichung vs. Institutionalisierung mentaler Dispositionen«, insb. die Unterkapitel Kap. 13.g1: »Verbegrifflichung mentaler Dispositionen mit Hilfe der Kunst« sowie, dazu passend, Kap. 13.g2: »Über den Film ’Eine fantastische Frau‘«.
[3] Vgl. Kap. 7.1, S. 126 – 130: »Intrapsychische Projektionen«.
[4] Zum Begriff eines Fühlens, Denkens und Sprechens im Modus »psychischer Äquivalenz« vgl. Kap. 1.1, S. 2f: »Störfall oder das Zeichen will nichts mehr bedeuten«.
[5] Während man die Verbrechen, die die USA sich gegenüber Venezuela am 03.01.2026 haben zuschulden kommen lassen, schönredet oder beschweigt. In (Gfp 2026/01/05) heißt es einführend dazu: »Mit einer ideologischen Bankrotterklärung startet die Bundesregierung ins neue Jahr. Bundeskanzler Friedrich Merz, der seit je weltweit darauf dringt, Sanktionen gegen Russland wegen dessen Angriffskriegs gegen die Ukraine zu verhängen, will im Angriffskrieg der USA gegen Venezuela und in der Verschleppung von dessen gewähltem Präsidenten nichts Verurteilenswertes erkennen. Die ’rechtliche Einordnung‘ des US-Überfalls, behauptet Merz, sei ’komplex‘. Damit verliert die Bundesregierung, die ohnehin wegen ihrer doppelten Standards international kritisiert wird, weltweit noch mehr an Glaubwürdigkeit und isoliert sich gegenüber den Staaten des Globalen Südens ein weiteres Stück. Aus afrikanischen Ländern zum Beispiel sind – sachlich korrekt – äußerst kritische Stellungnahmen zu dem völkerrechtswidrigen US-Überfall auf Venezuela zu hören. So erklärt etwa das Außenministerium Ghanas, die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die USA würden Venezuela bis auf weiteres ’regieren‘, erinnere ’an die koloniale und imperialistische Ära‘; ’derlei koloniale Ambitionen‘ sollten heute ’keinen Platz mehr haben‘. Berlin hingegen schlägt sich umstandslos auf die Seite Washingtons«. Ergänzend heißt es einen Tag später in (Gfp 2026/01/06): »Trotz neuer Morddrohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez sieht die Bundesregierung weiter keinen Anlass zu Kritik an der Gewaltpolitik der USA. Nach Kanzler Friedrich Merz behauptete am Montag auch Außenminister Johann Wadephul, die Lage um den US-Überfall auf Venezuela und die gewaltsame Verschleppung des venezolanischen Staatschefs sei zu ’komplex‘, (…)«. Ferner heißt es in (Gfp 2026/01/07) einführend: »Führende AfD-Außenpolitiker billigen die US-Gewaltpolitik gegenüber Venezuela, erweitern damit ihre Gemeinsamkeiten bzw. Koalitionsfähigkeit mit CDU/CSU und profilieren sich als Partei, die Deutschland ’auf eine neue Ordnung ausrichtet‘«. Weiter heißt es dort, die AfD könne sich »mit ihrer Akzeptanz für die US-Gewaltpolitik gegen Venezuela als eine Partei profilieren, die laut einem Experten der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) Deutschland und Europa ’auf eine neue Ordnung ausrichtet‘«.

Quellen

AAlg (2025/12/17). Trotz Kritik an Entscheidungen: Ungarn ist nach wie vor Mitglied der Europäischen Union.
BZtg (2025/12/13). Österreich aus EU herauslösen? Wie die USA gerade Europas Illusionen zerstören.
DtFunk (2016/12/25). Ende der Sowjetunion vor 25 Jahren: Kollaps einer Weltmacht.
DtFunk (2026/01/04). Venezuela. Unterschiedliche Reaktionen auf US-Einsatz.
Gfp (2026/01/05). Koloniale Ambitionen: Bundeskanzler Merz will im US-Angriffskrieg gegen Venezuela nichts Verurteilenswertes erkennen und zeigt sich zufrieden mit der Verschleppung von Präsident Maduro. Regierungen in Afrika prangern „koloniale Ambitionen“ der USA an.
Gfp (2026/01/06). Die Unterwerfung Lateinamerikas. Bundesregierung verweigert trotz offener Morddrohungen von Trump weiterhin jede Kritik am US-Überfall auf Venezuela. US-Sicherheitsstrategie sieht Unterwerfung Lateinamerikas und Verdrängung Chinas aus der Region vor – mit allen Mitteln.
Gfp (2026/01/07). Die Partei der neuen Ordnung. Führende AfD-Außenpolitiker billigen die US-Gewaltpolitik gegenüber Venezuela, erweitern damit ihre Gemeinsamkeiten bzw. Koalitionsfähigkeit mit CDU/CSU und profilieren sich als Partei, die Deutschland „auf eine neue Ordnung ausrichtet“.
Mdr (2022/09/01). 31. Dezember 1991: Der Tag, an dem die Sowjetunion unterging.
Pragmaticus (2022/04/03). Europa, besinn’ Dich auf Deinen Kern bitte.
RtDe (2025/12/13). Geschäfte mit Russland? Fico kündigt Neustart bei Zusammenarbeit mit Moskau an.
RtDe (2025/12/19). Klingbeil bereitet die Deutschen auf sinkenden Lebensstandard vor.
Welt.de (2025/09/01). CDU-Landesparteitag: Wir leben seit Jahren über unsere Verhältnisse – Merz spricht von „Epochenbruch“
Welt.de (2026/01/04). Merz kritisiert Maduro nach US-Angriff – China fordert dessen sofortige Freilassung.
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Witsch, Franz (2012). Die Politisierung des Bürgers. Beiträge zur Wahrnehmung und Produktion sozialer Strukturen. Zweiter Teil: Mehrwert und Moral. Norderstedt. Verlag: BoD (zitiert nach der Ausgabe von 2017).
Witsch, Franz (2013). Die Politisierung des Bürgers. Beiträge zur Wahrnehmung und Produktion sozialer Strukturen. Dritter Teil: Vom Gefühl zur Moral. Norderstedt. Verlag: BoD (zitiert nach der Ausgabe von 2017).
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Witsch, Franz (2025/07/13). E1 Leerbegriffs-Psychoanalyse ohne Realitätsbezug. Verlag: QPress.de.
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Witsch, Franz (2025/08/24). E4 Konfliktpositionen regressiv (realitätsphobisch) verarbeiten. Verlag: QPress.de.
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Witsch, Franz (2025/10/06). E7 »Skotomisation« (Freud 1926, S. 86) oder wie Menschen ihre Existenz dystopisch verdunkeln. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/10/20). E8 Sozialtheorien als Totengräber des Sozialen. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/11/07). E9 Neigung zum strukturellen Desinteresse im Kontext einer »Institutionalisierung des menschlichen Gemüts«. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/12/01). E10 Menschen erzeugen in sich eine Verbindung zur Gesellschaft, die gestört ist. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz; Kahrs, Wilfried (2022/04/30). Erstes Gespräch vor der Kamera.

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Franz Witsch, geb. 1952, lebt in Hamburg und ist Lehrer für Politik, Geografie und Philosophie. Zwischen 1984 bis 2003 arbeitete er in allen Bereichen der freien Wirtschaft als Informatiker und Unternehmensberater. Heute schreibt er sozialphilosophische Texte und Bücher.

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  1. Es geht bei allem um die Rettung des perversen weltweiten Profitsystems durch Mehrarbeit, und diese Mehrarbeit kann nur erzwungen werden wenn die Fixkosten das Einkommen übersteigen, d.h. um die Fixkosten zu bedienen wird ein zweit-/dritt-job und/oder Arbeiten im Rentenalter erforderlich. Wer sich dieser Ausbeutung durch Reduzierung der Fixkosten entzieht, kann nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilhaben, wird ausgeschlossen/ausgegrenzt weil inzwischen alle gesellschaftlichen Aktivitäten kommerzialisiert wurden, sogar die kostenlosen Vergnügungen am Fkk-Strand hat man verächtlich gemacht und mit dem Freier-/Sexkauf-Verbot eine Durchsetzung-/Kontrolle durch die Polizei/Ordnungsamt implementiert, d.h. wer kein Geld für soziale Aktivitäten hat, wird mit Vereinsamung bestraft bzw wird gezwungen sich zu Verpartnern z.b. ein mittelloser Obdachloser mit einem anderen Obdachlosen damit er wenigstens das kostenlose Oxytocin/Kuschelhormon der Familien-/Rudeltiere ausgeschüttet bekommt—–soviel zur gezielten Zerstörung der unabhängigen/kinderlosen Single-/Individualisten-Gesellschaft mit dem Ziel einer Zwangsehe/-nachzucht-Gesellschaft als Garant für den höchsten Ausbeutungsgrad/Profitrate und damit zur Rettung des perversen weltweiten Profitsystems/Kapitalismus, das dunkle Mittelalter/Feudalismus 2.0 lässt Grüßen, dank an alle Trump-/Putin-/AfD-/CDU-Wähler die u.a. verantwortlich für alle weltweiten Obdachlosen sind, we shall overcome, Internationale Solidarität

  2. Nachtrag: Peter Schiff hat schon im Dez’25 die Entwertung des USD vorhergesagt, siehe:

    https://www.ccn.com/education/crypto/peter-schiff-historic-economic-collapse-dollar-crash-gold-reserve-asset/

    Soviel zu der gezielten Verarmung der prekären Trump-/AfD-Wähler, d.h. die weltweiten Patrioten wissen ganz genau was auf sie zukommt und veranstalten deswegen diese Ablenkungen: Gaza-/Ukraine-Krieg/Venezuela/Epstein-Akten/ICE-Deportationen/Grönland usw. um das perverse Profitsystem/Kapitalismus nicht in Frage stellen zu müssen, das nennt man auch Schizophrenie, we shall overcome, Internationale Solidarität

  3. Die Trump-Wähler sind gezwungen ihre Gesundheitsuntersuchung im Ausland/Indien zu erledigen, weil die Patrioten in ihrem eigenen Land abgezockt werden, siehe:

    https://www.breitbart.com/news/inflation-fears-are-high-for-most-americans-but-a-new-poll-shows-one-group-is-particularly-worried/

    Soviel zu den stetig steigenden Fixkosten der Trump-Wähler, ganz zu schweigen von den brainwashed Evangelikanen die aus ihrem Glauben/Patriotismus eine Abtreibung generell ausschließen und dafür die ungewollte Nachzucht in suboptimalen Bedingungen christlich leiden lassen, finsteres Mittelalter/Unterwelt 2.0 lässt Grüßen, Schande über die Christenheit, pfui Teufel

  4. Die tierische/genetische Rivalität wird in allen Nationen gefördert, siehe:

    https://www.breitbart.com/clips/2026/01/28/murphy-trump-wants-to-wage-a-war-on-people-who-arent-white/

    Soviel zur idiotie der tierischen Rassisten, die tatsächlich glauben, dass dann alle Probleme des perversen Profitsystems/Kapitalismus von selbst verschwinden, träum weiter, selbst wenn ausschließlich nur rechte Rassisten in Deutschland leben, verlagert sich die Rivalität auf Mitglieder der eigenen Rasse wie dicke/hässliche/impotente usw. D.h. die tierische Rivalität sorgt dafür, dass der eigene Bruder/Kamerad instinktiv/unbewusst abgelehnt wird, weil er genetisch bedingt schwächelt, wer diese Hitler-/Nazi-Denke unterstützt ist einfach nur ein blödes saudummes Arschloch weiter nichts

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