Zug zum Fluch: Wenn die Bahn zum Glücksspiel wird

Die Deutschen sind reiselustig und sparen sich zur Not, den nächsten Urlaub vom Munde ab. Gerne geht es dann Richtung Süden, nach Italien, Spanien, Griechenland oder Portugal.

Im Rentenalter kann man so, auch im Winterhalbjahr noch ein paar sonnige Tage erhaschen.

Auch wir waren in diesem Jahr, in der sogenannten Nebensaison, dreimal für je eine Woche im Süden. Gut, dass wir uns das noch leisten können.

Die Hotels waren schön, das Wetter hat meist mitgespielt, nur einer nicht, das war die DEUTSCHE BAHN.

Bahn - Bild KI-generiert
Bahn – Bild KI-generiert

Deutschland auf dem Holzweg

Wenn man den Niedergang Deutschlands miterleben möchte, so sollte man unbedingt mit der DB reisen. Dabei meine ich nicht das Publikum #stadtbild, sondern die heruntergekommenen Bahnhöfe, den Zustand der Bahninfrastruktur von Schiene bis Signaltechnik, die Zugverspätungen, die Totalausfallquote, die Sperrung ganzer Bahnhöfe, der katastrophale Schienenersatzverkehr, die Informationspolitik der Bahn etc.

Sind wir nicht alle aufgerufen, vom Auto auf die Bahn umzusteigen? Von wegen CO2 und Klimagedöns?

Im Mai begann das Elend für uns. Wir kamen mit dem Flieger um 22:20 Uhr leicht verspätet am Flughafen Düsseldorf an, allerdings hatten auch die Züge Verspätung, zunächst zum Glück.

Am Hauptbahnhof in Düsseldorf, saßen wir daher noch im geplanten Zug nach Aachen, wo wir noch einmal umsteigen wollten. Die angezeigte voraussichtliche Ankunftszeit reichte, um problemlos den Anschlusszug zu erreichen. Schließlich kam es aber anders, weil der Zug kurz vor Aachen ein paar ungeplante Halte einlegte. So landeten wir gegen 00:10 Uhr mit 1 Stunde Verspätung in der Kaiserstadt, genau 10 Minuten zu spät, um den letzten Zug nach Hause noch zu erreichen. Zu jener Zeit war der S-Bahn Verkehr durch Bauarbeiten eingeschränkt. Also ENDSTATION! Die nächste Bahn fuhr erst 05:51 Uhr.

Im Alter von knapp 70 Jahren, ist es uns nicht zu verdenken, dass wir nun die Schnauze voll hatten. Warten war da keine Option.

Die Lösung war ein Taxi. Wir rechneten mit ca. 70,00€ für die Strecke von ca. 35 km. Der Taxameter lief Runde für Runde und addierte immer größere Beträge auf. Puh, wir blieben mit 98,00€ knapp unter der 100ter Marke, aber Geld, dass ich im Urlaub lieber für etwas Besseres ausgegeben hätte. Kurz nach 01:00 Uhr in der Nacht, waren wir zu Hause.

Der Plan war gut, nur nicht die Planwirtschaft 

Im nächsten Urlaub, im Oktober, hofften wir auf mehr Glück. Wir hatten extra den Flughafen Köln/Bonn ausgesucht, zu dem es Hin- und Zurück eine durchgehende S-Bahnverbindung gab. Hin klappte das auch vorzüglich.

Bei der Rückkehr gegen 22:30 Uhr, am Flughafen Köln/Bonn, war für die Strecke nach Messe Köln/Deutz Schienenersatzverkehr eingerichtet. Na klar, kann passieren. Dann sind wir zwar eine Bahn später zu Hause, aber 20 Minuten sind hinnehmbar.

Vergebens suchten wir zunächst nach Hinweisen zum Abfahrtspunkt der Busse des Schienenersatzverkehrs. Notgedrungen hofften wir, dass dies am normalen Busbahnhof am Flughafen sein könnte und so war es auch. Alle 20 Minuten sollte ein Bus fahren. Die ersten beiden Busse, auf die wir warteten fielen aus und der dritte war dann dem Ansturm nicht gewachsen, sodass wir, wie viele Andere, nicht mitgenommen wurden. Es war mittlerweile kurz vor 01:00 Uhr in der Nacht und so langsam verlor ich die Hoffnung, noch zeitnah dort wegzukommen.

Die Lösung war also wieder ein Taxi, diesmal für stolze 160,00€ – um nach Hause zu kommen.

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Gefahr am Bahnübergang – Foto: privat

Diesmal muss es doch nun klappen

Einen Monat später, also kürzlich, jetzt im November, kam unser Flieger pünktlich um 19:35 Uhr am Flughafen Köln/Bonn an. Wir waren entspannt. Das Gepäck lag Ruck Zuck auf dem Band, sodass wir genug Zeit hatten, um zur S-Bahn zu laufen, deren Abfahrt für 20:23 Uhr geplant war.

Déjà Vu – da war es wieder! Uns prangte die Anzeige entgegen, „S19 fällt aus“. Geht das schon wieder los? Natürlich mit Verspätung, kam um 20:49 Uhr die nächste S-Bahn, die allerdings planmäßig nur bis Köln/Müngersdorf fuhr. Das hieß für uns in Köln/Ehrenfeld noch einmal umsteigen zu müssen. Die Umsteigezeit wurde auf den Seiten der Bahn mal mit 11 Minuten, mal mit 7 Minuten, mal mit dem RE9, mal mit dem RE1 angezeigt. Dazu müssten wir von Gleis 1 auf Gleis 4 wechseln. 21:22 Uhr sollten wir an der Bahnstation eintreffen. Kurz vor dem Bahnhof hielt die Bahn und konnte nicht in den Bahnhof einfahren. Es war inzwischen schon wieder 21:20 Uhr. Die Fahrgäste wurden ohne Information gelassen. Auf der Internetseite der DB fand ich dann die Information, HÄLT NICHT IN KÖLN/EHRENFELD.

Niemand wusste, was los ist und wie es weitergeht. Erst nach ca. 20 Minuten gab es dann eine Zugdurchsage, dass der Zug nicht einfahren könne, weil weitere Züge, die Gleise blockieren würden. Schließlich wurde auch noch durchgesagt, dass der Zug in Ehrenfeld endet und nicht bis Müngersdorf weiter fährt. Das betraf uns zwar nicht, aber viele andere.

Dann endlich, sind wir gegen 21:45 Uhr eingefahren. Es gab weder Informationen zu Anschlusszügen, noch Hinweise, wie man von einem Gleis auf ein anderes Gleis gelangt. Der gesamte Bahnhof war völlig überfüllt. Im Internet fand ich dann die Information, dass möglicherweise auf Gleis 4 ein Anschlusszug fahren würde, mal wurde RE9, mal der RE1 angezeigt.

Wir hetzten mit unserem Gepäck in eine vermutete Richtung den Bahnsteig entlang, wühlten uns durch Menschenmassen, und hofften, einen Fahrstuhl zu finden, um über eine Unterführung, von Gleis 1 auf Gleis 4 zu gelangen. Den Abgang fanden wir. Es war eine Treppe. Das hieß, mit 2 Koffern, je 20 kg, Treppe runter. In der Unterführung war es dreckig, wie in einer Abfallgrube. Natürlich mussten wir dann die nächste Treppe zum Gleis 4 auch wieder hoch. Im ganzen Stress schoss es mir plötzlich durch den Kopf, hier werden bestimmt Filmaufnahmen mit versteckter Kamera gemacht, für die nächste Folge „Verstehen Sie Spaß“. Endlich mal live dabei, was wir sonst nur am Fernseher zu sehen kriegen. Leider gab es diese Auflösung nicht. Es war die Realität.

Glück muss man haben 

Also stiegen wir dann in die überfüllte RE9 ein, die auch auf dem Bahnsteig angezeigt wurde. Es war ein Gedränge, mit vielen Gerüchen, unterschiedliche Kulturen auf engstem Raum und wir mit 2 Koffern mittendrin. Zum großen Erstaunen, war im Zug als Fahrtziel „Siegen“ angezeigt, also genau die Gegenrichtung. Verzweiflung machte sich breit, ob wir wirklich im richtigen Zug saßen. Aber keine Chance, denn der Zug legte ab.

Glück gehabt, wir waren in der richtigen Richtung unterwegs. Zwei andere Fahrgäste in unserer Nähe allerdings nicht. Sie wollten zum Flughafen Köln/Bonn, von wo wir kamen, da wäre Siegen richtig gewesen. Schließlich registrierten sie, dass sie in Düren aussteigen müssten, aber nicht mehr rechtzeitig am Flughafen sein würden.

Eine junge Frau, mit der wir uns unterhielten, sagte – nur noch weg hier (Deutschland), es wird von Tag zu Tag schlimmer und ich möchte meinen beiden Kindern, eine andere Zukunft bieten. Deutschland geht nur noch den Bach runter. Sie kennt Japan, die Schweiz und China. Dort wäre so etwas undenkbar. China sei uns inzwischen um Lichtjahre voraus.

Sie selbst hatte einen familiären Migrationshintergrund, mochte aber in diesem Deutschland, in das einst ihre Eltern migriert waren, selbst nicht mehr leben.

Gegen 22:30 Uhr war die Odyssee endlich zu Ende. Ein Taxi brachte uns vom Zielbahnhof nach Hause, diesmal für versöhnliche 15,00€.

Was von Deutschland bleibt
Was von Deutschland bleibt – Foto: privat

„Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.“ (Heinrich Heine)

Das Zitat ist so aktuell wie nie, es lässt sich auf vielen anderen Feldern der Gesellschaft verfolgen. Wir sind wohl tatsächlich die wirklich letzte Generation. „Deutschland schafft sich ab“. (Thilo Sarrazin)

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Entschuldigung: Ihr müsst schon entschuldigen, wenn ich hier manchmal Dinge schreibe, die nicht dem Mainstream entsprechen. Aber ich kann es erklären, denn ich hatte eine schwere Kindheit und damit kann man ja bekanntlich alles entschuldigen. Ich musste noch erleben, wie der Kohlefahrer einen Berg voll Braunkohlebriketts vor dem Haus ablud und mein Vater diesen Berg in den Keller schaufelte. Anschließend sah er genauso dreckig aus, wie der Kohlefahrer selbst. Dass mein Vater seinerzeit nicht an einer Staublunge gestorben ist, bleibt mir ein Geheimnis. Unser Kachelofen im Wohnzimmer und der Kanonenofen in meinem Kinderzimmer versprühten im Winter wohlige Wärme, auf Kosten der dreckigen Braunkohle und den ungefilterten Ruß Abgasen, die jedes Haus in den Himmel stieß und war es nicht Kohle, so war es zumindest Heizöl, was auch nicht besser war. Apropos Schlote, die Industrieschornsteine ragten empor und stießen ihren Dreck noch ganz ohne Entschwefelungsanlagen in die Atmosphäre. Das war nicht nur der Dreck der Kohle, nein auch giftige Dämpfe der Chemieindustrie. Alle anderen Abfälle wurden einfach in die Flüsse geleitet oder auf ungeschützten Deponien entsorgt. Auch die gute alte Dampflock verrichtete noch zuverlässig ihr Werk und brachte uns von A nach B. Wie idyllisch ist es doch gewesen, wenn die Dampflock schnaufend durch die grüne Landschaft dampfte und ihr lautes Signal ertönte. Unsere Autos brauchten noch keinen Katalysator oder Partikelfilter und verbrauchten auch mehr Benzin und Diesel, als heute. Ja es gab sogar noch 2-Taktmotoren, die mit einem Benzin-/Ölgemisch betrieben wurden. Da konnte man wenigstens noch sehen, was hinten raus kam. Wir hatten übrigens auch noch keine biologisch erzeugten Lebensmittel und mussten Obst und Gemüse essen, dass vorher mit Pestiziden behandelt wurde. Wie ich das alles überlebt habe? Das grenzt schon an ein Wunder. Also habt Verständnis für mich, denn ich hatte wahrlich eine schwere Kindheit.

15 Kommentare

  1. Was soll dieses ständige Gejammer, dieses miesmachen? Immer dieser Pessimismus, dieses schlechtmachen. Ab 0:48
    https://www.youtube.com/watch?v=qibdBDakcFg

    Und wenn, vor allem die faulen Rentner, wenn der Pöbel, nicht seit Jahrzehnten über „unsere“ Verhältnisse leben würde, ginge es allen noch viel, viel besser und noch bessererer.
    https://www.youtube.com/shorts/9wPeQjDQJfs

    Nach Fridela Merzel regiert die beste Regierung im bDaZ.
    https://www.youtube.com/shorts/ubsZWdyyM9I

    Und mal ehrlich, was soll dieses umherfliegen und umherfahren um die halbe Welt?
    https://www.youtube.com/shorts/iV10XiPzl3U
    Da hat es doch recht, der, die, das beste grün- linke Bunzelkanzlerin der besten Regierung seit Jahrzehnten im bDaZ.

    Und noch was. Jammern und der fetteste Benz steht vor der Tür. Geht nun mal gar nicht.
    Also, ich lese da so etwas wie Delegetemierung des bDaZ aus dem obigen Beitrag heraus.

  2. Damit es bei uns in der Stadt nicht ganz dunkel wird, hat man schon mal vorsorglich einen unkündbaren „Lichtbeauftragten“ ernannt.
    Vielleicht sollte die Bahn auch so ein Pöstchen schaffen, damit wenigstens am Ende des Tunnels ein kleines Lichtlein zu erkennen ist.

  3. KI-Klugscheißer sagt:
    Die Deutsche Bahn zahlt in Ausnahmefällen die Taxi-Kosten, allerdings unter sehr spezifischen Bedingungen. Die Erstattung ist bis zu 80 oder 120 Euro möglich, wenn die planmäßige Ankunft zwischen 0 und 5 Uhr liegt, eine Verspätung von mindestens 60 Minuten erwartet wird und keine günstigeren Alternativen zur Verfügung stehen. Gleiches gilt, wenn ein Zug ausfällt, die letzte Verbindung des Tages war und das Ziel nicht mehr vor Mitternacht erreicht werden kann. Die Bahn erstattet die Kosten nur, wenn sie selbst kein alternatives Transportmittel stellt.

    • Vor mehr als 15 Jahren, bei meinem ersten Arbeitsbesuch in Shanghai, fuhr ich bereits mit 431km/h im „Transrapid“ vom PVG nach Pudong.
      Aber im bDaZ braucht es doch bald keine Züge mehr. Ohne Industire in einem vierte Welt- Land kann man sich auf die „guten“ alten Zeiten des nahöstlichen, islamischen Mittelalters zurück besinnen.

    • Das ist jetzt aber per se auch keine schlechte Nachricht als solche. Denn immerhin konnten und können sich doch einige „seriöse“ Geschäftsleute an den vielen milliarden Euroliten ein wenig bereichern. So wie auch am BER, der Hamburger Philharmonie usw…

  4. Wenn man auf seinen Status-Konsum nicht verzichten möchte, ist man gezwungen sich ausbeuten zu lassen, genauso funktioniert das perverse Profitsystems: man erhöht einfach die Preise und schon steht der Selbstausbeuter wieder brav auf der Matte, weil man sich ja „nicht lumpen lassen will“ und wer das nicht mitmachen will, ist auf den öpnv angewiesen/muss sich damit begnügen/selber schuld, dumm gelaufen für die Kapitalismusfreunde/Nazis

  5. Wen wundert es? Lässt man desinteressiert und schwatzend alles jahrzehntelang vor sich hingammeln, so funktioniert es irgendwann nicht mehr. In D wird Jahr für Jahr debattiert, gelabert und die Bahn (wie vieles andere auch) wird dabei immer unzuverlässiger, in anderen Staaten reduziert man das labern; man handelt und arbeitet. In D fehlt es überdies an Interesse, Fachkundigkeit, Zucht, Ordnung und Disziplin. In vielen Bereichen.
    Deutschland blamiert sich bei jeder Gelegenheit. Über S21 müssen wir gar nicht reden. In Japan ist ein etwa fünfmal so großer Bahnhof in mehreren Ebenen ab Baubeginn in 4 Jahren zum festgelegten Fertigstellungsbereich störungsfrei betriebsbereit. Das im Innenstadtbereich.
    Japanreise vor ein paar Jahren – Shinkansen-Expresszüge:
    durchschnittliche Verspätung 1 Minute 40 Sekunden. Nicht ein Zug, sondern alle unterwegs befindlichen Shinkansen im Zeitraum von 1 Jahr zusammen. Unpünktlichkeit sieht man dort als beschämende Nichtbefolgung der Dienstordnung, die mit persönlichen Entschuldigungen bei jedem Fahrgast, Gehaltskürzungen oder z. B. Kniebeugen auf dem Bahnsteig bestraft werden kann. „Zu früh abfahren“, 5 Sek. z. B., wird auch als Fehlverhalten gewertet. Sinkansen fahren alle 15 oder 30 Minuten (auf den Strecken festgestellt, die wir befahren haben). Technikbedingte Störungen gibt es sozusagen nicht. Reise inklusive einer reichlich gefüllten Bento-Speisebox und Getränk; unaufgefordert am Platz serviert. Lokführer, mit weißen Handschuhen, salutieren bei Ein- und Ausfahrt. Wer ganz vorne sitzt kann den Lokführer sehen. Der hat auch während der Fahrt festgelegte Bewegungsabläufe. Zeigt auf jedes Signal, deutet immer in der gleichen Reihenfolge auf Schalter seines Armaturenbretts. Z. B. neue anzustrebende Geschwindigkeit ansagen, auf den Fahrplan zeigen und dann auf den „Tacho“ zeigen. Ist die Geschwindigkeit erreicht, wird diese wieder angesagt, auf den Fahrplan gezeigt und dann wieder auf den „Tacho“ gezeigt.
    „Sprüche“ des Lokführers werden durch das Zugpersonal verbal bestätigt. Zugpersonal ruft mit Hand- und Körperbewegungen im Chor irgendwelche Kommandos oder gibt sich auch nur pantomimenartig. Zum Ein- und Aussteigen halten die Züge genau an auf dem Bahnsteig farblichen Markierungen. In Japan können die Passagiere sogar schon ordentlich ein- und aussteigen. Die Aussteigenden gehen alle links ab, die Einsteigenden warten in Schlange rechts innerhalb der farblichen Markierungen. Die Fahrgäste sind alle sauber gewaschen, Schmuddelkinder – außer Europäer – sieht man nicht. Ein-Aussteigen-Abfahrt in 1-2 Minuten erledigt. In Deutschland stauen sich die verblödeten Passagiere verklumpt im Türenbereich und blockieren alles. Standard-Ordinary Class = etwa zweite Klasse Bundesbahn, Bahnstrecke etwas unter 500km zwischen 90-160€ damals, Preis-/Streckensystem für mich nicht durchschaubar, Fahrkarten waren im Gesamtreisepreis enthalten. Fahrtdauer für etwa 500km etwa die Hälfte von der der DB. Wenn in Japan mal z. B. ein Bahnsteig, ein Weichenpaar oder eine Signalbrücke erneuert werden muss, so beginnen die Reparatur-/Bauarbeiten ab Betriebsschluss und enden vor Betriebsbeginn der Bahn und alles ist am Morgen wieder uneingeschränkt benutzbar.
    Dann der Kulturschock bei der Rückkehr in Deutschland:
    In Japan alle nett, hilfsbereit, alles sauber. In Deutschland miesgelaunte gleichgültig dreinschauende Hängefleppen, dumm glotzende Kuhaugen, Bahnhöfe und deren Umgebung oft verdreckt und beschmiert. Inkl. zwielichtiger Gestalten. Die S-Bahn ist dann auch noch verspätet und kann an zwei Bahnhöfen wegen Bauarbeiten nicht anhalten.
    Passt zum gesamten deutschen Staat.
    Was soll außerdem dabei herauskommen, wenn seit 1990 fünfzehn Verkehrsminister „gastierten“, bzw. verbraucht wurden? Antwort: Nur halbgares Gestümper.
    O.K., wir benutzen aus verschiedenen Gründen die Eisenbahn sowieso nicht mehr. Auch wollen wir nicht „hart gestreichelt“ werden.

    • Das hört sich an, wie aus einer anderen Welt, aus einer besseren Welt. Auch andere Länder, wie China, sind uns um Welten voraus.
      Armes Deutschland

      • Es ist aber nicht so einfach, mit Japanern Gespräche zu führen, die in Privat- oder Freizeitbereich übergehen. Die sagen eher wenig oder gar nichts dazu. Aus „Angst“ etwas falsches oder zu persönliches zu sagen und sich dadurch zu blamieren. Man muss erst einmal einen kennenlernen. Kontakte suchen, Fremde z. B. im Park ansprechen soll man nicht. In der Öffentlichkeit wird auch nicht auf den Straßen laut gejohlt, geschrien oder telefoniert, Handy lautlos stellen, Ohrhörer nutzen. In der Stadt geht man in der einen Richtung rechts in die andere sogesehen links. Und das klappt. Sonst kommt ein Polizist mit einem hochgehaltenen Ordnungsschild, wo grafisch dargestellt ist, wie man zu gehen hat. Damit es auch Touristen verstehen. Alle halten sich daran. Kein rempeln, drängeln, nichts dergleichen. Laut loslachen, knutschen, drücken in den Arm nehmen geht in der Öffentlichkeit überhaupt nicht. Anfassen verboten! Betrete nie Restaurants mit Straßenschuhen, es werden Pantoffeln gereicht. Für den Gang zum WC gibt es Toilettenschuhe. Sauberkeit ist da A+O. Geld (auch in Geschäften) in aufgestellte Schalen tun, nie dem Personal in die Hand drücken. Gebe NIE Trinkgelder, ist respektlos, schwere Beleidigung, alle Preisbestandteile, auch Service, eindecken usw. sind im Speisekartenpreis enthalten (so ist das eigentlich auch normal). Gilt auch bei Taxifahrten. Auf der Straße essen, kleckern und rumsabbern oder Nase trompetend putzen geht gar nicht. Eigenartigerweise gibt es aber auch an der Straße Speise-Automaten(reihen) mit riesiger Auswahl an heißen, kalten oder eiskalten Speisen. Nicht schon zwei Stunden dort liegend, sondern stets zeitnah zubereitet und ins Fach eingelegt. Teilweise kann man sich seine Essensbestandteile selbst am Automaten zusammenstellen (auch diabetiker- und allergikergerechtes Essen kann man sich zusammenmixen lassen bzw. wählen.). Gibt auch kaltes Essen, dass man sich selbst heissmachen kann, indem man an der Verpackung an einem Schnürchen zieht und irgendeine chemische Reaktion in einer natürlich abgeteilten Verpackungskammer auslöst. Suppen, warm gemacht im Automaten, gibts in Dosen, damit man nicht löffelnd herumschlabbern muss. Neben den Automatenreihen darf man dann eigenartigerweise danebenstehend in der Öffentlichketi essen.
        Am besten gucken, wie sich die Japaner verhalten. Plus lächeln und verbeugen. Unterhosen u. a. gibts auch am Automaten. Alles blinkt und leuchtet in bunten Farben, an Strom muss nicht gespart werden, kostet etwa die Hälfte verglichen mit dem Preis in D. „Teuflischer Atomstrom“.
        Organisierte/geführte Besichtigungen per Bus können ordentlich ins Geld gehen. Taxifahrer fragen, kann billiger sein. Wenn der sagt 50€ (umgerechnet), dann ist es für die vereinbarten Sehenswürdigkeiten egal ob die Rundfahrt mit Aussteigebesichtigungsstops inkl. Erklärung durch den den Fahrer 2 oder 5 Stunden dauert. 50 sind und bleiben genau 50. Hotels können sogar in zentraler Lage in Großstädten günstiger oder preisglich verglichen mit denen in D sein; natürlich nach oben hin unbegrenzt. Dafür ziemlich klein. Was da als 2-Sterne-Hotel läuft gleicht 4 Sternen in D. In punkto Sauberkeit 10 Sterne. Aber wir hatten all-inclusive. Auch westlich ausgestattete Hotels gibt es.
        Drogenkonsum in Japan??? Kann u. U. bis 5J. plus sehr deftige Geldstrafe (bei Cannabis-Eigenbedarf, auch wenn man bei Durchsuchung nur ein Mini-Krümelchen in der Hosentasche findet.) oder eine lebenslange Haftstrafe sein (bei Meth-, Kokain-Schmuggel, Dealerei, Verkauf an Minderjährige). Strafen bewegen sich im Regelfall im oberen Bereich des möglichen. Weniger zu verhängen, oder gar einen Freispruch des Angeklagten in Kauf zu nehmen, gibts da kaum. Richter und Staatsanwälte empfinden das nämlich als beschämend, weil sie sich als Verlierer des Prozesses sehen. Deswegen gibt es fette Strafen im oberen Bereich. Auch für Urlauber. Die sitzt man dann auch ab. (Stand so als Warnung in den Reisebegleitunterlagen.)

        Alles auch nicht ganz einfach für Europäer. Nach ein paar Monaten ist man womöglich ein nervliches Wrack. Alles dürften wir wohl auch nicht als „bessere Welt“ empfinden. Aber in welchem Land ist schon „alles besser“? In D jedenfalls nicht.
        Man muss ersteinmal begreifen, welcher Film da läuft. Aber 10 Tage überlebt man als Tourist gut und ist zufrieden. Freilich wird es auch negative Aspekte geben, die man aber als Tourist nicht mitbekommt.

  6. Japan ist weltberühmt für seine Selbstmorde insbesondere bei finanziellen Problemen, die immer als selbstverschuldet ausgelegt werden, siehe „suicide forest“—–soviel zum perversen Kapitalismus der in Japan zur teuflischen perfektion getrieben wurde, diabolismus in seiner reinsten Form, pfui Teufel

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