»Massenpsychologie und Ich-Analyse« (Freud) oder wenn der Wahn die Massen ergreift. Neunter Teil.

2025 06 17 sigmund freud

Allgemeiner Hinweis: Der folgende Text ist der 9. Teil einer Reihe von Texten, die nach und nach im Vordruck auf QPress.de in eine »Einführung in die Kritik der Psychoanalyse im Kontext des alltäglichen Nahbereichs« eingehen sollen. Die Kritik insgesamt wird in zwei Jahren in drei Bänden erscheinen. Die einzelnen Teile sind im Quellverzeichnis aufgeführt.

E9 Neigung zum strukturellen Desinteresse im Kontext einer »Institutionalisierung des menschlichen Gemüts«

Nicht nur die meisten Absonderungen ganz normaler Menschen, selbst die von sogenannten Experten des Innenlebens kranken daran, dass sie so gut wie keine Menschenkenntnis erkennen lassen. Als wäre man an Menschen nicht interessiert. Ich spreche indes von einem strukturellen Desinteresse in Anlehnung an den Begriff der strukturellen Gewalt,

»das im Gefühl nicht aufgeht. Das glauben wir (…) und fühlen doch nur uns selbst, um von unseren Gefühlen auf gleichgesinnte Gefühle anderer zu schließen, (…) so der Redner, der seine Zuhörer mit konservierten und glattgebügelten Wahrheiten beträufelt, vielleicht Marx-Weisheiten aus der Dose, um bewundert zu werden. Bleibt die Bewunderung aus oder kommt ein bisschen, vielleicht sogar ungerechte Kritik, reagieren glänzende Redner merkwürdig schmallippig. Sie fühlen sich (…) falsch verstanden. Unsinn. Es gibt ein strukturelles Desinteresse, ohne dass der Desinteressierte sein Desinteresse wahrzunehmen in der Lage wäre. Und das spürt der aufmüpfige Zuhörer. Noch ohne zu wissen, was das ist: strukturelle Gewalt oder strukturelles Desinteresse« (Witsch 2013a, S. 231).

Für meine Begriffe gibt es weitere Indizien, die sich in der alltäglichen Kommunikation niederschlagen. Sie lassen vermuten, dass nicht nur Psychoanalytiker oder Therapeuten sich nicht sonderlich für Menschen interessieren, weder für solche, die sie kennen, noch für solche, die sie nicht kennen, namentlich dann, wenn – wie im obigen Zitat zum Ausdruck kommt – in der Kommunikation Wohlverhaltensregeln »gefühlt« nicht beachtet werden, resp. negative Gefühle drohen, die dem jeweils anderen zur Last gelegt werden. Dann stirbt auch schon mal die Kommunikation vielleicht ja zu einem Zeitpunkt, wo sie interessant werden könnte.

Das schließt ein, dass Menschen sich generell nicht dafür interessieren, wie es um ihr Innenleben bestellt ist: wie und warum sie mental (psychisch) so und nicht anders disponiert sind, um ggf. zu gewahren, dass mit ihnen »etwas nicht stimmt«. Das glückt auf differenzierte Weise erst in einem sprachgestützten intersubjektiven Kontext, ohne dass dabei – ganz entscheidend – beteiligte Gesprächspartner im Gut-Böse-Schema aufgehen oder mentalisieren[1]; das hieße, den anderen ggf. behavioral zu bestrafen: den Austausch von Argumenten ausdünnen oder aus fadenscheinigen Gründen ganz abbrechen zu lassen, eben weil Gesprächspartner sich nicht wohl fühlen: mit negativen Gefühlen infolge von Kritik nicht gern umgehen. Das spräche dann dafür, dass ihnen zu wenig Überzeugendes einfällt, um auf Kritik nicht verunsichert zu reagieren, vielleicht ja, weil sie sich in ihrem Fach uneingestanden zu wenig zu Hause fühlen.

Das alles ist wie gesagt verbunden mit der Ausbildung negativer Gefühle, mit denen umzugehen Menschen seit ihrer Kindheit nicht »richtig« gelernt haben, sodass sie als Erwachsene zu wenig vertraut sind, mit ihnen umzugehen und dadurch ein konstruktives oder sozialverträgliches Verhältnis zu sich selbst und anderen Menschen vermissen lassen. In diesem Fall spielen Gefühle, so heißt es auch im Klappentext von (Witsch 2013a), keine

»tragende Rolle im Hinblick auf eine sozialverträgliche Ausbildung sozialer wie ökonomischer Strukturen«.

Das täten sie genau dann, heißt es weiter, wenn

1. es dem Subjekt gelingt, Gefühle als Ressourcen der Verständigung zu begreifen,
2. die Externalisierung des Gefühls[2] nicht nachhaltig scheitert: der externe Objektbezug des Gefühls gewahrt bleibt,
3. negative Gefühle nicht ausgegrenzt werden aus Verständigungsbemühungen und
4. bezugnehmend auf den zweiten Teil: die Mehrwertfähigkeit des Subjekts nicht mehr als das entscheidende Kriterium seiner sozialen Existenz gilt«.[3]

Freud beschrieb den eben erwähnten mental-sozialen Sachverhalt »kommunikativen Handelns« (Habermas), ohne die in der Anmerkung beschriebenen ökonomisch-systemischen Momente der Zerstörung einzubeziehen, die zwangsläufig mit der Zerstörung mentaler und sozialer Strukturen einhergehen; jene Zerstörungen gründen im Mehrwertproblem. Für sich genommen beschrieb Freud ihn allerdings nachvollziehbar, im übertragenen Sinn, mit seinen Worten (»Angstsignale« statt »negative Gefühle«) über weite Strecken auch korrekt, nämlich dass das Ich (als Teil des Innenlebens) Angstsignale generiere (Freud 1926, Kap. XI, S. 90), die, wie auch immer, entsorgt oder abreagiert wenn man so will: ruhig­gestellt – werden wollen, schon wenn Angstsignale, durch bestimmte Gesprächspartner ausgelöst, nur zu befürchten wären, bzw. noch bevor Angst sich »richtig« bemerkbar gemacht hätte. Dementsprechend heißt es in einer Anmerkung in (Witsch E7 2025/10/ 06), dass

»das Ich als aktive Instanz zur Erzeugung von Angstsignalen der Angst gleichsam eine Impfung verordnen würde, um durch einen abgeschwächten Krankheitsausbruch einem ungeschwächten Anfall [der Angst] zu entgehen« (Freud 1926, Kap. XI, S. 90).

Ein schönes Bild, das Freud allerdings nicht in alltäglichen Kommunikationssituationen, namentlich im alltäglichen Nahbereich aufgehen lässt, ohne zu beschreiben, auf welche Weise dieser das Innenleben für gewöhnlich nicht selten massiv – heute in wachsendem Maße – in Mitleidenschaft zieht. Werden Gespräche nämlich belanglos geführt, gar zwanghaft, zudem aus nichtigen Gründen vermieden oder verweigert, weil mit ihnen negative Gefühle zu befürchten wären, kann es zur Reflektion auch des eigenen Innenlebens zumindest nicht hinreichend kommen, dazu es ja erst kommt, wenn das Subjekt sich mit Konfliktpositionen (Kritik) durch andere konfrontiert sieht, die fremd anmuten mögen, um dann aber das (in sich) »gefühlt« Fremde dem Innenleben zu assimilieren, sodass Angstsignale mit der Zeit immer weniger – zumindest nicht zwanghaft oder zwangsneurotisch – ausgebildet werden müssen, die die Kommunikation ja behindern würden. Dann respektiert das Subjekt das Andersartige oder Befremdliche im eigenen Innenleben nicht, das der Gesprächspartner auslöst, und lernt nichts dazu.

Sich dem Befremdlichen nicht auszusetzen, also weniger als möglich zu lernen, widerfährt uns mehr oder weniger aktiv; aktiv, wenn der Gesprächspartner das Fremde (in sich) ausdrücklich nicht spüren will, im Sündenbock zwanghaft entsorgen muss; oder passiv, wenn er die Auseinandersetzung gar nicht erst sucht, weil nichts Gutes für den eigenen Gefühlshaushalt zu erwarten ist, selbst wenn es noch so Interessantes zu kommunizieren gebe.

Eine solche mentale Disposition der Kommunikationsverweigerung möchte ich als »unreflektiert« bezeichnen; dabei gerät das (eigene) Innenleben mehr oder weniger gewollt oder bewusst nicht in den Fokus des Interesses, und zwar wenn es nicht dazu kommt, dass es von einem quasi-unmöglichen Gesprächspartner (negativ) tangiert (berührt) wird; der Angesprochene also negative Gefühle quasi-vorhersehbar in sich erzeugt; so ich es mit Klaus-Jürgen Bruder oder wesentlich auffälliger mit meinem Schwager Wolfgang Detel erlebt habe. Anders als Bruder machte Detel allerdings nicht den geringsten Hehl daraus, wie er zu mir steht; ich möchte behaupten, er hasst mich; noch dazu aus nicht besonders überzeugenden Gründen, ich meine mental (psychisch) gestört, da er seinen Hass für gerechtfertigt hält, so er es in einer E-Mail zum Aus­druck gebracht hat (vgl. Kap. 12.h.7, S. 344).

Den Hass mag ich ihm ungerecht unterstellen; allerdings liegt die Beweisführung, dass er mich nicht hasst, ausschließlich bei ihm, der er leicht gerecht werden könnte, indem er die Kommunikation mit mir fortsetzt. Alles wäre gut. Tut er allerdings in diesem seinem Leben (Jahrgang 1942) wohl nicht mehr. Nicht schön, sein Leben so ausklingen zu lassen[4].

Dazu, die Kommunikation mit mir fortzusetzen, lässt es bislang auch Klaus-Jürgen Bruder, ungefähr genauso alt wie Detel, nicht kommen. Was es mit unserem Innenleben auf sich hat, lässt sich erst sagen, wenn er sie fortsetzt, er seine Menschenkenntnis in diesem Fall vielleicht bereichern würde. Die Chance nimmt er nicht wahr. Als würde er ewig leben, als gebe es vor dem Tod nichts zu bereuen; verdrängen wir im Dazulernen doch in gewisser Weise den Tod. Das wissen unsere Experten des Innenlebens anscheinend nicht.

Vielleicht dass Bruder und Detel nicht gewahren, dass man Menschenkenntnis in sich nur bereichert mit Menschen, die einem fremd: mental erkennbar anders disponiert sind, bzw. die zu erkennen geben, dass sie erkennbar anders »ticken«. Vielleicht dass Menschen im allzu fortgeschrittenen Alter mit sich abschließen in dem Sinne, dass sie immer weniger in der Lage sind oder Lust haben, Konfliktpositionen auszutragen? Ich weiß es nicht. Nun, aufgrund gewisser mentaler Unwägbarkeiten beschränke ich mich darauf, von nicht zureichender Reflektion zu sprechen, die für meine Begriffe nur im intersubjektiven Kontext sprachgestützter Kommunikation als hinreichend gelten kann, die ja nicht in eher belanglosen Unterhaltungen »übers Wetter« aufgehen.

In einem vergleichbaren Zusammenhang sagte ich an anderer Stelle, dass wir von interessanten Belanglosigkeiten buchstäblich umzingelt sind, auf die wir fokussiert sind, um von uns selbst abzulenken, um es in uns möglichst nicht zur Ausbildung negativer Gefühlen im Kontext von Konfliktpositionen kommen zu lassen.[5]

Freud spricht von einer (zwangs-) neurotischen Ausbildung von Angst­affekten in Abgrenzung zu solchen, die »normal«, mithin überlebenswichtig und deshalb »zwingend« auf eine reale äußere Gefahr hinweisen, zum Beispiel von einem bissigen Hund bedroht zu werden, solche Angstaffekte allerdings von innen kommen (gespürt werden), um das Ich in Alarmstimmung zu versetzen; während (zwangs-) neurotische Angstaffekte aus Motiven erfolgen, die eine reale äußere Gefahr nicht unmittelbar erkennen lassen, bzw. die es tatsächlich nicht oder nur »neurotisch« gibt: zum Bespiel Angst vor den Russen, sei es, dass sie es auf Nato-Länder wie Polen oder die baltischen Staaten, gar auf Deutschland abgesehen haben, nachdem sie den Krieg gegen die Ukraine gewonnen haben und dann ihren Hals nicht vollkriegen (TOnline 2025/11/08, Bittner 2025/11/08). Solche haltlosen, ich meine krankhaften Unterstellungen kolportieren sogenannte seriöse Print wie öffentlich-rechtlichen Rundfunk-Medien[6].

In diesem Zusammenhang bietet es sich an, von einer wahnhaften Neurotisierung der Öffentlichkeit bzw. ganzer Gruppen bis hin zum gesellschaftlichen Ganzen zu sprechen, von einem Wahn, der, wie schon unter Hitler, »die Massen ergreift«, das heißt Menschen, die sich von der veröffentlichten Meinung zwanghaft einvernehmlich angesprochen fühlen wollen, weil sie sich nicht vorstellen möchten, nicht in der besten aller möglichen Welten zu leben, einer solchen, die es mit »ihren« Menschen nicht gut meint, sodass sie sich dann – oh Schreck – nicht mehr beschützt fühlen können. Dann bilden sich zwanghafte Ängste vor sogenannten Querdenkern aus, die man als von Moskau (fern-) gelenkt ansieht, mit denen man dann vorsichtshalber nichts zu tun haben möchte, wie damals im Dritten Reich mit Juden oder Kommunisten, um nicht selbst ins Fadenkreuz von Polizei und Geheimdiensten zu geraten. Dazu heißt es in (Gfp 2025/10/30) unter der Überschrift »Kriegstüchtige Geheimdienste« unter anderem, dass Kritiker der Ukraine-Politik der Bundesregierung schnell

»unter Generalverdacht gestellt werden, Agenten der russischen hybriden Kriegführung zu sein. Mit dem Diskurs um die hybride Kriegsführung verwischen Geheimdienstler, Medien und Politiker nicht nur die Grenze zwischen Kritikern der deutschen Regierung und Agenten Russlands, sondern auch die Grenze zwischen Krieg und Frieden«.

Wir haben es hier in der Tat mit einer systematisch erzeugten Neurotisierung der Gesellschaft – sozialer Strukturen – zu tun, vielleicht ja tatsächlich bald mit einem »Wahn, der die Massen ergriffen haben könnte«; dann nämlich, wenn (Wahrnehmungs-) Störungen bei zu vielen Menschen sich verselbständigen, um dann zu ausgewachsenen Hasstiraden zu mutieren, in denen sich unangenehme Angstaffekte auflösen, für die es natürlich ein Abnehmer oder Sündenbock bedarf, um Angstaffekte abzureagieren, zu entsorgen oder ruhig zu stellen, tatsächlich aber zu Lasten harmloser Andersdenkender, so etwas bei Detel zu beobachten ist, der sich in Bezug auf meine Person in beispiellosen Hasstiraden ergeht, weil ich mit der regierungsamtlichen Meinung zum Beispiel eines Christian Drosten nicht übereinstimme, derzufolge die mRNA-Impfung gegen Covid-19 unproblematisch sei (vgl. Kap. 12.h.7, S. 344f).

Jene Hasstiraden legen eine eklatant mangelnde Gefühlskontrolle bei Detel nahe, man möchte meinen, Ansätze einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, die zwar medizinisch indiziert, also psychisch als gestört gilt, eine psychische Störung Detel bei sich freilich nicht sehen würde, obwohl sein Hass nahelegt, dass sie bei ihm ausgeprägt ist.[7]

Nun sind Klaus-Jürgen Bruder, was sein Beruf als Psychoanalytiker mit sich bringt, psychische Störungen allzu bekannt, sodass er sich zu lautstarken Auffälligkeiten mir gegenüber nicht hinreißen lässt, halt wie es sich für einen ausgebildeten Psychotherapeuten gehört, der seine Gefühle unter Kontrolle hat. Er mag sogar eine geistige Verbundenheit zu mir verspüren, fast hätte ich gesagt, wie zu einem Analysanden, freilich ohne Neigung, sich einer Supervision zu unterziehen, um in sich zu ergründen, was es mit seinen Empfindungen zu mir – und damit seinem Innenleben – auf sich hat, seine Empfindungen sich ja nach Jahren der Kommunikation mit mir so entwickelt haben mögen, dass sie es für ihn gerechtfertigt erscheinen lassen, mit mir kein Wort mehr zu wechseln. Sie zeugen vielleicht von einer merkwürdigen Form der Verdrängung, die sich – wie schon bei Freud zu vermuten – dadurch auszeichnet, »Konfliktpositionen regressiv (realitätsphobisch) [zu] verarbeiten« (Witsch E4 2025/08/24), wenn auch nicht dem Augenschein nach; ich denke, eine mentalen Störung im Kontext ihrer Normalisierung, kaum erkennbar, wenn sie sich in den meisten Menschen »unproblematisch« auslebt, vielleicht in Gestalt einer Berufskrankheit, die darin besteht, das eigene kommunikative Handeln während einer psychoanalytischen Kur auf den Alltag oder privaten alltäglichen Nahbereich allzu sehr zu übertragen, im Privaten es analytisch eigentlich weniger zwanghaft professionell oder institutionalisiert zugehen sollte, wie schon an anderer Stelle gesagt: im Sinne einer »Institutionalisierung des menschlichen Gemüts« (Kap. 13).

Warum nicht einräumen, dass man als praktizierender Psychoanalytiker überfordert ist? Um das zu verhehlen, sagt Klaus-Jürgen Bruder etwas von oben herab, er habe es »nicht nötig«, auf meine Aufgeregtheiten zu reagieren, mit denen ich ihn schließlich nicht zu Wort kommen lasse.

Dummes Zeug. Für mich transportiert Bruder mentale Defizite im Kontext einer »Institutionalisierung des menschlichen Gemüts«, seines Gemüts, die jeder insbesondere durch seinen Beruf mit sich bringt, indes oftmals stärker ausgeprägt ist, als es das Berufsleben verlangt, um die wir in der Tat bis zu einem gewissen Grad nicht herumkommen, um ein Leben in Massengesellschaften zu ermöglichen (Kap. 13, S. 18), fragwürdig erst dann, wenn sie sich verselbständigt, noch dazu dort überhandnimmt, wo Menschen privat bis in den Intimbereich miteinander verkehren, weil der Sozius nicht in der Lage ist, sie in sich selbstkritisch zu reflektieren[8], vielleicht ja auch Klaus-Jürgen Bruder nicht aufgrund seiner jahrzehntelangen Sozialisierung als Professor der Psychologie, in die auch noch so etwas wie Ehre und Stolz im Hinblick auf das, was man ein Lebenswerk nennen könnte, eingelassen ist. Keine gesunde Mischung, das alles.

Ich spreche in (Kap. 13) von »Institutionalisierung des menschlichen Gemüts«, die zu reflektieren oder zu verarbeiten die meisten Menschen unabhängig vom Bildungsstatus kaum in der Lage sind, zumal wenn Konflikte und Spannungen in der Gesellschaft zunehmen, so Detel es in seinem hermeneutischen Hauptwerk »Geist und Verstehen« (Detel 2011) nahe­legt, das überdies zur erzieherischen Befestigung seines institutionalisierten Gemüts zirkelschlüssig beiträgt (vgl. Witsch 2013a, S. 138 – 147); im Grunde wie bei Freud »realitätsphobisch« motiviert (vgl. Witsch E2 2025/09/10, E3 2025/09/10).

Dass Bruder nicht anders motiviert ist, lässt er erkennen, wenn er sagt, er habe es nicht nötig, sich von mir in einer bestimmten Weise sozusagen »angemacht« zu fühlen. Sein Pech, dass ich anders fühle als er, er nicht wusste, auf wen er sich eingelassen hat, als er mich vor mehr als zehn Jahren kennen gelernt hat, es ihm einfiel, mich für die Kongresse der »Neuen Gesellschaft für Psychologie« (NGfP)[9] zu erwärmen, natürlich weil er sich durch meine Texte angesprochen fühlte, die zum großen Teil in meine Bücher zur »Politisierung des Bürgers« (Witsch 2012, 2013, 2013a) eingegangen sind. Ich habe mich eher widerstrebend auf seine Kongresse eingelassen, sparte schon auf dem ersten von mir besuchten Kongress nicht mit Kritik an Referenten und ihren Vorträgen, die sich über drei Tage für mich ganz und gar unerträglich hingezogen hätten, wenn ich über die drei Tage geblieben wäre. Ich blieb immer nur den einen Tag, an dem ich referierte.

Doch schon zuvor, in (Witsch 2009), sparte ich keineswegs mit Kritik am Bürger generell, der für mich nicht nur Opfer sozialer und ökonomischer Strukturen ist, sondern heute immer erkennbarer sowohl Täter gegen andere Menschen als auch gegen sich selbst ist. Bruder hätte also schon früh mit ein wenig Menschenkenntnis wissen können, dass er früher oder später mit seinen Absonderungen in Reden, Texten und Büchern auch Gegenstand der Kritik von mir sein würde, und dass ich dazu neige, kein Blatt vor den Mund zu nehmen (Friedrich Merz, die Drecksau). Auch wenn ich einen klaren Unterschied sehe zwischen Merz und Bruder. So auch zwischen Merz und Rainer Mausfeld, den ich ebenfalls seit Jahren kritisiere. Zuletzt in einem Beitrag an den »Offenen Verteiler« (Witsch 2025/10/26).

Doch besagen mentale Differenzen für sich genommen nicht viel, zumindest im Hinblick auf Mausfeld und Bruder, die wie ich im fortgeschrittenen Alter mentalisieren, das ihnen kaum mehr Zeit bietet, sich merklich zu ihrem Nachteil oder Vorteil zu ändern, zum Nachteil, wenn sie das System, in dem wir leben, geradezu dem Augenschein nach zu legitimieren suchen, wie Wolfgang Detel es in seinem Spätwerk (Detel 2011) ganz und gar unerträglich macht (vgl. Witsch 2013a, ab S. 69), während Mausfeld und Bruder es viel weniger auffällig, also indirekt, legitimieren, sozusagen ohne zu wissen, was sie tun; ohne zu gewahren, dass das System Kritik braucht, um seine Grausamkeiten quasi-legitimiert an Menschen ausleben zu können (siehe gleich zu Beginn in Witsch E7 2025/10/06).

Unser Wendehals Gregor Gysi weiß allerdings genau, was er tut. Das haben wir mit ihm über einen längeren Zeitraum von 20 Jahren erleben können, nachdrücklich seit der Neugründung der Partei »Die Linke«, dass und wie man über einen längeren Zeitraum sich ändern kann. Gysi wörtlich: Mit Putin sei er fertig, ein für alle Mal. Der Satz sagt alles: er hängt sein Fähnlein nach dem Wind, um seine Zugehörigkeit zur veröffentlichten Meinung nicht aufs Spiel zu setzen.[10] Oskar Lafontaine hätte das damals, vor 20 Jahren, mit nur ein wenig Menschenkenntnis erkennen können, wenn er mental nur merklich anders als Gregor Gysi disponiert wäre. Ist er nicht. Er engagierte sich damals in der WASG (der auch ich angehörte) im Bestreben, sie soll zusammen mit der PDS in der (neuen) PDF aufgehen, zusammen mit ihm und Gysi an der Spitze. Nur dass Gysi und andere Karrieristen ihm »über waren«.

Anmerkungen
[1] Zum Mentalisierungs-Begriff vgl. Kap. 1.1, S. 2f: »Störfall oder das Zeichen will nichts mehr bedeuten«.
[2] »Externalisierung des Gefühls« bedeutet, dass Gefühle auf Objekte außerhalb des Innenlebens verweisen. Das tun sie nicht zureichend, wenn zum Beispiel die Liebe zu einem Menschen davon abhängt, dass dieser die Liebe zu einer Verheißung teilt, die sich von einem charismatischen Führer repräsentiert sieht; oder die Liebe geht in bestimmten Vorstellungen auf, wie es um die soziale Realität bestellt ist: so und nicht anders, sodass die innere Vorstellung von einem Etwas in der Welt zwanghaft als identisch angesehen wird mit dem äußeren vorgestellten Etwas; das geschieht für meine Begriffe mental gestört im »Modus psychischer Äquivalenz« oder »projektiven Identifizierens« (vgl. Kap. 1.1, S. 2f: »Störfall oder das Zeichen will nichts mehr bedeuten)«.
[3] Ist das Subjekt nicht (mehr) mehrwertfähig, gehört es – frei nach Marx – aus der Perspektive des Kapitals im Müll entsorgt. Dort endet zwangsläufig jede konstruktive oder sozialverträgliche Kommunikation, bei unseren Eliten ohnehin, die, anstatt Mehrwert zu erzeugen, ihn einfach nur dysfunktional (sinnlos) verprassen, vor allem in der Produktion zahlreicher Kriege, sinnloser Bürokratien etc., also in wachsendem Maße gegen den Bürger gerichtet. Am Ende eines Produktionszyklus’ gibt es dann keinen Mehrwert mehr, der zurück in die Produktion fließen oder einen neuen Produktionszyklus eröffnen kann; sodass die Produktion dann nur noch belebt werden kann mit wachsenden Schulden auf einer nach oben offenen Richterskala; eben ohne Mehrwert, dafür mit ad infinitum wachsenden Schulden. Siehe Witsch 2012, S. 37. Dort heißt es zusammengefasst kurz und bündig, die »Schuldenfalle (…) gibt es, weil wir im Kapitalismus ein Mehrwertproblem haben, das mit wachsenden Schulden eine Zeitlang verleugnet werden kann«.
[4] Ich muss an dieser Stelle einmal mehr betonen, dass Hass in meinem Leben keinen Platz (mehr) hat. Selbst gegenüber Friedrich Merz nicht, den ich auch schon mal als Drecksau bezeichnet habe, ich meine begründet, wenn man bedenkt, wie er mit den Verlieren der Gesellschaft umgeht. In einer Phönix-Sendung (vom 13.07.2008) sagte er vor Hauptschülern, sie müssten »sich auf ein Leben in Armut einrichten«, wenn sie sich in der Schule nicht anstrengen würden. Dazu sagte ich: »Eine Unverschämtheit, die den Schüler nicht ernst nimmt, und die überdies von der eigenen Unfähigkeit ablenkt, soziale Strukturen zureichend wahrzunehmen und zu analysieren – als Voraussetzung, sie tragfähig und nachhaltig zu produzieren« (Witsch 2009, S. 27), dazu er, wie er heute als Kanzler zeigt, komplett nicht in der Lage ist. Kein Grund, ihn zu hassen. Das schließt ein, Versöhnung muss jederzeit möglich sein, selbst mit Friedrich Merz, der uns mit seiner Hochrüstungspolitik und seiner Russenphobie in den Abgrund treibt.
[5] In (Kap. 1.2, S. 10ff: »Begreifen, was man sagt«) frage ich: »wer mag ihn schon, den untergründig drohenden oder offen gewalttätigen Konflikt. Also reden wir über Belang­losigkeiten – zum Beispiel darüber, dass wir alle aus dem Urschlamm kommen, um (als Menschheit) nach ganz oben aufzusteigen. Das erzeugt bei vielen Hochgefühle – autoerotisch: wir dürfen ’stolz‘ sein, Mensch zu sein, über den Tieren zu stehen. Nur dass daraus im Hinblick auf die Lösung von ’realen‘ sozialen und ökonomischen Problemen nichts folgt. So will man es. Deshalb sind wir von ’interessanten‘ Fragen umzingelt, aus deren Beantwortung nichts folgt, die für Marx in sich ’ihre eigene Verneinung‘ enthalten (Marx 1858, S. 46). Die Antwort auf eine prätentiöse, sich selbst beweihräuchernde, mit Bedeutung aufgeblähte Frage könne, so Marx weiter, ’oft nur in der Kritik der Frage bestehn und oft nur gelöst werden, indem die Frage selbst verneint wird‘ (ebd). So reagierte Marx auf die Frage, ob die Abschaffung der Goldbindung (einer Währung) zur Lösung der Probleme der Kapitalverwertung beitragen könnte«.
[6] Zuweilen mag es so scheinen, als bröckelten bellizistischen Narrative im Westen, zum Beispiel bei (Lanz 2025/10/23). Dort diskutierte er mit Georg Mascolo (bis 2013 Chefredakteur des Spiegel) und Katja Gloger über »Versäumnisse der deutschen Russlandpolitik der letzten Jahrzehnte« (siehe insb. Min. 42 bis Min. 53), sodass man meinen könnte, der Westen sei für den Ukrainekrieg verantwortlich. Nur dass Lanz und seine beiden Gäste dennoch nicht dazu neigten, die aktuelle Russenphobie und Kriegspolitik der Regierung Merz massiv zu kritisieren, als sei die Merz-Politik dennoch, wenn auch unausgesprochen, irgendwie gerechtfertigt; ein verzeihbarer Fehler. Schließlich ist Putin ein Autokrat und wir leben in einer Demokratie, in der man schließlich zur besten Sendezeit seine Meinung frei äußern darf. Dass so etwas an der bellizistischen Hochrüstungspolitik nicht das Geringste zu ändern vermag, haben wir schon im Zusammenhang mit Richard David Prechts Fernsehauftritt (bei Maischberger) diskutiert. Das System brauche kritische Geister, die es in sich scheinhaft legitimieren (Witsch 2025/10/26), damit es sein Werk in den Abgrund umso grausamer durchzusetzen in der Lage ist.
[7] Zum Phänomen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung vgl. Kap. 1.1, S. 2f: »Störfall oder das Zeichen will nichts mehr bedeuten«.
[8] Vgl. Kap. 13.3.2, S. 16 – 19: »Entfremdung – eingelassen in den Begriff der Institution in Selbstliebe oder Selbstgerechtigkeit«.
[9] In (Bruder 2023/03/18) lässt Klaus-Jürgen Bruder »das Wirken der Neuen Gesellschaft für Psychologie« in den letzten 12 Jahre Jahren ziemlich schönfärberisch Revue passieren. Für meine Begriffe ist es weniger interessant, dass die NGfP in den letzten 12 Jahren richtig lag, sozusagen im Gegenstandsbezug, den ich ohne Weiteres mittragen kann; vielmehr interessieren mich analytische Schwächen vor dem Hintergrund, dass eine zureichende Analyse allein im Gegenstandsbezug nicht aufgeht. Tut sie das, ist ihr geistiger Tod nur eine Frage der Zeit, wie wir es auch mit Politikern, zum Beispiel mit Gysi, erlebt haben. Sie sind eloquent ohne jede Substanz.
[10] In einem Artikel beschreibt Torben Botterberg die Verlogenheit eines Gregor Gysi. Auf einem Bild mit satirischem Einschlag steht unter dem Titel »Es wird immer bunter« geschrieben (Gregor Gysi von QPress.de »in den Mund gelegt«): »Nun, wenn humanitärer Krieg der unbedingte Wille der Mehrheit ist, können wir uns dem natürlich nicht verschließen, wenn wir mitregieren wollen! Aber ein Mindestsold von 10 € die Stunde muss schon drin sein, auch für Kindersoldaten« (Botterberg 2013/10/19).

Quellen
Bittner, Wolfgang (2025/11/08). Diese Russen wollen unsere Kohle. Verlag: RtDe
Detel
, Wolfgang (2011). Geist und verstehen. Frankfurt/Main. Vittorio Klostermann-Verlag.
Gfp (2025/10/30). Kriegstüchtige Geheimdienste. Frankfurt/Main. Vittorio Klostermann-Verlag.
Lanz, Markus (2025/10/23). Über die Versäumnisse der deutschen Russlandpolitik der letzten Jahrzehnte.
Marx, Karl (1858). Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. Rohentwurf. Berlin. Dietz-Verlag (zitiert nach der Ausgabe von 1974, 2. Auflage).
TOnline (2025/11/08). Putins Armee „weiterhin stark“. General: Russland kann Nato schon jetzt angreifen.
Witsch, Franz (2012). Die Politisierung des Bürgers. Beiträge zur Wahrnehmung und Produktion sozialer Strukturen. Zweiter Teil: Mehrwert und Moral. Norderstedt. Verlag: BoD (zitiert nach der Ausgabe von 2017).
Witsch, Franz (2013). Die Politisierung des Bürgers. Beiträge zur Wahrnehmung und Produktion sozialer Strukturen. Dritter Teil: Vom Gefühl zur Moral. Norderstedt. Verlag: BoD (zitiert nach der Ausgabe von 2017).
Witsch, Franz (2013a). Die Politisierung des Bürgers. Beiträge zur Wahrnehmung und Produktion sozialer Strukturen. Vierter Teil: Theorie der Gefühle. Norderstedt. Verlag: BoD (zitiert nach der Ausgabe von 2015).
Witsch, Franz (2025/07/13). E1 Leerbegriffs-Psychoanalyse ohne Realitätsbezug. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/07/29). E2 Zirkelschluss-Analyse oder wie es die Psychoanalyse (Freud) schafft, den Realitätsbezug aufzulösen. QPress.de.
Witsch, Franz (2025/08/10). E3 Realitätsphobien, eingelassen in die Psychoanalyse sowie Sozialtheorien (Detel, Habermas, Bruder, etc.) generell. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/08/24). E4 Konfliktpositionen regressiv (realitätsphobisch) verarbeiten. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/09/11). E5 Mit Abreaktionen Zugehörigkeitsbedürfnisse ausleben. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/09/23). Rührseligkeiten oder wie Politik sich entkriminalisieren lässt. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/09/27). E6 Zum Begriff der Empathie in scharfer Abgrenzung zum Begriff des Mitleidens. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/10/06). E7 »Skotomisation« (Freud 1926, S. 86) oder wie Menschen ihre Existenz dystopisch verdunkeln. Verlag: QPress.de.
Witsch, Franz (2025/10/20). E8 Sozialtheorien als Totengräber des Sozialen. Verlag: QPress.de
Witsch, Franz; Kahrs, Wilfried (2022/04/30). Erstes Gespräch vor der Kamera.

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Über Franz Witsch 42 Artikel
Franz Witsch, geb. 1952, lebt in Hamburg und ist Lehrer für Politik, Geografie und Philosophie. Zwischen 1984 bis 2003 arbeitete er in allen Bereichen der freien Wirtschaft als Informatiker und Unternehmensberater. Heute schreibt er sozialphilosophische Texte und Bücher.

5 Kommentare

  1. Alexander Gauland hat wegen der AfD alle seine Freunde und sogar Familie verloren, siehe:

    https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_100982756/alexander-gauland-habe-wegen-afd-praktisch-alle-freunde-verloren-.html

    Soviel zur Funktion der AfD/Trump/MAGA: mit extremen Ansichten das Volk/Familien zu spalten, z.b. ich kann doch nicht von heut auf morgen meine kompletten Ansichten zum fkk-strand ablegen nur um nicht von der dorfmafia/AfD verstoßen zu werden, d.h. mein ganzes Leben in Frage stellen, nur weil es wiedereinmal In ist Prüde zu sein, dieser Kadavergehorsam ist das Grundübel der Erdenwürmer, sie wollen sich nicht ständig mit den Machthabern anlegen und geben einfach auf, so wie niederträchtige/läufige Hündinnen, ganz zu schweigen von dem Verrat an den standhaften fkklern-mit gezieltem nachstellen und auflauern-zu destabilisieren——diesen Verrat kann man nicht vergessen/vergeben und deshalb ist der Abbruch dieser sogenannten toxischen Beziehung die ultimative Lösung zu unüberwindlichen Ansichten/Haltungen der Nazis

  2. So wie der Mensch augenblicklich beschaffen ist mehrheitlich in Sachen Handlungsmotivation, Selbstbild und sozialer Interaktion, kommt er nicht aus sich chronisch wiederholendem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kollaps heraus. Siehe die aktuelle Überverschuldung und anziehende Inflationierung (als Folge von Produktivitätszuwächsen — von ironischerweise Steigerungen des potentiellen gesellschaftlichen Reichtums). Wird schlicht, aber höchst energisch ausgeblendet.

    Es macht sich, wer sich dem stillen Konsens des großen Schweigens widersetzt, nicht beliebt. Am Ende gewinnen die drei Affen, und ein jeder hofft still für sich, die nächste große Katastrophe einigermaßen unbeschadet zu überstehen, und daß es danach schon irgendwie weitergehen wird.

    Verständlich, daß mitspielt, wer Status/Ansehen bzw. noch ein Auskommen hat. (Sogar Giorgio Agamben ist in Sachen C-Kritik zurückgerudert!)

    Ja, blödes Spiel das alles, aber erfreut sich ungebrochener und größter Beliebtheit. Wird wohl noch einige Jahrhunderte so weitergehen.

    Einzige Hoffnung, daß es blöder und immer blöder werden wird, und eines Tages dann so sehr blöde, daß es selbst den Allerblödesten zu blöd wird. So etwa meinte ja schon Nietzsche.

    • So in etwa, liebe #UnbetreutDenken, sehe ich die Entwicklung frei nach Nietzsche auch. Es geht ungebremst abwärts. Kaum etwas zu machen. Und die meisten, auch viele „da unten“, machen mit, sich gegenseitig fertig. Versumpfen im Kontext von „Teile und herrsche“. Politisch meist rechts positioniert. Da kann man sich ganz schön einsam fühlen; denn die Linke ist mittlerweile komplett verbrannt. Dass „rechts“ (AfD) keine Alternative ist, will den Leuten nicht in den Kopf. Vielleicht dass sie nicht wagen, der Hoffnungslosigkeit ins Auge zu blicken?

      • #Franz Witsch — Ja, es geht den Rechten noch viel zu gut! Doch nicht nur den Rechten, allen Parteigläubigen.

        Ein bißchen sehr hoffnungslos das mit den Jahrhunderten, ja! Aber angesichts des Ausmaßes der Verliebtheit in Blödheit nur realistisch. Ohnehin ist die Show bereits gelaufen, die digi-totale Weltregierung ist nicht mehr aufzuhalten.

        Ohne letztere aber würde es nichts mehr zu hoffen geben für Jahrtausende. Die Menschheit würde sang-, klang- und so gut wie restlos kollabieren. So wie es jetzt kommt, hat die Menschheit aber noch die Chance, nicht total abzuschmieren. Und je mehr Menschen und je länger diese sich quälen müssen werden in der schönen neuen Welt, um so besser. Erst wenn es auch für den letzten schließlich überhaupt nicht mehr lustig sein wird, werden die richtigen Fragen und Antworten aufs Tapet kommen. Wobei es nicht um schwierige oder gar komplizierte Dinge geht. Einfach nur gucken und Köpfchen benutzen. Kann ja nicht so schwer sein. Eigentlich.

        Um so wichtiger, gehörigen Spaß zu haben in den vor uns liegenden Jahrhunderten von Mangel, Not, Elend, Leid und Tod. Denn ob Links, Rechts oder Mitte, alle doof. NEIN, nicht böse, viel schlimmer: doof. Siehe hier:

        Woher eigentlich der Drang nach Erlösung? Nun ja, es gibt da ein Problem mit dem Leib. Fängt an schon mit dem CO2 beim Ausatmen.

        Wie geht das eigentlich mit der Erlösung vom sündhaften Leibe? Bei den Katholiken gibt’s Erlösung durch „Glaube UND Werke“ (Werke = die heiligen Sakramente). Bei den Lutheranern sodann drastische Kostensenkung, Rationalisierungsmaßnahme, es geht immer noch billiger: „Erlösung allein durch den Glauben“. So dekretierte Luther.

        Doch die frommen Werke ganz wegrationalisiert haben diese feigen Protestanten nicht. Neben der Taufe blieben, wenn auch auf ein Minimum reduziert, Kommunion/Konfirmation und Kirchgang.

        Und wie nun sieht die Erlösungslösung für die sündhaften Leiber von Linkssünderlein aus. Die ist selbstverständlich links bzw. radikal laizistisch: Erlösung vom sündhaften Leibe allein durch Glauben an die Staats- und Parteiführung bzw. durch einen Pieks und nachher eine Bratwurst.

        Doof!

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