Ein Vorstoß mit Signalwirkung
Bodo Ramelow, ehemaliger Ministerpräsident Thüringens und aktuell Bundestagsvizepräsident (Linke), fordert eine neue Nationalhymne und stellt sogar Schwarz-Rot-Gold zur Debatte. Als Begründung verweist er auf ein verbreitetes Fremdeln vieler Ostdeutscher mit Hymne und Flagge. Sein Vorschlag: die „Kinderhymne“ von Bertolt Brecht zur Abstimmung stellen. Der Vorstoß zielt ins Herz der politischen Kultur und trifft eine Stelle, an der die bundesdeutsche Selbstgewissheit dünn geworden ist.
Die Kinderhymne als verbindende Erzählung
Ramelows Argument ist einfach: Die „Kinderhymne“ hat einen inklusiven, zukunftsgewandten Text. „Dass ein besseres Deutschland blühe“ – die Formulierung lädt ein, statt auszugrenzen. Sie transportiert Demut, nicht Triumph; Verantwortung, nicht Selbstüberhöhung. Wer über Identität spricht, braucht Bilder, die verbinden. Brechts Zeilen könnten genau das leisten: eine geteilte Vision, die weder nostalgisch verklärt noch national aufgeladen ist. Dass Ramelow die aktuelle Hymne nach eigenem Bekunden „mit Begeisterung“ mitsingt, unterstreicht: Es geht ihm nicht um Abriss, sondern um Erweiterung des Gemeinsamen.
Das Ost-West-Gefälle der Gefühle
Der Hinweis auf das Unbehagen vieler Ostdeutscher ist mehr als Folklore. Symbole sind Speicher von Erfahrungen. Für manche steht die Hymne – trotz ihrer historischen Läuterung – für einen westdeutsch geprägten Nationenbegriff, der die Nachwendebiografien lange nur am Rande kannte. Das betrifft nicht die Verfassungstreue, sondern die emotionale Anschlussfähigkeit. Wer diese Leerstelle benennt, tastet nicht an Grundfesten, sondern öffnet einen demokratischen Resonanzraum. Insofern ist Ramelows Initiative eine Einladung: mitreden, mitentscheiden, mitfühlen.
Schwarz-Rot-Gold: Banner der Freiheit – und Projektionsfläche
Noch heikler erscheint die Flaggenfrage. Schwarz-Rot-Gold steht als Traditionslinie gegen autoritäre Herrschaft vom Vormärz über die Weimarer Republik bis zur Bundesrepublik. Zugleich blieb die Flagge Projektionsfläche: mal staatsfern und sperrig, mal in Fußballsommern ausgelassen umarmt, zuletzt von Nationalisten vereinnahmt. Ramelows Vorschlag, auch die Farben zur Abstimmung zu stellen, provoziert und ist gerade deshalb nützlich. Denn demokratische Loyalität wächst nicht aus Tabus, sondern aus geteilten Bedeutungen. Eine offene Debatte könnte die Flagge entgiften, ohne ihre Geschichte zu entsorgen.

Artikel 146: Der hohe Pfad der Legitimation
Bemerkenswert ist der verfassungsrechtliche Rahmen, den Ramelow skizziert: Er verweist auf Artikel 146 Grundgesetz, der eine neue, vom Volk beschlossene Verfassung vorsieht. Das ist ein steiler Pfad – juristisch wie politisch. Eine Volksabstimmung über Hymne und Flagge ließe sich auch ohne große Verfassungssymphonie denken, etwa per Bundesgesetz oder konsultativem Referendum. Doch der Hinweis setzt ein Zeichen: Symbolfragen sind keine Nebensache, sie berühren das Selbstverständnis der Republik. Wer die großen Register nennt, würdigt die Tragweite.
Risiko der Überhitzung – Chance der Klärung
Gegner des Vorstoßes werden von Symbolstürmerei sprechen: Neues Lied, neue Farben – was kommt als Nächstes? Die Gefahr der Überhitzung ist real. Identitätspolitik entzündet schnell Kulturkämpfe, in denen historisches Wissen verkürzt und Emotionen instrumentalisiert werden. Gerade deshalb braucht es ein Verfahren, das kühlt: transparente Bürgerbeteiligung, historische Aufklärung, künstlerische Wettbewerbsoffenheit. Ein mehrstufiger Prozess – Anhörung, Kommission, Bürgerräte, Abstimmung – könnte Streit kanalisieren und Mehrheiten tragfähig machen.
Kultur statt Kulisse: Was eine Hymne leisten muss
Eine Hymne ist kein Jingle. Sie muss erinnern, ermutigen, trösten, ohne zu dröhnen. Das „Lied der Deutschen“ erfüllt das für viele – getragen vom dritten Vers, historisch umgedeutet, demokratisch gefasst. Doch Kultur ist lebendig. Wenn die „Kinderhymne“ erprobt würde – in Schulen, bei Gedenktagen, in Vereinen –, entstünde Praxis statt Dekret. Vielleicht bliebe am Ende alles beim Alten, aber reicher begründet. Vielleicht entdeckte das Land eine neue gemeinsame Tonlage: leise, verbindlich, zukunftsfreundlich.
Ein demokratischer Stresstest
Ramelows Anstoß ist weniger Attacke als Stresstest: Wie streitfähig ist die Republik, wenn es ans Emotionale geht? Kann sie Differenz aushalten, ohne in Lager zu zerfallen? Die Antwort liegt im Verfahren. Wer Beteiligung ernst nimmt, stärkt die Identifikation – unabhängig vom Ergebnis. Und wer historische Brüche anerkennt, beleidigt nicht die Gegenwart, sondern nimmt sie ernst.
Mut zur Reifung
Symbole altern. Manche würdevoll, manche schmerzhaft. Die Bundesrepublik hat ihre Zeichen entgiftet und eingeordnet – ein zivilisatorischer Gewinn. Jetzt schlägt Ramelow vor, sie erneut zu befragen. Das ist kein Misstrauensvotum, sondern ein Reifetest. Ob „Kinderhymne“ oder „Einigkeit und Recht und Freiheit“, ob Schwarz-Rot-Gold oder eine bekräftigte Palette: Entscheidend ist, dass die Bevölkerung mitsprechen darf. Denn am Ende trägt, was wir gemeinsam tragen wollen. Die Republik könnte dabei etwas lernen, das keine Hymne je besingen kann: Souverän ist, wer Zweifel aushält – und dennoch singt.


Der Rassismus der Deutschen wurde nie überwunden, weil alle Völker irgendwie/bis zu einem gewissen Grad nationalistisch/rassistisch sind, erst wenn das weltweite perverse Profitsystem überwunden wurde, gibt’s auch kein Rivalität/besser höher schneller sein zu wollen/zu müssen, dann sind alle Völker gleichwertig und vermischen sich, dann erübrigt sich auch eine Nationalhymne–-we shall overcome we shall overcome
Ramolow ist ein Alt Stalinist und hätte nie den Fuß in ein Parlament setzen dürfen. Seine feuchten stalinistischen Träume sind Shit. Und das er noch die Ossis vorschiebt ist eine Ohrfeige für jeden aufrichtigen Ostddeutschen.
Wir waren 89 auf der Straße damit solche nie wieder an die Macht kommen.
Aber er hat nun wenigstens wieder ein Bisschen Aufmerksamkeit und kann sein krankes Ego pflegen
Der Nationalstaat wird derzeit von globaler Technokratie abgelöst, vom Korporatismus namens Great Reset. Welcher ideologische Kontrollmittel ersetzt durch digitale, das Wort Technokratie kommt von Technik. Und genau jetzt kommt ausgerechnet einer wie Ramelow daher… !
„Ausgerechnet einer wie Ramelow“. Weil einer, der bei einer der zwei großen Generalproben für die globale Technokratie mitgetan hat. Welche da waren bzw. sind Faschismus und Sozialismus.
Ramelow dement oder dreist, das ist hier die Frage!
Jawoll- und ich schlage eine / die tatsächliche Staatshymne vor:
https://www.youtube.com/watch?v=iylBb7NZiiU
Gruß Karl
Alternativ Diese, allerdings fehlt der Kaiser:
https://www.youtube.com/watch?v=0gof4DqYfRU
Beide Hymnen sind aktuell, weil……. wir sind noch immer im Krieg – und ’nur‘ im Waffenstillstand. Gruß Karl
Da macht Ramelow der Wessi aber ein Fässchen auf.
Was ist wenn sich die Deutschen für die erste Strophe samt Swastika entscheiden?
#Augusta, kann doch jeder singen, ist nicht verboten. Beinhaltet allerdings eine Botschaft, welche den Kollaborateuren nicht genehm ist.
Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt,
Wenn es stets zu Schutz und Trutze
Brüderlich zusammenhält,
Von der Maas bis an die Memel,
Von der Etsch bis an den Belt –
Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt!
Gruß Karl
Yes, Full Spectrum Dominance! Können wir, haben wir schon geübt. Ist schiefgegangen, ja, aber was sagt das schon – Einmal ist Keinmal! Wo doch jetzt die BRICS-Länder Aufstand machen…, und wo doch jetzt der Dollar schwächelt… und das internationale Finanzsystem in Überverschuldung versinkt… – unsere Chance ist JETZT.
Verdammt, keine Müdigkeit vorschützen, und aber ganz-ganz-ganz hurtig jetzt auferstehen aus Ruinen!
Leiden und Auferstehung, ganz großes Kino, die dritte jetzt bitte! Diesmal Auferstehung aus den Leiden der klimagrünen Deindustrialisierung, und mal schauen, ob uns die BIZ bzw. die Amis wieder Aufrüstungskredit geben, so wie damals zu Führers Zeiten. Das wär doch was, endlich wüßten wir wieder, wofür es sich zu arbeiten und zu sterben lohnt!
Full Spectrum Dominance, was Amis können, können Deutsche schon lange. Was wär’n die denn ohne uns, ohne uns’ Wernher von Braun und uns’ Paperclip-Nazis, die würden doch immer noch im Baum hocken und Bananen schälen.
Yes, über alle und alles herrschen, mannhaft deutscher Fleiß soll siegen. Endlich wieder in Reih‘ und Glied, Stiefel geputzt, Augen geradeaus und Rundumblick, nach Norden, Süden, Osten, Westen, shake baby shake, sei alles deutsch und für immer.
Jau-ey, hu-hu-hu-huuu, jetzt aber in die Hände gespuckt, wir steigern das Bruttosozialprodukt!
Guten Morgen, Dschörmanie!
Das ist natürlich strengstens verboten!
„Ich würde das alles mit Artikel 146 zur Abstimmung stellen wollen.“ BRANDGEFÄHRLICH! Wäre das nicht gleichbedeutend mit einem neuem Staat – Friedensvertrag zum WK1 hin oder her -, der das Deutsche Reich obsolet macht und alle zurzeit noch besetzen Gebiete ohne Not aufgibt?
Die Melodie hat Herr Ramelow sicherlich noch im Ohr:
Altparteienhymne
(Text: plagiiert, Melodie: DDR-Hymne)
Unser Ziel, das sind Ruinen,
Bis die Zukunft abgebrandt,
Lasst uns nur dem Wahnsinn dienen,
Deutschland, irres Gagaland.
Euch in Not gilt es zu zwingen,
Und wir zwingen euch verschärft,
Denn es muß uns doch gelingen,
Daß rotgrüner Wahn wie nie
Über Deutschland herrscht.
Glück und Frieden wir zerstören
Deutschland, eurem Vaterland.
Woll’n sogar die Welt betören,
Bis die außer Rand und Band.
Denn wir dienen nur dem einen,
Deutsches Volk ist unser Feind!
Lasst das Licht des Halbmonds scheinen,
Töten schon im Mutterleib,
Wenn dort Deutsches keimt.
Hassen, die pflügen und bauen,
Schaffen ab wie nie zuvor,
Die der eignen Kraft vertrauen,
Sind für uns wie ein Tumor.
Deutsche Jugend wir verblöden,
Bis ihr Hirn total verklebt,
Wirst du Deutscher bald erleben,
Dass rotgrüner Geist wie nie
Über Deutschland schwebt.
Der Vorschlag passt irgendwie zum infantilisierten Deutschland: „Kinder an die Macht!“ forderte schon der altlinke Grönemeyer, die süßen Kleinen lassen sich schließlich mangels Lebenserfahrung jedwedes X für ein U vormachen. Früher hatten sie „Angst vor dem schwarzen Mann“, heute haben sie Angst vor der Klimakatastrophe und der nächsten Pandemie. Hingegen strahlte in der guten alten DDR ganz globalistisch „über allen die Sonne“:
„Froh und glücklich will doch spielen
auf der Erde jedes Kind,
ob nun seine Eltern Schwarze,
Gelbe oder Weiße sind!“
(nur die Grünen hat man damals vergessen…)
Ich kann zwar nicht nachvollziehen, warum Schwarz-Rot-Gold zur Disposition steht, Brechts Kinderhymne halte ich jedoch für einen interessanten Vorschlag. Nur leider kommt er von Ramelow, weshalb man die Thematisierung als Nebelgranate einordnen muss und fragen sollte, welche hintergründigen Machenschaften damit verschleiert werden sollen.
Man darf nicht aus dem Auge verlieren, dass Deutschland gegenwärtig wieder intensiv militarisiert wird, was ohne Verniedlichung wohl häufiger in der Kritik stünde, als es den Politikern in den Kram passt. Man sollte sich von Ramelow und seinen thüringisch-mafiösen Seilschaften daher nicht hinters Licht führen lassen.