Heimat mit Schaumkrone, Paragrafen im Abspann
In der nördlichen Oberpfalz wird Kirwa gefeiert. Das bedeutet: Blasmusik, Tracht, Brezn – und flüssige Argumentationsverstärker namens Bier und Obstler. Alles legal und von Amts wegen kulturell wertvoll. Dumm nur, dass das CanG seit Monaten durch die Republik weht wie ein Kräuterlüfter, während vor Ort ein ganz anderes Klima herrscht: Joint nein, Jägertee ja. Söders Anti-Drogen-Pathos trifft auf die Praxis der Zapfhähne – und plötzlich wird die Maß zur staatstragenden Maßnahme.
Bier heilig, Bud verboten
Offiziell ist Cannabis mit dem CanG in engen Grenzen erlaubt: Besitz in Maßen (keine Maß), Anbau in Mini-Gärten, Konsum mit Abstand. In der Kirwa-Realität gilt jedoch die bayerische Sonderlogik: Wo Musik spielt und Fahnen wehen, regiert der Reinheitsgebot-Patriotismus. Wer an der frischen Luft einen legalen Zug wagen will, lernt das bayerische Dreigestirn kennen: Platzverweis, Predigt, Protokoll. Ergebnis: Die Zapfanlage tropft, die Rechtslage ebenso.
Zwischen Bierfilz und Gesetzesflausch
Die Behörden erklären geduldig, was jeder spürt: Es ist kompliziert. Öffentliche Festflächen sind schwierig, Jugendschutz wachsam, Rauchzonen verwaltet, Cannabiskonsum im Veranstaltungsraum schlicht unerwünscht. Gleichzeitig stapeln sich im Bierzelt die Maßkrüge wie behördlich genehmigte Optimismusmodule. Der Widerspruch ist so bayerisch wie der Gruß vom Stammtisch: „Freiheit? Aber mit Anmeldung, gell.“
Die Proteste: Von der Blaskapelle zur Basskapelle
Weil Doppelmoral selten leise bleibt, werden die Proteste laut. „Gleiche Rechte für gleiche Rausche!“ steht auf handgemalten Bannern, grün auf weiß, garniert mit Hopfenranken. Aus WhatsApp-Gruppen wird ein „Arbeitskreis Delikat-Aromen“, der ernst macht: ein Smoketoberfest als Gegenaktion. Motto: „Wiesn war gestern – wir dampfen morgen.“ Neben der Kapelle „Echte Bayerische“ tritt dann „DJ Terpene“ auf, die Tracht trifft Hoodies, und beim Ausschank gibt’s Hopfen-Limo mit CBD-Note. Natürlich alles „in prüfbarer Rechtstreue“, wie der Pressesprecher sagt und ein dreiseitiges Konzept für Abstandszonen hochhält.
Smoketoberfest: Compliance mit Kräuterkrone
Das geplante Smoketoberfest liest sich wie die Fusion aus Behördenschulung und Feierabend: 1.) Konsumflächen nur außerhalb des zentralen Festbereichs. 2.) Abstand zu Kinderspaßständen wie beim Schützenfest – nur ernst gemeint. 3.) Kein Verkauf vor Ort, keine Werbung, keine bunten Einhörner. 4.) Infozelt mit Jugendschutz, Suchtprävention und einem Juristen auf Klappstuhl. Dazu spielt die Band „Low & Slow“ – THC wie BPM.
Söders Linie: Null Toleranz, volle Maß
Politisch ist das alles eine Steilvorlage. Bayern vertraut Bier, misstraut Blatt. Offiziell geht’s um Jugendschutz, Sicherheit, klare Regeln. Inoffiziell geht’s um Identität: Bier gehört zur Heimat wie Kirchweih und Krachlederne. Cannabis passt nicht ins Diorama der „sauberen“ Feier. Es ist die alte Kulturtechnik des Wegsehens: Was Tradition ist, muss sich nicht rechtfertigen. Was neu ist, muss sich schuldig erklären.
Das Ordnungsamt als Hüter des Hopfens
Vor Ort schieben die Ordnungskräfte Extraschichten. Sie überprüfen Glasverbote, Schankschluss, Jugendschutz – und neuerdings die unsichtbaren Cannabiswolken. Der Unterschied: Alkohol lässt sich messen, Gras lässt sich ahnen. Also wird „präventiv sensibilisiert“: Plakate, Flyer, freundliche mahnende Hinweise, die klingen wie aus der Zeit, als E-Zigaretten noch UFOs waren. Ergebnis: Rechtskonformität per Lautsprecher, Rechtsunsicherheit im Bauch.
Doppelte Standards, doppelte Kater
Der Widerspruch hat Folgen. Wer für ein legales Blatt geächtet, für drei Schnäpse gefeiert wird, lernt: Nicht der Wirkstoff entscheidet, sondern die Wertekulisse. Jugendliche verstehen das schneller als Gesetzesbegründungen. Und so wächst die respektlose Grauzone, in der Regeln nicht überzeugen, sondern nur nerven. Pädagogik ohne Glaubwürdigkeit ist wie ein Bierzelt ohne Musik: leer, laut und sinnlos.
Ein pragmatischer Vorschlag, ganz unpoetisch
1.) Einheitliche, klare Fest-Regeln, die Alkohol und Cannabis an denselben Maßstäben messen: Abstand, Jugendschutz, keine Werbung, definierte Zonen.
2.) Prävention als Service statt Drohkulisse: Wasserstationen, Chill-out-Bereiche, Info ohne Zeigefinger.
3.) Veranstalter entlasten: Musterkonzepte, Schulungen, Ansprechpartner – weniger Paragraf-Yoga.
4.) Sanktionen dort, wo es knallt, nicht dort, wo es riecht.
Fazit: Freiheit schmeckt nur, wenn sie für alle gilt
Die Kirwa ist ein Brennglas. Wenn Bier und Schnaps Standard sind, Cannabis aber trotz CanG als Staatskrise behandelt wird, feiern wir nicht Heimat, sondern Hierarchie. Das Smoketoberfest mag schrill klingen, ist aber im Kern ein demokratischer Reflex: gleiche Rechte für legale Wahlmöglichkeiten – mit Maß und Haltung. Oder, auf gut bayerisch: Entweder alle mit Regeln, oder keiner mit Moral. Bis dahin bleibt die Maß voll, der Joint leer – und die Glaubwürdigkeit auf Halbmast.
Was regen sie sich über die Canabisregulierung auf; auf dem Oktoberfest?! Es ist mir wurscht, was wer trinkt, oder raucht.
Schlimmer ist in Bayern die Verhunzung von Sprache und Tradition. Das Fragezeichen? Auch sie und viele hier, hochintelligente Kommentarschreiber, sind schon so sprachverkommen indoktriniert, das sie sich nicht einmal mehr deutsch artikulieren können- Smoketoberfest.LOL.
Bei ihnen mag das ja künstlerische/ journalistische Freiheit sein, aber einige können/ wollen sich nur noch mit englischen Halbsätzen einbringen.
Keine Verhunzung der deutschen Sprache, ob gendern, oder englisieren, sollte uns wichtiger sein, wie Rauch der verweht.
Dabei wäre zu sagen, das die Bayern mit Sprache und Tat der Hauptbesatzungsmacht, VSAmies, schon krankhaft verfallen sind.
Da schert es mich einen Dreck, was die auf ihrem Oktoberrummel kiffen, oder saufen. Gruß Karl
Es ist nicht der Hopfen/Kräuter der die Erdenwürmer dazu bringt ihr sauer verdientes wertloses geld aus dem Fenster zu schmeißen, es ist das kuschelhormon, weil die Rotte ersetzt die Familie/Partner zumindest für die Partyzeit, danach kommt der bekannte Kater/Reue, in Berlin gibt’s schon die Saft-Partys aber die Ausgaben für die Ausschüttung des kuschelhormon sind die gleichen—–soviel zu den erfolgreich manipulierten rudeltieren=Profit auf der ganzen Linie, deshalb ist das perverse Profitsystem auch ein selbstläufer—-vielen Dank an alle freiwilligen Opfer/Finanzierung der vorsintflutlichen Opfergesellschaft
Nackter Discource müßte eigentlich fordern, beim Kirwa auch einen FKK-Bereich einzurichten. Selbstverständlich zweiteilig, je einen für Biertrinker und Kiffer; eventuell dreiteilig sogar, damit’s auch zweigleisig geht: Bier und THC nach- oder durcheinander oder auch andersherum. Aber liefe dem herrschenden nackten Discource wohl offen zuwider, zu weit rechts bzw. zu kuschelig!
Am Ende würde FKK dann anstatt als linke Freikörper-Kultur gar noch falsch aufgefaßt werden als rechtes Freikörper-Kuscheln. Wäre politischer FKK-Mißbrauch von rechts, Söder würde sich die Hände reiben. Verdammte Kuschelkultur, dieser nackte Discource kann einen verdammt ins Grübeln bringen.
Darum immer schön Kurs halten im Discource!
In Bayern braucht man doch keinen FKK-Bereich. Die haben Dirndl und Knackarsch-Lederhosen.
https://www.youtube.com/watch?v=euIrO9spk2A
Das mit dem Can-Gesetz ist irgendwie noch unausgereift. Es fehlt die Steuermarke, so wie bei Zigaretten üblich. Erst wenn Stiefvater Staat so richtig mitverdienen kann, wird sich die Situation entspannen. Dann heißt es bei der Bestellung, drei Bier, drei Joint, drei Kirsch. Und alles ist wieder Friede, Freude, Eierkuchen.
Gelegenheitskiffer und Regelsäufer sind nun mal die bestfunktionierenden Menschen, die man für Geld kaufen kann. Sie stehen Montagmorgen pünktlich in der Tür, um sich ihren Pflichten zu stellen, halten das idR auch die ganze Woche durch und sind sich nicht zu schade, Drückeberger anzuschwärzen, ideale Kollegenschweine also. Dazu muss aber gewährleistet sein, dass die Spritis täglich ungestört in angemessenen Mengen nachfüllen können und die Junkies sich für den Trip verkriechen müssen, damit es nicht ausufert.