Safe spaces: Gendern rettet uns vor dem Virus

Safe spaces: Gendern rettet uns vor dem VirusHeulen und Zähneklappern breitet sich aus. Das Wuhan-Virus kommt überall hin. Was kann man da machen? Bisher haben die Epidemio-Logen das Sagen, und sie reden der Hygiene das Wort. Und dem Abschotten – in dieser Richtung gibt es aber schon was, das bisher ein Schattendasein fristete. Hinter toxic masculinity, mansplaining und body positivity verstecken sich die safe spaces. Die dienen am Campus nicht bloß zur Unterdrückung der freien Sprache, sondern auch um trigger warnings anzumahnen, wo das zart beseelte Gendergeschlecht geschockt werden könnte – etwa wenn im Geschichtsunterricht die Rede davon sein muss, dass aus Kanonen tödliche Kugeln kommen.

Davor müssen die Fräuleins mit der Brutalinski-Diktion („toxische Maskulinität“) geschützt werden. Sie brauchen eine Warnung, damit sie rechtzeitig weghören können. Obwohl man sich manchmal fragt, ob sie nicht sowieso bei allen vernünftigen Argumenten weghören. Nun denn, wenn schon Schutz, dann Rundum-Schutz, nicht wahr? Wieso nur Schutz gegen toxische Männer und nicht gegen toxische Viren? Warum nicht die safe spaces vom Campus wegholen und allgemein verbreiten? Das nutzt nicht nur den GenderInnen, sondern auch der bazillengeplagten Allgemeinheit. Es könnte sich sowas wie Akzeptanz ausbreiten, wo die Fräuleins mit den qua body positivity schöngeredeten Gestalten zur Gestaltung der mitmenschlichen Welt schreiten.

Wir brauchen mehr sichere Plätze

Warum sind die safe spaces noch nicht ausgeweitet worden bis hin zu einem Verdikt, das den Viren den Zahn genauso zieht wie den Männern? Hier handelt es sich um ein Versäumnis, das schnellstens behoben gehört. Nein, hier geht es nicht um mansplaining, um männliche Besserwisserei. Es geht nicht mal um die penetrante Besserwisserei der Gender-Fräuleins, für die es bezeichnenderweise noch keine Benennung gibt. Mangels Sprachregel wird hier der Begriff frauleinsplaining eingeführt. Das Fräulein ging ja als fraulein ins Englische ein, und die Anrede „Fräulein“ ist die Retourkutsche fürs Gender-„Innen“.

Es geht also um den Schutz. Überall safe spaces einzuführen ist das Gebot der Stunde. Wer hätte das gedacht, dass es mal dazu kommen würde? Dass safe spaces nützlich würden? Zur Bekämpfung der Epidemie sind nun mal alle Mittel recht. Und das Gendern ist ein starkes Mittel; kein Virus wird es wagen, dagegen aufzumucken. Die Gender-Fräuleins werden’s schon richten. Sie sind dann endlich mal zu was nutze. Im Hygiene-Slang gesagt, eine Hand wäscht die andere.

Und wenn es nicht reicht?

Nun da gibt’s aus einer ähnlichen Geisteshaltung heraus einen anderen mächtigen Gegenzauber. Das ist die Homöopathie. Vielleicht kann ein homöopathischer Heilkundler seine Mittelchen so radikal verdünnen, dass ihnen kein Virus mehr widerstehen kann? Hochpotentes reines Wasser vs. schmutzge Infektionsgefahr? Diese Alternative sollte man im Auge behalten, falls die Fräuleins es nicht bringen.

Und wenn alles nicht hilft?

Dann bliebe nur noch der Ausweg des radikalen Rundum-Körperschutzes. Dazu bieten sich die Muffgewänder an, mit denen sich radikale Muslimas umgeben. Was für eine Chance: der Niqab als clean clothing. Das könnte die allgemeine Akzeptanz für die Ganzkörperverhüllung vertausendfachen. Es ist ja höchst unwahrscheinlich, dass sich irgendein Virus da herantraut.

Und wenn doch, dann gibt’s einen Dschihad gegen das Virus

Man sieht, die Ressourcen sind da, man muss sie nur geschickt nutzen. Auf Wiedersehen im safe space, abgefüllt mit Homöopathie und gewandet mit einer Knautschzone aus dreilagigem schwarzem Chiffon!

Eine Persiflage von Wilfried Müller 26.2.20

Safe spaces: Gendern rettet uns vor dem Virus
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Wilfried Müller
Über Wilfried Müller 2 Artikel
Zwischen Theophagie und Verlogenheitsbewältigung, mitten im Religiozän bzw. Kapitalozän - wer arbeitet da am Zahnfleischentblößungsgrad und an der heiteren Mundwinkelkrümmung? Wer gibt lustige Sterbehilfe für die Religion? Wer trotzt den Hassmanufakturen und den shitstorms aus wechselnden Richtungen? Wer wird von Massenverarschungswaffen unter Beschiss, pardon, Beschuss genommen? Bei wem versagt der Correctnesstrainer, so dass er immer noch am Verarschungsmonopol kratzen kann? Und immer noch das Privilegiertenpäppeln an den Kapitalverkehrsknotenpunkten kritisiert? Tja, den gibt's nicht. Aber es gibt welche, die diesem Ideal zustreben, und dazu gehört die Person hinter der abgebildeten Pupillengymnastik. Wenn's um intellektuelle Problemzonengymnastik geht, wenn's ums Entstrubbeln von Scheinargumenten geht und um den klapsmühlenartig wiederholten Aufruf zum Selberdenken, dann ist der Besagte dabei. Könnte schlimmer sein.

2 Kommentare

  1. Nur Zwei Bemerkungen hierzu :
    Erstens scheint es ja wirklich so zu sein das vornehmlich die eine hohe Mortalitätsrate haben die sich als Mann sehen. Und auch hier wohl vornehmlich solche die noch aus der knöchernen, verklemmten alte Zeit stammen. (alte Weiße Männer ???)
    Und zweitens
    Scheint reines Wasser mit ein wenig Seife tatsächlich, zwar kein Heilmittel , doch aber die beste Vorsorge ist….
    Außerdem ist so bisschen Russisch – Viren – Roulette mal was neues zur Ablenkung. Da kann man in Gegenwart und Zukunft herrlich lange und breit polemisieren.
    Wenn… Ja wenn wir bis dahin nicht am Virus gestorben, verhungert oder im Bürgerkrieg umgekommen sind…

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