Microsoft schickt Recycler 15 Monate in den Knast

Microsoft schickt Recycler 15 Monate in den KnastMicro­hard: Nicht wenige Men­schen hadern mächtig mit den Zustän­den auf diesem Plan­eten. Wenn man aber erst ein­mal die Wer­tigkeit­en richtig begrif­f­en und verin­ner­licht hat, dann ist alles ganz ein­fach. Zumin­d­est für Microsoft, solange man sich auf dem Boden des Rechts bewegt. Das Recht wiederum ist nicht ganz grund­los von Men­schen gemacht … von Macht­men­schen. Und wer es sich leis­ten kann, ein anständi­ges Recht selb­st machen zu lassen, ist deut­lich im Vorteil. Der gehört zu den schein­bar Glück­lichen. Und so kommt es auch, dass die Umwelt eigentlich nichts wert ist und erst wenn man die ihr abgerun­genen Dinge mit “Recht” kom­biniert, wird es richtig prof­ita­bel.

Jet­zt gibt es Men­schen, wie den Eric Lund­gren. Das sind Leute, die denken angestrengt darüber nach, wie man beispiel­sweise die Lebens­dauer von Gebrauchs­ge­gen­stän­den sig­nifikant ver­längern kann. Wie man Müll ver­mei­det und wie man möglichst ressourcenscho­nend mit der Natur umge­ht. Das allerd­ings ste­ht manch­mal in krasskonkretem Gegen­satz zu den Inter­essen einiger Konz­erne. So störte sich auch Microsoft an dem Treiben des besagten Men­schen und sorgte dafür, dass er für den Frev­el, den er am Microsoft Konz­ern mit seinem Öko-Aktivis­mus beg­ing, erst­mal für 15 Monate zur Besserung in den Knast ein­rück­en musste.

Was war da jetzt so kriminell?

Kurz zusam­menge­fasst ging es um Wieder­her­stel­lungs-CDs zu ver­reck­ten Microschrott-Rech­n­ern. Meis­tens schmeißen die Leute diese CD´s nach dem Kauf der Geräte ein­fach weg. Wird dann die Hard­ware später ein­mal aus dem Müll gerettet, hat er eigentlich eine Lizenz, aber die Soft­ware muss wieder­hergestellt wer­den, nur fehlt jet­zt diese CD dafür. Für die geretteten Rech­n­er erstellte Lund­gren nun entsprechende Wieder­her­stel­lung-CDs und gab diese für 25 Cent das Stück weit­er. Man kön­nte hier wom­öglich Selb­stkosten ver­muten. Damit war allerd­ings, so Microsoft, seine “Gewin­nerzielungsab­sicht” hin­re­ichend bewiesen und er habe sich infolgedessen als “Soft­ware­fälsch­er” straf­bar gemacht.

Microsoft selb­st gibt diese CDs tat­säch­lich zum Selb­stkosten­preis ab und betont, daran nichts zu ver­di­enen. Der Konz­ern nimmt lediglich 25 Dol­lar für so eine CD, ist aber anders als Lund­gren eben zur Her­stel­lung berechtigt. Das ist der sig­nifikante Unter­schied. Damit wird die Rech­nung für einen bil­li­gen Schrot­trech­n­er aber schon wieder sehr unüber­sichtlich bis gren­zw­er­tig und meis­tens kann der dann gle­ich auf dem Schrott verbleiben. Der pro­ten­tielle Kunde darf zu Neuware greifen, das stärkt Umsatz und Gewinn. Die bein­hal­tet dann wieder entsprechende Lizen­zen. Nur so kann der prof­itable Weg­w­erf- und Prof­it­max­imierungszyk­lus ungestört aufrechter­hal­ten wer­den.

Recht muss Recht bleiben und die Erde ein Verbrauchsgut

Microsoft schickt Recycler 15 Monate in den KnastEntsprechend “rechthaberisch”, immer­hin per Gericht­surteil belegt, gab sich dann auch der Konz­ern sogle­ich “Macro­hard” und recht­fer­tigte nochmals das harte Vorge­hen gegen diesen “krim­inellen Öko-Aktivis­ten”. Öko hört genau da auf, wo es einen Konz­ern Umsatz- und Prof­i­tan­teile kosten kann. Das hätte auch der böse Lund­gren wis­sen müssen. Hier ist die nachgängige Reak­tion von Microsoft zusam­menge­fasst (englis­ch­er Text): Microsoft responds to e‑waste recycler’s jail sen­tence: “he was coun­ter­feit­ing Win­dows soft­ware”[TheV­erge]. Man kann es auch als Beleg dafür nehmen, das Recht, gepaart mit sehr viel Geld, erhe­blich bess­er funk­tion­iert, als mit mit­tel­losen Müllschluck­ern.

Zwar begin­nt Frank Shaw, Cor­po­rate Vice Pres­i­dent of Com­mu­ni­ca­tion bei Microsoft damit, dass er die Unter­stützung von Microsoft für Refur­bish­ing und Recy­cling bekräftigt. Aber noch bess­er sei es, wenn man das mit Hard­ware mache, die nicht unbe­d­ingt Soft­ware von Microsoft benötige. Den let­zten Satz wird er sich wohl nur gedacht haben. Und so ist es aus Sicht des Konz­erns nur recht und bil­lig, dem Lund­gren die “Micro­hell” auf Erden zu bere­it­en. Für seine Chuzpe, sich dem Mul­ti-Mil­lio­nen-Mod­ell von Microschrott bei der Sekundär-Abzocke der End­nutzer in den Weg zu stellen, war Microsoft bei diesem Prozess nichts zu teuer.

Denn es ist dur­chaus legit­im und geset­zlich, und darauf hat man Patente, besagte Kund­schaft ein zweites Mal für ein und dieselbe Lizenz (für das Gerät) zur Kasse zu bit­ten. Dummheit, wie auch zu schnelles Weg­w­er­fen oder Ver­legen von CDs, hat ganz beson­ders bei Microsoft seinen Preis. Aktuell kostet das 25 Dol­lar und eben nicht 25 Cent wie bei dem krim­inellen Recy­cler Lund­gren. Recht, gepaart mit Prof­it, ist am Ende mal wieder sehr viel wichtiger, als irgendwelchen Schrott mit bil­lig­sten Mit­teln wiederzubeleben, weit­er zu ver­wen­den, in Funk­tion zu hal­ten und so sin­nvoll Ressourcen zu scho­nen.

Microsoft schickt Recy­cler 15 Monate in den Knast
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Über WiKa 2288 Artikel
Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Konzern-Massen-Medien daselbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven für den Betrachter. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören. Motto: „Lässt Du denken, oder denkst Du schon?“

24 Kommentare

  1. Wenn wir etwas sin­nvoller mit unseren Ressourcen umge­hen wür­den, bräucht­en wir nur noch 20 Stun­den pro Woche arbeit­en. Aber dann bestünde die große Gefahr, dass der Men­sch mit dem Denken anfan­gen kön­nte. Und das will nun wirk­lich nie­mand.

    • Ab einem Pri­vatver­mö­gen von 1 Mil­liarde (1000 Mil­lio­nen) Dol­lar ist eine Steigerung des Lebens­stan­dartes fak­tisch nicht mehr möglich.
      Die Oli­garchen han­deln also nicht aus Geld- son­der aus Macht­gi­er.
      Genau­so wie Stal­in, Mao und all die anderen Weltverbesser­er auch.

      • 1 Mia Ver­mö­gen ???
        Zu einem üppig-lux­u­riösen Lebensstil braucht man wesentlich weniger.
        Selb­st wesentlich weniger als 0,1 Mio/Jahr.
        bei 100 Jahren also ??? (1% von 1 Mia $ oder €)
        Egal, falls man rech­nen kann, ver­ringert sich der Betrag weit­er.
        Noch weit­er, wenn die Poli­tik­er nicht so gierig Steuern absaugen wür­den.

        • Die Studie soll ange­blich auf die Befra­gung von Super­re­ichen beruhen und ist auf die Leben­szeit gerech­net. Bei 100 Jahren macht das 10 Mil­lio­nen Dol­lar pro Jahr.
          Der Durch­schnitts­bürg­er ist in Deutsch­land mit Net­to 5000 Euro pro Monat am glück­lich­sten.

    • Und wer bitte sollte dann die ganzen Polit­faulen­z­er, die beamteten Dauer­schläfer, die Beruf­s­losen und Verblöde­ten die vom Staat in den Mund leben ver­sor­gen und am Kack­en hal­ten ?

  2. ” … die Lebens­dauer von Gebrauchs­ge­gen­stän­den sig­nifikant ver­längern … ”
    Das ist Frev­el am Sys­tem. Da ist die Recht­slage sekundär. Wer das Wach­s­tum (der Ver­mö­gen) gefährdet, ist der Sys­temket­zerei schuldig und muss froh sein nicht auf dem Scheit­er­haufen zu lan­den.
    Deshalb soll­ten “Repair Cafés” auf die Beobach­tungsliste des Staatss­chutzes geset­zt wer­den. Dage­gen sind Salafis­ten Schoßhünd­chen.

  3. Für mich sieht das eher nach Kleinkrim­i­nal­ität aus. Er wollte ein­fach sein Scheibchen vom großen MS- Kuchen abschnei­den. Warum hat er das Design 1:1 über­nom­men? Das machen die Chi­ne­sen auch (nichts gegen Chi­na, Hen) und dann wird aber von Pro­duk­t­pi­ra­terie gesprochen.
    In den Kom­mentaren zu einem dies­bezüglichen Artikel bei heise kon­nte man auch lesen, dass er 4$ das Stück nehmen wollte.

    • Da ist dann immer das Prob­lem des Nutzers (DAU). Wenn man dessen Bedarf langfristig genau ken­nt und alles vorin­stal­liert, eine Super Idee. Aber wehe ein Nor­mal­nutzer will etwas ändern oder ergänzen. Dann ist sehr oft lan­dunter, lei­der.
      Ohne Kom­man­dozeilen­be­fehle geht dann bei Lin­ux langfristig meist nix.
      Soll der Rech­n­er nur “Inter­net” und “Schreib­mas­chine”, ist Lin­ux ger­ade auf alten Rech­n­ern das Mit­tel der Wahl.

      • “Aber wehe ein Nor­mal­nutzer will etwas ändern oder ergänzen”.

        Ja, lei­der.

        Die “nor­malen” Ken­nt­nisse von Etlichen die sich nach eignen Angaben mit Com­put­ern ausken­nen sind auf ein Anklick­en des Like-But­tons bei Face­book begren­zt.

        (Ich hoffe mich zu irren)

      • Exakt so ist es. Selb­st Cina­mon mint ist keine Lösung, obwohl die der Win­dows Ober­fläche recht nahe kommt. Umständlich und nicht der ver­queren MS Logik angepasst ( Zum Abschal­ten drück­en Sie bitte start )

  4. Man müsste Lund­gren jeden Tag eine Piz­za und eine Flasche Rotwein ins Gefäng­nis schick­en.
    Welch­er Richter in welchem Staat, in welchem Ort? Und wie war der Name des Microsoft-Anwalts?

    Ich glaube mich dem­nächst mehr mit Lin­ux beschäfti­gen zu müssen.

    • Es kommt darauf an,

      • wie wir uns von Poli­tik­ern und der Mei­n­ungslenkung täuschen lassen,
      • von wem und wie wir uns beherrschen lassen,
      • wo unsere Schmerz­gren­ze ist und
      • wie aktiv wir in dieser Rich­tung sind.

      Wer sich in einem Irren­haus wohlfühlt, dem sei sein Aufen­thalt dort gegön­nt.

  5. Wie ist der Fir­men­name “Microsoft” ent­standen? Gerüchte besagen in Bill Gates Hochzeit­snacht. Die frischge­back­ene Frau Gates langte unter der Bettdecke zu ihrem Bill herüber und rief aus: “Oh, Micro. Oh, Soft”. Der Rest ist Geschichte.

  6. Wir leben in ein­er Weg­w­er­fge­sellschaft in der alles wegge­wor­fen außer den Meth­o­d­en zur Müllre­duzierung. Es wer­den Soll­bruch­stellen in Geräte einge­baut, damit das Ding kaputtge­ht und eine Reparatur sich nicht mehr lohnt. Auch hat Tret­tin 2003 den Flaschenpfand durchge­set­zt, damit sich heute die Grü­nen über die Plas­tik­berge aufre­gen, die sie selb­st erzeugt haben.
    Wenn man bedenkt, daß die Her­stel­lung eines Auto Unmen­gen an Energie bedarf, um let­z­tendlich einen Liter Ben­zin zu sparen, dafür hätte frau das Auto noch min­destens eine Mil­lion Kilo­me­ter fahren kön­nen. Das gle­iche gilt übri­gens für alle anderen Pro­duk­te genau­so. Man kön­nte denken, das wäre jet­zt ein Fall für die Grü­nen die sich zur Energieeinsparung vor die Schrott­presse schmeißen. Mit­nicht­en, die haben ja damit zu tun den näch­sten Krieg vorzu­bere­it­en, sozusagen die Schrott­presse in ganz groß für das Kap­i­tal mit den Mil­lio­nen Toten als Kolat­er­alschaden.
    Wie Kap­i­tal­is­mus funk­tion­iert hat nicht nur Marx fest­gestellt, heute erleben wir das live und in Farbe in Venezuela. Da wird nicht der richtige Dik­ta­tor gewählt und schon wer­den Sank­tio­nen ver­hängt bis das Land pleite ist und dann kommt der weiße Rit­ter in Form ein­er Mar­i­onette, der den Segen für alle ver­spricht, aber nur den Oli­garchen dient. Im Anschluss wird das Land geplün­dert und nichts ist mehr zu hören von dem Raubzug und der ver­armten Bevölkerung. Das kann jed­er deut­lich in der Ukraine sehen, wo der Poroschenko zu weich ist um Rus­s­land direkt anzu­greifen, dafür muss jet­zt Mut­tis beste Fre­undin Tim­o­schenko dem­nächst ran, die Putin in den Kopf schießen will und das ist genau die richtige Ein­stel­lung für den Job. Aber wie auch immer, die west­liche Weg­w­er­fge­sellschaft bedeutet nicht nur am Ende den Tod für das über­flüs­sige Men­schen­ma­te­r­i­al oder Pro­duk­te, also den Wirt, son­dern auch für den Schmarotzer wenn nicht bald der Ver­stand regiert statt der Gier.

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