Selfie-Pornos aus Afrika – wer zahlt bleibt dumm

Selfie-Pornos aus Afrika - wer zahlt bleibt dummSafer-Sex-Videos: Heute haben wir mal wieder so ein seltsamen wie spermigen Tag erwischt. Da quillt der Sex förmlich aus jeder Mail-Ritze. Es geben sich gerade sämtliche Internet-Erpresser, wie die Bekloppten, die virtuelle Klinke zu allen möglichen und unmöglichen Postfächern in die Hand. Aber womöglich handelt es sich dabei doch um ein- und dasselbe Bot-Netz. Auf altbekannte Weise versucht er/sie/es uns zu ent- und sich selbst zu bereichern. Ein hervorragender Anlass, mal wieder über die eigene Datensicherheit nachzudenken. Parallel dazu die überfälligen Änderungen der Passworte zu allen Mailkonten endlich in die Tat umsetzen.

Fangen wir einmal mit dem so genannten „Corpus Delicti“ an. Die nachstehende Mail hat heute vielerorts in Deutschland für allerhand Aufsehen gesorgt. Eine echt angenehme Abwechslung im aktuellen Messer-Deutschland. Auch sprachlich hat sich der wer viel Mühe gegeben, denn Deutsch ist doch nicht ganz so einfach, wenn man aus fernen Landen kommt. Allerdings finden sich auch einige Widersprüche darin, aber dazu mehr nach dem …

Studium der Mail:


von: xyz@deine.domain
Es geht um Ihre Sicherheit.
an: xyz@deine.domain

Hallo, lieber Benutzer von deine.domain.

Wir haben eine RAT-Software auf Ihrem Gerät installiert. Zu dieser Zeit ist Ihr E-Mail-Konto gehackt (siehe , jetzt habe ich den Zugriff auf Ihre Konten). Ich habe alle vertraulichen Informationen von Ihrem System heruntergeladen und ich habe weitere Beweise erhalten. Die interessantesten Sachen, die ich entdeckt habe, sind Videos von Ihnen auf denen Sie masturbieren.

Ich habe meinen Virus auf die Pornoseite gepostet, und dann haben Sie ihn auf Ihren Betriebssystem installiert. Als Sie auf den Button „Play“ auf Porno-Video geklickt haben, wurde mein Trojaner in diesem Moment auf Ihr Gerät heruntergeladen. Nach der Installation nimmt Ihre Frontkamera jedes Mal, wenn Sie masturbieren, ein Video auf; zusätzlich wird die Software mit dem von Ihnen gewählten Video synchronisiert.

Zur Zeit hat die Software alle Ihre Kontaktinformationen aus sozialen Netzwerken und E-Mail-Adressen gesammelt. Wenn Sie alle Daten gesammelt von Ihr System löschen müssen, senden Sie mir $300 in BTC (Kryptowährung). Das ist mein Bitcoin Wallet:

KxCvtggcPd7c9UtUxYkJW2AwCQMknJkth

Sie haben 2 Tage nach dem Lesen dieses Briefes.

Nach Ihrer Transaktion werde ich alle Ihre Daten löschen.
Ansonsten sende ich Video mit deinen Streiche an alle deine Kollegen und Freunde!!!

Und von nun an, seien Sie vorsichtiger!
Bitte besuchen Sie nur sichere Webseiten!
Tschüss!


Zuerst schlug die Mail nur einmal ein. Da war’s noch spannend und die Fragezeichen kamen bereits bei jeder weiteren gelesenen Zeile. Wer etwas mehr mit IT zu tun hat, der hat für gewöhnlich auch mehrere Mail-Konten und schwups kam dieselbe Mail im Verlauf der kommenden Stunden gleich noch 27 mal an unterschiedlichste Postfächer/Adressaten einer Vielzahl von Domains raus, aber letztlich eben immer nur bei einem einzigen Benutzer. Da stellte sich sofort die Frage, ob jeder einzelne Nutzer auch sein individuelles Onanier-Selfie bekommt oder ob es für den betreffenden Nutzer immer nur ein und denselben Streufen für das x-fache Geld zu sehen geben soll. Insgesamt einfach eine total schlampige Recherche des Erpressers. Das gab schon mal massiven Punktabzug.

Schnelle Entscheidung pro Selfie – wer zahlt bleibt dumm

Kurz und bündig, die Entscheidung fiel gar nicht sonderlich schwer. An diese schönen Selfie-Pornos, wo man sich endlich einmal selbst onanierend vor dem Computer betrachten können soll, gibt es ausweislich der Mail schließlich nur unentgeltlich. Wer zahlt bleibt dumm – nur wer nicht zahlt soll in den Genuss kommen. Was für ein Schwachsinn, ich hätte sogar für die seltenen Aufnahmen gezahlt, aber eben nicht 27 mal für dasselbe Video, Das hat mich dann doch stark verunsichert.

Abgesehen davon gibt es das Angebot undifferenziert für Männlein und Weiblein. Das darf man als überaus ausgewogen und genderkonform bezeichnen. Und die Offerte gab es auch für Leute die nicht mal eine Web-Cam an ihrem Rechner oder in greifbarer Nähe haben. Letzteres machte das Angebot gleich noch sehr viel spannender. Eine Kontaktaufnahme mit dem Absender, zur weiteren Abklärung der Details, war leider nicht möglich, da mit dem Empfänger identisch. Ja das stimmte bedenklich.

Wer allerdings den Mail Header etwas genauer studierte stellte schnell fest, dass die Zusendungen teils aus Afrika, Italien, Ukraine, Russland, halt aus aller Welt kamen. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass hier gerade ein großes Bot-Netzwerk massive Selbstbefreidigungsarbeit verrichtete um diesen netten Versuch in alle guten Stuben zu bringen. In diesem Zusammenhang als unschön zu betrachten ist auch die Aufforderung 300 Dollar in Bitcoin zu bezahlen. Das sind Prozeduren, die beherrscht noch nicht jedermann und zeugt von einem übertriebenen Sicherheitsbedürfnis des Erpressers. Es verringert darüber hinaus seine Chance auf simple Art und Weise Geld auf seine reguläre IBAN zu bekommen.

Weitere Gründe das kostenlose Angebot anzunehmen

Ein weiterer attraktiver Grund, wenn man sich mit Bitcoins schon nicht auskennt, die Zahlung zu verweigern, ist ein gesundheitlicher Aspekt. So kann man sehr schnell feststellen, ob man selbst bereits an Demenz leidet oder noch nicht. Sollte man also ein entsprechendes Video zugeschickt bekommen, ist es Zeit sich bezüglich der Demenz vermehrt Gedanken machen. Werden die Videos dann nicht, wie versprochen, im Freundeskreis verbreitet, darf man davon ausgehen, dass die eigene Erinnerung noch funktioniert.

Die übrigen Ungereimtheiten, die sich aus dieser semi-professionellen Erpresser-Mail ergeben, sollen nur kurz angerissen werden. Einmal sollen diese Videos auf dem eigenen Rechner liegen, das andere Mal sollen sie durch die erwähnte Software von außerhalb mitgeschnitten worden sein. Da wäre es sinnvoll gewesen etwas verbindlicher zu bleiben. Es hätte auch Sinn gemacht, nur Leute anzuschreiben die definitiv eine vergleichbare Kamera an oder in der Nähe des Gerätes haben und nicht pauschal alle, von denen man eine Mail-Adresse ergattern konnte.

Schlecht auch, dass man so bei der Zahlung kaum einen Verwendungszweck übermitteln kann. Woher soll der Erpresser dann wissen wessen Daten er zu löschen hat. Wo soll er er da im Bedarfsfall bei seiner Spam-Massen-Erpressung nachfragen? Oder ob dem das alles völlig egal ist? Jedenfalls nicht sehr vertrauenswürdig und insgesamt dilletantisch organisiert. Den Letzteren Tipp des Erpressers darf man aber getrost beherzigen. Es ist sinnvoll nur sichere Webseiten zu besuchen, so wie diese hier 😊.

Wer einmal checken möchte, wie sicher die eigenen Passworte, Domains und Mailadressen sind, dem kann hier weitergeholfen werden (englische Seite) oder auch an dieser Stelle (etwas begrenzter auf Deutsch).

Selfie-Pornos aus Afrika – wer zahlt bleibt dumm
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Wir experimentieren. Man kann sich diesen Artikel auch vorlesen lassen. Leider klingt die Dame in Deutsch etwas holperig und unbeholfen. Wer damit klarkommen kann, der mag sich gerne eine Vorlesung geben lassen!
Über WiKa 2006 Artikel
Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Konzern-Massen-Medien daselbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven für den Betrachter. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören. Motto: „Lässt Du noch denken oder denkst Du schon selbst?“

9 Kommentare

  1. Digitale Abzocke ist eine wunderbare Sache! Heute ist es nicht mehr so reizvoll wie 2003 oder 2004. Da bekam ich Emails: „Ich bin Ekaterina aus…blablabla….“ Das war toll! Die Bilder offenbarten eine schönste Frau!

  2. Mit den verschiedenen Schattierungen und Ausprägungen von Dummheit lassen sich hervorragende Geschäfte machen. Das wissen und praktizieren doch Leichtkriminelle, Werbetreibende, Medien-, Normal- und Schwerkriminelle und alle Elemente von Regierungen, nicht nur die führenden Köpfe von Parteien. So behauptete schon Friedrich der Große: „ungerechte Richter sind schlimmer wie eine Diebesbande“ (und ließ gleich drei verhaften). Insofern ist die Übersetzung meines Bekannten im Traktat über die Dummheit (http://www.polpro.de/dumm.php ) eigentlich überall gültig und universell anwendbar.

  3. Ohje, nun habe ich noch mehr Lachfalten, als ohnehin vorhanden,bekommen. Alles Ihre Schuld!
    Sich solch abstruses Zeug (um Leute zu “erpressen“)- überhaupt erstmal auszudenken, dazu gehört ja schon mal eine äußerst niedrige Hemmschwelle. Den Rest macht ja die “Maschine“. Ihr Artikel ist einfach nur-wie hier gewohnt- herrlich sarkastisch, aber auch aufklärend. Weiter so.

  4. Man muß kein Verschwörungstheoretiker sein um zu wissen, dass Sytemkritiker auch mal von der Netzantifa, manche nennen die auch BND, Besuch bekommen. Es galt schon immer, wie eindrucksvoll von dem Dreckhaufen der Geschichte, im Bundestag, Herr Schulz, ausgerufen, wer nicht unser Freund ist, ist der Feind oder davor genanntes. Ja und ein Herr Kahrs (zufälliger Namensvetter von der SPD) fand die AfD hässlich, die sich lieber aus dem Staub machte, bevor sich die Schwuchtel das noch anders überlegt.
    Natürlich will die Mutti Blut sehen, also nicht ihr eigenes, das sieht sie schon lange nicht mehr, sondern syrisches. Dafür wartet sie und die aufgefahrende Nato Armada auf Assads Giftgasangriff. Uno Mandat braucht man nicht, Völkerrecht ist pups egal sagt sich die Mutti der Deutschen die es zu opfern gilt, denn das mit dem Bevölkerungsaustauch dauert ihr entschieden zu lange. Da opfert auch die Kriegsministerin gern ihre Kinder, denn eine Kriegsministerin ohne Krieg ist wie Kaktus ohne tus.

  5. Noch so ein dilettantischer Fehler: man wollte Authentizität beweisen, indem ein angeblich gültiges Passwort im Betreff veröffentlicht wurde. Selten so schön gelacht: Es war ein Passwort, dass vor Jahren mal ausschließlich für ein Fratzenbuchkonto galt, welches aber längst stillgelegt wurde (was die Quelle der Mailadressen schon mal bloßlegt). Das echte Passwort war aber länger als das genannte, enthielt jedoch ein Anführungsstrichelchen (oben) gefolgt von einem Komma. Die Diebes-Software war nicht in der Lage zu erkennen, dass das Komma dazugehört und dass es nach dem Komma noch weiterging.
    Auch ich hätte allerdings gerne gewusst, wo sich meine USB-Kamera momentan befindet, sie liegt seit fast zwei Jahren möglicherweise immer noch in einer Umzugskiste irgendwo im Keller. Wenn diese Dilettanten Zugriff auf diese Kamera haben, könnten sie mir ja mal verraten, in welcher Kiste ich sie suchen soll.

  6. Das Netz bietet ungeahnte Möglichkeiten für die ehrlichen aber auch für die unehrlichen Menschen. Und nicht nur die, besonders interessant ist es für das Militär mal die Wasser – oder Stromversorgung lahm zu legen. Na ja mit der Stromversorgung das machen die Grünen gerade selbst und wenn tatsächlich mal der Strom weg ist, ist die Verteidigungsbereitschaft gleich Null. Da gibt es auch jede Menge Tote für die natürlich der Russe schuld ist. Aber mittlerweile haben wir ja DDR 3.0, also mehr Verlogenheit ist dann bereits der Nationalsozialismus – vielleicht sind da auch schon.

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