Die Linke – mit halber Quadriga gegen Muttis vierte Amtszeit

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Die Ankündigung von Angela Merkel sich für eine vierte Amtszeit zur Verfügung zu stellen kam wenig überraschend. Dennoch läuft vielen bei dem Gedanken ein kalter Schauer über den Rücken. Ex-Weggefährtin und Bürgerrechtlerin Vera Lengsfeld sprach sogar von einer „unheimlichen Ankündigung“. Man könnte das Vorhaben auch frei nach Steven Spielberg, mit einer „Unheimlichen Begegnung der Vierten Art“ beschreiben.

Das ewige Spiel von: Ich falte meine Hände zur Raute in den Wind und warte ab was passiert, scheint hierbei kein Ende zu finden. Merkel, die wie kaum eine andere politische Führungspersönlichkeit ihre eigens aufgestellten Politikleitlinien binnen Wochenfrist in Vergessenheit wiegt und je nach Umfragegunst, nach Belieben austauscht, hat dabei leichtes Spiel. Die erschreckende Alternativlosigkeit der bundesdeutschen Politiklandschaft, das Duckmäusertum innerhalb der Christdemokraten und die typisch Deutsche „Ja-Sager-Mentalität“ sichern Merkels nahezu vorbehaltlosen Fortbestand.

Die Linksfraktion hatte sich in Teilen schon vor Merkels Ankündigung für „ROT-ROT-GRÜN“ auf Bundesebene stark gemacht. Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch rief bei entsprechenden Sondierungsgesprächen zum Sturz der Kanzlerin auf: „Herr Gabriel könnte nächste Woche Kanzler sein!“ (… wer immer das auch möchte!) Da Gabriel und die SPD hieran aber augenscheinlich keinen weiteren Gedanken verschwendeten, verpuffte der Ansatz eines „Mini-Putsch-Versuchs“. Nun drängt die Zeit, um das Diktat einer neuerlichen Großen Koalition mit der ewigen Merkel als Kanzlerin zu verhindern.

Am letzten Wochenende traf sich die Parteispitze der Linken mit den führenden Köpfen der Fraktion. Um die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden – bei der letzten Bundestagswahl trat die Linke mit 8 Spitzenkandidaten an, weil man sich nicht auf einen gemeinsames Spitzenduo einigen konnte, sollte nun ein Kompromiss gefunden werden. Die Fraktionschefs Bartsch und Wagenknecht schlossen hierbei eine Viererspitze kategorisch aus.

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Der Machtkampf um die Spitzenpositionen im Bundestagswahlkampf der Linken wurde hierbei nach scheinbar kurzen Gefechten relativ zügig entschieden. Ergebnis: Die Fraktionschefs Bartsch und Wagenknecht führen die Partei als Spitzenkandidaten an. Waren sich Bartsch, der Realo mit dem Charme eines Bausparkassenvertreters und Sahra Wagenknecht, die mediengewandte Kämpferin und vermutliche letzte „Soziale Demokratin“ in der Vergangenheit scheinbar oft spinnefeind, geben sie sich jetzt in trauter Verbundenheit zum Ziele eines zweistelligen Wahlergebnisses.

Zähneknirschende Verlierer der Sondierungen war die Parteispitze um Bernd Riexinger und Katja Kipping, die immerhin noch das Ergebnis vor den wartenden Pressevertretern verkünden durften. Riexinger, der in vielen Situationen verloren wirkt und nicht den Anschein erweckt, als würde er einer Partei vorstehen, wies trotzig darauf hin, dass der Wahlkampf aber gemeinsam vom Spitzenteam aus Parteivorstand und Fraktionsvorsitz organisiert werden solle. Kipping, die immer etwas blass und trotzig spröde daherkommt, räumte Kontroversen bei den Verhandlungen im Vorstand ein, sprach dann aber von einer Lösung die innerhalb der Partei breit getragen werde. Das Ergebnis wirkt also wie eine Quadriga, bei der zwei Pferde aus dem Gespann hinter dem Wagen herlaufen.

Das Wahlprogramm der „Linken“ soll im Januar 2017 vorgestellt werden. Im Wesentlichen soll es aber darum gehen, dass ein erkennbarer Bruch mit der derzeitigen neoliberalen Politik stattfinden soll. Weitere Schwerpunkte sind die Beendigung des „Hartz IV-Diktates“, armutsfeste Renten und auskömmliche Löhne, um die erhebliche Kluft innerhalb der Bevölkerung zu überwinden. Der interne Grabenkampf zwischen Sahra Wagenknecht und der Vorsitzenden Anja Kipping dürfte damit auch zu den Akten gelegt worden sein. Noch vor der Entscheidung für das Führungsduo hatte Sahra Wagenknecht deutlich klargestellt, dass Kipping natürlich Spitzenkandidatin werden könne, aber dann in einer neuen Konstellation, also nicht mit ihr.

Selbstverständlich wird ein Wahlkampf immer auch an den Personen festgemacht. Die vorher als „unmöglich“ gedachte Kombination des Pragmatikers Bartsch und der Fundamentalistin Wagenknecht scheint zu funktionieren und ist in der Fraktion erprobt, die sie seit dem Oktober letzten Jahres gemeinsam ruhig und geräuschlos führen. Innerhalb der Partei zumindest, sind beide Flügel bestens mit der Wahl der Kandidaten bedient. Differenzen ergeben sich lediglich im Verhältnis zu den Sozialdemokraten. Während Bartsch einer Regierungsmöglichkeit mit ROT-ROT-GRÜN wohl eher eine Chance einräumt, steht Wagenknecht dieser eher skeptisch gegenüber. Der Weg einer Einigungsmöglichkeit mit den Genossen scheint noch weit, was die Nominierung des vielleicht zukünftigen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier aufzeigt, den die „Linke“ als Architekten von Hartz IV und Agenda 2010 ablehnt.

Währenddessen bringt der politische Gegner, in Persona Angela Merkel, Fußvolk und Partei auf Linie. Zwar fuhr Merkel auf dem gerade stattfindenden CDU-Parteitag das zweitschlechteste Wiederwahlergebnis ihrer Laufbahn ein, doch trotzte sie in gewohnter Wendehalsmanier den innerparteilichen Angriffen. Ein paar Sätze zur Abkehr hinsichtlich ihrer bisherigen Flüchtlingspolitik und fertig ist der gemeinsame Friede-Freude-Eierkuchentanz. Merkel, die in letzter Zeit fast furcht- und angsteinflößend nicht mehr von den „Deutschen“ spricht, sondern nur noch von „Personen, die schon länger hier leben“, war eine Zeitlang durchaus angreifbar. Vor allem einer schwammig dahindämmernden SPD ist es zu verdanken, dass die ewige Kanzlerin diese Phase weitestgehend unaufgeregt überstehen konnte. Vielleicht gelingt es den „Mitte-Links-Kräften“ in der Zukunft eine akzeptable Alternative für ein von der Politik in großen Teilen tief enttäuschtes Volk, den „Wir machen immer so weiter“-Proklamierenden entgegenzustellen.

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Die Linke – mit halber Quadriga gegen Muttis vierte Amtszeit
7 Stimmen, 5.00 durchschnittliche Bewertung (99% Ergebnis)

Kommerzieller Einschub

Über Martin Podlasly 3 Artikel
Jahrgang 1966, freier Autor

5 Kommentare

  1. informiert Euch mal über die sogenannten Volksvertreter im Parlament bei Abgeordnetenwatch oder http://www.polpro.de/disqual.html

    Angefangen von
    Aken/Linke – (vorbetraft 10,2% der Stimmen)
    Groth/Linke – (4,5% der Stimmen)
    Gohlke/Linke – (3,9% der Stimmen)
    . . .
    und so geht es lustig weiter. Natürlich bei allen derzeitig im Parlament vertretenen Parteien.

    Unser Wahlgesetz macht die Parteiendiktatur möglich. Ob das dem GG entspricht?

    • Ja sicher. Derzeit ist im Parlament nicht das Volk vertreten (wie im GG festgelegt) sondern Parteischreihälse. Wer am lautesten schreit, kommt auf den Parteilisten nach vorn und damit an die Fettöpfe des Parlaments. Die Interessengruppen welche die Parteien finanzieren, regieren uns. Mitnichten Volksvertreter.

      Derzeit gehört zu den etablierten Parteien nur die AfD nicht dazu. Sie ist deshalb aus diesem Grund als einzige Partei wählbar. Bei der nächsten Wahl sieht es wieder anders aus.
      Wichtig wäre außerdem, dass erstmal Majestät Merkel abdankt (wird sie aber nicht) oder nicht mehr vom Volk erkoren wird. Nachdem sie soviel Kriminalität und Intoleranz und Israelfeindlichkeit nach Deutschland eingeladen hat und dafür unsere Sozialkassen geleert hat.

  2. In Deutschland wird sich entscheiden ob wir zum Weltfrieden oder zum Weltkrieg kommen.

    Das ist eigentlich schon aus der Zeit vor 1914 bekannt. Bismarck hat den Vatikan aus unserem
    Land gedrängt. Der Vatikan hat dann die Achse Frankreich, Großbritannien und Russland gegen
    das Deutsche (Kaiser) Reich geschmiedet.
    Jetzt läuft gerade der dritte Anlauf der Vernichtung. Viele merken mal wieder nichts !

    „Wir wissen jetzt, was auf dem Spiele steht: nicht das deutsche Schicksal allein, sondern das Schicksal dar gesamten Zivilisation. Es ist die entscheidende Frage nicht nur für Deutschland, sondern für die Welt, und sie muß in Deutschland für die Welt gelöst werden: soll in Zukunft der Handel den Staat oder der Staat den Handel regieren?“ Quelle: Oswald Spengler

    Die Einzigen, die dieses korrupte Besatzungssystem in unserem Land
    aufhalten können, sei ihr.

    Die einzige Kraft, die stark genug ist unser Land zu retten, sind wir.

    Nicht die Einzigen, die mutig genug sind den Weltfrieden zu fordern, sind wir
    die deutschen Völker.

    Bitte unser Buch dazu lesen:

    Unsere große Zivilisation ist an dem Punkt zum Friedensvertrag und zur
    Freiheit angelangt.

    Wir spüren, das wir an der Reihe sind, dem Land, welches wir lieben,
    etwas zurück zu geben.

    Wir machen dies für die deutschen Völker und wir werden dieses Land für
    euch zurückgewinnen.

    https://www.youtube.com/watch?v=tHwIIsKcU5Q&t=2s

    http://www.gemeinde-neuhaus.de

    „Es zeugt nicht von geistiger Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft
    gut angepasst zu sein.“ Jiddu Krishnamurti

  3. Die NATO und sein Kriegstreiber Stoltenberg klopfen sich täglich auf die korrupten Schultern – wie gut das wir den “Bösen Russen” wieder aus der feudalen Mottenkiste gezerrt haben. Wir erinnern uns, die Gruselstory des “Bösen Russen” wurde um 1917 ins “Leben” gerufen, als das morbide Zarenhaus danieder ging. Wer hats erfunden? Das feudal-kapitalistische Europa. 1933 zog man den “Bösen Russen” wieder aus dem kapitalistischen Konzernzylinder von Hitler und Co. Heute flöten Wendehals Merkel und ihr Kriegsbruder Stoltenberg ins verstaubte Russenhorn. Die völlig verzweifelte Clintongang holt sich den NATO-THINK TANK aus Übersee und melkt die Russenpropaganda bis zum abwinken. Die NATO-EU hilft so gut sie kann. Mit Sanktionen gegen Russland und Syrien und gegen ALLES was der RUSSE anfässt. Der RUSSE ist der Teufel des braven systemtreuen kapitalistischen Pöbels und der US-BILD-LESER. Fassen wir zusammen, der Russe dopt, andere Länder natürlich nicht 😉 der Russe bedroht Europa, auch wenn es nachweisbar nur eine NATO-Osterweiterung gibt 😉 zum dritten Mal innerhalb von 100 Jahren steht das kadavergehorsame Deutschland an Ruslands Grenzen und fletscht die fauligen Zähne. Wie das bisher ausging wissen wir alle. Der NATO-THINK TANK hat für reale Kapitalistenkritik den Begriff “Postfaktisch” erfunden, ebenso wie die CIA DIE “Verschwörungstheorien” erdacht hat, um logisch denkende Menschen mundtot zu machen. Orwells NEUSPRECH wurde nun auch von den kapitalistischen Social Medias im Verbund übernommen. Trotzdem wird sich die reale Wahrheit Bahn brechen und der gesunde Menschenverstand siegen – egal wie viel die Marionettenspieler auch immer zahlen 😉

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