FIFA World Shame Cup Brasil beginnt: „Lasst die Gewinne fließen“

FIFA World Shame Cup Brasil beginnt: „Lasst die Gewinne fließen“ Blatter, Sepp FIFA Absahner Brasilien WM2014 Bestechung FussballSau Paul: Machen wir uns doch nichts vor. Fußball gehört zur Reihe der unverzichtbaren Volksnarkotika, wie beispielsweise „Brot, Spiele und Prostitution“, mit dem kleinen Unterschied, dass man uns Glauben machen möchte, der Fußball sei sauberer als das letztgenannte Narkotikum. Ist aber ein mittelschwerer Irrtum, wie die Fußball Weltmeisterschaft in Brasilien eindeutig belegt. Zu einer Absage der aufpolierten Dreck-Schau konnte sich, trotz der vielen Negativschlagzeilen aus Brasilien, die FIFA nicht entschließen. Wir werden stattdessen mit #WM2014 an allen Ecken und Kanten abgespeist, denn in dieser Liga hat die Gier längst gesiegt und hält den FIFA-Gier-Pokal dafür schon seit Jahrzehnten fest in Händen. Selbst ein abblatternder FIFA-Blatter tut der Show keinen Abbruch mehr, so fest sitzt der Dreck.

An dieser Stelle erübrigt sich weitere Lobhudelei auf FIFA und Fußball. Filz und Korruption sind Dauergäste in der Führungsebene des Verbandes und dementsprechend werden die Ergebnisse bleiben. Kommen wir direkt auf Brasilien zu sprechen, wo jetzt das große Absahnen beginnt. Wie frohlockte noch gleich die FIFA zur Eröffnung aus Brasilien: „Fussball als Katalysator für soziale Veränderungen: kein Fussball ohne Ethik und Integrität“[FIFA]! Völlig richtig, denn Straßenkinder sind dank der Fußball-WM in den dortigen Austragungsorten Mangelware geworden. Viele von ihnen erlagen den Schussverletzungen, die sie sich bei den allfälligen Aufräumarbeiten dort zuzogen. Die Favelas sind vielfach den Planierraupen zum Opfer gefallen und durch schönere Bebauung ersetzt worden. Nur eben nicht für die Menschen, die bis dato dort lebten, die mussten nach irgendwo weichen.

Endlich ist auch die Polizei dort viel besser ausgerüstet, anständig aufmunitioniert … um den Abschaum zusammenzuprügeln oder im Bedarfsfall auch komplett zu entsorgen. Seither haben sie auch das Zeugs dazu, endlich mit den renitenten Studenten mal so richtig fertig zu werden, das gelang zuvor nicht so gut, eben wegen viel zu schlechter Ausrüstung. Aber Dank FIFA ist auch das alles jetzt im Lot. Insoweit liegt die FIFA mit ihrer Katalysatorfunktion völlig richtig, nur bei der Bewertung der Ergebnisse scheint es dann unterschiedliche Auffassungen zu geben.

FIFA World Shame Cup Brasil beginnt: „Lasst die Gewinne fließen“ FIFA-WORLD-FACE-PALM-SHAME-CUP-BRAZIL-2014-LOGO-qpressUnd dann haben die Brasilianer endlich auch ihre neuen Sportstätten bekommen. Vielfach sind die zwar noch gar nicht fertig, für die Menschen dazu auch noch unbezahlbar. Die Kosten haben sich mal eben verdreifacht, kann man hier nachlesen: Bauten für WM in Brasilien erst zur Hälfte fertig[Kritisches Netzwerk]. Macht aber nix, das Land gewinnt ja (außer)ordentlich an Renommee und die gute FIFA-FEE kann neben politischen Pluspunkten auch monetär recht gut abgreifen, nur müssen sich die Brasilianer selbst etwas mehr bescheiden, irgendwer muss ja die Zeche für den Welt-Spaß zahlen.

Aber Sie interessieren sich jetzt nicht wirklich dafür welchen Preis die Brasilianer dafür zu zahlen haben, oder? Da sind doch die Tor-Schüsse viel wichtiger? Wenn Sie sich doch für die Kostenseite interessieren, können Sie hier mal nachlesen: Der Preis der Fußball WM[Indexexpurgatorius]. Stören Sie sich bitte nicht an den toten Kindern auf den Straßen, das ist nur eine temporäre Begleiterscheinung der Fußballweltmeisterschaft, danach wird das sicherlich nicht mehr vorkommen, wichtiger noch, dann wird es wieder viel weniger von Interesse sein.

Wie, jetzt interessieren Sie sich auch noch für andere Profiteure dieser Veranstaltung? Sie wollen weitere echte Gewinner sehen, neben den erwähnten Straßenkindern und Bewohnern der Favelas? Ja doch, ein paar Banken und Konzerne wären da schon noch erwähnenswert: Brasilien: Von der Fußball-WM profitieren Konzerne, Politiker und Banken[DWN]. Bleiben wir doch ehrlich, uns geht das ganze WM-Elend in  Brasilien einen feuchten Kehricht an. Wir bezahlen schließlich genug dafür, wollen uns Bier und Chips auf der Couch dazu nicht auch noch vermiesen lassen. Sollen die doch dort daran verrecken, wen interessiert es, wir wollen bloß ehrlichen, trittfesten und feurigen Fußball sehen, alles andere ist bedeutungslos.

FIFA World Shame Cup Brasil beginnt: „Lasst die Gewinne fließen“ KometDa kann man den Fußballfreunden weltweit nur noch viel Spaß wünschen, ein maximales Maß an Verdrängungs- und Ausblendfähigkeit und die nötige Portion Ignoranz, die es braucht, all diese offensichtlichen wie unangenehmen Begleiterscheinungen erfolgreich verdrängen zu können. Aber wir müssen den Mut jetzt nicht sinken lassen, auch in dieser bösonderen Disziplin sind die Deutschen zu allen Zeiten (welt)meisterlich gewesen. Mit etwas Glück kommt der Ingnoranz-Gold-Pokal vielleicht 2014 nach Deutschland. Schließlich kreist der Fußballkomet noch eine Weile, träumen wir weiter. Wenn ringsherum die Welt schon brennt, sitzt der Deutsche für gewöhnlich immer noch auf dem Sofa vor der Glotze und ist entsetzt über die Aufgeregtheit. Schließlich kommt so etwas doch nur im Film vor, was soll also der Aufriss, jetzt wollen wir erst einmal Tore sehen.

Bildnachweis Joseph (Sepp) Blatter: Wikimedia Commons | Autor: Sputniktilt | Lizenz: CC-BY-SA 3.0 | ausgebessert: qpress

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Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Konzern-Massen-Medien daselbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven für den Betrachter. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören. Motto: „Lässt Du noch denken oder denkst Du schon selbst?“

2 Kommentare

  1. So lange es noch genügend Menschen gibt, deren geistiger Horizont so tief liegt, das sie mit Freuden ihr Geld für diese “tollen” Inszenierungen den Regiseuren und Drehbuchautoren in den Rachen werfen, wird sich das nicht ändern. Im Gegenteil. Jede weitere Aufführing eines millionen schweren Sportspektakels wird mehr Opfer fordern, da immer Rücksichtsloser auf Profitmacherei orientiert wird. Das nur mit “Brot und Spiele ” zu begründen, langt wohl schon nicht mehr. Hier drängt sich mir immer wieder der Vergleich zu einer kleinen Nagerart aus dem Norden auf, der sich mit Vorliebe von den Klippen stürzt !

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