Intuition statt Institution

♦ Falsche Entscheidungen und natürliches Wählen

Wenn Wählen zur Qual wird, ist es nicht mehr frei. Wenn ich Obst essen möchte, mir aber nur 50 Sorten plastikverschweißter obstähnlicher Industrieprodukte, die nach nichts Natürlichem riechen, angeboten werden, kann ich nicht das tun, wonach es mich gelüstet. Das gilt für Obst versus Industrieprodukt wie auch für freie Gemeinschaften versus politische Wahlen in einem „demokratischen Staat“. Wenn ich mich entfalten möchte, ich aber durch Schulpflicht gezwungen werde, mich nach vorgefertigten Standards zu „bilden“, dann bin ich im „falschen Leben“. Also in für mich schädlicher Gesellschaft. Dann ist mein Leben falsch.

♦ Wehrhaftes

Wenn ich jedoch erkenne, welches System versucht, mich nieder zu drücken, einzuschränken, zu verwalten und zu beherrschen, dann habe ich Möglichkeiten, meine persönliche Umwelt zu dekonstruieren. Um dann meinen Weg zu gehen. Und nicht den der anderen. Nicht den Weg derer, die diagnostizieren und durchsetzen, was ein „Normalo“ ist. Die das Leben standardisieren. Die freundlichst empfehlen, was als „professionelle Hilfe“ gilt. So wird heute Schwangeren eine Gen- Diagnose empfohlen, wonach sie völlig „frei“ entscheiden können, ob sie nicht lieber abtreiben lassen. Angstmache als Beratung.

♦ Irr- Sinnigkeit

Nur noch zwischen vorgefertigten Möglichkeiten entscheiden zu können, tötet Kreativität. Aus der tatsächlich notwendigen Muße heraus sagen zu können: „Ich habe jetzt Lust, etwas zu malen“ -ohne Anspruch auf vorgegebene Stilistik und eventuellen pekuniären Vorteil- das verstehe ich unter echtem Wählen. Das ist keine Qual. Es ist eine Lust. Es entspringt meinen Gefühlen, es ist weitgehend irr- rational. Und damit im eigentlichen Sinne menschlich. Selbst irren ist menschlich. Wir irren uns empor. Dieses „Irre- Sein“, der Anspruch, Fehler machen zu dürfen, um daraus zu lernen, das findet immer weniger Raum, es wird geächtet.

♦ Erlösung

Unser Wollen kann fremdbestimmt sein. Muss es aber nicht. Damit es das nicht muss, dafür müssen wir unser Denken zu seiner Selbstbefreiung re- intuisieren. Mehr Intuition statt Institution. Statt unsere „Erlösung“ von Institutionen zu erbitten, die uns versklavt haben, müssen wir diese Institutionen ignorieren und sabotieren. Staat, Kapitalwirtschaft, Konsumindustrie, Kirchen, Sekten, Armeen, Dienstleistungsbetriebe, Beratungsstellen, Behörden- all das brauchen wir gar nicht oder nur sehr beschränkt. Sie beschränken uns nur. Das Gleiche gilt für Ideologien und Religionen, samt der ganzen Esoterik. Das ist beschränkender Ballast.

♦ Blödsinn gegen Sinnlosigkeit

Dagegen setze ich die Möglichkeiten befreiten Begehrens, belustigender Banalität und baren Blödsinns. Gegen den massenhaften Unsinn, den wir produzieren und konsumieren.

Die meisten unserer Mitmenschen treffen täglich Entscheidungen. Aber sie wählen nichts. Entscheidungen sind digital. Kaufe ich etwas Bestimmtes oder nicht? 1 und 0. Echtes Wählen ist analog. Grauzonen des Irrtums und Zwischentöne wahren Entdeckens inbegriffen. Menschen berichten ständig davon, was sie gekauft haben. Mit Fragen wie „Was hast Du heute gebastelt?“ oder „Bist du heute durchs Unterholz gestreift?“ oder „Was hast du dir heute ausgedacht?“ erntet man meist ein verwirrtes Lächeln.

Intuition statt Institution capital is trash konsumhorror zwang kitsch sinnlosprodukteSelbst schöpferisch zu sein, dafür fehlen Zeit, Kraft und Ideen. Das kann man sehr gut im Urlaub beobachten. Aus Langeweile wird durch Einkaufspassagen gestreift und schließlich etwas ergattert, was völlig sinnlos ist. Figuren aus Gips etwa.

♦ Sinnliches Beispiel

Meine Wahl für tätige Muße, als Gegenstück zum Müssen, fiel heute auf die Kommentierung eines Konsumproduktes, welches erst durch seine Dekonstruktion Sinn erhält.

Kitsch aus Gips steht für degenerierten Schönheits- Sinn. Das finden wir nicht nur bei Gartenzwergen. Ich gebe zu, dass ich mich für ein besonders ekelhaftes Kunstprodukt entschieden habe. Ein Stück Frauenfeindlichkeit scheint hineingegossen zu sein. Die Frau als Sexobjekt und Aschenbecher. Das normierte Produkt habe ich aufbewahrt, um seiner Zerstörung durch den Frost freudig entgegen zu blicken.

Gegen unser institutionalisiertes Denken ist die Natur eine intuitive Satirikerin.

Intuition statt Institution
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Wir experimentieren. Man kann sich diesen Artikel auch vorlesen lassen. Leider klingt die Dame in Deutsch etwas holperig und unbeholfen. Wer damit klarkommen kann, der mag sich gerne eine Vorlesung geben lassen!
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Über Anarchist65 2 Artikel
Mit Ende dreißig hörte ich auf, zu arbeiten. Ich wollte mehr denken und weniger für andere schuften. Später erfuhr ich: Michel de Montaigne zog sich mit 38 Jahren aus der Erwerbsarbeit zurück, um seine Studien zu betreiben. Er war reich. Ich bin es nicht. Montaigne lebte im 16. Jahrhundert. Ich lebe heute. Wenn ich es mir leisten kann, so luxuriös zu leben, mit rund 10 Stunden Arbeit pro Woche, wie viele könnten es dann auch? Können wir uns überhaupt noch vorstellen, was wir herstellen? Warum erhalten nicht alle die Freiheit, die sie haben könnten? Das interessiert mich. Im Übrigen mag ich die Kyniker. Oder mit Tabori gesagt: „Das Lachen öffnet das Gehirn, dann können die Nägel des Verstandes eindringen.“

10 Kommentare

  1. Intuition ist durch Gefühle beherrschtes Denken. Wo wir denken sollten, fühlen wir, und wo wir fühlen sollten, denken wir. Die Hälfte aller Fehler entsteht dadurch. Das macht echte Menschlichkeit aus.
    Der Mensch sieht ein und das ist wichtig, nicht alles ist ganz falsch und nicht alles ist ganz richtig.

  2. Irgendwie seid ihr unbelehrbar: Ältere Menschen müssen gr. Schrift zum Lesen haben: Eure Formatierung beschneidet jedoch den Text zur unleserlichkeit!!!!!
    Ändert endlic, sonst seid ihr SUPER Sarkastisch!!!!!!!!!!! Cauly

    • Das ist jetzt keine Bösartigkeit oder nicht wollen … da spielt die Technik auch noch ein wenig mit. Zuvor würde mich interessieren welche Bildschirmgröße da verwendet wird, dann ließe sich der Text über den Browser schon vergrößern, nur das erfährt eben seine Grenzen wenn dann der Bildschirm zu klein ist. Diese Seite ist nicht auf 9″ Bildschirme zugeschnitten. Bei Mobilgeräten sollten die Sidebars ausgeblendet werden, damit der Text leserlich ist.

      Das Problem bei der Gestaltung von Seiten ist bekannt, aber wollten wir das Layout auf Minibildschirme ausrichten, dann ergibt sich für die Mehrheit der übrigen Nutzer ein gar schreckliches Bild. Dazwischen gilt es nun abzuwägen, das Resultat ist das Aktuelle. Magst Du mir mal ein Bildschirmfoto senden, damit ich das Dilemma besser nachvollziehen kann? An wika(at)qpress.de?

  3. Bei Religion sollte man schon unterscheiden, ob sie instrumentalisiert ist, veräußert und nicht mehr gnostisch, wie z.B. im alten Christentum.
    Also nach dem Herzen gehen und was davon zum Vorschein kommt.
    Esoterik ist so ein Begriff für alles in einen Topf mit dem geistigen Quatsch geworden. Auch hier gilt es zwischen echter Spiritualität und Kauderwelsch zu differenzieren.
    Intellekt und Reptilienhirn sind die wahre „Erbsünde“, oder glaubt hier jemand vom Affen abzustammen…

  4. Intuition ist, wenn ich morgen weiß, dass ich gestern richtisch gehandelt habe.
    In diesem Sinne:
    Wünsche weiter ein fröhliches Wettsch(e)iessen………….

  5. @Urs Wendel: >>… oder glaubt hier jemand vom Affen abzustammen…<<

    Ich glaube nicht nur, dass ich vom Affen abstamme. Die Wahrscheinlichkeit, dass es so sein kann, ist relativ hoch. Höher als jede Wahrscheinlichkeit, dass es eine "höhere Intelligenz" als die des Menschen geben könnte. Ein Astronom, der heute noch lebt, sagte: "Die Wahrscheinlichkeit, dass im Weltraum Leben entsteht, ist etwa so groß, wie der geglückte Versuch, zwei Rasierklingen mit der scharfen Seite aufeinander zu balancieren. Ich verstehe, dass Menschen das Bedürfnis nach Religion haben." Unser Leben ist jedoch nicht sinnlos, nur weil wir von niemandem erschaffen wurden und uns die Chance auf unser Leben nur zufällig zu- gefallen ist. Wir erschaffen uns täglich selbst. Darauf können wir stolz sein.

  6. Nicht die Frau ist der Aschenbecher, sondern der Hut.

    Und so wie das aussieht, trägt die Frau einen Männerhut, der Aschenbecher ist…

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