Das allesehende Auge zwinkert auch zu Weihnachten nicht, der Geheimdienst-Club

Das allesehende Auge zwinkert auch zu Weihnachten nicht, der Geheimdienst-Club one-dollar-pyramidcrop-allsehendes-auge-eine-welt-regierung-novus-ordo-seclorum-qpressWenn irgendwo auf dem Globus die Sonne aufgeht, ein finsterer Hassprediger sich blinzelnd den Bart krault, sich seinen Sprengstoffgürtel umschnallt, den Gebetsteppich Richtung Mekka ausbreitet und anschließend ungefrühstückt ein Flugzeug besteigt, um sein terroristisches Tagwerk zu beginnen, möglicherweise sein letztes, dann wollen wir das doch wissen, oder? Auch Barack Obama will das wissen, da ist er wie jeder andere Mensch einfach neugierig. Da so etwas nicht in der Zeitung steht, lässt er sich vom Geheimdienst instruieren, den Vorteil hat er als Präsident. Die NSA, die CIA und ein Dutzend weiterer einschlägiger Agenturen setzen ihn ins Bild. Was uns die Morgenlektüre mit den großen Buchstaben bringt, bekommt Obama von ausgeschlafenen Agenten vorgelesen. Die haben auch nachts über alles mitgeschnitten, was auf der Erde Schreckliches passiert, von den eigenen Untaten abgesehen. Auch diese werden offen erwogen unter wenigen Augenpaaren, und befohlen.

Wo früher das „Auge Gottes“ wachte, spionieren heute die „Five Eyes“, um alles zu wissen: Die USA, Kanada, Neuseeland, Australien und die „Mutter“ all dieser Kolonien, Großbritannien. Untereinander leben sie in göttlicher Harmonie und tun sich nichts, aber ringsum wird gehorcht und geguckt, gelauscht und gespeichert, was die Maschinerie hergibt, selbstverständlich auch in den eigenen Ländern. Man will möglichst schon vorher wissen, in welchem Winkel der Welt sich ein Bösewicht den Sprengstoffgürtel umschnallt, das Flugzeug besteigt oder Hass predigt. Um zu entscheiden, ob man ihn „ausknipst“ oder gewähren lässt, wenn’s in den Kram passt. Alles nur aus Sorge um die Sicherheit des Weltfriedens. Die dunklen Pläne der „göttlichen Vorsehung“ haben möglichst unergründlich und rätselhaft im Hintergrund zu bleiben. Warum man in Syrien Al-Quaida-Truppen aufmunitioniert, muss Otto Normalo nicht verstehen. Warum man in Afghanistan die Taliban trainierte oder seit jeher Despoten finanziert, Militärjuntas zum Putsch ermuntert, Diktatoren hofiert, unterliegt dem operativen Geheimplan, den nur Eingeweihte durchschauen. Das allesehende Auge zwinkert auch zu Weihnachten nicht, der Geheimdienst-Club Krieg ist Terror mit einem groesseren budget qpress usaNur soviel sollen wir wissen: Es gibt „guten“ und „bösen“ Terror. Gut ist er, wenn er den fünf Auserwählten des Pentavirats dient, genauer gesagt seinen wirtschaftlichen, politischen und militärischen Eliten. Dann heißt er „extralegale Exekution“ oder im großen Stil „humanitäre Intervention“, jedenfalls nicht Terror, sondern Counterterror. Wer wann, wo und wie oder was jeweils gerade „erledigt“ werden muss, wissen nur die „Five Eyes“ und ihr US-Präsident.

Deutschland gehörte da bislang nicht dazu, und hat auch andere Gesetze. Aus historischer Erfahrung mit der Nazi-Diktatur dort gilt zumindest auf dem Papier eine strikte Trennung von Polizei und Geheimdiensten. So etwas wie die Gestapo sollte es nie wieder geben, da waren sich die Five mit den übrigen Alliierten völlig einig. Das war damals, nach dem zweiten großen Weltbrand, den Deutschland ausgelöst hatte. Nach Nine-Eleven hat das anders zu sein, doch Deutschland hat immer noch keinen ordentlichen „Patriot Act“, nur gewisse Ansätze dazu. Noch darf die Home Security nicht in Wohnungen eindringen, ohne zumindest den Besitzer darüber zu informieren. Nur in ganz seltenen richterlich angeordneten Fällen dürfen Wanzen oder Kameras installiert werden, und niemals auf dem Klo. Die Rechtsprechung in Deutschland ist da eigen. Also gilt es als „gefährdetes Drittland“, wenn auch engstens verbündet, ja geradezu befreundet. Jedoch unter Freunden noch nicht so ganz auf der Höhe der Zeit. Das muss nicht so bleiben. Das könnte anders werden. Doch die deutsche Bundesregierung ziert sich.

Das allesehende Auge zwinkert auch zu Weihnachten nicht, der Geheimdienst-Club merkel_obama_du_bist_doch_mein_freund_ware_liebe_freundschaft_und_aufrichtigkeitWas macht ein Konzernchef mit einem Konkurrenten, der zu groß ist, um ihn einfach zu schlucken? Er bindet ihn ein. Als Kompagnon, als Lizenznehmer, als Filialisten, als Außenhandelsvertreter, als Kartellbruder. Man bietet ihm einen Joint (Venture) an und trifft Absprachen über die Marktaufteilung, damit man sich nicht ins Gehege kommt. Regierungen und ihre Geheimdienste machen das nicht viel anders: Der nörgelnde, aber nützliche „Partner“ wird eingebunden, gebauchpinselt und zum Komplizen gemacht. Die Mafia hat noch ganz andere Methoden, aber das ginge zuweit, den BND in Beton zu gießen. Das macht er schon selbst, auch wenn sich der Neubau wegen Planverlusten etwas hingezogen hat. Jedenfalls herrscht Handlungsbedarf im westlichen Geheimdienst-Milieu, seit alle Welt weiß, dass und wie sie ausgehorcht, mitgelesen und virtuell gespeichert wird. In Nevada existiert ihre gesamte Kommunikation als Back-up zur Sicherheit, falls sie untergeht.

Nachdem noch lange nicht alle Snowden-Pralinen ausgepackt und häppchenweise konsumiert sind, wächst in den USA die Sorge vor der Endlosigkeit des unangenehmen Dauer-Themas über Weihnachten bis ins nächste Jahr hinein ins geradezu Phantastische. Erst kam der Vorschlag, dem Whistleblower Amnestie anzubieten, würde er im Gegenzug auf jede weitere Veröffentlichungen verzichten. Völlige Straffreiheit für totales Schweigen. Das ist, als biete man einem Informanten, dessen brisanter Artikel längst im Druck ist, schnell noch eine Summe Geldes, die garantierte Unversehrtheit seiner Person oder ein Häuschen am Strand für unbegrenzte Urlaubsaufenthalte an, um die Veröffentlichung zu verhindern. Selbst wenn er wollte, er könnte gar nicht darauf eingehen. Die Informationen liegen bereits den Redaktionen vor. Rechtmäßig gehören tun sie ihm ohnehin nicht nach Lesart seiner Häscher. Also, was sollte Edward Snowden zurückhalten, das nicht längst aus seinen Händen ist? Das Weiße Haus dementierte folglich derlei dubiose Pläne und bestand weiterhin knochentrocken auf seiner Auslieferung. Eine gewisse Schlichtheit im Gemüt der Administration spricht daraus. Ändern würde sich an der publizistischen Front dadurch nur, dass jede weitere Enthüllung noch skandalträchtiger wirkte. Dum-dumm-Querschläger also für Obama.

Nun kommt ein neuer Vorstoß, lanciert von zwei einflussreichen Kongress-Abgeordneten: Deutschland solle, anstatt mit Brasilien zusammen die UNO aufzuwiegeln gegen die weltweite US-Observation, in den illustren Kreis der „Five Eyes“ aufgenommen werden. Im Zivilleben nennt man sowas Bestechung oder Vorteilsgewährung. Oder in Klarschrift: Nimm die Mitgliedschaft und halt’s Maul! Also eigentlich Schweigegeld. Auch ein unseriöser Vorschlag, wie so ziemlich alles, was derzeit aus den USA kommt. Die Nerven scheinen blank zu liegen. Die Antwort des nationalen Geheimdienst-Koordinators geht dahin, dass die Koordination der Zusammenarbeit mit den Schnüffelorganisationen „unserer engsten Verbündeten und Partner“ derzeit einer Überprüfung unterzogen werde. James R. Clapper weist aber vorsichtshalber darauf hin, dass eine Ausweitung des „Fünf-Augen“-Kreises nicht einseitig von den USA beschlossen werden könne. Schließlich könnten sich Kanada, Neuseeland, Australien oder Großbritannien noch gegen schlechtes Englisch verwahren.

Berlin hingegen dementiert, dass Deutschland solcherlei Ambitionen hege. Braucht es gar nicht. Auch ohne formell Mitglied zu sein, steht es seit 1955 bereits in einvernehmlicher Allianz mit den „UKUSA“-Staaten und tauscht zusammen mit Singapur, Schweden, Südkorea und Dänemark fleißig nachrichtendienstliche Informationen aus wie Fußball-Sammelbildchen. „Hast Du den Carlos? Ich hätte den Curveball zu bieten. Tauschma?“ Nein, einen direkten Beitritt wünsche die Bundesregierung nicht, denn der widerspräche der strategischen Position Deutschlands in Europa. Für die Dominanz der dicksten Geldbeutel muss ungehindert überall spioniert werden, selbst gegen UK und Dänemark, versteht sich. Auch für die USA stünde eine noch stärkere Einbindung deutscher Gerüchteküche nicht direkt an. So wie es ist, passt es also, will Berlin damit gesagt haben.

Allerdings, verhandelt werden müsse sehr wohl. Und zwar über eine noch stärkere Zusammenarbeit mit noch intesiverem Informationsaustausch in noch stärkerer Kooperation, nicht zuletzt auch, was Obamas Küchenrezepte anbelange. Darüber weiß man hierzulande so gut wie gar nichts. Das Abkommen, an dem derzeit mit Geheimtinte kalligraphiert wird, soll beim kommenden Besuch des US-Außenministers John Kerry in Berlin unterzeichnet werden, unter kurzfristiger Beiseite-Legung des Kanzlerinnen-Handys. Es wird allerdings keinerlei völkerrechtsverbindliche Relevanz aufweisen, wie das eben so zu sein hat bei internen Räuberbanden-Revierabsprachen. Da wird nichts einklagbar sein aus einem solchen „Vertrag“, schon gar keine Bürgerrechte. Pack schlägt sich, Pack verträgt sich, et Pacta sunt servanda („Das Pack ist zu beschützen“, wie kreative Nieten aus dem Lateinischen übersetzen würden).

Die US-amerikanische Justiz schießt indes den Adler ab: Die umfassende Datensammelwut der NSA könnte eventuell unter Umständen vielleicht „möglicherweise verfassungswidrig“ sein, erklärte ein US-Richter. Na sowas! Wer hätte daran gedacht?! Selbst noch im Kritisch-Sein entblößt sich der Rechts-Staat als hilfloses Anhängsel seiner Datenkrake. Muss man dazu Jura studiert haben und Richter geworden sein? Da kräht doch der Truthahn! Entspannte Feiertage mit dem fünfzackigen Stern an der Spitze des Baumes! Und schickt bitte nicht diese unscharfen, überbelichteten, verwackelten Selfies mit glänzenden Wangen und Kaninchenaugen! Gebt Euch ein bisschen Mühe zu den Festtagen! Die Auswerter brauchen ordentliche Fotos, selbst von lebkuchen-kauenden, gänsefett-triefenden Christenmenschen. Sie haben doch auch ein ästhetisches Empfinden.

Wolfgang Blaschka
Das allesehende Auge zwinkert auch zu Weihnachten nicht, der Geheimdienst-Club
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Wir experimentieren. Man kann sich diesen Artikel auch vorlesen lassen. Leider klingt die Dame in Deutsch etwas holperig und unbeholfen. Wer damit klarkommen kann, der mag sich gerne eine Vorlesung geben lassen!
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Über Wolfgang Blaschka 17 Artikel
freischaffender Grafiker, Autor und Filmemacher aus München

5 Kommentare

  1. Keine Panik auf der Titanic. In Österreich wird schon überlegt, das Internet wieder abzuschaffen, weil 1/4 der Weihnachtseinkäufe über Internet erledigt werden.
    Das schadet „den Märkten“.
    In diesem Sinne surfe ich mit 64 Kb/Sek.
    Prosit

  2. Natürlich würde unser kleines Stasi-Ferkel liebend gerne, im großen Vereinigten Saustall mitmerkeln.
    Aber das allwissende Osama will keine Loser, die ihre WK’s versemmeln.
    Und so bockt nun das kleine Ferkel, euer Saustall ist zu dreckig.

  3. Das allessehende Auge ist in seiner Symbolik von Anbeginn dem Okultismus der Illluminati geschuldet.

    Inzwischen müsste da eigentlich längst der Inspruch stehen: et Pacta sunt servanda ,
    denn der Kriegsnobelpreisträger ist ein Angstneurotiker.
    Deshalb sein Überwachungswahn.
    1. Kontrolle der eigenen Leute seiner Regierung
    2. Kontrolle der Leute befreundeter und fremder
    Regierungen
    3. Entdeckung von Heißspornen die sich für false
    flag action konditionieren lassen.

    Am Ende bleibt noch, dass diese Schnüffelei ein grandioses Geschäftsmodell ist, mit Umsätzen die im Milliarden Segment angesiedelt sind.

    Man kann diesem Monster nicht entkommem, sondern man kann es nur intelligent füttern.

  4. Ich schreibe hier lieber nix.

    Denn falls sich jemand zu recht oder zu unrecht einbildet, ich sei systemkritisch, dann setzt mich irgendeine Abschnorchel-Organisation bestimmt auf irgendeine Liste die ich nicht möchte und von der ich nichts erfahre …

    Und wenn ich mal im Krankenhaus bin, dann macht der Narkosearzt mit größerer Wahrscheinlichkeit irgendeinen dummen Fehler als sonst. Es muss ja nicht immer ein Selbstmord oder ein Autounfall sein.

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