Große Koalition der Lohndrücker, Mindestlohn nur für Besserverdiener

Große Koalition der Lohndrücker, Mindestlohn nur für Besserverdiener Große Koaltion der Lohndruecker Mindestlohn nur fuer Besserverdiener SPD CDU CSU asoziale ParteienBRDi­gung: Der Berg kreißte und gebar (nicht­mal) eine Maus. So lässt sich das bish­erige Zwis­ch­en­ergeb­nis der Koali­tionsver­hand­lun­gen tre­f­flich zusam­men­fassen. Die voll­mundi­gen Wahlver­sprechun­gen, ver­meintlich arbeit­nehmer­fre­undlich­er Parteien, wie sie noch vor der Bun­destagswahl raus­posaunt wur­den, zer­bröseln nach und nach in gewohn­ter Manier zu Staub. Jet­zt sick­erte ein Arbeitspa­pi­er durch, welch­es einen rel­a­tiv aktuellen Stand der Koali­tionsver­hand­lun­gen wider­spiegelt. Ein beson­ders amüsan­ter Punkt darin, die Saga vom omnipo­ten­ten Min­dest­lohn.

Der Min­dest­lohn ist sich­er. Auch die Höhe scheint kein­er­lei Sor­gen zu bere­it­en. Der Zeit­punkt, zu dem er Gesetz wer­den soll, riecht allerd­ings mehr nach ein­er Dauer-Ver­schiebung. Mit viel Glück kön­nte es aber in diesem Jahrzehnt noch etwas wer­den. Viel inter­es­san­ter dabei ist ein weit­er­er Aspekt, wie besagtes 177-seit­iges Arbeitspa­pi­er vom 24. Novem­ber belegt, welch­es die rheinis­che Post zu diesem Titel ani­mierte: Union will Langzeitar­beit­slose vom Min­dest­lohn aus­nehmen. Die Phan­tasien der par­la­men­tarischen Ses­selpupser scheinen gren­zen­los fies zu sein. Nun wurde der Spiel­ball „Min­dest­lohn“ also aufs näch­ste Spielfeld gekickt, näm­lich auf das Feld der Auszu­gren­zen­den. Für wen soll also am Ende dieser Min­dest­lohn über­haupt noch gel­ten? Das Wort Gle­ich­heit wollen wir bess­er gar nicht erst in den Mund nehmen, ver­mut­lich kommt es auch in den Koali­tionsver­hand­lun­gen nicht mehr vor.

Fol­gt man den Gedanken­spie­len aus diesem Arbeitspa­pi­er, dann sollen von der Min­dest­lohn­regelung kün­ftig Zeitungsaus­träger, Rent­ner, Langzeitar­beit­slose, Schüler, Prak­tikan­ten, Stu­den­ten, Ern­te­helfer, schw­er ver­mit­tel­bare Men­schen und viele weit­ere Rand­grup­pen ausgenom­men wer­den. Ins­beson­dere also jene Men­schen, die beson­ders auf einen Min­dest­lohn angewiesen wären. In der Quin­tes­senz bedeutet dies, dass es auss­chließlich ein Min­dest­lohn für Besserver­di­ener wer­den wird, jene Leute also, die ver­mut­lich sowieso schon darüber hin­aus ver­di­enen. Das wäre doch der Hit, die geset­zliche Festschrei­bung des Min­dest­lohns für alle die mehr als 8,50 € die Stunde ver­di­enen, klar­er kann man es gar nicht regeln. Riecht nach einem absoluten Null-Sum­men-Spiel, aber immer­hin hat man dann ja etwas bewegt und nur darauf kommt es an. Am Ende wird die Lösung dann bes­timmt auch von allen Arbeit­ge­bern sehr gelobt wer­den, Haupt­sache sie ist zahn­los genug und gefährdet nicht die Prof­ite.

For­mal zuckt die SPD noch ein wenig, muss sie doch den Anschein wahren und lehnt deshalb entsprechende Regelun­gen (noch) ab. Das ist natür­lich nur eine Frage der Zeit, denn wenn sie gen­ervt genug sein wer­den, ist die Zus­tim­mung schon mehr als gewiss, denn sie wollen regieren. Den Ver­rat an den Arbeit­nehmern beherrschen sie ja nicht erst seit den let­zten Jahrzehn­ten.

Betra­cht­en wir noch kurz wer da aktuell über die Min­destlöhne befind­et. über das was die ohne­hin schon aus­ge­gren­zten Men­schen zukün­ftig ver­di­enen sollen dür­fen. Die Grund­vergü­tung dieser Banau­sen unter der Reich­stagskup­pel beträgt 8.252 € pro Monat (so schmal sind die Diäten der Bun­destagsab­ge­ord­neten derzeit). Weit­ere Erhöhung sind bere­its beschlossen. Unter­stellen wir ein­mal, dass da weniger sek­tschlür­fend­er­weise in den Lob­bys abge­hangen wird und sie min­destens auf 160 Stun­den pro Monat echter Arbeit kom­men, dann brin­gen sie es auch nur auf 51,58 Euro pro Stunde. Da kann man ver­ste­hen, dass sie den nor­malen Mal­ochern keine 8,50 € gön­nen, schließlich muss der Klasse­nun­ter­schied gewahrt bleiben. Anders als die geset­zlichen Abzüge auf den Min­dest­lohn, kom­men auf die Diäten aber noch sat­te steuer­freie Aufwand­sentschädi­gun­gen oben­drauf. Soviel zum Gerechtigkeit­sempfind­en unser­er Vertreter.

Alles in allem soll­ten wir nicht annehmen, dass in der beab­sichtigten großen Koali­tion wirk­lich etwas zugun­sten der Men­schen bewegt wer­den wird. Die Zeichen ste­hen auf Sturm. Weit­ere Arbeit­skräfte aus dem Osten drück­en auch nach Deutsch­land. Die Löhne müssen zugun­sten der Prof­itabil­ität weit­er runter. Deutsch­land muss bezüglich der sozialen Stan­dards noch mächtig abspeck­en, um auf lange Sicht eine Angle­ichung an jene Staat­en zu vol­lziehen, die wirtschaftlich in der europäis­chen Union völ­lig hin­ter­her­hinken. Diesen Schw­er­punkt des europäis­chen „Zen­tralkomi­tees der EUdSSR“ wer­den die Ver­han­dler dabei nicht aus den Augen ver­loren haben.

Der ver­schaukelte Wäh­ler darf sich bere­its jet­zt darauf ein­richt­en, seit­ens der Regierung allen­thal­ben weit­ere Belas­tun­gen aufge­halst zu bekom­men. Erle­ichterun­gen und Wohltat­en, egal welch­er Art, wird es nur für Banken Gel­dadel und die Indus­trie geben, die bre­ite Masse muss bluten, so der große Plan. Die Parteien kön­nen darauf set­zen, dass die Wäh­ler die Ein­schnitte der kom­menden drei Jahre bis zum näch­sten Wahlter­min in vier Jahren längst wieder vergessen haben wer­den. Jede Wette, dass unser Titel auch in 4 Jahren noch richtig ist!

Große Koali­tion der Lohn­drück­er, Min­dest­lohn nur für Besserver­di­ener
13 Stim­men, 5.00 durch­schnit­tliche Bew­er­tung (99% Ergeb­nis)
Wir exper­i­men­tieren. Man kann sich diesen Artikel auch vor­lesen lassen. Lei­der klingt die Dame in Deutsch etwas holperig und unbe­holfen. Wer damit klarkom­men kann, der mag sich gerne eine Vor­lesung geben lassen!
Immer noch und auf alle Zeit total kosten­los … unsere Mail-Benachrich­ti­gung, sobald neue Artikel hier erscheinen. Es geht ganz ein­fach: ein­tra­gen, Bestä­ti­gungs­mail kommt post­wen­dend (bei großen Mail­providern auch den SPAM-Ord­ner prüfen), dort Bestä­ti­gungslink klick­en und alles ist schon erledigt. Kann jed­erzeit genau­so unkom­pliziert abbestellt wer­den. Jede Mail enthält enst­prechende Links dazu. Also? Worauf noch warten?

Avatar
Über WiKa 2276 Artikel
Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Konzern-Massen-Medien daselbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven für den Betrachter. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören. Motto: „Lässt Du denken, oder denkst Du schon?“

12 Kommentare

  1. Bei diesem wieder inhaltlich so starken Artikel mal ein unbe­ab­sichtigtes Wort­spiel?
    “Der Berg kreiste”, ste­ht oben, also rotierte.
    Üblicher­weise geht der Maus­ge­burt jedoch das “kreißen” voran im Sinne von Geburtswe­hen.

    Nix für ungut, diese Lohn­dump­ing­wet­tbe­werbe führen in den Abgrund und wed­er deutsche Han­dels­bi­lanzüber­schüsse noch hiesige Löhne gefall­en den Fran­zosen.

    Warum eigentlich hört man zurzeit auss­chließlich von “Han­dels­bi­lanz”, es gab doch auch mal die “Leis­tungs­bi­lanz”, die den Über­schuss durch Aus­gaben im Aus­land­surlaub weit­ge­hend aus­geglichen hat?

    • Danke für den Hin­weis, hab gern dazugel­ernt und es geän­dert … wusste gar nicht dass die Reden­sart aus der Ars poet­i­ca des römis­chen Dichters Horaz (65 bis 8 v. Chr.) stammt. Man sollte sich keineswegs immer nur auf die Phonetik ver­lassen, manch­mal muss man noch tiefer graben … 😉

  2. hey, danke für Deinen artikel!
    Doch, Du schreib­st:

    “In der Quin­tes­senz bedeutet dies, dass es auss­chließlich ein Min­dest­lohn für Besserver­di­ener wer­den wird, jene Leute also, die ver­mut­lich sowieso schon darüber hin­aus ver­di­enen. Das wäre doch der Hit, die geset­zliche Festschrei­bung des Min­dest­lohns für alle die mehr als 8,50 € die Stunde ver­di­enen, klar­er kann man es gar nicht regeln. Riecht nach einem absoluten Null-Sum­men-Spiel…”

    soweit, so gut. nur, wie schaut es mit dem gedanken aus, dass dann die Men­schen, die nun schon etwas mehr als den min­dest­lohn ver­di­enen, “dann weniger ver­di­enen wer­den…?”
    namentlich dann lohnsenkun­gen für diese Men­schen in rich­tung min­dest­lohn stat­tfind­en wer­den…! deswe­gen sei mir der hin­weis erlaubt:
    null­num­mern­spiel? für wen?

    Mala

    • Du hast Recht, wenn magis­che Gren­zen gezo­gen wer­den, dann strebt immer alles dahin. In diesem Fall möchte aber wohl die Wirtschaft eher nach­haltig noch weit­er runter. Das Ide­al eines jeden Aus­beuters ist es doch, dass die Men­schen noch Geld mit­brin­gen, dafür er ihnen Arbeit gibt. Sie früher das The­ma „Lehrgeld”.

      Aber um bei der Sache zu bleiben, wie oben angedeutet, wird es zunächst zeitlich weit raus­geschoben, 2016 war schon im Gespräch, damit die SPD es 2017 noch als Erfolg ver­mark­ten kann. Und das Gewis­sen der CSU reicht nicht bis zur Bil­ligkraft hin­unter, als dass sie es übers Herz brächt­en den Min­dest­lohn für jede Arbeit festzuschreiben. Die Aus­nah­men garantieren dann eben auch, dass wir durch den Erhalt eines Bil­liglohnsek­tors irgend­wann auch mit Chi­na und Indi­en konkur­ri­eren kön­nen. Der Gedanke mit dem weniger ver­di­enen ist aber auch ohne Min­dest­lohn schon Real­ität. Ich kenne viele Fälle, Fachkräfte, wenn sie wech­seln mussten, dann ging es bei ein­er Neue­in­stel­lung erst ein­mal weit­er runter. Sei es bei der eigentlichen Vergü­tung, aber auch bei Zuschlä­gen, Son­dervergü­tun­gen, eben den ganzen Kat­a­log der Kürzun­gen durch … ist Stan­dard.

      Insoweit liegst Du mit Deinem Bauchge­fühl schon richtig.

  3. Kann sich noch jemand an die let­zte große Kop­u­la­tion erin­nern???
    Da ver­sprachen die einen vor der Wahl, 2% Mehrw­ert­s­teuer-Erhöhung und die anderen 0%.
    Man traf sich dann in der Mitte, und vere­in­barte ganz as-sozial 3% Mehrw­ert­s­teuer-Erhöhung.
    Ja, so schön kann kop­ulieren sein, wenn man gemein­sam das Volk f….

  4. Gedanken — geh danken, abdanken.…
    Was für ein Schaus­piel.
    Oder ist es ein Dra­ma?
    Bewe­gung -
    Ist das eigentlich immer eine Ent-wick­lung?
    ‑Manch­es mal tritt man auf der Stelle
    ‑Manch­mal bewegt es sich im Kreis
    Bei mich kreiselt es eigentlich nur noch.
    Worum?
    Vor ein­er Bewe­gung kann ich etwas nicht weit­er­ma­chen Tun, wie bish­er.
    Vor ein­er Bewe­gung kann ich etwas noch nicht Tun.
    Ein­fach mal wählen.
    Wer die Wahl hat, hat den schwarzen Peter oder bekommt, was er wählt oder wie?
    Es ist ein ver­al­tetes The­ater, auf jeden Fall.
    Nur, was ist zu Tun?
    Keine Ahnung

    PS. Sucht die Post nicht in der Vor­wei­h­nacht­szeit Aushil­f­skräfte?

    • Der Staat ist eine Modal­ität des organ­isierten Ver­brechens.
      Seine Organ­i­sa­tion­sstruk­tur ist mil­itärisch-hier­ar­chisch.
      Dabei spielt es gar keine Rolle, wie sich der Staat selb­st beze­ich­net, als Demokratie, als Kön­i­gre­ich, als Gottesstaat, als nation­al­sozial­is­tisch oder kom­mu­nis­tisch.
      Das mil­itärisch-hier­ar­chis­che Herrschaftssys­tem bleibt immer erhal­ten.
      Erst wenn den Men­schen dies bewusst wird, ist eine Sys­temän­derung möglich.
      Das bedeutet die aktive Teil­nahme der Bevölkerung an allen Entschei­dung­sprozessen.
      Der erste Schritt dahin, ist eine gläserne Ver­wal­tung.
      Heute unter­liegt selb­st der beru­fliche Lebenslauf eines Richters dem Daten­schutz.
      Das Fun­da­ment ein­er jeden Ziv­il-Gesellschaft ist Trans­parenz.
      Die heuti­gen Staat­en beziehen ihre Macht aus der Geheimhal­tung von Entschei­dung­sprozessen.
      Echte Demokratie ist auf dieser Grund­lage unmöglich.
      Unser heutiges mil­itärisch-hier­ar­chis­ches Gesellschaftsmod­ell wird beherrscht von ein­er “Kriegerkaste”.
      Das Ziel des Volkes sollte der Auf­bau ein­er Zivilge­sellschaft sein.
      Schiller for­mulierte es so:
      “Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.

  5. Die Mas­chine, das Sys­tem, wenn es stockt wird es unan­genehm,
    nicht ger­ade Fett oder Öl, die Großkotzil­lion, sie sparen an euch,
    aber das seid ihr ja gewohnt, ich öl euch pfleglich kleine Räd­chen,
    die mit Kraft die großen drehen, was macht die Merkel, ver­sucht ein­fach still zu ste­hen.

    Doch der große Zeit­en­schritt rech­nete schon damit, daher umge­ht er bald das Rad und der Staat wird wieder gütig, all die über­müti­gen Nullen, mit den nichtssagen­den starken Bildern, kön­nen dann bei der FDP Wäh­ler wildern.
    Kaum ist man im Urlaub, der Staub kommt her­bei, die Truppe jedoch, ist mir ein­er­lei,
    kann sie nicht ern­st­nehmen und freu mich auf den Wider­stand,
    zumin­d­est bei der VDS war er immer bestand.

  6. Wenn ihr euch nicht eini­gen kön­nt, dann nehm ich das mal in die Hand und werfe meinen Vorschlag in die Runde, damit das endlich mal was wird: 8,50 € Max­i­mal­lohn. Natür­lich bleiben die aus­geschlossen, die weniger ver­di­enen.

    M.f.G.
    Der Arbeit­ge­ber

3 Trackbacks / Pingbacks

  1. Große Koalition der Lohndrücker, Mindestlohn nur für Besserverdiener | Akademie Integra
  2. Anonymous
  3. LabourNet Germany: Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch » Große Koalition der Lohndrücker, Mindestlohn nur für Besserverdiener

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


Ich akzeptiere

*