Seehofer zieht durch, einmaliger Volksentscheid zu Volksbefragungen

Seehofer zieht durch, einmaliger Volksentscheid zu Volksbefragungen Seehofer, Horst CSU Bayern Volksabstimmung vs Volksbefragung Volksverdummung Wahlkampf Versprechen Schauspiel KomoedienstadlBRDi­gung: Man sollte nicht meinen dass zu diesem The­ma Einigkeit bei den „Diätier­ern“ bestünde, das sind übri­gens die Volksvertreter, die von kar­gen Diäten leben müssen. Zwar geben CSU und SPD seit jeher vor für Volk­sentschei­de zu sein, sie kön­nen sich aber allzeit darauf ver­lassen, dass entsprechende Umset­zun­gen an irgen­dein­er über­mächti­gen Spaßbremse scheit­ern. Diese Übung ist inzwis­chen deutsche Tra­di­tion. Aktuell mimt Angela Merkel den Brem­sklotz. Wer ken­nt nicht ihren SED-Fetisch für die harte indi­rek­te Demokratie? Da ist es für CSU, SPD und alle anderen par­la­men­tarischen Schrei­hälse recht ein­fach die ganz großen Töne zu spuck­en. Ern­sthafte Gefahr, dass der Sou­verän tat­säch­lich an die Macht kommt, bestand allerd­ings zu kein­er Zeit.

Um diesen Vor­gang richtig zu ver­ste­hen, müssen wir eine weit­ere Analo­gie brin­gen, die das Dilem­ma all­ge­mein­ver­ständlich beschreibt. Gerne wird der Sou­verän mit einem Haush­er­ren ver­glichen. Dieser hat eine stat­tliche Zahl von Dienern. Das Spiel zwis­chen Herrschaft und Dienern ist eine ewige Wieder­hol­ung. Die Diener bescheini­gen dem Haush­er­ren eine aus­gewach­sene Demenz, diverse andere Krankheit­en und lassen nach außen ver­laut­en, dass der Herr des Haus­es nicht mehr zurech­nungs­fähig sei, man deshalb die Geschäfte zu dessen Wohle führt. Wann immer die Rede auf die Erb­schaft kommt, sichert man dem Haush­er­rn zu, dass er kün­ftig sel­ber die Geschicke seines Haus­es bes­tim­men dürfe.

Ist erst ein­mal die Unter­schrift geleis­tet (die nichtssagen­den Kreuze alle vier Jahre), wird die Aus­sage post­wen­dend rel­a­tiviert und auf die Demenz des Haush­er­rn ver­wiesen, um nach Gut­dünken der Diener weit­erzuwursteln. Die Diener pfle­gen übri­gens aus­gedehnte Kon­tak­te zu standes­gle­ichen Inter­es­sen­grup­pen aus andern Häusern und lassen sich nicht sel­ten von frem­den Inspi­ra­tio­nen leit­en. Und so wer­den dann diverse Kuren und Heil­maß­nah­men für den Haush­er­ren beschlossen und exeku­tiert, auf dass dieser nie wieder richtig zur Besin­nung kom­men möge und schon gar nicht sein Bewusst­sein wieder­erlangt.

In diesem Lichte ist die let­zte Äußerung des Granden aus Bay­ern zu betra­cht­en (ab Minute 2:10), wobei es ihm dabei nicht ein­mal am allfäl­li­gen Humor gebricht. (Schade, das ehe­mals beige­fügte filmis­che Beweis­ma­te­r­i­al, war mal als Video hier einge­bun­den, wurde inzwis­chen gründlich ver­nichtet und kon­nte nir­gends mehr aufgetrieben wer­den). Darüber kann sog­ar der Sou­verän völ­lig unge­niert Lachen. Die Haup­tauf­gabe beste­ht jet­zt in der Vernebelung etwaiger gemachter Ver­sprechen der Diener gegenüber dem Haush­er­rn. Das ist Usus nach den Wahlen und es scheint See­hofer gut gelun­gen zu sein, wie der beige­fügte Streifen ein­drucksvoll belegt. Jet­zt geht es nur noch darum den Haush­er­ren davon zu überzeu­gen, dass eine Volks­be­fra­gung doch viel wertvoller als ein dus­seliger Volk­sentscheid ist. Wer ken­nt schon den mar­ginalen Unter­schied! Dem schwachsin­ni­gen und unter Dro­gen gehal­te­nen Haush­er­ren, kurz Sou­verän, wird er in weit­en Teilen nie bewusst wer­den. Wie immer liegt die Crux im Detail. Da ist natür­lich ein ein­ma­liger Volk­sentscheid über kün­ftige Volks­be­fra­gun­gen schon ein echter Kracher.

Bekom­men wir nicht tagtäglich unsere eigene Mei­n­ung durch die GEZahlt Sender serviert? Wun­dern uns alle Nase lang darüber, welchen Blödsinn wir wirk­lich wollen? Man selb­st begin­nt an seinem Ver­stand zu zweifeln, weil man nicht der soge­nan­nten Mehrheitsmei­n­ung entspricht, aber auch nicht gesagt bekommt wie diese tat­säch­lich zurecht­ge­bo­gen wird. Über den selt­samen Wil­lens­bil­dung­sprozess des Volkes, via der Main­stream-Medi­en, gibt es ja unzäh­lige Schauer­märchen. Und so wun­dert es heute nie­man­dem mehr, dass dreivier­tel des Volkes hin­ter Mut­ti ste­ht. Traue kein­er Sta­tis­tik die du nicht sel­ber gefälscht hast … das wis­sen auch unsere Diener.

Historische Verfehlungen des Hausherren

Seehofer zieht durch, einmaliger Volksentscheid zu Volksbefragungen Zwangsjacke Modell Merkel qpNatür­lich ken­nen wir die Geset­ze von Ursache und Wirkung. Und es ist noch gar nicht so lange her, nur gut drei Gen­er­a­tio­nen, da wurde der Haush­err schon ein­mal von seinen Dienern befragt: „Willst Du den total­en Krieg“? Und völ­lig unter Dro­gen ste­hend muss dieser „ja“ gebrüllt haben, das wars dann. Aber machen wir uns nichts vor, die Diener hat­ten unab­hängig vom Jubel­ruf des Volkes schon alles aufs Beste nach ihren eige­nen Vorstel­lun­gen vor­bere­it­et. Es brauchte damals nur noch diesen Blankoscheck.

Das unselige Ende des Dra­mas ist hin­länglich in den Geschichts­büch­ern verze­ich­net und passend zurecht­geschrieben. Hierin dürfte die tief­ere Ursache zu suchen sein, warum man den Haush­er­ren in Deutsch­land nicht wirk­lich mehr an den Sicherungskas­ten lässt. Wis­sen wir doch, dass auch für die Ver­fehlun­gen der Diener­schaft stets der Herr des Haus­es einzuste­hen hat, bis zum let­zten Hemd. Rechts ist so ein Exem­plar, wie man es für den Haush­er­ren vorge­se­hen hat.

Und so lassen es die Diener bei dieser über­aus kom­fort­ablen Regelung, die IHNEN nach­weis­lich keinen Schaden zufü­gen kann. Sie haben allzeit für ihr Tun und Han­deln den passenden Ver­ant­wortlichen und Zahlmeis­ter in der Hin­ter­hand. Nichts wird sich ändern, außer vielle­icht ein paar stärkere Dro­gen für den Haush­er­rn. Es wieder­holt sich diese miese Auf­führung von Leg­is­latur zu Leg­is­latur, immer ein­ma­lig, in der tödlichen Gewis­sheit, dass es eine Auf­führung nur für den Sou­verän bleibt.

Bild­nach­weis (See­hofer): Wiki­me­dia | Auor: J. Patrick Fis­ch­er | CC-BY-SA 3.0

See­hofer zieht durch, ein­ma­liger Volk­sentscheid zu Volks­be­fra­gun­gen
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3 Kommentare

  1. Naja, das ist ja auch ein­fach tech­nisch nicht möglich, nur so das Volk zu befra­gen. Immer­hin beste­ht da ja für jede einzelne Mei­n­ung immer noch der Daten­schutz. Und außer­dem: wo soll das hin­führen? Stelle man sich ja mal vor (ein gän­zlich monar­chis­tis­ches Beispiel: Der Kunde ist König — auch bei der Bahn):

    …soll also der Lok­führer alle seine Pas­sagiere befra­gen, wohin die Reise bitte gehen soll? Siehste: geht nicht. Außer, die Pas­sagiere steigen mal eben alle aus und leg­en die Gleise hüb­sch woan­ders lang. Allerd­ings auch ein sehr anar­chis­tis­ches Unter­fan­gen, denn das wäre derzeit laut Gesetz schlicht ver­boten. Des­dawe­gens ist es schon mal gut, dass Volk­sentschei­de nicht erlaubt sind.

    Und mal ehrlich: wollen Sie (Ja — Sie!) wirk­lich, dass solche Leute, welche Leser­briefe an die BILD-Zeitung schreiben, dann auch über Geset­ze entschei­den? (Ich nicht!)

  2. Die Zwick­müh­le mit der Volks­be­fra­gung liegt ganz ein­fach in der Tat­sache, dass ein Men­sch der selb­st nichts gilt auch (in aller Regel) nichts gel­ten lässt.

    Wie will man da zu einem Kon­sens kom­men?

  3. Ja so ist das. Zuerst wird das Volk verblödet und dann wun­dert man sich, dass es keine vernün­fti­gen Entschei­dun­gen zu tre­f­fen ver­mag.
    Macht aber nix, Welt­poli­tik wird längst von anderen gemacht.
    Und was unsere Dorftrot­tel so von sich geben, inter­essiert nie­man­den mehr.

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