Prepaid-Strom soll Bedürftigen in Deutschland beim Sparen helfen

Prepaid-Strom soll Bedürftigen in Deutschland beim Sparen helfen Hartz-IV-bei-Kerzenlicht-Strom-sparen-ganz-einfach-gemacht-die-Koalition-fuer-Prepaid-StromDeutsch-Absur­dis­tan: Die große Koali­tion ist noch nicht ein­mal in trock­e­nen Tüch­ern, da bricht das christlich-soziale Mitleid, ins­beson­dere der CDU, wieder ein­mal richtig durch. Die CDU hat offen­sichtlich ihr Herz für die Armen Men­schen in Deutsch­land wiederge­fun­den. Sie ste­ht den Ärm­sten nicht nur mit prak­tis­chen Ratschlä­gen zur Seite, wie diese ihre Not jet­zt bess­er dosieren kön­nen sollen, nein, man arbeit­et wohl schon an entsprechen­den geset­zlichen Regelun­gen dazu. Das ganze rang­iert dann übri­gens unter dem Ober­be­griff „Ver­brauch­er­schutz” in den derzeit­i­gen Koali­tionsver­hand­lun­gen. Wir sehen schon wieder die guten alten Zeit­en aufziehen, damals, als noch alles ohne Strom ging. Mal Hand aufs Herz, ist es nicht ein schönes Idyll bei Kerzen­schein was da rechts zu sehen ist?

Natür­lich nur eine kleine Rand­no­tiz. DIE WELT hat diese Winzigkeit aufgeschnappt, aber für einen größeren Auf­schrei wird es wohl auch nicht reichen, han­delt es sich ja eher um ein Tabu-The­ma. Das wäre bes­timmt anders gewe­sen, wenn ger­ade ein­mal wieder eine Bank vor der Zahlung­sun­fähigkeit stünde, da käme dann die staatliche Vorauszahlung ver­mut­lich sog­ar ohne Regelung und Nach­frage. Aber wen­den wir uns ein­mal der Argu­men­ta­tion zu, die zu dieser reg­u­la­tiv­en Meis­ter­leis­tung der neuen großen Koali­tion führen wird.

Das Kern­prob­lem liegt offen­bar in der wach­senden Zahl der Stromsper­ren in Deutsch­land. Eine beständig wach­sende Zahl von Men­schen kann ein­fach ihre Strom­rech­nung nicht mehr bezahlen. Wenn der Strom jet­zt, ana­log zum Pre­paid-Sys­tem für Handys, im Voraus zu bezahlen ist, so die Rech­nung der Ver­brauch­er­schützer und Sozialpoli­tik­er, dann wür­den die betrof­fe­nen acht­samer mit dem Strom haushal­ten und so auch weniger ver­brauchen. Den ger­ing­sten Ver­brauch hat man übri­gens wenn der Strom kom­plett ges­per­rt ist. Auch Lebens­mit­tel im Super­markt müssen ja im Voraus bezahlt wer­den. Und da haben sich die find­i­gen Konz­ern­lob­by­is­ten wohl gedacht, dass man den über­lebenswichti­gen Strom dem gle­ich­stellen müsse. Die Poli­tik­er fol­gen ja kla­g­los den Inspi­ra­tio­nen der Indus­trie und warum sollte es aus­gerech­net bei der Umsatzsicherung der Stromkonz­erne anders ausse­hen. Schließlich sind diese Konz­er­nen ja keine Sozial­be­triebe.

Wie kön­nte man auch auf den Gedanken kom­men, dass die soziale Sicherung im Lande nicht mehr funk­tion­iert? Hartes Sparen hat schon immer geholfen. Dieser Coup allerd­ings ist nichts anderes als die Umverteilung von Pri­or­itäten, da drückt sich wer in die Pole-Posi­tion beim Ren­nen um die kle­in­sten Bud­gets im Lande und wie es aussieht, wird es dank der Koali­tion auch gelin­gen.

Für die Union preschte hier das CDU-Pfer­d­chen Mechthild Heil an die Heils­front, mit dem Brust­ton der Überzeu­gung, dass doch nie­mand auf Strom verzicht­en müsse wenn er ihn voraus­bezahle. Für­wahr eine völ­lig neue Erken­nt­nis, die man gar nicht aus diesen Kreisen erwartet hätte. Sie leit­et übri­gens die Arbeits­gruppe Ver­brauch­er­schutz bei den Koali­tionsver­hand­lun­gen. Das die Arbeits­gruppe wom­öglich falsch benan­nt wurde und gemäß dieser Einge­bung eher „Konz­ern­schutz” hätte heißen müssen, scheint auch nie­man­den son­der­lich zu stören. Für die SPD blies dann Ulrich Kel­ber die Konz­ern-Posaune und stellte unbeir­rt klar, dass die notlei­den­den Kun­den bei Vorauszahlung des Stroms acht­samer mit diesem teuren und über­aus kost­baren Gut umge­hen wür­den. Wahrschein­lich alles unter dem Ein­druck, dass die armen Men­schen in Deutsch­land auss­chließlich durch Ver­schwen­dungssucht in der­art missliche Sit­u­a­tio­nen ger­at­en sind, andere Gründe kön­nen da aus Sicht der fet­tlebi­gen Diätier­er kaum infrage kom­men.

In jedem Fall aber soll die Vorkasse Strom-Schulden­berge der Ver­brauch­er ver­hin­dern kön­nen, bevor auch die Stromkonz­erne selb­st noch notlei­dend wer­den durch das Abschmelzen der Konz­erngewinne auf­grund von Stro­maus­fall Zahlungsaus­fall durch säu­mige Nicht­shaber. Wir erken­nen aber­mals wie „Ver­brauch­er­schutz“ heute richtig funk­tion­iert. Das Beste aber ist, auf diese Art und Weise bekom­men wir das The­ma Stromsperre endlich wieder vom Tisch, denn wenn jemand keinen Strom bezahlt hat, dann bekommt er ein­fach keinen und nie­mand wird ges­per­rt. Wer also den sozialen Gedanken dieser Aktion nicht ver­standen hat, dem ist wohl nicht mehr zu helfen.

Da wir natür­lich eine fortschrit­tliche Nation sind, wird auch schon angekündigt, dass man der­lei Pre­paid-Strom gar online bekom­men kann. Dumm nur, wenn das Kontin­gent ger­ade mal unvorherge­se­hen an einem bit­terkalten Fre­itagabend bei minus 15 Grad endet. Dann hil­ft auch die schön­ste Online-Tech­nik nichts mehr um wieder an Strom zu kom­men, selb­st wenn noch 5 Euro in der Kasse sind. Immer­hin, durch automa­tisiertes Ab- und Anschal­ten des Stroms sollen die Kun­den dann nicht mehr mit den beson­ders hohen Sperr- und Entsper­rkosten dafür belastet wer­den. Ver­mut­lich liegt hier die eigentliche ver­brauch­er­schützende Hil­fe zur Ver­mei­dung von über­großen Strom-Schulden­ber­gen.

Ein weit­er­er Indus­triebere­ich kann einge­denk dieses neuar­ti­gen Armuts­be­sei­t­i­gung­spro­gramms zurecht jubilieren. Viele Mil­lio­nen neue Zäh­ler wer­den benötigt um dieses tolle Pro­gramm zu real­isieren. Zehn Jahre möcht­en die Ver­brauch­er­schützer der Indus­trie dafür offen­bar zubil­li­gen. Wer bezahlt diese Umrüs­tung eigentlich? Ach ja, der Ver­brauch­er, wie sollte man das vergessen, aber es dient ja einem guten Zweck wie wir jet­zt wis­sen.

Dann stellen wir uns noch die Alter­sar­men vor, die nie mit der­lei Tech­nik zu tun hat­ten und die jet­zt im Win­ter elend ver­reck­en. Ok, das nen­nen wir dann „natür­liche Auslese“ und kann auch unter „Sozialverträglich­es Früh­ableben“ gebucht wer­den. Und die arbeit­slose, allein erziehende Mut­ter kann endlich ihre Gören auf Diät set­zen, damit es für den Strom noch reicht. Beim Neuge­bore­nen kann sie auch die teuren Windeln noch weglassen, sie hat ja schließlich Zeit genug die vollgeschissene Bude zu säu­bern, voraus­ge­set­zt sie hat noch Wass­er, denn da wird man bes­timmt auch noch auf den Pre­paid-Gedanken ver­fall­en. Haben auch sie schon ihre „Atem­luft­s­teuer“ voraus­bezahlt? Nein, dann soll­ten sie damit rech­nen, dass ihnen als­bald jemand die Luft abdreht.

Die Stromkonz­erne haben die Zeichen der Zeit offen­bar richtig erkan­nt. Strom kann man sich nicht erbet­teln, anders als Lebens­mit­tel und so nutzen sie ihre Macht, schick­en erneut die Volksver(†)räter an die Front uns die Sozial­staatlichkeit neu zu lehren, denn einen sozialen Staat (das ist ein ganz anderes Konzept) wer­den wir wohl auf lange Sicht noch mis­sen müssen. Anders als ein sozialer Staat, ste­ht beim Sozial­staat mit Regelung von oben die Abhängigkeit im Vorder­grund. In einem von vorn­here­in sozial angelegten Staat kön­nte so etwas gar nicht mehr vorkom­men, wohl dem der die kleinen Unter­schiede ken­nt.

Prepaid-Strom soll Bedürftigen in Deutschland beim Sparen helfen was_unterscheidet_mensch_und_tier_nutzmenschhaltung_ nutzmensch_ausbeutung durch artgenossen asozialNun, es bleibt festzustellen, dass wir jet­zt mit der großen Koali­tion eine ganz starke Regierung haben, die mehrheitlich vom Volk getra­gen wird. Der Rückschluss ist ein­deutig, das Volk will diese neue Form der Sozial­staatlichkeit, denn der Schutz der Konz­erne ist doch jet­zt das ober­ste Gebot beim sozialen Gedanken. Die Men­schheit dro­hte ohne den ulti­ma­tiv­en Kom­merz zu ver­reck­en. Da müssen wir nur diejeni­gen noch aus­sortieren, die in Erman­gelung von Geld nicht mal mehr kon­sum­ieren kön­nen. Solche Men­schen sind in Zukun­ft völ­lig wert­los (im wahrsten Sinne des Wortes) und damit über­flüs­sig. Die Maxime lautet: Arbeite, kon­sum­iere und hab Spaß vor der Glotze und wenn du (dir) das alles nicht mehr leis­ten kannst, dann ver­piss Dich … weil dein Lebens­berech­ti­gungss­chein in Erman­gelung von Vorauszahlung wohl abge­laufen sein dürfte.

Wir sind „gnaden­los“ gut und haben endlich den einzi­gen Sinn des Lebens ent­deckt. Die Poli­tik hil­ft uns dabei diesen AlbTraum kor­rekt zu leben. Dafür ist sie da, die Poli­tik, um den Men­schen für die Indus­trie richtig nutzbar zu machen, hin zur kor­rek­ten „Massen-Nutz­men­sch-Hal­tung”. Natür­lich zahlen wir dafür gerne all die fet­ten Diäten unser­er Ver(†)räter, in dem Wis­sen, von ihnen kor­rekt berat­en ver­rat­en und verkauft zu wer­den.

Pre­paid-Strom soll Bedürfti­gen in Deutsch­land beim Sparen helfen
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Über WiKa 2288 Artikel
Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Konzern-Massen-Medien daselbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven für den Betrachter. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören. Motto: „Lässt Du denken, oder denkst Du schon?“

3 Kommentare

  1. Dann soll­ten die Men­schen ihren Strom doch ein­fach direkt von der Strom­börse beziehen, den Öster­re­ich­ern hat man dieses Jahr noch was dafür bezahlt, das sie mit dem Strom ihre Spe­ich­erseen vollpumpen.
    Ich unter­stelle den Deutschen Poli­tik­ern wirk­lich keine böse Absicht, selb­st dafür wären sie zu blöd, mit dummheit und Igno­ranz läßt sich alles erk­lären.

  2. Wir wollen es nicht real­isieren, aber ger­ade die Ver­füg­barkeit der elek­trischen Energie macht uns zu ohn­mächti­gen Unter­ta­nen der Obrigkeit.
    Vergessend wie man sich autakt im Not­fall über Wass­er hal­ten kann, ver­säu­men wir es die fun­da­men­tal­en Dinge zu erler­nen und in den “Vor­ratskeller” zu leg­en.

    Wir ver­trauen darauf, dass dieser Staat für seine Bürg­er Vor­sorge betreibt — das ist eine grosse Fehlein­schätzung. Es nutzt nichts dies zu bekla­gen — man muss dem durch kluge eigene State­gien begeg­nen.

    Man sollte z.B. mal den Urlaub nicht wie üblich vol­lver­sorgt gegen Geld ver­brin­gen — son­dern mal in ein­er Art sur­vival manier. Da lernt man Dinge ken­nen, die jeden Zivil­i­sa­tion­s­gedanken ad absur­dum führen.

    Der Strom kann immer und jed­erzeit aus­fall­en, man muss sich dann nur zu helfen wis­sen — und wie das geht muss man vorher erler­nen.

  3. Guten Tach.
    Also, ich hap schon in fiele Forens als Leser mit­gemacht, ne?
    Jet­ze füh­le ich aber auch mal, dass ich was Schreibn müssen und wollte, also kön­nen.
    Ich tu mal hier damned (damit) anfangen,oki?

    Liebe Foren­sik­er,
    Sach ma, wat gib­bet denn da ‑also hier- gelest für mir.
    Das schlägt ja einem Fass den Boden; was auch immer.
    Jau, da geht mich ein Licht auf mit das Pre­paid-ange­bott.
    Da hätt ma auch schon eher mal draufkom­men getut kön­nen.
    Jetz geht mich dat Licht schon wieder aus.…
    Vielle­icht bei et näch­ste ma
    Euer .….…..
    gez.Bill Schulden

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  1. Endlich! Prepaid-Strom für Hartz IV und Co. | hartelino

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