Wenn die Gewalt mal wieder Ausgang hat — Staatsgewalt auf dem Prüfstand

Hard­core-Paz­i­fis­ten haben es dieser Tage schw­er angesichts der staats­ge­walti­gen Ran­dale in Frank­furt am Main. Sie steck­en in einem Dilem­ma: Entwed­er sie sind geset­zestreu und sys­temkon­form, dann müssen sie verzweifeln. Weil alles nicht so ist wie es sein soll, wenn die Staats­ge­walt das Recht auf Urlaub schickt. Oder sie ste­hen dem Staat kri­tisch bis ablehnend gegenüber, dann sehen sie vielle­icht ihren selb­st aufer­legten Gewaltverzichts-Anspruch in höch­ster Gefahr infrage gestellt zu wer­den. Es kostet sie stois­che Über­win­dung, inner­lich friedlich zu bleiben. Christliche Paz­i­fis­ten haben es beson­ders schw­er, denn sie müssten zudem noch die andere Wange hin­hal­ten, sobald die Polizei bru­tal zuschlägt, und soll­ten streng neutes­ta­men­tarisch betra­chtet ihren Näch­sten, den pfef­fer­gassprayen­den Gewalt­täter in der mar­tialis­chen Nahkampf-Mon­tur auch noch lieben. Für grund­sät­zlich Fried­fer­tige muss die Welt aus den Fugen sein, wenn die Real­ität so krass in Wider­spruch zur ver­fas­sungsmäßi­gen Ord­nung gerät. Und nicht nur für sie, für alle Men­schen, die erleben oder zuse­hen müssen, wie ihnen die Staats­macht auf den Schädel oder aufs Kreuz schlägt, sie mit Reiz­gas ein­nebelt, einkesselt, ihnen mit exeku­tiv­er Jus­tizver­ach­tung und regel­rechtem Bürg­er­hass begeg­net.

Blutjunge ver­mummte und gepanz­erte Prügel-Polizis­ten voller Häme und Ver­ach­tung hin­ter den Helmvisieren haben gezeigt, in wessen Dien­sten sie sich wirk­lich wäh­nen. Sie hauen und stoßen, knüp­peln und schub­sen im Auf­trag der Reichen und Mächti­gen, nicht im Auf­trag des Volkes, von dem sie ali­men­tiert wer­den und eines Tages ihre Rente bezahlt bekom­men. Anson­sten wären sie arbeit­s­los, und so wie sie sich benehmen, schnell im Knast im zivilen Leben. In der Anonymität ihrer Helme und Uni­for­men ver­ber­gen sich Schläger, bru­tal­isierte Män­ner und Frauen, die ihr Adren­a­lin nicht bezäh­men kön­nen und regel­recht in Blu­trausch ger­at­en kön­nen gegenüber Men­schen­men­gen oder einzel­nen In-Gewahrsam-Genomme­nen. Sie sind eine latente Gefahr für die innere Sicher­heit, nicht deren Garan­ten. Ihre Sozialkom­pe­tenz tendiert gegen Null, ihren poli­tis­chen Ver­stand haben sie in der Bere­itschaft­spolizeikaserne in den Spind gehängt, soweit sie welchen hat­ten. Sie sind gedrillt und funk­tion­ieren auf Kom­man­do wie fer­nges­teuert, aber mit voller Testos­teron-Emo­tion wie Kampf­maschi­nen. “Dein Fre­und und Helfer” agiert dann wie ein Amok­läufer. “Knüp­pel frei”, und schon ist er oder sie aus all dem, was man zwis­chen­men­schlichen Anstand nen­nt, wie aus­gek­linkt. Da wer­den alte Leute geprügelt und Junge zu Boden geris­sen, ihre Gesichter mit dem Knie oder mit dem Stiefel aufs Straßenpflaster gepresst, Arme ver­dreht und die Hände schmerzend auf dem Rück­en mit Kabel­bindern fix­iert. Da wird bedenken­los gezielt in Augen gesprüht, mit Quarzhand­schuhen geboxt und mit Schilden geschoben, als gin­ge es um Schlachtvieh oder eben Demon­stran­ten­volk, Bürg­er­pack, und nicht um den the­o­retis­chen Sou­verän aller staatlichen Macht.

Denn im Grundge­setz ste­ht klipp und klar, dass alle (Staats-)Gewalt vom Volk aus­ge­he, und das war in Frank­furt nun gar nicht der Fall, im Gegen­teil: Die Polizei hat das Grundge­setz auf den Kopf gestellt und dem Volk was auf die Rübe gegeben, weil es meinte, auf seinem Recht beste­hen zu müssen, das ihm sog­ar vom Gericht extra noch bestätigt wurde, näm­lich vor der EZB zu demon­stri­eren. Nicht am Hafen, nicht im Zoo, son­dern dort, wo das große Geld kanal­isiert ver­schoben und zu Bil­ligst-Zinssätzen den Banken in den Rachen geschoben wird, damit diese es an die Kred­it­nehmer zu hor­ren­den Kon­di­tio­nen weit­er­ver­lei­hen, auf dass die Leute ihre Steuern bezahlen kön­nen, aus denen dann nicht nur die EZB, aber auch let­ztlich sie finanziert wird.

Wenn die Gewalt mal wieder Ausgang hat - Staatsgewalt auf dem Prüfstand Schafe die glauben menschen oennten nicht ohne Regierung existierenGegen deren Aus­ter­itäts-Poli­tik zu demon­stri­eren, die ganz Europa in den Würge­griff genom­men und die defiz­itären Haushalte süd- und osteu­ropäis­che Län­der noch defiz­itär­er gemacht hat, weil diese die Ret­tungs-Euros sofort zurück­über­weisen müssen an jene Banken, die deren Staat­san­lei­hen gekauft haben, sollte doch auch dem fried­fer­tig­sten Men­schen nicht Anlass sein, in sich Groll aufwallen spüren zu müssen, aus­gerech­net gegen jene, deren vornehm­ste und einzige Auf­gabe es eigentlich sein sollte, den Straßen­verkehr zu regeln und so umzuleit­en, dass das Demon­stra­tionsrecht gewährleis­tet ist, son­dern vielmehr gegen die Banker, gegen die Bun­desregierung, gegen die Konz­ern­her­ren. Protestver­samm­lung und Mei­n­ungs­frei­heit gehen vor “freie Fahrt für freie Bürg­er”. Die Behin­derung und Absper­rung ein­er angemelde­ten und nach juris­tis­chem Stre­it erfol­gre­ich erfocht­e­nen Demo-Route gehören nicht zu den Auf­gaben der Polizei, es sei denn, es wären Neon­azis, für deren Aufmärsche es laut Grundge­setz kein­er­lei Legit­i­ma­tion gibt. Artikel 139 GG garantiert ein Recht auf Nazipro­pa­gan­da unter Hin­weis auf das Pots­damer Abkom­men aus­drück­lich nicht, und auch nicht, dass sie sich über­haupt organ­isiert betäti­gen. Denn die Vorschriften der Alli­ierten gegen eine Wieder- oder Weit­er­betä­ti­gung von Faschis­ten “wer­den von diesem Grundge­setz nicht berührt”. Aber denen prügeln sie ungerührt und oft genug herzhaft den Weg frei und gewähren Staatss­chutz, während sie antifaschis­tis­chen Protest behin­dern und krim­i­nal­isieren. Block­aden von Nazi-Zusam­men­rot­tun­gen, das machen Antifaschis­ten zu Recht und poli­tisch legit­im, völ­lig ver­fas­sungskon­form, wo die Gerichte ver­sagen. Aber Proteste gegen Krisen und Kriege zu ver­hin­dern, umzuleit­en, abzuwür­gen oder zu block­ieren, sowas obliegt offen­bar den Geset­zes­brech­ern in Uni­form, die meis­ten von ihnen blutjunge Beam­te­nan­wärter, die sich ihre heißen Sporen ver­di­enen dür­fen gegen die Bevölkerung und gegen den Rechtsstaat, geleit­et von ein­er offen­bar irre geleit­eten Ein­sat­zleitung, die von Demokratie, von Recht und Gesetz, von Richter­sprüchen zumal nicht viel zu hal­ten scheint. In Krank­furt jeden­falls nicht.

Nicht alle Polizis­ten spie­len diese Rolle gern, manche lassen auch Ver­ständ­nis und sog­ar Mit­men­schlichkeit durch­scheinen, wenn sie ihre Wasser­flaschen hergeben für die Augen­spülun­gen der Opfer ihrer Kol­le­gen, aber der Appa­rat funk­tion­iert den­noch nach dem Ein­satzkonzept, das offen­sichtlich von vorn­here­in auf Rechts­bruch angelegt war, anscheinend auch mit dem Vor­satz der Kollek­tiv-Kesselung, jen­er polizeitak­tis­chen Maß­nahme, die von mehreren Gericht­en immer wieder als rechtswidrig eingestuft und als unzuläs­sig ver­wor­fen wurde, wo sie die Men­schen­würde mit Füßen tritt. Daher wur­den pro­phy­lak­tisch Dixi-Klo­häuschen angekar­rt, damit die Eingekreis­ten wenig­stens ihre Not­durft wür­den ver­richt­en kön­nen. Die vorsät­zliche Massen­ver­haf­tung getarnt als zumin­d­est gerichts­feste Frei­heits­ber­aubung, das scheint der Plan von vorn­here­in gewe­sen zu sein, und er ver­stieß ein­deutig gegen den Richter­spruch, die Demon­stra­tion auch ort­snah zum Adres­sat­en der Empörung durchzuführen. Deutsche Polizis­ten kön­nen der türkischen Polizei die Hände reichen. Was dort in Istan­bul, Izmir und Ankara als schreien­des Unrecht gese­hen wird, bringt die Ord­nungs­macht in Frank­furt eben­so bru­tal wie rechtswidrig zus­tande. Jed­er “anständi­ge” Polizist müsste nach diesem sys­tem­a­tisch began­genen Ver­fas­sungs­bruch laut auf­schreien wegen des Miss­brauchs sein­er Per­son – oder seinen Helm an den Nagel hän­gen. Es scheint nicht allzu viele zu geben in den Rei­hen der Polizei, die damit ein Prob­lem hät­ten, dem Land und speziell Hes­sen zum Ruf eines Unrechtsstaates zu ver­helfen. Jeden­falls hört man nichts davon. Das lässt nichts Gutes ahnen für die ger­ade in Krisen­zeit­en zu erwartenden und sich gewiss noch ver­schär­fend­en sozialen Kon­flik­te. Gus­tav Noske, der sozialdemokratis­che “Bluthund” vom 1. Mai 1929 in Berlin, der auf demon­stri­erende kom­mu­nis­tis­che Arbeit­er schießen ließ, lässt nicht allzuweit ent­fer­nt grüßen. Nur scharf geschossen wird noch nicht. Man hat Gum­migeschosse in der Hin­ter­hand.

  • Wie also ruhig, gefasst, entspan­nt und gewalt­frei bleiben?
  • Wird sich der Friedlichkeits-Beken­ner stand­haft aus­gerüstet mit zumin­d­est ein­er Taucher­brille und einem Mund­schutz tapfer behaupten?
  • Oder muss er sich in den Elfen­bein­turm sein­er guten Vorsätze zurückziehen und kapit­ulieren vor der Polizeige­walt?
  • Und wer weiß, eines Tages auch vor dem Mil­itär, das im “Not­stand” zur Auf­s­tand­bekämp­fung auch im Inneren einge­set­zt wer­den kann?

Diese Frage stellt sich per­spek­tivisch jedem, der mit den herrschen­den Ver­hält­nis­sen nicht ein­ver­standen ist und gar nicht sein kann, weil sie unerträglich­er wer­den mit jed­er solch­er Schlacht­szenen gegen die Demokratie.

  • Was kann er dem Ruf nach organ­isiert­er Gegen­wehr, nach Mil­i­tanz ent­ge­genset­zen?
  • Soll er ein­fach heimge­hen, und die Schlacht andere aus­fecht­en und der Gewalt allein ent­ge­gen­ste­hen lassen?
  • Will er sich ein­teilen lassen in “gute” und “böse” Demon­stran­ten in der Hoff­nung, dass er zu den “Guten”, den “friedlich Harm­losen” gezählt wird, wenn der Knüp­pel aus dem Sack geholt wird?
  • Darf er sich vertei­di­gen?
  • Muss er wider­spruch­s­los der Polizeian­weisung Folge leis­ten, wenn die über Laut­sprech­er verkün­det, dass er nach Hause gehen soll, um das Sozial­pro­dukt zu erwirtschaften für jene Steuern, die die Anschaf­fung neuer Wasser­w­er­fer und Trä­nen­gas-Kar­tuschen finanzieren?

Ich stelle diese Fra­gen wed­er hämisch noch pro­voka­tiv, son­dern ganz ern­sthaft, weil sie für alle Unzufriede­nen von Belang sind, die sich irgend­wann wehren müssen, wenn sie nicht kom­plett über die Löf­fel bal­biert wer­den wollen. Und das wer­den immer mehr.

Die erste Antwort: Mil­itärisch sind sie uns über. Auf dem Feld rein physis­ch­er Auseinan­der­set­zung wer­den wir sie nicht bezwin­gen, auch nicht mit noch soviel Mut und selb­st nicht mit Waf­fen. Sie sind bestens gerüstet und trainiert, finanziell gut gepol­stert und juris­tisch abgesichert. Wir sind schlecht organ­isiert und het­ero­gen zer­split­tert in tausend Ansicht­en und Tak­tiken, Organ­i­sa­tio­nen und poli­tis­che Spek­tren und Strate­gien. Unsere einzige Stärke ist die Zahl und deren Entschlossen­heit. Wir müssen zusam­men­ste­hen und uns nicht spal­ten lassen. Mil­lio­nen gegen Mil­liardäre. Je mehr wir wer­den, desto tiefer kön­nen wir aus dem kollek­tiv­en Erfahrungss­chatz unser Bewusst­sein schär­fen und poli­tisch wirk­sam han­deln. Alle Sep­a­ra­tionsver­suche und Selb­sti­solierungs-Ten­den­zen sind abzulehnen, weil sie zur Schwächung sozialer Bewe­gun­gen beitra­gen anstatt die Ein­heit im Han­deln herzustellen. Gegen­seit­iger Respekt und Achtung, Rück­sicht­nahme und Tol­er­anz untere­inan­der, Empathie und Sol­i­dar­ität sind geboten, nicht Einzelkämpfer­tum und Helden­pathos. Aus Hil­flosigkeit oder Wut oder gar Kalkül mit Steinen zu wer­fen macht es nicht nur der Repres­sion leichter, sie zu legit­imieren, son­dern auch den Men­schen schw­er­er, die auf die Straße zu gehen bere­it sind, weil es am Ende auch Demon­stran­ten gefährdet. Aus der Menge her­aus den Straßenkampf zu proben hieße die Zer­streu­ung der Massen ger­adewegs zu provozieren anstatt sie zu ver­hin­dern, und zeit­igt regelmäßig die berüchtigten “Hasen­jag­den” wild zuschla­gen­der Greifkom­man­dos auf einzelne ver­meintliche Straftäter, die es zu isolieren, zu iden­ti­fizieren, festzuset­zen und aus dem Verkehr zu ziehen gelte.

Demon­stra­tio­nen haben aber nicht den Zweck zu zeigen, wie schnell wir auseinan­der sto­ben kön­nen oder wie defen­siv geduckt wir hin­ter Trans­par­enten ver­schanzt zusam­men gluck­en, son­dern der Öffentlichkeit unsere Forderun­gen offen­siv zu präsen­tieren, unsere Anliegen vor aller Augen zu führen und unsere poli­tis­che Stärke zu man­i­festieren. Men­schen zu ermuntern, sich anzuschließen und selb­st aktiv zu wer­den. Geschlossen­heit ist in Frank­furt zu großen Teilen gelun­gen, wenn auch unfrei­willig. Die Eingekessel­ten wur­den immer­hin nicht im Stich gelassen.

Die zweite Antwort: Es wird nichts nützen uns voneinan­der zu dis­tanzieren, mit Gewalt­losigkeits-Appellen oder Selb­stverpflich­tun­gen zur Friedlichkeit unser Heil in der Abgren­zung zu suchen. Es schwächt genau­so die Ein­heit wie bewusst gesuchte Schar­mützel mit der Polizei. Die Wirkung ist jedes­mal Aus­gren­zung der jew­eils anderen, und let­ztlich die Spal­tung von poli­tis­chen Bewe­gun­gen und ihren Bünd­nis­sen. Genau­sogut kön­nte man in Demon­stra­tions-Aufrufe hinein­schreiben, dass man vorhat sich geset­zeskon­form, steuerehrlich, grundge­set­zlich ein­wand­frei und generell staat­streu, sozialkom­pat­i­bel und höflich zu ver­hal­ten; es würde die Polizei nicht abschreck­en, Ran­dale zu insze­nieren, wo sie solche zur Recht­fer­ti­gung ihrer Mannschaftsstärke, ihres Über­stun­de­naufkom­mens oder über­haupt zum gele­gentlichen Eigen­train­ing unter Realbe­din­gun­gen in Bürg­erkriegsübung zu brauchen meint, wo wir als unbezahlte Spar­ring-Part­ner zur Ver­fü­gung ste­hen. Freilich ist ihr jed­er Vor­wand willkom­men, doch auch jede unpassende Gele­gen­heit recht, wie es ins Konzept passt. Wir kön­nten selb­st in Bade­schlap­pen und Unter­wäsche nicht sich­er sein, dass man uns unbe­hel­ligt ließe. Not­falls wür­den wir wegen Erre­gung öffentlichen Ärg­erniss­es hops genom­men. Lassen wir’s also, uns in vorau­seilen­dem Gehor­sam zu unter­wür­fi­gen mit Kapit­u­la­tions­fäh­nchen wedel­nden Unter­ta­nen zu degradieren.

Die weit­eren Antworten wird uns die Wirk­lichkeit geben, wenn wir die ersten bei­den Aus­sagen beherzi­gen. Es wird sich erweisen, dass kollek­tives Ler­nen beim gemein­samen Kämpfen mehr bringt als mil­i­tante Konzepte oder paz­i­fistis­che Grund­sätze. Da sein und dabei bleiben und dafür sor­gen, dass wir mehr wer­den, damit den Herrschen­den der poli­tis­che Spiel­raum für ihre arro­gan­ten Macht­demon­stra­tio­nen eng wird und schwindet. Die beste Garantie dage­gen ist eine wach­sende aktive demokratis­che Öffentlichkeit, eine machtvolle, weil all­ge­gen­wär­tige und ein­flussre­iche Zivilge­sellschaft. Dazu gehört ein Wieder­erstarken der Gew­erkschafts- und generell der Arbeit­er­be­we­gung eben­so wie die zahlre­ichen außer­par­la­men­tarischen sozialen Bewe­gun­gen inklu­sive der ihr nah­este­hen­den Parteien. Diese Zusam­men­schlüsse wer­den per­spek­tivisch, je stärk­er sie sich deut­lich vernehm­bar artikulieren und gesamt­ge­sellschaftlich mei­n­ungs­bildend wirken, auch Schläger mit Dien­stausweis domes­tizieren und selb­st die Gepflo­gen­heit­en im poli­tis­chen Kampf zunehmend bes­tim­men, wenn sie zusam­men­ste­hen und sich nicht ein­schüchtern lassen.

Wir wer­den an Klarheit und Ein­sicht gewin­nen, je öfter und erfol­gre­ich­er wir den heute noch Mächti­gen vere­int ent­ge­gen­treten, bis das Blatt sich wen­det. Für die Zus­pitzung der Ver­hält­nisse, die diesen Bewusst­wer­dungs-Prozess beschle­u­nigt, müssen wir nichts tun, das besor­gen “die da oben” schon ganz allein. Wir müssen nur klug und organ­isiert genug sein, die zweifel­los bevorste­hen­den Umwälzun­gen nicht durch Eigen­brötelei aus Ungeduld oder Unduld­samkeit zu behin­dern, son­dern sie im all­ge­meinen Inter­esse gemein­sam zu nutzen und in die richtige Rich­tung zu befördern – im Sinne des gesellschaftlichen Fortschritts der gesamten Men­schheit.

Das Ein­fache, das so schw­er zu machen ist, um es mit Bertolt Brecht zu sagen: “Das Sichere ist nicht sich­er, so wie es ist, bleibt es nicht. Wenn die Herrschen­den gesprochen haben, wer­den die Beherrscht­en sprechen. Wer wagt zu sagen: Niemals? An wem liegt es, wenn die Unter­drück­ung bleibt? An uns. An wem liegt es, wenn sie zer­brochen wird? Eben­falls an uns. Wer niedergeschla­gen ist, der erhebe sich! Wer ver­loren ist, kämpfe! Wer seine Lage erkan­nt hat, wie sollte der aufzuhal­ten sein?! … Wer noch lebt, sage nicht: Niemals!

Wolf­gang Blasch­ka, München

► Quelle: Erstveröffentlichung Kritisches Netzwerk — 12. Juni 2013
Wenn die Gewalt mal wieder Aus­gang hat — Staats­ge­walt auf dem Prüf­s­tand
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Über Wolfgang Blaschka 17 Artikel
freischaffender Grafiker, Autor und Filmemacher aus München

25 Kommentare

  1. Der Beitrag von Her­rn Blasch­ka ist zwar sehr ehren­haft, aber zu sozial­ro­man­tisch.
    Klingt auch irgend­wie nach Berg­predigt, was wenig wun­dert im katholis­chen Bay­ern.
    Realpoli­tik ist, wenn die RAF nach ihrer Zer­schla­gung 1977, noch weit­ere 20 Jahre durch die west­lichen Geheim­di­en­ste kün­stlich am Leben gehal­ten wird.
    Die RAF wurde somit zum größten Pro­pa­gan­daer­folg der alten BRD.
    Und all die Leute die sich engagierten, dreht­en sich nur sinn­los im Kreis.
    Das Prinzip der Zer­set­zung ein­er Oppo­si­tion ist immer das Gle­iche.
    Oder glaubt hier jemand wirk­lich, es gebe ein End­lager-Prob­lem für Atom­müll????
    Und selb­st die gewalti­gen Oster­märsche vor 30 Jahren bracht­en rein gar nix.
    Also was tun???
    Der brave Sol­dat Schwe­jk
    Teil 1: ###www.youtube.com/watch?v=DzjMt_W5Z‑Y
    Teil 2: ###www.youtube.com/watch?v=rJFuq8FecLo (bei­de Videos sind weg, deshalb entlinkt … WiKa … 2013-12-28)

    • Hal­lo August … der Wolf­gang Blasch­ka ist halt doch etwas feinsin­nig, aber den­noch scharf­sin­nig genug … aber eben auch kein Scharf­mach­er. Das mit der Sozial­ro­man­tik lass ich mal so ste­hen, sollte ihn ehren. Sich­er wird er es hier auch noch lesen. Es ist schon eine Kun­st für sich, stets durch die Blume voll ins Herz zu tre­f­fen. Unser aller Anliegen muss es allerd­ings sein einen friedlichen Wan­del hinzubekom­men, son­st wird die näch­ste Epoche nicht um einen Deut bess­er als die sich jet­zt neigende.

    • Ja mir war das auch schon immer ein Rät­sel,
      warum sich die Demon­stran­ten so bere­itwillig
      von der Polizei ver­prügeln lassen?????????????
      Begreifen die Dum­mer­le denn nicht,
      dass die IM’s der Polizei
      die Krawalle provozieren!!!!!!

  2. Der Michel hebt den Kopf und bekommt promt ein drüber gebrat­en. Es war immer so und es wird wohl noch eine Weile so bleiben: Was erwün­scht ist wird von der Polizei “beschützt” wie etwa die insze­nierten “Ant-Nazi-Demos”. Was nicht erwün­scht ist, wird dif­famiert oder niedergeknüp­pelt. Erst muß sich im Kopf des Michels etwas tun. Und dazu braucht er stets etwas lange. Der Anfang war wohl schon zu Kriegsende und auch die “gewalti­gen Oster­märsche” haben­schon etwas im Denken bewirkt. Nur sor­gen immer wieder die “gewählten Regierun­gen” für die nötige Dosis Chlo­ro­form um den Michel im Däm­mer zu hal­ten.

  3. “Blutjunge ver­mummte und gepanz­erte Prügel-Polizis­ten”

    und dazu noch diese schwarze Klei­dung..
    gab es nicht schon mal in Deutsch­land solch schwarze Uni­for­men?

  4. Danke für den Artikel.

    Es ist schon bestürzend und beschä­mend zugle­ich wie hier die Demokratie mit Füßen getreten wird, im wahrsten Sinne des Wortes. Noch schlim­mer, dass der Michel immer noch nicht merkt, was sich hier zusam­men­braut. Da hil­ft auch die beste Aufk­lärungsar­beit nichts. Alles schon ver­sucht. Was nicht sein darf, gibt es auch nicht.

    Schlimm auch, dass einige der Her­ren Schild­kröten über­haupt keinen Funken Moral und Anstand mehr besitzen. Ich betone bewusst “einige”. Wie im Artikel auch her­vorg­ing, gibt es Gott sei Dank noch pos­i­tive Aus­nah­men in den Rei­hen der Uni­formierten. Vielle­icht wird spätestens dann ein Umdenken ein­set­zen, wenn auf ein­mal der beste Fre­und auf der anderen Seite ste­ht.

    In solchen Zeit­en noch pos­i­tiv bleiben zu kön­nen und sich seine Men­schlichkeit zu bewahren, wird immer schwieriger. Doch dür­fen wir die Hoff­nung und den Kampf nicht aufgeben. Der Michel wird aufwachen, aber ich befürchte dazu benötigt es erst Zustände wie in der Türkei oder Brasilien. Vorher wird sich nichts ändern und so geht das Spiel weit­er.

    Bleiben wir also geduldig und beson­nen. Die Zeit wird kom­men. Bis dahin soll­ten wir unsere Sol­i­dar­ität zu unseren Mit­men­schen in den Län­dern bekun­den, denen es wirk­lich dreck­ig geht und teil­weise fürchter­lichen Repres­salien aus­ge­set­zt sind. Im Ver­gle­ich dazu ist unser Fre­und und Helfer noch ein frommes Lamm.

    “Wenn du im Recht bist, kannst du dir leis­ten, die Ruhe zu bewahren; und wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leis­ten, sie zu ver­lieren.”
    (Gand­hi)

  5. Geduldig? Beson­nen ? frommes Lamm? Das fromme Lamm hat längst seinen Schaf­spelz abgelegt und es zeigt sich der Wolf. Das die Hemm­schwelle für Gewal­tan­wen­dung der Dik­tatur in anderen Län­dern niedriger liegt sollte uns nicht zu dem Gedanken ver­leit­en, das es uns deshalb bess­er geht. Hier zu Lande geht es nur etwas ” kuliviert­er” zu und man hat Meth­o­d­en erson­nen, Men­schen ohne große Wellen­schläge ab zu servieren und Men­schen­rechte so zu beschnei­den, das eine “Ästhetis­che Form” rauskommt ! Eines ist aber ganz gewiss : Die Zeit wird kom­men. Die Frage ist nur wann.

    • Deutsch­land kann halt nicht anders, als Dik­tatur zu sein.
      Ab 1914 Mil­itär-Dik­tatur
      Ab 1918 Not­stands-Dik­tatur
      Ab 1933 Nazi-Dik­tatur
      Ab 1945 DDR-Dik­tatur und BRD-Schein­demokratie
      Ab 1990 Die gesamt­deutsche, alle Lebens­bere­iche durch­drin­gende “Per­fek­te Dik­tatur”

  6. Was ist die Steigerung von Dumm?
    Dumm, Dumm,….als Kriegswaffe zwar ver­boten,
    aber als BRD-Führungsspitze prob­lem­los ein­set­zbar .

    • DIE KOMPARATION von dumm.….
      kann man in Wiki nach­le­sen…
      “Charak­ter­is­tisch für den (dum­men) August ist die rote Knol­len­nase und die feste Schminke auf Mund, Wan­gen und Augen”

  7. Nicht dumm son­dern schon para­noid ! Wenn eine Nation wie Deutsch­land so vers­essen auf Dik­ta­toren ist, kann man das nicht anders beze­ich­nen. Aber auch andere Natio­nen ken­nen dieses Phe­nomän. Z.B. Ameri­ka: Nach dem Lnadraub an den den Indi­an­ern war man in ständi­ger Angst vor verzweifel­ten Vergel­tungstat­en. Später auch von solchen aus­gestoße­nenr gest­zlos­er. Das hat sich bis heute zu ein­er unheil­baren para­noia gesteigert, wie fast täglich zu erfahren ist. Was macht man mit Ver­rück­ten? Gaaaaanz ruhig bleiben und machen lassen.

    • Es geht mir nicht um einen Natio­nen- oder Parteiver­gle­ich, son­dern um Ver­ant­wor­tung.
      Beispiel:
      Der eine sagt die Wand ist grün, der andere die Wand ist rot, und der dritte meint sie sei schwarz. Aber in Wirk­lichkeit ist dort gar keine Wand, son­dern es ste­ht ein offenes Tor durch das man hin­durch gehen kön­nte, wenn man es als solch­es erken­nen würde.
      Und so ist es auch mit der Ver­ant­wor­tung. Sie muss von jedem einzel­nen ergrif­f­en wer­den.
      In der Dik­tatur und vor allen nach der Dik­tatur ist es so schön ein­fach zu sagen, der Kaiser war schuld, der Führer wollte es so, oder das Polit­büro trägt die Ver­ant­wor­tung. Ich kon­nte nichts machen, ich musste meinen Nach­barn oder Kol­le­gen anscheißen, um die Kar­ri­ereleit­er hochzuk­let­tern.
      Und dann geht es im neuen Sys­tem weit­er so, egal wie es sich ger­ade nen­nt.
      Denn auch das neue Sys­tem baut seine Macht auf die Wen­de­hälse, Kriech­er und Anscheißer.
      Der Lock­ruf ein­er jeden Dik­tatur beste­ht doch ger­ade darin zu sagen:
      Hier dürft ihr Schwein sein!!!
      Ohne eine geistig, moralis­che Erneuerung wer­den wir diesen Teufel­skreis nicht durch­brechen.
      Und vor allem, die Mächti­gen leben gut, mit dieser men­schlichen Schwäche und sind nicht im Ger­ing­sten daran inter­essiert, hier etwas zu ändern.

  8. Wie immer hätte ich es nicht bess­er aus­drück­en kön­nen als August ! Doch lei­der bedurfte es noch immer tief­greifend­er, neg­a­tiv­er Ereignisse, damit diese Erken­nt­niss ins Blick­feld der Men­schen gerät. Lei­der ver­schwand sie auch eben so schnell wieder aus dem Sicht­feld, wenn es den Men­schen bess­er ging und der “innere Schweine­hund” sich entspan­nt zurück lehnen kon­nte. Bis zum näch­sten Mal!


  9. August:

    Falsch getippt Genosse Opa.
    Die Dumm-Dumm Dop­pel­spitze ist wie jed­er weiß
    —– unser Murk­sel ——
    mit ihrem willi­gen Volks-Ver­gauk­ler.

    den Beitrag nicht gele­sen? Ich habe über­haupt nicht getippt,
    son­dern andere, siehe Post­ing!
    Und wenn die bei­den IM´s schon genan­nt wer­den, sie haben eh nichts zu entschei­den, tanzen wie Zirkus­bären an der lan­gen Leine der Mohns, Quants, Usrael, etc., sind willige Werkzeuge der Besitzen­den…, genau wie damals der Kerl aus Brau­nau
    Oh Herr lass Hirn reg­nen!

    • “Oh Herr lass Hirn reg­nen!” Den Gefall­en wird dir unser Herr nicht tun! Denn wie ste­ht schon in der Bibel? ” seel­ig sind die, die da arm sind im Geiste”

  10. Was ist mit den Über­grif­f­en junger Linksradikaler oder der “Grü­nen Jugend” auf Wahlkampfver­anstal­tun­gen klein­er Parteien wie der AfD z.B. in Göt­tin­gen?

  11. Die Schafe mit ihren zwiespälti­gen Text waren es, die haben mich auf die etwas ältere Seite gelotst.

    Was kommt also nach der Massen­tier­hal­tung und den Schlachthöfen? Das Schaf braucht dann immer noch seine Herde, der Zweibein­er seine Horde. Ob die nun Regierung genan­nt würde …

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