Standort Erschießungen bereiten Bundeswehr Probleme

Standort Erschießungen bereiten Bundeswehr Probleme ministeriales Spiel auf dem Papier: "Kasernen versenken"
Min­is­te­ri­ales Spiel auf dem Papi­er: „Kaser­nen versenken“ … dicht daneben und versenkt

Harte Höhe: Der Vertei­di­gungsmin­is­ter Thomas de Maiz­ière hat auf dem Gipfel sein­er Macht die Liste der seit­ens der Bun­deswehr zu sch(l)ießenden Kaser­nen bekan­nt­gegeben. Ins­ge­samt sind 31 Kaser­nen (Stan­dorte) und die darin behei­mateten Ein­heit­en und Ver­bände der Bun­deswehr von ein­er ver­nich­t­en­den Auflö­sung betrof­fen. De Maiz­ière betonte, dass nur die Funk­tion­al­ität der Bun­deswehr (meint in diesem Falle Wet­tbe­werb­s­fähigkeit) ein Kri­teri­um sein­er Entschei­dun­gen sein kon­nte. Gle­ichzeit­ig wurde eine flächen­hafte Ver­ringerung der Per­son­al­stärke der Bun­deswehr angestrebt. Regionale, also ins­beson­dere auch wirtschaftliche Bedenken spiel­ten dabei keine Rolle — so etwas gehe das Bun­desmin­is­teri­um für Vertei­di­gung schlicht nichts an — sog­ar anste­hende Land­tagswahlen hat­ten, so betont er aus­drück­lich, keinen Ein­fluss auf die von ihm nun verkün­de­ten Todesurteile, die es als­bald zu voll­streck­en gelte.

Auf­fäl­lig ist allerd­ings, dass das Land Berlin und Bran­den­burg von den Kürzun­gen über­durch­schnit­tlich ver­schont wur­den. Dies erforderte eine tiefer­ge­hende Analyse und wie immer, qpress.de hat auch her­aus­ge­fun­den warum. Zwei Gründe waren dafür möglicher­weise auss­chlaggebend:

Erstens: Es ist schon schwierig für einen Rhein­län­der wie de Maiz­ière, das Land Bran­den­burg und die Stadt Neubran­den­burg geografisch wie inhaltlich zu tren­nen. Das schafft ja nicht ein­mal ein Nieder­sachse, geschweige denn ein Baden-Würt­tem­berg­er. Alle per­son­ellen und infra­struk­turellen Verän­derun­gen, die für das Land Bran­den­burg vorge­se­hen waren, sind somit aus Verse­hen in die Stadt Neubran­den­burg ver­lagert wor­den. Oder ander­sherum: die Stadt Neubran­den­burg wurde admin­is­tra­tiv mal eben schnell aus sta­tis­tis­chen Grün­den nach Bran­den­burg ver­legt. Im Krieg, auch um die Kosten, sind gemäß der Haager Land­krieg­sor­d­nung schon auch dicke Geschosse zuge­lassen.

Standort Erschießungen bereiten Bundeswehr Probleme

Zweit­ens: Ist das auch eine Folge dessen, dass Neubran­den­burg nach der Land­tagswahl im Sep­tem­ber als ehe­mals kre­is­freie Stadt in einen Großkreis Meck­len­burg­er Seen­plat­te versenkt wurde. Genau hier dürfte des Pudels Kern begraben liegen. Da die Bun­deswehr über kein­er­lei Großflugzeuge ver­fügt, die von ein­er Wasser­ober­fläche aus oder sog­ar unter­halb der­sel­ben starten kön­nen, wurde der Flug­platz in Neubran­den­burg dadurch schlicht über­flüs­sig und die Tauch­schulen der Marine hat­ten bere­its einen infra­struk­tur­mäßig aus­ge­baut­en Stan­dort, benötigten also diese Neu­versenkung nicht. Aus diesen Grün­den war die Funk­tion­al­ität dieser Kaser­nen nicht mehr gegeben. Rechts im Bild wun­der­bar zu sehen: das idyl­lis­che Neubran­den­burg nach der gelun­genen Inte­gra­tion in die Meck­len­burg­er Seen­plat­te.

Damit ist Neubran­den­burg der große Ver­lier­er in dem Stan­dortroulette und wird nach Abzug der Ein­heit­en der Bun­deswehr einen Ver­lust von mehreren zehn­tausend Ein­wohn­ern zu verze­ich­nen haben. Aus­gle­ich­szahlun­gen wie sie von vie­len betrof­fe­nen Län­dern gefordert wur­den, kom­men a) für Bran­den­burg nicht in Betra­cht, da es nicht betrof­fen ist; und b) für Neubran­den­burg auch nicht, da dort kaum noch jemand vorhan­den ist, der entsprechende Aus­gle­ichspakete in Emp­fang nehmen kön­nte. Tipp am Rande: Kom­men Sie doch mal aus Sol­i­dar­ität zum Fis­chen nach Neubran­den­burg.

Dessen ungeachtet wer­den natür­lich die Pri­vatisierungsanstren­gun­gen der Bun­deswehr mit unver­min­dert­er Härte fort­ge­set­zt. Wir berichteten bere­its über einen möglichen Verkauf der Truppe an Black­wa­ter, der die Bun­deswehr zu einem erträglichen Profi(t)center deutsch­er Prä­gung umgestal­ten kön­nte. Erst jüngst ver­spielte unser Außen­min­is­ter eine tolle Gele­gen­heit bei dem Mords-Geschäft in Libyen richtig mit ins Ren­nen zu kom­men. In ein­er pri­vatisierten Form kön­nte sich dann auch die Bun­deswehr AG ver­mehrt weltweit­en Eroberungs­feldzü­gen an der Seite der Amerikan­er zuwen­den. Bei der Auswahl der richti­gen Ziele kön­nten darüber enorme Ein­nah­men gener­iert wer­den, die wir so drin­gend zur Ret­tung unser volk­swirtschaftlich unverzicht­baren Banken benöti­gen.

Sollte aber die in Aus­sicht ste­hende Pri­vatisierung endgültig fehlschla­gen, dann ist damit zu rech­nen dass die gesamte Truppe aus Kosten­grün­den entwed­er in Afghanistan oder Indi­en sta­tion­iert wer­den muss, hil­f­sweise in irgend einem anderen Bil­ligland, um eben die Kosten für die Truppe weit­er zu drück­en. Die Zeit­en sind vor­bei in denen man Kriege des Krieges willen und um jeden Preis führte, auch hier müssen ökonomis­che Grund­sätze Beach­tung find­en.

Stan­dort Erschießun­gen bere­it­en Bun­deswehr Prob­leme
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Wir exper­i­men­tieren. Man kann sich diesen Artikel auch vor­lesen lassen. Lei­der klingt die Dame in Deutsch etwas holperig und unbe­holfen. Wer damit klarkom­men kann, der mag sich gerne eine Vor­lesung geben lassen!
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Charly Whisky
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Ja, ich lebe noch. Vielleicht nicht mehr lange: aber ich habe mir vorgenommen, jetzt mindestens genau so lange Rente zu beziehen, wie ich gearbeitet habe!

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