Nicht-Gesetzgebung voll im Trend

Nicht-Gesetzgebung voll im TrendBerlin: Die Nicht-Geset­zge­bung ist die kon­se­quente For­ten­twick­lung des sich immer weit­er ver­bre­i­t­en­den UN-Rechts. Die Unter­schei­dung zur nor­malen Geset­zge­bung führt sel­bige schon im Namen und ist eben durch das markante „Nicht“ geprägt. Damit soll sich diese zusät­zliche Regle­men­tierung wohltuend von der bish­eri­gen Geset­zes­flut abheben und den begün­stigten Rand­grup­pen einen verbesserten und ergänzen­den Schutz ver­mit­teln. Irriger­weise wurde darunter oft­mals die Abwe­sen­heit von Geset­zge­bung ver­standen, was natür­lich ein grobes Missver­ständ­nis ist. Ins Bewusst­sein rück­te dies erst jüngst durch einen ersten Pro­belauf mit dem „Nicht-Rauch­er-Gesetz“ in der BRDi­gung. Dieser ver­lief zwar noch etwas hol­prig, bestätigte aber generell den Trend, dass Geset­ze mit einem „Nicht“ im Namen für den fol­gsamen Bürg­er leichter erkennbar sind und deshalb auch mehr Beach­tung find­en.

Hat­ten anfangs die deutschen Bürg­er noch Sorge, bei dieser Form der Geset­zge­bung könne es sich unter Umstän­den um eine aus­bleibende Gerechtigkeit han­deln, sind diese Bedenken inzwis­chen fast voll­ständig bei­seite geschoben wor­den. Dies nimmt die Regierung zum Anlass weit­ere Nicht-Geset­ze in Angriff zu nehmen. Die wichtig­sten Vorhaben dieser Art und die betrof­fe­nen Grup­pen für das laufende Jahr hier nun kurz im Überblick:

  • Nicht-Schwim­mer-Gesetz — Ver­bi­etet es pro­fes­sionellen Schwim­mern wie auch des Schwim­mens mächtiger Per­so­n­en ein Schwim­mer­beck­en oder offenes Gewäss­er zu betreten, solange dort noch ein Nichtschwim­mer mit dem Ertrinken beschäftigt ist. Er darf dabei unter keinen Umstän­den gestört wer­den, nur weit­ere Nicht-Schwim­mer sind zu Hil­feleis­tun­gen berechtigt …
  • Nicht-Trinker-Gesetz — Ist als ergänzen­der Schutz, ana­log zum Nicht-Rauch­er-Gesetz gedacht, um Nicht-Alko­ho­lik­er vor anwe­senden Trinkern zu schützen, bzw. durch deren Alko­holkon­sum gegebe­nen­falls in Mitlei­den­schaft gezo­gen zu wer­den (sei es durch fah­nen­haltige Luft oder über­bor­den­des Aggres­sionspo­ten­tial). Dem­nach dürfte der Auss­chank von Alko­hol in Gegen­wart von Nicht-Trinkern generell unter­bun­den wer­den. Die Bay­ern wer­den aus Gau­di hierzu ver­mut­lich eine entsprechen­den Volk­sentscheid her­beiführen.
  • Nicht-Ess­er-Gesetz – Ist die unab­d­ing­bare Ergänzung zum vorheri­gen, auch das Essen sollte in Gegen­wart von Nicht-Essern generell unterbleiben. Von üblen Gerüchen, über Schmat­zlaute und Ans­tiftung zur Völlerei wartet hier ein ganzes Arse­nal an Ver­fehlun­gen, die heute nicht nur in der Gas­tronomie unterbleiben soll­ten, son­dern auch im pri­vateren Bere­ich mehr und mehr Beach­tung find­en soll­ten.
  • Nicht-Träumer-Gesetz – Dies allerd­ings stellt ein Novum dar. Zurecht wird immer noch beklagt, dass unsere Gesellschaft von zuvie­len Träumern durch­set­zt ist, die mit völ­lig irri­gen Wah­n­vorstel­lun­gen durchs Leben laufen. Dieses Gesetz soll nun den Real­is­ten den Weg ebnen und endlich wieder die gesamte Nation auf den Boden der Tat­sachen zurück­holen. Dies dürfte in der Krise eine entschei­dende Hal­tungswende brin­gen und die Illu­sion­is­ten wieder dahin befördern wo sie hergekom­men sind, ins Reich der Phan­tasie.
  • Nicht-Tänz­er-Gesetz — Auf allen Fes­tiv­itäten, bei denen Nicht-Tänz­er anwe­send sind, hat das Gezap­pel zu unterbleiben, da es nicht hin­nehm­bar ist, diese Klien­tel mit völ­lig unkon­trol­lierten Bewe­gun­gen in ihrer Nähe zu bedro­hen oder gar zu verängsti­gen. Aus der Ver­gan­gen­heit weiß man, dass der­lei Dinge oft von kör­per­lich­er Aktiv­ität in kör­per­liche Gewalt um-sich-schla­gen.
  • Nicht-Leser-Gesetz — Um der zunehmenden Anal-Pha­betisierung durch Zuwan­derung und schlechter Lern­leis­tun­gen gerecht zu wer­den, soll der Anspruch auf Vor­lesen grundge­set­zlich ver­ankert wer­den. Der Anspruch kann seit­ens der amts­bekan­nten Nicht-Leser gegen jeden des Lesens kundi­gen beansprucht und durchge­set­zt wer­den. Dieses Gesetz dürfte auch zen­traler Bestandteil der weit­erge­hen­den Inte­gra­tions­ge­set­ze wer­den. Für Lesekundi­ge kön­nte zukün­ftig eine Kennze­ich­nungspflicht aus­gerufen wer­den, damit die immer sel­tener wer­den­den Exem­plare auch von den Hil­fe­suchen­den Nicht-Lesern gefun­den wer­den kön­nten. Man denkt hier­bei an einen kleinen gold­e­nen Stern der auf die Stirn tätowiert wird.

Alle zuvor beschriebe­nen Geset­ze­sen­twürfe sehen nach bish­eri­gen Infor­ma­tio­nen saftige Bußgelder bei fest­gestell­ten Zuwider­hand­lun­gen vor. Die endgülti­gen Bußgeld­ta­bellen sollen erst nach der Bedarf­s­pla­nung des Finanzmin­is­teri­ums bekan­nt­gegeben wer­den. Die knap­pen Kassen lassen hier sat­te Beträge erah­nen. Notorische Wieder­hol­ungstäter kön­nen aber unter bes­timmten Voraus­set­zun­gen auf ein gün­stigeres Rabattsys­tem hof­fen, soweit sie sich ihre erlangten Punk­te in Flens­burg in ein­er Sün­derkartei haben gutschreiben lassen.

Recht­sex­perten sagen den Nicht-Geset­zen eine große Zukun­ft voraus und soll­ten diese ein­mal mit den ganz nor­malen Geset­zen kol­li­dieren, so ist das nicht weit­er schlimm, da sich der Bürg­er in aller Regel durch Zahlung entsprechen­der Beträge wieder in seine gemütliche Aus­gangspo­si­tion zurück­begeben kann. Weit­er­hin denken die Recht­sex­perten über flankierende Nicht-Nicht-Geset­ze nach, die die Nichtigkeit wenig umsatzrel­e­van­ter Geset­ze regeln sollen, dass ist allerd­ings noch ferne Zukun­ftsver-Nich­tung.

Nicht-Geset­zge­bung voll im Trend
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Wir exper­i­men­tieren. Man kann sich diesen Artikel auch vor­lesen lassen. Lei­der klingt die Dame in Deutsch etwas holperig und unbe­holfen. Wer damit klarkom­men kann, der mag sich gerne eine Vor­lesung geben lassen!
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Über WiKa 2288 Artikel
Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Konzern-Massen-Medien daselbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven für den Betrachter. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören. Motto: „Lässt Du denken, oder denkst Du schon?“

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