Eiliger Krieg, Soldaten direkt von der Front in den Knast

Absurdistan: Europäische Staaten gehen vermehrt dazu über Frontheimkehrer für einige Jahre ins Gefängnis zu stecken. Zurecht, denn kein Soldat kann einer gerechten Sache dienen, das wissen wir längst. Eigens dafür wurden nun in einigen Ländern entsprechende Gesetze erlassen. Mit dieser neuartigen Methode möchte man die Teilnahme an Kriegen wenigstens eindämmen oder nach Möglichkeit sogar ganz unterbinden. Die Bestrafung kann natürlich erst nach der Teilnahme an einem Krieg erfolgen. Präventiv geht das derzeit noch nicht, obwohl ein solches Vorgehen viel sinnvoller erscheint, eben mal alle Gewaltbereiten sofort zur Heilung wegzusperren.

Generell also ein brauchbarer Ansatz, so scheint es, könnte man damit das sinnlose Morden und Verstümmeln in der Welt endlich abschaffen, wie man es in diesem Artikel glauben machen möchte: Über Facebook in den heiligen Krieg[Der Standard]. Wie immer, ist dies nur die halbe Wahrheit. Die reicht den meisten Menschen schon aus. Und wohldosiert als Blendwerk verabreicht, beruhigt sich der Durchschnittsmensch vor der Glotze sehr schnell und kann hernach wieder gedankenlos in seinen Fernsehsessel zurückfallen. Versucht man so zu vermitteln dass es unseren Regierungen mit dem Frieden irgendwie ernst ist? Für wen gelten die erwähnten Gesetze überhaupt? Man sagt, dass damit Jihadisten mit europäischen Pässen von der Teilnahme am Dschihad[Wikipedia] abgehalten werden sollen. Endlich mal ein ehrbarer Anspruch der vielleicht sogar die neuen Gesetze rechtfertigt? Nur müssen wir hier genauer hinsehen, zumal es ja keine Partei im Krieg bei Friedensmissionen gibt, die nicht für entsprechend edle Motive das Morden anfängt. Auch ist es völlig weltfremd bei der Begriffsbestimmung „Soldat“ oder „Söldner“ die Jihadisten in eine andere Ecke stellen zu wollen. Alle Erwähnten sind ausnahmslos Kriegsteilnehmer die überwiegend für Geld andere Menschen umbringen.

Jihadisten und der (h)eilige Krieg

So genau kann man die Typen ohnehin nicht auseinanderhalten. Viel ist die Rede davon, dass beispielsweise die IS für einen islamischen Staat kämpft. Dafür sind sie bereit Menschen zu massakrieren, jene die sich ihnen und ihren Vorstellungen nicht unterwerfen. Unschön ist nur, dass ihre Tötungsmethoden ein wenig anrüchig sind, oder sagen wir besser antiquiert. Hals abschneiden, steinigen, kreuzigen oder einfach nur elend per Genickschuss in den Staub sinken lassen. Das alles ist sehr übel und auch bedauerlich, aber können wir die angestrebten Ziele dieser Kämpfer ernsthaft kritisieren? Steht uns das zu?

Klar sieht das immer fürchterlich übel aus, wenn diese blutrünstigen Gestalten „Gott ist groß“ schreiend vor laufender Kamera Köpfe mit Taschenmessern abschneiden. Aber wie heißt es doch so schön: „Andere Länder, andere Sitten“. Und diese Jungs machen immer auch eine Zeitreise wenn sie dieser üblen Form des Menschen-Metzger-Handwerks nachgehen. Aber wir sollten bedenken, sie sind auch erst im Jahre 1392 des Herrn angekommen. Nach unserer Zeitrechnung und unter Gleichstellungsgesichtspunkten hätten sie also noch rund 622 Jahre Zeit all die Gräuel auszuleben die wir scheinbar schon überwunden haben, bis man auch von Ihnen ein wenig Erkenntnis erwarten darf. Oder halten wir uns etwa für etwas Besseres? Denken wir doch nur an unsere Kreuzzüge und die Inquisition[Wikipedia] und daran was wir in der Zeit (um 1400) nach unserer Zeitrechnung veranstaltet haben.

Der andere Dschihad, mit dem größeren Budget

Krieg ist Terror mit einem groesseren budget qpress usaWas nun die anderen Gotteskrieger auszeichnet, sind die vermeintlich humaneren Tötungsmethoden, sonst gibt es da wirklich keinen Unterschied. Diese Jihadisten töten lieber mit Drohnen aus der Ferne, benutzen auch andere Lenkwaffen (Distanzwaffen) zur Minderung des psychischen Drucks ihrer Kämpfer. Wenn es sein muss schießen sie dem Feind natürlich auch schon mal mitten ins Gesicht. Aber sie vernichten letztlich ebenfalls alles was ihnen und ihren Wertvorstellungen im Wege steht. Sie töten nur für ihren Gott und dessen Propheten. Nur heißt ihr Gott eben nicht „Allah der Allmächtige“ sondern „Mammon der Modern(d)e“ und seine Propheten, die Banker predigen unablässig in den Schalterhallen der Banken und auf dem Börsenparkett. Sie sind die gerechten Vollstrecker von Demokratie, Frieden und Freiheit (des Geldes, der Märkte und von TTIP, CETA und TISA).

Klar sind diese Gottes-Krieger aus unserer Sicht natürlich viel gerechter, kämpfen sie doch nur für unser Wohl (eigentlich nur für das Wohl einer kleinen wohlhabenden Minderheit), aber immerhin in unserem Namen und natürlich auch in unserem Auftrag, dafür haben wir ja unsere Kriegsminister gewählt. Das müssen wir ja hier an dieser Stelle auch nicht ideologisch bewerten und breittreten, würde es doch die Moral unserer edlen Kämpfer bei der Bundeswehr, allen guten Armeen und der US-Terrormilzen vollständig untergraben. Nein, das tun wir nicht, weil das Töten bei ihnen viel gerechter ist und nur der Verteidigung unserer KonzernWerte dient … Punkt.

Kriegs-Fazit und Schlussfolterungen

Wenn schon gesetzliche Grundlagen geschaffen werden um die Teilnahme an Kriegen unter Strafe zu stellen, dann sollte wenigstens der Gleichheitsgrundsatz dabei gewahrt bleiben, aber allein daran scheitern wir schon. Offensichtlich sehen wir die Angelegenheit zu wenig sportlich. Im Sport hat man sich doch auch relativ problemlos auf ein einheitliches und weltweites Regelwerk einigen können. Warum kann man das nicht in der Königsklasse, beim ältesten Sport der Welt, beim Abschlachten seiner Nachbarn? Wenn wir doch alle miteinander Mord und Totschlag so sehr wollen und leiben, wie es den Anschein hat, dann sollten wir wohl als halbwegs zivilisierte Menschheit in der Lage sein, uns exakt in diesem Punkt anständige Bestimmungen zu geben. Nicht so halbherzige Gesetze, die nur bestimmte Teile der Menschen von den Gemetzeln in fernen Ländern ausschließen sollen. Wir ziehen ja mit unseren Gotteskriegern von der Bundeswehr auch nach Afghanistan, um den Menschen die Segnungen des Mammon zu bringen, unsere Rohstoffe an Ort und Stelle zu beschützen und dort unsere neuen Außengrenzen eisern zu verteidigen.

Terror Scheisse Bullshit Nervkram Falseflag VerarschungWer jetzt meint, das alles sei ziemlich kurzsichtig, grotesk und hirnlos, der hat schon längst den elend langen Faden der Geschichte aus den Augen und seinem Zugriff verloren. Insbesondere aber die Entstehungsgeschichte des (inzwischen institutionalisierten) Terrors ziemlich verpennt, der uns angeblich so sehr bedrohen soll. Wenn man selber die Fackel in Nachbars Garten wirft, nichts anderes haben die westlichen Gutmenschen über die letzten Jahrzehnte gemacht, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn bei der Drehung der Windrichtung die eigene Hütte gleich mit abfackelt. So etwas sollte man sich überlegen bevor man die Fackel in die Hand nimmt und anzündet. Einseitige Gesetze zum Ausschluss bestimmter Personengruppen, von den selbst mit angezettelten Mördereien sind wohl doch nicht die Rettung, eher sind sie eine erneute, geballte Ladung Sand in die Augen der unreflektierten TV-Glotzer.

Krieg Macht Pruegelpolizei Schlachten lassen noetigung Verweigerung stell dir vor es ist Krieg und nur die Kriegstreiber muessen hingegehenWie aber sollte man nun des „Wahnsinns Herr” werden um ihn zu beenden? Unsere „Volks-ZerVertreter“ haben kein wirkliches Interesse daran diesen Zustand zu ändern, er ist Teil ihrer Legitimation und besonderen Berechtigung. Ihr eigenes Wohlbefinden und die Interessen bestimmter Souffleure dominieren das Geschehen in der politischen Landschaft. Das ist mehr als bekannt. Schon sind die Menschen weltweit wieder auf sich selbst zurückgeworfen. Für beide Seiten der beschriebenen Gotteskrieger-Jihadisten gilt, solange sie sich für diese Gewalt einspannen lassen, wird selbige auch nicht enden. Erst wenn sich die Menschen kollektiv der Gewalt verweigern und auch gegen Bezahlung nicht mehr hingehen, dann erst haben wir eine reale Chance. Kein Gesetz der Welt wird diesen Teufels-Kreislauf durchbrechen oder gar beenden, nur jeweils für die eigenen Seite weiter legitimieren. Ausschließlich der freie Wille eines jeden Einzelnen vermag irgendwann einmal der Gewalt ein Ende zu bereiten. Und solange wir kollektiv der Meinung sind, dass die Gewalt keine Ende nehmen kann, wird sie auch nicht enden. Exakt solange dürfen wir uns immer wieder im Namen fremder Interessen, Lobbyisten und anonymer Hinterzimmer-Gestalten für die irrsten Ziele dieser Welt gegenseitig abschlachten … und bekommen von IHNEN die Orden dafür, natürlich gerne auch posthum, währenddessen SIE die Kriegsbeute inventarisieren.

Eiliger Krieg, Soldaten direkt von der Front in den Knast
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2 Kommentare zu Eiliger Krieg, Soldaten direkt von der Front in den Knast

  1. “… Sand in die Augen der unreflektierten TV-Glotzer.”
    Da irrst Du Dich, denn eben dieser Artikel hier reflektiert die TV-Glotzer, sie können also nicht mehr als unreflektiert gelten.

    Habt Freude!

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