Mut zur Realität – der 1. Mai wird zum Tag der Ausbeutung

Deutsch-Absurdistan: Wir sind ja eine völlig freie und offene Gesellschaft, bemühen uns tatkräftig den Dingen realistisch ins Auge zu sehen. Was liegt da näher, als die angestaubten alten Feiertage einmal auf ihren Sinngehalt hin zu überprüfen. Die interne Revision ergab, dass die ideologische Ausrichtung des 1. Mai völlig verpeilt ist und keineswegs zeitgemäß. Zutreffend sollte er als „Tag der Ausbeutung” gefeiert werden. Ein Tag, an dem die Schaffenden auch künftig nicht zur Besinnung kommen dürfen, dafür gibt es an besagtem vermehrt Alkohol zur Realisierung dieses Effektes.

Wir regen daher eine weltweite Initiative an, die genau diesem Umstand Rechnung trägt. Gerade die EU könnte im Wege einer bahnbrechenden Verordnung tätig werden und die weltweite Federführung zur Klarstellung des Themas übernehmen. Auf diese Art und Weise wäre die völlig undemokratische Struktur dieses EU-Verbrechersyndikats einmal schnell, sinnvoll und effektiv in aufklärerischer Manier zu nutzen, allein um die überfällige Feiertags-Sinn-Korrektur endlich durchzudrücken. Bei sinkenden Reallöhnen und ausgiebig steigenden Unternehmensprofiten muss klargestellt werden, dass nur die Fettlebe der Unternehmen und Unternehmer unser Seelenheil garantieren kann, das Ideal, dem sich alle Werktätigen der Welt zu verschreiben haben.

In Deutschland kam diese tolle Errungenschaft auch erst unter den Nationalsozialisten ab 1933 voll zur Geltung, kann man hier nachlesen, also eine besonders sinnfällige Erinnerung an den deutschen Autobahnbau oder was auch immer in dieser Art. Aber was soll’s, kein Feiertag der nicht irgendwie auch anständig zu missbrauchen wäre.

Natürlich gibt es ab und an auch noch völlig sinnlose Gegenwehr, da wo Menschen immer noch davon träumen, dass sie mehr als ein Stück Dreck sind, es einfach nicht akzeptieren wollen, dass auf der Farm der Tiere wirklich alle gleich sind (und nur die wenigsten Schweine etwas gleicher), wenn es um die korrekte und artübergreifende Ausbeutung geht. Und da wo sich die ewig Gestrigen nicht zu den Realitäten bekennen wollen (dem Tag der Ausbeutung), liest es sich dann etwas pathetischer wie folgt:

Absage auf Ihr Arbeitskraftnehmergesuch

Sehr geehrte Damen und Herren,

Zurueck in die Zukunftvoller Bestürzung habe ich Ihr Arbeitskraftnehmergesuch in der Jobbörse Arbeitsagentur zur Kenntnis genommen und muss Ihnen zu meinem Bedauern leider eine Absage erteilen. Glücklicherweise darf ich Ihnen mitteilen, daß einer Beschäftigung in Ihrem Arbeitslager folgende Gründe entgegen stehen:

Hiermit erkläre ich die Ausbeutung für abgeschafft.

Bedingungsloses Grundeinkommen & Bedingungsloser Mindestlohn jetzt!

pitti - hängt ihn höherNun das überrascht sie vielleicht. Aber sehen sie, in Deutschland ist das Errichten von afrikanischen Buschhütten – gemeinhin als Slum bezeichnet – nicht statthaft. Auch das Jagen mit Pfeil und Bogen ist verboten. Das gilt auch für das Einschlagen von Feuerholz. Und zu mehr würde ein Mindestlohn von 8,50 € leider nicht reichen. Für eine ordentliche Teilhabe am öffentlichem Leben bedarf es eines Lohnes der zum Leben reicht.

Sollten Sie bereits einen Mindestlohn von 15 Euro netto zahlen UND sich für ein Bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von 1.500 Euro monatlich einsetzen, betrachten Sie dieses Schreiben bitte als gegenstandslos. In diesem Fall können Sie sich gerne bei mir bewerben. Bitte füllen sie dazu den beigelegten Arbeitskraftnehmer-Fragebogen aus.

Herzlichst
Ihr Arbeitskraftgeber Pittiplatsch

– Diese Absage wurde maschinell erstellt und ist daher ohne Unterschrift gültig. –

Anbei: Fragebogen für Arbeitskraftnehmer (download hier), für den Fallmanager (download hier) und für die Hausbank (download hier) … so für alle Fälle auch nochmal hier:

Download (PDF, 8KB)

Download (PDF, 6KB)

Download (PDF, 6KB)

Und weil wir doch alle nur zu genau wissen, dass sich so etwas sowieso niemand mehr getraut … derlei Post in Umkehrrichtung zu versenden … müssen wir uns endlich dazu bekennen den Tag der Arbeit auch als das zu benennen was er tatsächlich ist, der Tag der Ausbeutung, den man wirklich nur mit ausgiebig Alkohol ordentlich betäuben und verdrängen kann. Ausbeutung ist doch heute auch nichts schlimmes mehr, es ist unsere allseits anerkannte und bevorzugte Lebensform, die ultimative Sinnstiftung für alles Humankapital. Nur das noch offene Bekenntnis zur absoluten Asozialität unserer EU-Gemeinschaft wird uns dahingehend weiterbringen, dass wir bei den künftigen Feierlichkeiten dieses Tages auch noch ohne Alkohol auskommen, in dem Wissen, dass unser ewiger Verzicht (die Solidarität) der richtigen Minderheit zugute kommt, den weisen und aufrechten Schweinen mitten unter uns.

Mut zur Realität – der 1. Mai wird zum Tag der Ausbeutung
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Pittiplatsch
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Pittiplatsch kam am 17. Juni 1962 life im DDR-Fernsehn auf die Welt. Mama Trisch weiß noch genau, wie er damals aus dem Pfefferkuchen-Paket für Meister Nadelöhr krabbelte, mit gigantischen Bauchschmerzen, er hatte alle Pfefferkuchen aufgefuttert. Pittiplatsch ist der einzige TV Star der ungestraft die Zunge rausstrecken darf. Seine Aktionen sind gut gemeint und gehen leider regelmässig schief. Er trägt den Indianernamen „Freche Lippe“ und nennt sich selbst "Pitti, der lieeeebe" Quatsch und platsch und quatsch - das ist doch der Pittiplatsch.

6 Kommentare zu Mut zur Realität – der 1. Mai wird zum Tag der Ausbeutung

  1. Der 1. Mai ist nicht unser Feiertag, auch nicht der der Arbeiter. Sondern der Feiertag der Pathokratie. Gib doch einfach mal in Google “1.Mai 1776” ein.

  2. Na dann Prost!
    Eine Frage noch: Wenn man den ZuTrinkTag verpasst hat, muss man dann ein ganzes Jahr warten oder darf man(n) auch zwischendurch mal ein Schlückchen auf die “gute alte Zeit” trinken 😉

  3. die verlogene so genannten “Leistungsträgerschaft” die sich insgeheim über jeden günstig gelegenen feiertag freut und sich dann mit einem “Brückentag” einen kleinen zusätzlichen Kurzurlaub, von der ach so geliebten/gehassten arbeit, verschaffen und dabei nutzt dann, in einigen kleineren und mittleren unternehmen, das gesamte mittlere bis obere management ihre machtstellung aus und lässt die aufstrebenden möchtegern verantwortungsträger (teamleiter/vorarbeiter u.ä.) auch an feier- und brückentagen alleinverantwortlich für sie arbeiten

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