Hunde wichtiger als Hartz-IV-Bezieher, Deutschland setzt Prioritäten

Deutschland auf den Hund gekommen bhuendisches Dasein geht weiter Hartz IV chancenlos PetitionBRDigung: Deutschland ist und bleibt ein Paradies für Hunde, ganz anders als manch ein asiatisches Land, wo die Vierbeiner vorzugsweise schnell mal in die Pfanne gehauen werden. Letzteres passiert in Deutschland eher mit den Hartz-IV-Beziehern, natürlich nur im übertragenen Sinne. Harter Tobak? Nein! Tägliche Praxis! Und „die Deutschen“ (als Beschreibung einer Mehrheit) scheinen das auch alles ganz korrekt zu finden, so jedenfalls muss man schlussfolgern, wenn es um empathische Reaktionen zu den erwähnten Gruppen geht.

Die Deutschen wären ja auch nicht „die Deutschen“, hätten Sie nicht das ein oder andere absolutistische wie „bösondere“ Alleinstellungsmerkmal in dieser Welt, zu denen auch diese Besonderheit zu rechnen ist. Erläutern wir aber zunächst ein wenig (bevor das große Aufjaulen einsetzt), warum wir mit einer derartigen Feststellung aufwarten müssen. Für einen direkten Vergleich boten sich zwei zeitgleich laufende Petitionen an. Die eine befasst sich mit dem Überleben eines Hundes, die andere mit der Fortdauer folgenschwerer Sanktionen gegenüber Hartz-IV-Beziehern. Unschwer zu erraten, welche der beiden Petition hierzulande das Rennen machte.

Die Petition mit dem Hund

Bitte begnadigen Sie die Therapiehündin „Tascha“ des im Wachkoma liegenden Dylan in Schönwalde[change.org]. In dem vorstehenden Fall geht es um eine Therapiehündin, die für den betreffenden Patienten sicherlich von unschätzbarer Bedeutung ist. Die Petition wurde am 24. November 2013 gestartet und erreichte bereits am 27. November 35.000 Mitzeichner. Am 29. wurde die erste Schallmauer von 50.000 Mitzeichnern im Galopp durchbrochen. Und am 30.11. war auch die 75.000er-Marke eher eine spielerische Hürde. Dies belegt, dass die Deutschen zu Emotionen fähig sind. Es ist wichtig, richtig und gut in einem solchen Fall Stellung zu beziehen, denn hier gibt es zwei wehrlose Opfer … das Kind und der Hund.

Die Petition um die wenigen Millionen Hartz-IV-Bezieher

Petition 46483 • Arbeitslosengeld II – Abschaffung der Sanktionen und Leistungseinschränkungen (SGB II und SGB XII) vom 23.10.2013 … [Deutscher Bundestag]. Jetzt wird es bedeutend ernster, diese Petition läuft im Bundestag. Sie wurde von Inge Hannemann veranlasst. Sie ist als Jobcenter-Mitarbeiterin dafür bekannt geworden Sanktionen gegenüber Hartz-IV-Beziehern nicht exekutiert zu haben. Dafür wurde sie gefeuert und steckt noch immer in einem Rechtsstreit um ihre Anstellung. Dieses Thema betrifft natürlich nur wenige Millionen Menschen in Deutschland, die Dank der neuerlichen Beschränkungen hinsichtlich des Zugangs zur Prozesskostenhilfe nicht weniger hilflos gemacht wurden. Die Petition wurde bereits am 23.10.2013 gestartet und erreichte bis zum 30. November sage und schreibe eine Mitzeichnerquote von 20.000 Menschen, obgleich sie schon geraume Zeit länger läuft und von erheblicher Tragweite ist. Daraus muss man schließen, dass dieser Vorgang für die Deutschen keine Relevanz hat[gegen-Hartz] und eher ein unliebsames Thema darstellt.

Ursachen dafür … oder doch nur Konzentrationsschwäche

Real Hartz, für den erfahrenen Hartzie, ohne Schnörkel direkt zur Sache…Hier darf jeder seine eigene Fehleranalyse betreiben, aber es ist und bleibt dennoch sehr bezeichnend, wie derlei Geschichten wahrgenommen werden. Möglicherweise liegt es daran, dass sich der Leser nur auf einige wenige Fakten konzentrieren kann und komplexe Sachverhalte schlicht ausblendet. Vielleicht sind ihm eingefahrene Stigmata nicht aufregend genug. Ein weiteres Argument könnte sein, dass der Sozialneid ein entsprechendes Engagement für die Mitmenschen unterbindet. Nur zu gerne wird den Betroffenen Hartz-IV-Beziehern zunächst einmal eine Mitschuld an ihrer Situation unterstellt und damit emotional die Bremse für ein Engagement betätigt.

Vielleicht ist aber auch der Bundestag nicht populär genug, als dass dort irgendein Deutscher auf die Idee käme sich engagieren zu wollen. Das möchte sich bei der anderen erwähnten Plattform anders verhalten. Vielleicht ist die Sache im Bundestag auch nur zu kompliziert dargestellt. Da ist ein eindringlicher Satz, ein Bild und eine kurze Beschreibung viel ansprechender als ausgedehnte, trockene und für viele Menschen unverständliche Materie des Sozialgesetzbuchs. Herzlosigkeit kanns nicht sein, wie das Engagement für den treuen Begleiter belegt.

Hündisches Dasein

Deutschland ist irgendwann einmal gehörig auf den Hund gekommen, das ist tief verwurzelt und daran wird sich auch in absehbarer Zeit so schnell nichts ändern. Es darf als Beleg für eine weitere schlimme Vermutung genommen werden, die sich förmlich aufdrängt: „Die Deutschen” führen immer noch ein hündisches Dasein! Vielleicht liegt es nur an dieser fleischfressenden Mentalität, dass man beispielsweise auch Petitionen gegen Hühner- und Schweine-KZs wie die Pest meidet. Stattdessen wird alltäglich an der Supermarkt-Fleischtheke direkt für den Erhalt solcher Gräuelstätten „gevotet“ und mit jedem Kassenbon dafür gesorgt, dass der Betrieb noch rationeller, noch wirtschaftlicher, noch effizienter fortgeführt werden kann.

Möge jeder in sich gehen und neben der Rettung von „Tascha“ auch einmal angestrengt darüber sinnieren, ob es nicht einige Minuten der eigenen Zeit wert wäre, die ohnehin schon gebeutelten und benachteiligten Mitmenschen ein wenig zu unterstützen. Auch auf die Gefahr hin, dass der Hund vor der Couch jetzt 10 Minuten auf weitere Zuwendung warten muss.

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Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Massen-Medien selbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören.

34 Kommentare

  1. Ja, das ist auch ganz normal. Denn man weiß hundertprozentig, dass ein Hund niemals unberechtigt irgendwelche Sozialleistungen erschleicht oder irgendwelchen Versicherungsbetrug macht. Bei einem Hartz-4 Empfänger kann man das alles leider nicht ausschließen. Selbst Zusatzleistungen, die gerade nicht benötigt werden, müssen trotzdem angefordert werden, einfach nur, weil sie einem zustehen. Das alles kann einem Hund nicht passieren.

    Außerdem: Hunde sind Nichtraucher!

    • Aber Charly … Hunde beißen doch immer … greifen kleine Kinder an … scheißen allzeit auf den Bürgersteig (legen Tretminen) … und jagen die Postboten … das passiert doch mit Hartz-IV Beziehern nicht … 😉 … oder leben wir doch nur noch von und mit Vorurteilen?¿?

      • Ein rührender Film. Ich hab’ gleich vier griechische Strassenmischlinge und weiss sehr gut, wie sie einem helfen können,wenn man mal nicht gut d’rauf ist.
        Der Artikel ist ja nicht schlecht, der Vergleich aber etwas unglücklich.
        Der Zugang zu Petitionen ist bei Hartz-IV Beziehern ungleich schwieriger als bei Schicki Micki Themen, wo die Interessensgruppen totaI unterschiedlichen Internet Zugang haben.

    • Guten Tag Herr “Whisky”.
      Wissen Sie, wie hoch selbst hart gesottene Konservative die Quote der bösen, bösen Leistungserschleicher einschätzt? Verschwindend gering.
      Wissen Sie wie hoch der Regelsatz ist? Gut 300,- Euro (da Strom selbst zu zahlen ist). Nicht in der Woche übrigens. Im Monat.
      Rätselhaft ist mir, welche “nicht benötigten” Zusatzleistungen Sie meinen? Bei einem derart niedrigen Satz: benötigt man ALLES, was einem zusteht. Ganz klar.
      Übrigens: die meisten “Hartzler” haben vorher Steuern bezahlt. Erst nach einem Jahr landet man im ALG II. Und sie zahlen auch jetzt noch Steuern – die nicht so wirklich knappen Mehrwertsteueraufschläge nämlich. Wird oft vergessen – ist aber so.
      Wenn ALG II – Berechtigte Geld erhalten: fließt dies sofort zurück in den Wirtschaftskreislauf. Dies ist wichtig und gut für die Binnen – Nachfrage.
      Diese Menschen haben keine Wahl: für Rücklagen reicht es wahrlich nicht.
      Aber jetzt mal “nebenbei” bemerkt: ihr Post geht vollständig am Thema vorbei. Es ist hier NICHT von Rückforderungen bei “Leistungserschleichungen” die Rede. Überhaupt nicht. Sondern von den Sanktionen bei tatsächlichen, oder oft nur angeblichen Verstößen gegen die Befehle des jobcenters.
      Z.B. bei Nichterscheinen auf Einladung. Die wird mit normaler Post versandt. Wenn der Kunde sie nicht bekommt – sein Pech.
      ER muß beweisen, dass er die Einladung nicht bekommen hat …! Ein Ding der Unmöglichkeit, ganz klar.
      Schon sind mal wieder 10% weg. Jeweils. Für drei Monate.
      Dies nur einige wenige, aber typische Beispiele.
      Und, btw. – ich bin kein ALG II – Empfänger. Ganz und gar nicht.
      MfG
      Burkhard Tomm-Bub, M.A.
      Ex – Fallmanager

      • Ja, ich weiß. Ich kenne den Vorgang sehr genau. Schade, dass ich auf ihren Beitrag sehr sehr ernst antworten muss. (Denn Ironie versteht der Leser nie.)

        Erinnern sie sich, wie oft von dem Missbrauch des Asylrechtes gesprochen wurde, ehe es praktisch abgeschafft wurde (denn man kommt in Deutschland nicht mehr rein, ohne durch andere EU-Länder durchreisen zu müssen.) Alles was missbraucht werden kann, gehört abgeschafft, zumindest solange ich es persönlich nicht benötige.

        Wie oft wird vom Missbrauch von Sozialleistungen gesprochen; nun gut: sie sind noch nicht ganz abgeschafft. Aber jemand, der 30 Jahre in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt hat, wird seit Schröders Agenda nie das herausbekommen, was eingezahlt wurde. Aber wetten dass? Es wird abgeschafft.

        Wie oft wurde in der letzten Zeit eigentlich von Kindesmissbrauch gesprochen oder geschrieben… (Wie DAS weitergeht, das hat uns schon mal ein Herr Sarrazin vorgerechnet.)

  2. Der Artikel beschreibt die Situation treffend.

    Es ist aber auch die Frage zu stellen, warum die Betroffenen sich offensichtlich nicht an dieser Petition beteiligen. Schon 5,5 % der ALG-I-Bezieher würden reichen, um das Quorum zu erfüllen.

    • Hmm … manche bewegen sich da sehr vorsichtig im Netz und der physischen Öffentlichkeit, weil sie dem Staat nicht über den Weg trauen, womöglich die nächste Repressalie fürchten.

      Waren da nicht auch schon Ankündigungen seitens des Amtes, verstärkt das Internet überwachen zu wollen … für den Fall, dass da mal wieder einige ihrer ALG-II Zöglinge was unflätiges von sich geben? Ein Klima der Angst wirkt immer Wunder, kennen wir doch schon aus vergangenen Zeiten, es macht die hilfsbedürftigen Menschen etwas folgsamer und geschmeidiger … 🙁

      • Das Manche Betroffene vorsichtig im Netz sind ist sicherlich richtig. Aber wie viele sind manche? Die Linke soll angeblich die Petition unterstützen. Das sehe ich aber nicht. Die Linke hat 63.000 Mitglieder (Durchschnittsalter übrigens 60 Jahre), die allein würden schon reichen. Wo sind die? Und wo sind die Wähler der Linkspartei? Warum informiert Die Linke nicht ihre Mitglieder, warum schaltet sie nicht eine halbseitige Anzeige in der Presse? 2011 hat Die Linke über 12 Mio. an staatlichen Zuschüssen erhalten, bezahlt vom Steuerzahler. Ich habe campact angeschrieben und um Unterstützung für die Petition gebeten. Es kam nicht mal eine Antwort. Aber Spenden wollen sie haben. Inzwischen sind wir schon so weit, das es einer http://ngowatch.de/ bedarf. Wer finanziert sich wie und wofür. Das Geschäft der NGOs brummt. Aber ich komme vom Thema ab.

    • Das könnte u.a. zB auch daran liegen, dass eine große Menge ALG II Bezieher nichtmal das Geld für einen Internetanschluss und/oder PC hat (ist im Regelsatz auch kein Betrag x für vorgesehen, mal so nebenbei bemerkt) und somit erst gar nichts von dieser wichtigen Petition weiß bzw. wissen kann.

      Zwar sammeln Frau Hannemann, Katja Kipping und einige andere fleissig vor vielen Jobcentern auch Unterschriften auf Papier, aber natürlich bleibt der Wirkungskreis – bei aller Mühe – auf diese Weise natürlich immer begrenzt.

      Was das Sammeln an zusätzlichen Stimmen im Endergebnis ausmachen wird, weiß man jetzt natürlich noch nicht, das sehen wir erst am Ende, aber ich hoffe sehr, dass es sich lohnen wird.

      Leider gibt es mehr als genügend vorverurteilende Egomane wie den ersten Kommentator hier, die wahrscheinlich froh wären, wenn den HartzIV Beziehern auch noch das Allerletzte genommen werden würde, sie wohl am besten in Arbeitslager vor die Städte deportiert werden würden, damit “das Pack” wohl hoffentlich alsbald elendig zugrunde gehen Mag und bis es so weit ist, sich wenigstens bei Tagesrationen von 200g Trockenbrot und 0.5l Regenwasser noch nutzbringend (zwangsarbeitend) in die Gesellschaft einbringen kann.

      Es ist ja immer leicht zu verurteilen, Vorurteile und dümmliche Stammtischparolen zu verbreiten – eben so lange, bis es einen mal selber trifft, was heutzutage wirklich JEDEM UNVERSCHULDET PASSIEREN KANN, aber dann wäre das Geschrei wahrscheinlich am größten… Echt unfassbar, wie ekelhaft manche ihren Mitmenschen gegenüber drauf sind, pfui!

  3. Guten Tag,
    ja es ist richtig. Nach einem recht guten Start stagnieren momentan die Zahlen.
    Einige der Gründe wurden bereits genannt. Hinzu kommt, dass etliche ALG II – Empfänger keinen PC oder keinen Internet – Zugang haben. Einige Verbände der LINKEN unterstützen, auch auf der Bundesseite steht etwas.
    Noch ist ein wenig Zeit. Manche Dingen müssen erst greifen. Am Dienstag ist eine Art Aktionstag vorgesehen, bei dem nochmals verstärkt Strassen”sammlungen” (vor allem vor den jobcentern) stattfinden.
    Ich habe eben 10 mögliche Testimonials angeschrieben und Inge Hannemann gibt diverse Interviews. Weitere mögliche Multiplikatoren wurden angesprochen.
    Wir können nur hoffen und kämpfen bis zur letzten Minute.
    Für die Menschen, für Humanität, für Gerechtigkeit.
    MfG
    Burkhard Tomm-Bub, M.A.
    Ex – Fallmanager

    • Wo bleiben die Gewerkschaften, wo ihre Mitglider über Hartz IV im Lohn; Gehalt und Sold gedrückt und ihrer Rente beraubt werden?

      Wo bleibt der Vermiter-Schutzbund, wo Mieter unter Hartz IV durch Sanktionen etc. aus ihren normal würdig gemieteten Wohnungen gemobbt werden?

      Es betrifft auch KMUs denen von Globalplayer die Preise diktiert werden.
      Es betrifft auch Ärzte denen die Patienten madig gemacht werden!
      Es betrifft gut 90% der Bevölkerung die nach und nach gedrückt werden.

      Durch Gehirnwäsche der Medien, hatten die sich zum Teil selber abgeschafft, so das leider kleinere Verlage und dessen Angestellten Redakteure und Reporter auf der Strecke bleiben.

  4. habe beide aktionen nicht unterstützt. die betr. hund nicht, weil mir klar war, daß es genügend unterstützung geben würde. die zu den h4 repressalien nicht, weil mir die abschaffung der sanktionen zu wenig ist. wenn man schon aktivitäten in punkto sozialabbau, kriminalisierung armer etc. entfalltet, dann sollte die forderung mindestens in richtung “menschenwürdiges leben für alle – gegen neofaschismus und blockparteien” o. ä. lauten.

  5. Tolle Resonanz zum 1. Advent ! Dieser Beitrag zeigt wieder einmal überdeutlich, der Mainstream ganze Arbeit geleistet hat ! Alles Unterstützen nur die die eigenen Armen nicht ! Und diese haben leider oft resigniert und nehmen lieber kommentarlos und verstohlen kriechend die ihnen zugestandenen Brosamen ! Was für einen sch…. Gesellschaft hat man hier aufgebaut ! Und gerade Linke und SPD, die sich immer so sozial geben …. Na, lassen wir das !
    Trotz dem : Danke WiKa für diesen hervorragenden Artikel ! Hoffentlich bringt er einige zum Nachdenken (# 1) !

  6. @ landbewohner,

    an irgend einer Stelle muss man aber beginnen. Der Traum von der Abschaffung dieses Unrechts wird nur aus der Forderung danach nicht Wirklichkeit.

  7. Alle Systemschmarotzer (Rentner,Kranke,Arbeitslose usw.) auf eine Insel oder etwas noch Schlimmeres. Dank Gehirnwäsche der Medien und durch Mitmenschen wie Charly..kann es ja nicht mehr lange dauern. Wer dann die Hundesch…. von der Strasse räumt bleibt allerdings offen.

    Gruss Jannex

  8. der artikel trifft den nagel auf den kopf. für einen polizeihund werden übrigens 6,80 euro pro tag veranschlagt. für einen hartz4-empfänger ca 4 euro. neben dem wirklich schweren auskommen mit sehr wenig geld und den ärgernissen mit jobcentern, wirken jedoch auch die mobbing-aktionen von sozialrassisten bis tief in die arme seele. ich spreche aus eigener erfahrung – ich bin in hartz4. und ich habe darüber geschrieben “Die Hartz IV Ratte – Tagebuch einer Bettlerin” … Wenigstens von den Mitmenschen würde ich mir mehr Menschlichkeit wünschen. iris bücker

  9. Leider haben immer noch die Wenigsten realisiert, dass Hartz IV nicht für Arbeitsuchende, sondern gegen den Arbeitnehmer gerichtet ist. Der medial so gepriesene Mindestlohn wird nicht als Niedrigstentgelt oder Armutslohn bezeichnet. Er soll die Rettung bringen. Für die „soziale“ SPD. Dass dieser Lohn trotz ausgefüllter Erwerbsbiographie nur zur Sozialhilfe führt, interessiert niemanden. Laut Destatis geben die Deutschen 10,3 Prozent ihres Netto-Lohns für Lebensmittel aus. Einem Mindestlöhner stünden also 108,56 Euro im Monat zur Verfügung – oder 3,62 Euro am Tag. Diese Zahl entspricht mehr weniger dem ALG II Satz für Lebensmittel.
    http://www.welt.de/politik/article1649762/Sarrazin-entwickelt-Hartz-IV-Speiseplan.html
    Nachdem sich weder von Linkspartei, Gewerkschaften oder einer „reformierten SPD“ ein ernsthafter Gegenwind oder gar Protest zur Agenda 2010 entwickelt hat, haben die „Probanten“ unter Hartz IV artig alles verabreicht bekommen. Im Land war und ist eine soziale Ruhe eingetreten. Jetzt kommt die nächste Gruppe der zu reformierten Personen an die Reihe. Der Arbeitnehmer.
    Und für alle die immer noch glauben, jeder sei seines Glückes eigener Schmied, noch ein paar Zahlen vom Arbeitsmarktbericht Oktober 2013.

    Oktober 2013 Arbeitsmarktbericht BA S. 52
    812.515 ALG I Empfänger
    4.346.945 ALG II Empfänger
    317.000 erwerbsfähige Nichtleistungsempfänger (S. 21)
    Gesamt: 5 Millionen 159.460 erwerbsfähige ALG Empfänger / 5 Millionen 476.460 erwerbsfähige Betroffene
    freie Stellen bei BA: 439.000 (S.11)
    freie Stellen Gesamtdeutschland: 937.000 freie Stellen, davon lediglich 688.000 sofort zu besetzen
    594.000 freie Stellen stehen somit in Gesamtdeutschland auf dem ersten Arbeitsmarkt zur sofortigen Verfügung. Teilzeit etc. ist in diesen Stellen mit berücksichtigt.
    http://doku.iab.de/arbeitsmarktdaten/2013/os1302.xls

  10. Man muss doch nur mal sehen, wie der Normalbürger über Bezieher von HartzIV reden! Der Tenor “Wer arbeiten will, findet auch Arbeit”, ist einfach tief in den Meinungen verwurzelt. Also sind für den Normalbürger gefühlte 80% der Leistungsbezieher nur zu faul zum arbeiten. Hingegen ist der Hund ein Wesen, dass den Normalbürger anrührt. Er ist vielen Menschen treuer Gefährte und Kamerad auch in Zeiten, wo Menschen sich abwenden. Deshalb wird der Normalbürger eher eine Petition pro Hund unterstützen, als eine Petition pro HartzIV-bezieher

    • Genau dieses Klischee verbreitet unsere liebe Ursel leider erfolgreich seit Jahren. Dabei braucht sie dringend ihre “Hartzer” :
      zum Propaganda machen, zum drauf rum dreschen und dann braucht man ja auch ein paar Erpressbare, die man in die Arbeiten zwingen kann, die sonst keiner (für solche Bezahlung) machen würde. Außerdem hat sich ja um Hartz IV eine regelrechte “Industrie” aufgebaut aus dubiosen “Weiterbildungsinstituten”, “Beschäftigumgsgesellschaften” usw. bei denen man seine Protegees unterbringen kann und die Unsummen an Geld verschlingen welches beiden “Leistungen zum Lebensunterhalt” eingespart wird, da Hartzer ja sehr genügsam sind (zu sein haben!) .

  11. Dies ist die letzte Petition die ich in diesem Umfang unterstützt habe und noch unterstützen werde. Morgen werde ich das noch ins Darknet setzen und an die Anonymous-Gruppen versenden.

    Das Erreichen des Quorums ist äußerst fraglich. Mir ist auch klar, das ein erfolgreiches Quorum nichts sofort an der Sanktionspraxis ändern wird. Es war ein Test, wie solidarisch das “Netz” agiert.

    Da möchte ich Qpress, Spiegelfechter, Nachdenkseiten und vielen anderen Blogs danken.

    Bei dieser Gelegenheit möchte ich einen ganz anderen Gedanken äußern. Erfährt ein Staatsanwalt von einer Straftat, mittelbar oder unmittelbar, muss er tätig werden und den Sachverhalt ermitteln.

    Warum ist das nicht so bei Verletzung des Grundgesetzes? Die Verfassungsrichter werden erst bei Klage tätig und können Klagen ohne Begründung abweisen.

    Erfährt ein Verfassungsrichter von einer Grundrechtsverletzung, (woher auch immer, Presse, Gesetzgebung etc.) sollte er tätig werden können.

    Und zwar unmittelbar, ohne Klage eines Betroffenen.

    Das wird meine nächste Baustelle sein.

  12. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Ich hatte als geschiedener Vater von 2 kleinen Kindern zusätzlichen Wohnraum für die die Wahrnehmung meines Sorgerechtes/Umgangsrechtes beantragt. Sinnigerweise hatte ich auch argumentiert, dass selbst für Hunde eine Mindestquadratmeterzahl von 6 qm per Tierschutzgesetz vorgesehen ist. Für Kinder gibt es diesen Anspruch nicht. Es wird zwar jetzt nach Jahren Hartz IV schon richterlich so argumentiert und entschieden, dass Kinder bei Trennung und Scheidung einen Anspruch “hätten”. Aber in ein Gesetz gegossen wurde das nie.

  13. Hallo,

    muss hier auch mal meinen Senf dazu geben.
    @Wikia Erst mal Danke für den Artikel, alles was die Leute zum nachdenken bringt hilft.
    Aber Zitat:
    “Die Petition wurde bereits am 23.10.2013 gestartet und erreichte bis zum 30. November sage und schreibe eine Mitzeichnerquote von 20.000 Menschen, obgleich sie schon geraume Zeit länger läuft und von erheblicher Tragweite ist.”
    Stimmt so nicht ganz. Das erweckt den Eindruck dass die 20.000 Unterzeichner erst nach über einem Monat zustande kamen. Das ist aber falsch da man von der Mitzeichnungsfrist ausgehen muss, die erst am 20 November begann. Bitte bei der Wahrheit bleiben das bringt auf Dauer mehr.

    @iris bücker Der vergleich mit dem Hundetagessatz ist alt und die 6,80 Euro pro Tag nicht belegt.
    Scheinen ehr so 2,20 EUR zu sein.
    http://www.wortfeld.de/2010/09/polizeihunde-futter/
    http://www.sis-verlag.de/archiv/3332-bfh-aufwendungen-eines-polizei-hundefuehrers-fuer-den-diensthund-sind-werbungskosten

    @landbewohner Auch Kleinvieh macht Misst (Dünger). Sanktionen weg macht bei einigen Leuten schon mal den Kopf frei für weiteres politisches oder Gesellschaftliches Engagement.
    Also bitte Unterzeichnen. Alle Ungerechtigkeiten der Welt auf einen Schlag abschaffen geht eh nicht.

    Betroffen sind ja nicht nur Arbeitslose sondern alle vom unteren bis ins mittleren Lohnniveau. Somit auch alle Steuerzahler da die Kosten für das Sanktionieren unter dem Strich höher sind als die Ersparnis durch das nicht gezahlte Existenzminimum.

    3 Monate Vollsanktion bringt Menschen in die Obdachlosigkeit und Dauerverschuldung. Da gibt es dann oft keinen Weg mehr raus in einen Vernünftigen Arbeitsplatz. Was bleibt einem dann noch außer Resignation oder Kriminalität?
    Im Knat hat mans dann wenigstens Warm und was zu Futtern.
    Das bringt weitere Folgekosten mit sich ein Tag Knast kostet den Steuerzahler ca. 60 EUR.

    https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2013/_10/_23/Petition_46483.nc.html
    Anzahl Online-Mitzeichner 04.12.2013 ca.12 Uhr
    26187

    LG
    Andy

  14. Das Problem ist doch nicht, dass es den Leuten egal ist.
    Bei über 6Mio Hartz IV-Empfängern könnte man ja eine entsprechende Anzahl von Unterschriften erwarten…
    Das Problem ist aber die Werbung.
    Der Fall Tascha war ja Thema in jeder Zeitung und “Nachrichten”-Sendung…
    Sanktionen für Hartz IV-Empfänger abschaffen???
    Na da finde mal ‘ne finanzstarke Lobby für… 😉

  15. Das ist doch Schwachsinn, es ging nicht vordergründig um den Hund, sondern um das im Wachkoma liegende Kind, welches seinen Vertrauten , besonders wichtig ist!
    Was gibt es daran auszusetzen?
    Hinzu kommt , der Mensch scheint seine Selbst–Kritikfähigkeit völlig verloren zu haben, seitdem die Menschheit aber bemerkt, erst kommt der Schein, dann das Sein, wendet er sich eben den Tieren mehr zu. Ihm das zum Vorwurf zu machen, ist lächerlich, denn schließlich versagen die Menschen, durch Neid, Gier, Betrug, Lügen, Ausnutzung anderer Menschen etc etc

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