Nicht mit Mutti in der Mitte, die Vertuschung der Widersprüche funktioniert nicht unbegrenzt

Unfairteilung_Umverteilung_Armut_Altersarmut_Generationengerechtigkeit_Kinderarmut_Geldflut_innerer_Notstand_soziale_Gerechtigkeit_Bankenrettung_qpressSo sehr die Kritik an der Mittelmäßigkeit der Mitte auf den ersten Blick einzunehmen imstande ist, geht sie doch ins Leere. Sie führt eigentlich in die Irre. Denn wie man die gesellschaftlichen Widersprüche auch verortet, ob horizontal (nach der Parlaments-Sitzordnung) oder vertikal (nach Einkommensstufen, Ausbildungsstand oder Partizipationsgrad), ist letztlich einerlei. Unten ist immer tendenziell rot, links und „fortschrittlich“, weil die Unteren wenig zu verlieren und viel zu gewinnen haben. Oben ist schwarz, gelb, blau oder rechts, in der Regel konservativ oder sogar reaktionär, weil „die da oben“ meist viel zu verlieren und durch Veränderung wenig zu gewinnen haben. Für sie ist die Welt, wie sie ist, in Ordnung. Die Verhältnisse sollen so bleiben, wie sie sind. Oder sie können sogar ein Stück zurückgedreht werden in Richtung jener Vergangenheit, in der für solche Leute „noch alles in Ordnung“ war. Je nachdem wieweit sie zurückdenken, ob zu den Wirtschaftswunderjahren, zum Faschismus oder bis in die Monarchie.

Freilich gibt es auch „aufgeklärte“ Reiche und Mächtige, aber ihre Krisenbewältigungs-Strategien laufen in der Regel auf „eine starke Hand“, auf „klare Verhältnisse“ (oder etwas moderner ausgedrückt auf „flache Hierarchien“, auf „effiziente Entscheidungsstrukturen“, also Vereinfachung ihrer Herrschaftsausübung) hinaus, im banalen Wahlkampf dann letztlich auf die populäre „Steuererklärung auf dem Bierfilz“, auf „Steuersenkungen“ oder auf „keinesfalls Steuererhöhungen“. Was jeder eben gern hört und vielen einleuchtet, vor allem denen, die viel zu versteuern haben, weil sie so gute Geschäfte gemacht haben mit „denen da unten“, den Arbeitskräften, Laufburschen und Konsumenten. Das verfängt sogar bei Leuten, die kaum Steuern zahlen.

Der Grundwiderspruch zwischen gesellschaftlicher Produktion und privater Aneignung kann weder geleugnet noch verkleistert werden, zumal sich die Schere zwischen Profiteuren und Opfern dieser Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung immer weiter auftut. Tatsächlich geht der Riss zwischen Oben und Unten freilich nicht nur durch unser Land, sondern greift weltweit in noch weit schrofferem Ausmaß. So kamen die Herrschenden zu verschiedenen Zeiten immer wieder auf glorreiche Ideen mit dem Versuch, den für sie potenziell gefährdenden Antagonismus kunstvoll zu übertünchen. Der Kaiser kannte zu Beginn des Ersten Weltkriegs „keine Parteien mehr, sondern nur noch Deutsche“ (Nationalismus). Die Reichspräsidenten und Kanzler bemühten sich mit Polemik gegen den „Schandvertrag“ von Versailles (Kriegsfolgekosten) das Volk im Ressentiment (Revanchismus) zu einen. Als das nach der Weltwirtschaftskrise weniger verfing, wurde gegen das internationale Kapital gewettert (Antisemitismus), anstatt gegen die deutschen Monopolherren. Der „Führer“ proklamierte dann umgehend die „Volksgemeinschaft“ (Rassismus). Der Kunstprodukt-Name „Nationalsozialismus“ diente nur dazu, für alle und Jeden etwas im Angebot zu haben, der bereit war, sich der brutalen Diktatur des Kapitals kampflos zu unterwerfen und stattdessen gegen alles „Undeutsche“ zu Felde zu ziehen.

Ludwig_Erhard_Bundeskanzler_Soziale_Marktwirtschaft_WIrtscgaftswunder_qpressDer “Dicke mit der Zigarre“ nach dem Zweiten Weltkrieg versprach „Wohlstand für alle“ in der „Sozialen Marktwirtschaft“, was in sich einen unauflösbaren Widerspruch birgt, der wiederum mit der Betäubungsformel „Sozialpartnerschaft“, vor allem propagiert von der Sozialdemokratie, überzuckert und unterfüttert werden konnte, zumindest eine Zeitlang. Unmittelbar nach dem Krieg wurde die Totalitarismus-Theorie wiederbelebt, die es den alten Nazis einfach machte: Sie mussten sich nur als „Demokraten“, möglichst „unpolitische“ und geläuterte Mitläufer tarnen, und schon waren die Bösen die Kommunisten, die man wieder streng verfolgte, weil sie gegen Aufrüstung und NATO-Einbindung im Wege standen. Der Antikommunismus wurde zum Kitt der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft. Mit der Gleichsetzung von Linken (die im KZ saßen) und Nazis (die sie bewachten, folterten und ermordeten) ließ sich ein einig Volk von Nichtwissern zusammenschmieden. Der Boden, auf dem man zu stehen hatte, war die FDGO (Freiheitlich-Demokratische Grundordnung), also quasi die Mitte der Gesellschaft, außerhalb derer der Extremismus begann. Reformerische oder gar revolutionäre Ambitionen galten generell als „antidemokratisch“. Jedoch die zyklisch wiederkehrenden Krisen und politischen Verwerfungen konnten dadurch auch nicht dauerhaft abgefedert werden, ohne dass es die Kapital-Akkumulation schmälerte. Nach der ersten Wirtschaftskrise 1966 war das „Wirtschaftswunder“ keines mehr. Die Jugend begehrte auf gegen die Tätergeneration und erzwang die eine oder andere Reform, den zweiten Bildungsweg beispielsweise und Chancengleichheit, Sozialgesetze und Lohnerhöhungen. Doch die temporären Zugeständnisse, auch die alten Ausgleichsmaßnahmen, etwa die „Zonenrandförderung“ und andere Förderungen und Subventionen erübrigten sich bald.

Mit dem Wegfall der DDR gab es keine zwingende Notwendigkeit mehr, sich als das „sozialere“, menschenfreundlichere, attraktivere, innovativere System zu kostümieren, ab da ging der Kapitalismus der Berliner Republik ungeschminkt seinen Ausbeutungsinteressen nach (nach „Standortlogik“), führte wieder Kriege (als Zeichen der Souveränität) und verabschiedete sich vom „Sozialen“, weil es keine „sozialistische“ Konkurrenz mehr gab, sondern nur noch neoliberale „Mitbewerber“ auf dem Weltmarkt, die es niederzukonkurrieren, sprich preislich zu unterbieten und technisch zu überflügeln galt. Die „Liberalisierung des Arbeitsmarktes“ machte aus einem Viertel aller Arbeitsverhältnisse prekäre Beschäftigung. Das „Jobwunder“ bestand in Wahrheit in Lohnverlusten auf breiter Front. Aus dem Rest der Rausrationalisierten wurden schon nach dem ersten Jahr der Erwerbslosigkeit Hartz-IV-Empfänger. Verelendung per Gesetz war die Devise. Die Lohnstückkosten sanken, die Gewinne explodierten. Entsprechend hoch war der Exportüberschuss, entsprechend geringer die Binnennachfrage, da die Kaufkraft sank.

Im Kern ging und geht es also immer um die jeweiligen Kräfteverhältnisse zwischen den Klassen, zwischen Oben und Unten, zwischen Besitzenden und Habenichtsen, also denen, die nichts anderes im wirtschaftlichen Austausch zu bieten haben als ihre Arbeitskraft und ihr bisschen Gehirnschmalz. Der Mittelstand, die Zwischenschichten, die technische Intelligenz, die kleinen Beamten, Selbständigen, Handwerker und Gewerbetreibenden waren schon immer die, um die Wahlkämpfe geführt wurden, um deren Loyalität und Zuneigung gerungen werden musste und konnte. Denn sie waren von Abstiegsängsten geplagt, hin- und hergerissen zwischen Arbeiterbewegung und Bourgeoisie, zwischen sozialer Sicherheit und elitärer Ellenbogen-Konkurrenz (Freiheit, Gewerbefreiheit vor allem, möglichst ohne regulierende Eingriffe seitens des Staates). Sie wollten gern aufsteigen und wurden dennoch deklassiert. Sie wollten dazugehören und kämpften doch nur gegen den Abstieg ins Proletariat, also in abhängige Beschäftigung, oder in Krisenzeiten gar in die Pleite, ins Tagelöhnerheer oder in die Dauerarbeitslosigkeit.

was_unterscheidet_mensch_und_tier_nutzmenschhaltung_ nutzmensch_ausbeutung durch artgenossen asozialDenen war am wenigsten nach Zuspitzung der Widersprüche zumute, und sie waren und sind besonders empfänglich für die Parolen von der „Mitte“, vom „einigen Volk“, für all die Theorien, Maßnahmen und Vorstellungen, den Klassenkampf von unten zu desavouieren und zu behindern, ihn zu vermeiden und zu unterdrücken, notfalls mit roher Gewalt, sei es im Extremfall mit Putsch und Notstandsgesetzen oder normalerweise in großen Koalitionen mit „Sozialpakten“, im Bedarfsfall allerdings auch mit Notverordnungen und Notstandsgesetzen. Nur keine Auseinandersetzungen, die die eigene Lage durch eine Eskalation der Konfrontation beeinträchtigen könnten, die im Monopolisierungsprozess unvermeidlich ist und die in der Regel alles verschärft und zuspitzt, was ansonsten strukturell latent unterm Deckel gehalten werden kann, bis es sich zuweilen abrupt Bahn bricht.

Gerade unter den Zwischenschichtlern, die von Klassenkampf nichts wissen wollen, weil sie sich darin entscheiden müssten, wo sie sich einreihen, ist die Idee von der Verschmelzung, von Harmonie und Interessensausgleich am stärksten ausgeprägt, und meist mit der Sehnsucht nach der „rechten“ Mitte verknüpft. Die Oberen haben da weniger Skrupel, ihre Interessen beinhart durchzudrücken (gegen den Rest der Gesellschaft wie gegen ausländische Konkurrenz). Sie führen ihren Klassenkampf von oben offen mit Kampagnen in den Medien mittels ihrer Kartelle und Interessensverbände, verdeckt mit hochbezahlten Lobbyisten und gut genährten Parlamentariern, deren Parteienlandschaft sie sorgsam „pflegen“, also nicht nur finanzieren, sondern auch mit detaillierten „Studien“ füttern und mit passgenauen Gesetzesformulierungen aus ihren eigenen Kanzleien beliefern. Während die lohnabhängig Beschäftigten mit schwachen Gewerkschaften nur die drängendsten Abwehrkämpfe führen, wenn überhaupt, marschieren die Banken und Konzerne beinahe ungehindert voran. Die nicht minder abhängigen Schein-Selbständigen und Kleingewerbetreibenden werden von den großen Konzernen zusehends an den Rand gedrängt. Allenfalls als temporäre Zulieferer gebraucht und wieder fallen gelassen, wenn jemand noch billiger, schneller, qualitätsvoller oder zuverlässiger liefert.

Viele Jugendliche, schulisch oder universitär gut gebildet, mögen sich zwischen diesen gigantischen Blöcken Kapital und Arbeit ungern zermalmen lassen, sich nicht irgendwo politisch verorten oder einordnen, aus Sorge um ihre Unabhängigkeit, die ihnen aber meist nur ein schlecht- oder unbezahltes Praktikum nach dem anderen beschert, ein Auslandsjahr eventuell oder ein „Projekt“ vielleicht, und dann wieder Kellnern. Die Wenigsten halten etwas davon, sich zu binden oder zu organisieren, weder privat noch beruflich. Das Ergebnis ist individuelles Einzelkämpfertum, das selten zu etwas führt, nicht einmal im Privatleben.

Nichts_hoeren_nichts_sehen_nichts_sagen_Gleichgueltigkeit_Desinteresse_Selbstbewusstsein_Solidaritaet_drei_affenDie Vereinzelung mag der Single noch „feiernd“ kompensieren am Freitag- oder Samstagabend, die ökonomische und politische Ohnmacht jedoch lässt ihn nicht ungeschoren, macht ihn weitgehend rechtlos. Ohne Betriebsrat, ohne eine Spur Solidarität unter Kollegen, ohne gewerkschaftliche Organisierung steht jeder Einzelne ziemlich blöd da. Das ist, als hätte man privat keine Freunde, kein soziales Umfeld und nur wenig oder gar die falschen Kontakte. Was wiederum die Herrschenden erfreut. Sie tun alles Erdenkliche zur merkantilen Diversifizierung in verschiedene Subkulturen, Moden und Musikrichtungen, auf dass die jugendlichen Kollektivierungsgelüste in harmlosen Bahnen verharren und sich in Scheinkämpfen um Outfits oder Körperkult, Marken-Labels und Lifestyle-Fragen austoben. Je mehr sie es dabei schaffen, in den sorgsam getönten und frisierten Köpfen alle Begriffe und Werte, Traditionen und Denkschulen, Mitte, Links und Rechts durcheinanderzuwürfeln und in eine Suppe zu rühren, desto hilfloser stehen wir ihnen am Ende gegenüber. Daher plädiere ich eindeutig für’s Standpunkt-Beziehen, anstatt der „Mir-doch-egal“-Mentalität oder dem „Ist-doch-alles-dasselbe“ das Wort zu reden. Denn irgendwann trifft es Jeden, auch den politikverdrossenen Individualisten. Und dann ist es eben plötzlich nicht mehr Wurscht, von wegen „Mir-kann-keiner“. Besser sich gegen die „Zumutungen“ und erwartbaren „sozialen“ Grausamkeiten gemeinsam mit anderen rechtzeitig zur Wehr zu setzen, irgendwann organisiert zur Offensive zu schreiten. Aber nicht zusammen mit den Rechten, sondern glasklar gegen sie!

Das hat wenig mit Schubladendenken zu tun, wenn jemand zur Erkenntnis gelangt, dass seine persönlichen Interessen und Forderungen ans Leben denen so vieler Anderer gleichen und entsprechen. Es hat nichts mit Selbstaufgabe zu tun, sich mit ihnen zusammenzuschließen. Für dieses Koalitionsrecht musste erbittert gestritten werden, nicht zuletzt weil es so wertvoll ist im Kampf gegen Rechts, gegen die Reichen, Mächtigen und Sorglosen, die uns am liebsten Jeder gegen Jeden sähen. Peter A. Weber schrieb zurecht: „Das einzige, was zählt, ist die Gesinnung und das Herz auf dem richtigen Fleck zu haben.“ Eben! Und mein Herz schlägt links; alles andere wäre auch anatomisch bedenklich. Und es ist rot von Blut. Bekennen wir uns doch dazu!

Wolfgang Blaschka, München


Bildnachweis externer Werke: Ludwig Erhard | Foto: Koch, Eric / Anefo, Quelle:  Wikipedia | CC-BY-SA-3.0 

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Nicht mit Mutti in der Mitte, die Vertuschung der Widersprüche funktioniert nicht unbegrenzt
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Kommentare

Nicht mit Mutti in der Mitte, die Vertuschung der Widersprüche funktioniert nicht unbegrenzt — 8 Kommentare

  1. Lieber Herr Blaschka,
    unten die armen roten Linken und oben die bösen reichen Rechten zu sehen, zeigt, dass Sie in den letzten 40 Jahren nichts dazu gelernt haben.
    Sie begreifen nicht, dass der Kommunismus die höchste Form der Machtkonzentration darstellt, an die selbst der Hitler-Faschismus nicht heranreichte.
    Nicht zwischen Rechts und Links, die praktisch zwei Seiten ein und derselben Medaille sind, verläuft der gesamt-gesellschaftliche Riss, sondern zwischen der Kriegswirtschaft und der Zivilgesellschaft. Kommunismus und Monopol-Kapitalismus sind mit ihren militärisch hierarchischen Strukturen zwei hochentwickelte Kriegsgesellschaften und das auch in Friedenszeiten. Die sogenannten Linken bieten also keine Alternative, sondern dort wird nur der Teufel gegen den Beelzebub ausgetauscht.
    Und hier ein musikalischer Gruß unserer FDJ-Schlampe an die Genossen in Ost und West.
    http://www.youtube.com/watch?v=jF-pddicIfA

  2. Lieber August,

    ich weis nicht, wer oder was Sie sind, aber besser als Ihr Kommentar kann man das gesagte des Herrn Blaschka nicht illustrieren.
    Jetzt kann ich dem Herrn Blaschka in vollem Umfang zustimmen.

  3. Nun so ganz im vollem Umfang zustimmen kann ich dem Beitrag nicht, aber er enthält viele wahre Dinge. Das zeigen auch andere Diskussionen in letzter Zeit. Das Prinzip “Brot und Spiele” ist schon bei den Römern gescheitert. Und ob das heute praktizierte der Verdummung, des ” unbegrenzten (Vergnügungs)konsums” (für die,die es sich leisten können) und des Geldscheffelns noch lange funktioniert ist fraglich. Mir scheint, seit Wegfall des Ostblocks hat man kein so richtiges “Feindbild” mehr hinbekommen. Das mit den Nazis und den Terroristen funktioniert nicht so ganz. Sozial schwache (z.B. Hartzer) oder “Zugereiste” das kommt nicht gut. Aber man darf im Volk auch nicht den Gedanken aufkommen lassen, das es andere Ursachen geben könnte für die “gesellschaftlichen Verwerfungen” (z.B. grenzenlos-sinnlose Geld- und Profitgier). Da haben die Ideologen eine Mordsaufgabe !
    Zum Schluss noch eine Bemerkung zum Kommunismus: Dazu gibt es ja bisher nur Theorien. Zugegeben,die hören sich gut an. aber so richtig hinbekommen hat es bis her noch keiner! Von Stalin über Mao, Castro und Ulbricht/Honecker hat es zwar sehr streitbare Versuche gegeben, aber über so Etwas wie Sozialkapitalismus oder oder Diktaturen mit kummunistischem Anstrich ist noch keiner hinausgekommen ! Was also ist Kommunismus? Eine Gesellschaft, in der Alle auf gleich hohem Niveau glücklich sind ? Jeder nur das was er braucht und schafft? Dazu bedürfte es wohl mehr als einer globalen Katastrophe um das Wesen des Homo Sapiens so plötzlich und grundlegend zu ändern!


  4. Anton Vogel:

    Dazu bedürfte es wohl mehr als einer globalen Katastrophe um das Wesen des Homo Sapiens so plötzlich und grundlegend zu ändern!

    Genau so sehe ich das auch. Mit Vernunft oder Aufklärung wird sich nichts ändern. Eingeschleifte Denkmuster können nur schwer aufgegeben werden, besonders dann nicht, wenn es leicht gemacht wird, an diese zu glauben. KonsumIsMuss, Popsternchen, Hype X/Y/Z …

    Ablenkung im Sinne von Brot und Spielen können/werden noch sehr lange funktionieren. Ob im aktuellen (politischen) System oder im nächsten, macht keinen großen Unterschied. Die Masse will geführt werden. Im Gegensatz zu den Römer ist das bewegte Bild heute sehr weit verbreitet. Egal wie gut ein Argument ist, ein Bild/Film ist wesentlich ansprechender und überzeugender. Gute PR in Kombination mit Stress sorgt dafür, dass alles geglaubt wird. Siehe das Nachrichten-Entertainment.

    Ein sehr unwahrscheinlicher Weg Änderungen herbeizuführen gibt es noch -> Neuausrichtung von PR / News / Entertainment / Bildung. Rollenmuster & Lebensziele lassen sich neu definieren, sie müssen nur oft genug wiederholt werden. Jedoch würde sich auch in diesem Fall eine Elite ausbilden. Damit schließt sich der Kreis.

    Vielleicht ist das Projekt Mensch in diesem Maßstab nicht zukunftsfähig?

    • Deine letzte Frage finde ich äußerst interessant ! Bisher hat Mutter Natur all ihre Schöpfungen dann ausgelöscht, als sie auf dem vermeintlichen Höhepunkt ihrer Entwicklung standen und sich all zu sehr über die anderen Kreaturen der Welt erhoben hatten ! Vielleicht sollte das dem Menschen als “Krone der Schöpfung” eine Warnung sein ?

  5. “Nur, wo Leben ist, da ist auch Wille: aber nicht Wille zum Leben, sondern – so lehre ich’s dich – Wille zur Macht!”

    Friedrich Nietzsche: Also sprach Zarathustra.

    Mit dem Willen zur Macht ist keinesfalls das Beherrschenwollen anderer Menschen gemeint, sondern das Beherrschenwollen der Dinge. Hier liegt der zentrale Denkfehler derer, die die Philosophie Nietzsches nicht verstehen, weil sie entweder das eigene Beherrschtwerden für eine “Tugend” halten, oder selbst nichts anderes im Sinn haben, als andere zu beherrschen.

    Was der “Normalbürger” im einstigen Land der Dichter und Denker für die “soziale Marktwirtschaft” hält, ist nicht die Soziale Marktwirtschaft, die prinzipbedingt und unabhängig vom Stand der Technologie für natürliche Vollbeschäftigung und absolute soziale Gerechtigkeit sorgt,…

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/08/personliche-freiheit-und-sozialordnung.html

    …sondern eine kapitalistisch pervertierte Marktwirtschaft mit angehängtem “Sozialstaat”, entstanden aus der “katholischen Soziallehre”. Alle bisherigen Versuche, die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft) zu verwirklichen, wurden von der Religion im Keim erstickt – wobei dieses Unwesen niemals aus bewusstem Handeln besteht.

    Ist beim “Normalbürger” der Anteil der vernünftigen Handlungen “sehr klein”, so ist er beim “Geistlichen” gleich Null – was wiederum bewirkt, dass beim “Normalbürger”, der den Geisteskranken für einen “Geistlichen” hält, der Anteil der Vernunft nicht wächst. Aufgrund der Religion, der Programmierung des kollektiv Unbewussten mit dem künstlichen Archetyp Jahwe, hat der “Normalbürger” nichts anderes als das “Glück der Knechte” im Sinn, d. h., er will auf Kosten anderer existieren (Himmel der Zinsgewinner), damit andere nicht auf seine Kosten existieren (Hölle der Zinsverlierer). Im zivilisatorischen Mittelalter (Zinsgeld-Ökonomie) gibt es nur diese beiden Möglichkeiten, sowohl für jeden Einzelnen als auch für ganze Nationalstaaten, die sich gegenseitig in die Schuldenfalle treiben müssen, bis der nächste Krieg unvermeidlich wird. Wer das nicht weiß, kann nur “Volksvertreter” wählen, die dem “Glück der Knechte” nicht im Weg stehen und die darum auch keine Volksvertreter sind, sondern solche, die den Staat als eine “Anstalt zur zwangsweisen Einziehung des arbeitslosen Einkommens” erhalten wollen, und sonst gar nichts:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/02/schuldenbremse-und-wachstum.html

    Da stehen wir nun mit unserer “Meinungs- und Glaubensfreiheit” in unserer “repräsentativen Demokratie” und müssen einsehen, dass in Wirklichkeit der “liebe Gott” für die Dummen (künstlicher Archetyp Jahwe = Investor) der Souverän der Bundesrepublik Deutschland ist und nicht das deutsche Volk!

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2013/11/der-wille-zur-macht.html

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