Nobel-Pannenserie reißt nicht ab, ein Friedensnobelpreis für die Tonne

No®Way:Nobel peace Poison prize Eigentlich begann ja die noble Pannenserie schon im Jahre 2009 oder gar früher, als man einem Noname und werdenden Präsidenten, in reiner Erwartung seiner glorreichen Leistungen einen Friedensnobelpreis zuschusterte. Die Erwartungen wurden nicht erfüllt und der betreffende entwickelt sich zusehends zu einem Massenmörder mit Nobel-Lizenz für den Frieden zu töten. Suchte man Jahre später von der ersten Peinlichkeit abzulenken und spendierte sogleich noch einmal einen dieser edlen Preise für eine große Gemeinschaft, die allerdings gerade im Eiltempo zu einer Diktatur mutiert und gerne schon mal im Verbund mit der Nord Atlantischen Terror Organisation (kurz NATO) andere Länder überfällt, kam manchem schon der Verdacht, der Friedensnobelpreis sei etwas für die Tonne.

Und richtig vermutet, jetzt folgt endlich der Beweis, ein großartiger Wurf und schwups landete der jüngste noble Preis diesmal, nicht weniger spektakulär, tatsächlich in der großen Gifttonne des Nahen Ostens. Das soll jetzt die Welt bejubeln? Man muss sie verstehen, die weisen Ratschlüsse der noblen Kommission. Der ablenkende Grundgedanke, die Auszeichnung mal wieder dem Fußvolk zukommen zu lassen, mag richtig gewesen sein. Die Ausdeutungen zur Vergabe des Friedensnobelpreises an die OPCW allerdings, eine Schar von rund 500 Beamten, vermag nun aus mehreren Gründen nicht so recht zu überzeugen. Genau diese Gründe, die man nirgends sonst zu lesen bekommt, wollen wir heute ein wenig ins Rampenlicht zerren, statt einfach dem allgemeinen Friedens-Nobel-Jubel zu huldigen.

Wer ist die OPCW

Dabei handelt es sich um die Organisation für das Verbot chemischer Waffen [Wikipedia], mit Sitz in Den Haag. Die autonome Organisation, mit vertraglichen Bindungen zu den Vereinten Nationen, überwacht die Einhaltung und Umsetzung der Chemiewaffenkonvention. Grundsätzlich ist das eine respektable Tätigkeit und hilft der Menschheit einmal mehr etwas auf die Sprünge, sich von diesem Dreckszeugs zu verabschieden. Das war es allerdings auch schon. Es ist nichts weiter als ein ordinärer Beamtenhaufen und jetzt tut man so, als sei dieser Organisation mit Syrien ein besonderer Coup gelungen und genau an dieser Stelle beginnt wieder einmal großes Theater.

Welche Denkrichtung soll damit zementiert werden

So wie es scheint, soll mit der Vergabe des Friedensnobelpreises wohl doch noch mehr erreicht werden als nur ein paar unverfängliche Beamte zu ehren. Allein der Zusammenhang mit der erfolgreichen Entgiftung Syriens, der hier als Anlass bejubelt wird, ist mehr als fragwürdig. Die Frage danach, wer überhaupt in Syrien Giftgas eingesetzt hat, wird damit wunderbar übertüncht und nur die offizielle Lesart festgeschrieben: „Assad war’s”.

Es wird gute Gründe gegeben haben die Beantwortung dieser Frage offiziell bei den Untersuchungen zum Hergang der Ereignisse in Syrien auszuklammern. Lediglich die Feststellung, dass dort chemische Waffen zum Einsatz kamen, stand damals auf dem Ermittlungsprogramm. Für das normale Fußvolk muss das auch reichen und im weiteren die unendlichen Wiederholungen der Schuldzuweisungen durch die Massenmedien, lassen schon den gewollten Rückschluss auf Assad zu und fertig ist die Diskussion, ganz wunderbar mit der Verleihung des Friedensnobelpreises gekrönt.

Für den etwas empfindsameren Beobachter erinnert die Situation etwas mehr an die 9/11 Dauersprengung. Über Wochen musste man sich täglich die beiden kollabierenden Türme ansehen, solange bis auch der letzte Depp gefressen hatte, dass es die 19 Teppichmesserfritzen waren, die diesen Schutthaufen verursacht hatten. Schließlich lagen ja auch ihre Pässe oben auf dem Trümmerhaufen drauf. Hier ist die Schlussfanfare halt der besagte Preis, der das Postulierte jetzt als noble Wahrheit im Raume stehen lässt.

Wer wäre in diesem Zusammenhang der richtigere Empfänger des Preises gewesen

Die Frage ist schnell zu beantworten, denn ohne Assad und die Russen hätte es gar keinen Anlass gegeben diesen Preis an die Beamtenschar zu verteilen. Ihr Zutun war also gleich Null. Man mag in diesem Zusammenhang die alte Volksweisheit zitieren: „Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn”. So jetzt tatsächlich geschehen. Sollte also der verliehene Preis etwas mit Weisheit und vorausschauendem Handeln (und mit Syrien) zu tun haben, dann gebührte er vorrangig und unstreitig Bashar al Assad und in zweiter Linie Russland.

Immerhin ist Assad angesichts der alliierten Bedrohung intelligent genug gewesen und hat gesagt: „Halt, ihr könnt den Sondermüll haben”. Damit hat er vorausschauend den größten Schaden vom syrischen Volk abgewendet und vermutlich unendlich vielen Syrern das Leben gerettet, welche sonst unstreitig einmal mehr den westlichen Friedensmördern zum Opfer gefallen wären. Was kann man noch mehr für den Frieden tun? Hier gereicht ein vergleichender Blick nach Afghanistan, in den Irak und nach Libyen. Soviel Intelligenz bringt heute keine westliche Weltmacht mehr auf die Reihe. Damit hat also Assad den Frieden in Nahost wenigstens für den Moment retten können, wobei die Bedrohung für Syrien immer noch mehr als ernst ist.

Um es noch einmal hervorzuheben, ohne das beherzte Engagement von Assad hätte die OPCW nie in den Genuss des Friedensnobelpreises kommen können. Jedenfalls nicht im Zusammenhang mit Syrien. Aber vielleicht überlegen sich ja die Laudatoren bis Dezember noch einmal, ob sie die Begründung für die Verleihung noch entsprechend umschreiben werden, den Schwerpunkt irgendwohin verlagern, sonst könnte ja diese Peinlichkeit noch Kreise ziehen. Grundsätzlich wissen wir ja auch, dass die Vergabe dieses Preises an Massenmörder heute kein Hindernis mehr darstellen muss, sofern sie vorgeben im Namen des Friedens zu morden.

Damit bleibt es ein Preis für die Tonne

Geht man in diesem Zusammenhang mal von den Wertvorstellungen aus, die scheinbar über Jahrzehnte der Verleihung des Friedensnobelpreises zugrunde lagen, dann gelten heute irgendwie andere Maßstäbe oder aber die Kommission gerät selber ein wenig mit den Werten ins Straucheln. Immerhin darf man nach dieser Aktion getrost davon ausgehen, dass es wohl endgültig ein Preis für die Tonne bleibt. Einmal mehr drängt sich der Verdacht auf, dass alles „ehrwürdig“ ist, was den Absatz von Dynamit Nobel Produkten für den Frieden schürt. Schieben wir doch noch ein paar Friedensfakten nach.

U.S. Senator Barack Obama poses alongside Lugar at a Senate Committee in WashingtonAmerika trifft derzeit ernsthafte Vorbereitungen, den Bestand seiner Chemiewaffen tatsächlich bis 2023 vernichten zu können, der Termin ist aber keineswegs gesichert. Damit wird selbst die USA in diesem Punkt von Syrien jetzt glasklar überholt werden. Die Vereinigten Staaten sind also keineswegs frei von Chemiewaffen, nur weil es die Konvention unterzeichnet hat, halt nur etwas scheinheiliger. Ergo, noch ein Punkt für Assad.

Dann sehen wir doch gleich mal in die Liste der Staaten, die besagte Konvention gar nicht unterzeichnet haben. Wen finden wir denn da? Nordkorea, das war klar. Oh, Ägypten hat es auch nicht getan, trotz der vormaligen intimen Freundschaft zu den USA? Ob das einen Grund hat? Nehmen wir mal die Lupe und wer taucht da noch auf? Aha … Israel! Nun, warum sollte sich auch Israel an solche Konventionen binden, für Israel ist es ja ausreichend wenn andere Staaten sich daran halten. Allein dafür gebühren Assad schon noch 2 Extrapunkte, dass er trotz des letzteren Umstandes vom Giftgas ablässt, weil es ohnehin nur Anlass für Attacken unter falscher Flagge bot.

Wir sehen also, die Scheinheiligkeit rund um diesen Elendspreis ist an Schamlosigkeit inzwischen kaum noch zu überbieten, aber niemand hinterfragt den ganzen Budenzauber. Vielleicht ist es auch nur eine moralische Wiedergutmachung für die Truppe, die unter George W. nahezu kastriert wurde, weil der damalige Chef der OPCW auch Inspektionen gegenüber den USA durchsetzen wollte. Niemand sieht dem Weltpolizisten ungestraft in die Hose. Fast hätte man auch den Irakkrieg durch entsprechende Inspektionen verhindert. Die USA wussten also schon recht genau warum sie solches vereitelten und gleich Bomben für den Frieden dort abwarfen.

Und zuletzt kann man sich gar noch herzhaft über das Vermächtnis von Alfred Nobel streiten. Es gibt Spötter, die behaupten, Nobels Vision vom Frieden war nicht nur die Zerstörung von bestimmten Waffen, etwa der chemischen oder nuklearen, sondern die Abschaffung von allen Waffen in allen Ländern. Also die Entmilitarisierung der internationalen Beziehungen und nicht nur die „Zähmung“ des Krieges, nur dessen endgültige Abschaffung.

Und so gerinnt am Ende eine tolle Idee zum Selbstzweck einer Feiergesellschaft, die es nicht übers Herz bringt echte Nonames wie Chelsea Manning, Edward Snowden oder Julian Assange für ihr unbestreitbares Friedenswerk zu loben, könnte man doch anderen Partyteilnehmern in den noblen Kreisen damit zum Ärgernis gereichen und ihnen die Sektlaune verderben. Man bleibt lieber unter sich und zeichnet diejenigen aus, die fleißig mit der Truppe heucheln, um den Schein zu wahren und die „harten Werte” zu retten. Nobel, nobel!

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Über WiKa

Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Massen-Medien selbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören.

Kommentare

Nobel-Pannenserie reißt nicht ab, ein Friedensnobelpreis für die Tonne — 10 Kommentare

  1. ja, leider kann sich der olle alfred nicht dagegen wehren, daß ein offenbar durch und durch moralische verkommenes kommitee seinen preis nicht an wirklich frieden wollende personen verleiht.seinem briefwechsel mit frau von suttner nach war es dem herrn nobel nämlich ernst mit dem frieden.

  2. Es ist wie es ist und wie es war: der stärkere hat recht, warum soll dies nicht auch für die vergabe des nobelpreises gelten? alles was es dazu zu sagen gäbe ist schon so oft gesagt worden, wir kennen alle argumentationen und alle meinungen. geändert hat sich bis heute nichts. früher durften die menschen nicht lesen und schreiben, heute werden sie soweit gebracht daß sie es nicht mehr wollen. doch leider, nur wer lesen und schreiben kann kann auch denken…

  3. Ich bin ja für die Einführung einer Pendant-(Preis)Verleihung, Auszeichnung, so wie die Goldene Himbeere zum Oskar.

    2013 an den Friedensnobelpreis, 2011 dem IntegrationsBambi für die Verleihung an Bushido. 2012 habe ich spontan jetzt keine aberwitzige Ehrung gefunden. Aber ich bin sicher, wenn man suchen würde..

  4. Ich rätzele immer noch an der Frage warum die “Sache” mit dem Breivik in 2011 erst gelaufen ist, und der hochgelobte Typ da in den Staaten am 20.01.2009 zum 44. obersteten Scharlartan gekürt worden ist. Und schon am 10. Dezember 2009 wurde ihm der Friedensnobelpreis verliehen. DAS IST SPITZE !

    Planen die soweit im Voraus? Das wäre eigentlich schon wieder genial.

  5. Der Friedens-Nobel-Preis ist bereits öfter vergewaltigt worden. Nach meiner Erinnerung in den 1970er Jahren unter gleichzeitiger Vergabe an Henry Kissinger (USA) und Van Dieu (Vietnam), für die Friedensverträge von Paris. Van Dieu lehnte ihn ab, wahrscheinlich wollte er nicht gleichzeitig mit einem Verbrecher geehrt werden.
    Grüße aus Hamburg

  6. Pingback: Satire – Nobel-Pannenserie reißt nicht ab, ein Friedensnobelpreis für die Tonne | WIR Der ZeitBote Saarland

  7. Warum ist soll die verleihung des Nobelpreises falsch sein? Hat Alfred Nobel nicht das Dynamit erfunden? Es hat zwar nichts mit Frieden zu tun, aber als Preis für diejenigen die das Zeug kräftig benutzen, finde ich es angemessen.

    Gruß Jannex

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