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Bunga Bunga: In Italien steigt die nächste Party. Bär-Lust-Coni ist wieder da. Genauso wenig zerstörbar wie die Augsburger Puppenkiste, nur eben mit moderneren Unterhaltungsinhalten südländischer Prägung. Kritiker meinen, Italien „versingt“ im Chaos. Das sieht natürlich nur so aus, denn bella Italia ist die Heimat des Chaos und nur wer es nicht beherrscht, dem mag dabei das Grausen kommen. Jetzt haben die neuerlichen Wahlen einmal mehr richtig Unklarheit geschaffen. Eine ideale Grundlage um erst einmal die richtigen Werte durchzusetzen und auch die EU ein wenig zu erschrecken, in dem Chor in dem ja auch Italien mitsingen soll.

Es ist auch völlig müßig an dieser Stelle über irgendeine neue Machtkonstellation an der Adria sinnieren zu wollen, über etwaige Folgen für Europa und den Euro. Das dürfte alles viel zu verfrüht sein. Zunächst einmal wird sich, so wie es aussieht, Europa mit den Bedürfnissen der italienischen Politik-Darsteller befassen müssen, bevor man wieder zur Tagesordnung übergehen kann. Mit dem neuen Überraschungsstar in der Italo-Soap, dem Beppe Grillo, könnte allerdings auch der Lustgreis Silvio jetzt ernsthafte Konkurrenz im Unterhaltungsgeschäft bekommen. Das dies komisch ist, liegt vielleicht auch an der Profession des neuen Stars, er ist halt Komiker.

Während allerdings Europa noch mächtig den Kopf schüttelt, haben wir schon ergründen können was da als nächstes folgt. Wir wissen ja, dass Berlusconi nur deshalb angetreten ist, um sich erneut einen Schluck Immunität aus der parlamentarischen Pulle zu können. Sind ihm doch immer noch die Sittenwächter auf der Spur und möchten den Lüstling für eine Weile zur Besserung seiner Triebe hinter Gitter bringen, allein um ihm den Hang zu jungem Gemüse abzutrainieren und auch diesen fürchterlichen Blick, siehe Bild.

Genau hier dürfte nun auch der Hase im Pfeffer liegen. Nach unseren Recherchen wird es auf EU-Ebene keinerlei Fortschritt mehr geben und auch keine handlungsfähige Regierung, wenn nicht Europa einheitlich und rückwirkend das Volljährigkeitsalter auf 16 Jahre herabgesetzt wird. Entscheidend ist dabei das „rückwirkend”. Sobald dieses Thema – als kleine Lösung ginge wohl auch eine Umsetzung nur in Italien – dann vom Tisch ist, kann wieder konstruktiv über Regierungsbildungen, Europa und den Euro verhandelt werden. Besser wäre natürlich eine europaweite Umsetzung, denn wir müssen berücksichtigen, dass Silvio, sofern er wieder eine Regierung anführt, auch Staatsbesuche in anderen Ländern macht. Da wird er sich dann nicht für ein anständiges Dessert zur Rechenschaft ziehen lassen wollen. Am Ende ist auch echte Legalität stets einer möglichen Verjährung vorzuziehen.

Italien ist und bleibt nun einmal ein seltsamer Familienbetrieb. Sobald das verstanden worden ist und der Rest Europas Silvios Bedürfnisse akzeptiert und auch hinreichend zu würdigen weiß, dann kommen wir wieder in der Sache voran. Dass also das angesprochene Thema den Italienern selbst sehr am Herzen liegt, lässt sich wohl bestens an der Potenzzahl Prozentzahl der Wähler ablesen, die für Berlusconi votierten. Das ist ein eindeutiges Signal an Europa noch viel liberaler zu werden. Wenn es dort nicht ankommt und nicht in der rückwärtigen Absenkung des Volljährigkeitsalters mündet (also wenigstens für Frauen), könnte dies dramatische Folgen für die Welt haben. Den Zusammenbruch der Euro-Potenz eingeschlossen.

Letztlich unterscheidet sich das EU-Unterhaltungsformat Politik kaum, nur die Akzente werden etwas anders gesetzt. In Deutschland machen wir eben mehr Trauerspiele und Komödien mit Merkel, Schäuble und Co., während in südlichen Gefilden die Lustspiele dominieren. Dass uns derlei Treiben, neben der GEZ-Gebühr, irgendwann noch einmal erheblich teurer zu stehen kommen könnte, blenden wir heute besser aus und schielen jetzt weiter begeistert nach Italien. In jedem Falle ist in Italien gewährleistet, dass dort die Politik noch eine Weile so sinnfrei bleibt wie dieser Beitrag.

Berlusconi stellt neue Forderungen an die EU
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