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Reichstags-Kabarett: Sicher, für die üppigen Zahlungen an die Politik-Darsteller sollte der Steuermichel nun auch allerhand erlesenes Programm erwarten dürfen. Bislang wird ja noch ein großes Geheimnis um die Kanzlershow im September gemacht. Besser gesagt um das sogenannte Showdown der beiden Protagonisten Merkel und Steinbrück. Wir konnten jetzt allerdings über eine undichte Stelle im Sender ein Bild von den bisherigen, an sich streng geheimen Proben ergattern und wollen dies natürlich unseren Lesern nicht vorenthalten. Auch vom Story-Board haben wir einige Fragmente in Erfahrung bringen können und waren nicht schlecht erstaunt welche Nummern uns da erwarten.

Merkel hat ja die Preise als auch die Erwartungen an diesen Akt nochmals drastisch in die Höhe getrieben, indem sie sich für ein zweites Stelldichein mit Peer Steinbrück strikt verweigerte, sich also bewusst rar machte. Umso präziser und professioneller muss dann die einmalige Aufführung im September bei dem geplanten Duell Duett sitzen. Wie bei jeder billigen Soap steht natürlich das Ergebnis schon vorher fest, selbst wenn das Publikum über diverse halsbrecherische Wendungen innerhalb der Geschichte staunen darf.

Fernerhin muss man bedenken, dass durch die Privatisierung der Politik, hier durch die Verlagerung der Show hin zu den Privaten Sendern, ein deutliches Signal gesetzt werden soll. Nach Jahrzehnten der vergeblichen Aufführungen im Reichtstags-Kabarett ist man nun im „High-Quality-Nonsence-Bereich“ angekommen. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben ja dank der GEZ bereits hinreichend Alimentierung durch die Bürger erfahren dürfen, jetzt muss man sich auch mal um die Quoten und das Überleben der privaten Sender kümmern. Gleichwohl steht damit aber auch fest, dass der Unterhaltungswert einer solchen Sendung um ein vielfaches flacher ausfallen muss, damit auch der letzte Depp noch versteht worum es in der heutigen Politik geht. Offenbar wird dies mit dem erstmaligen Kanzlerduell in der privatisierten Form auch gelingen, für den Niveauausgleich in dem Spiel bürgt schon Stefan Raab.

Die tollste Überraschung allerdings, die auch eine komplette Wende in der Politik der CDU bedeuten wird, ist die neue Frisur der Kanzlerin, mit der sie an diesem Abend erstmals die Bundesbürger schockieren wird. Niemand glaubte mehr an ein Wunder, aber nun wird es wohl doch noch wahr. Die Wähler werden es als unumstößliches Zeichen einer weiteren Wende zum Guten werten. Natürlich ist es hochgradig bedeutsam für die bundesdeutsche Politik, dass sie ihre bisherige Spaghetti Frisur überwindet und endlich den Weg zur gelockten Prosa findet. Damit ist Mutti der Abräumer des Abends und Standing Ovations werden ihr gewiss sein. Allein in diesem Punkt hat Peer Steinbrück so gut wie gar nichts mehr zu bieten. Poliert ist poliert und da wächst auch nichts gestaltbares mehr.

Der geplante Showdown

Wir machen es daher heute wenig spannend und relativ kurz. Das Bild spricht ja schon Bände für sich. Bei der im Programm angesetzten Gemeinschaftsnummer der Beiden hat man sich auf ein tänzerisches Duett verlegt, weil die gesanglichen Qualitäten beider Kandidaten rein gar nichts in diese Richtung hergeben. Im Bild sehen wir Angela und Peer die Hufe schwingen. Just in dieser Szene dürfen dann einmal die SPD Anhänger jubeln. Der Grund wird sich bei näherem Hinsehen sofort erschließen, im Zweifel auf das Bild klicken, das gibt es dann größer. Hier kann Peer der amtierenden Kanzlerin endlich mal in den Schritt fassen, was im Reichstag nun mal gar nicht ungestraft geht. Aber im Privatfernsehen ist so etwas alles im Rahmen der neuen Politik darstellbar.

Der zweite Blick offenbart aber auch sogleich Peers erste Schwäche bei diesem Kraft-Akt. Er schafft es zwar die Kanzlerin zu wuppen, sie also zum Abheben zu bewegen, aber man achte auf seine Gesichtsfarbe. Politische Schwergewichte nimmt man nicht mal eben über den Ast, schon gar nicht in seinem Alter. Diese Nummer scheint ihm also echte Mühe zu bereiten. Die ins Gesicht steigende Röte lässt sich trotz der heftigen Schminke nicht verbergen. Der Herausforderer macht damit einen deutlich und sichtbar angestrengten Eindruck bei der Kanzlerinnen-Stemmung. Dies bedeutet in der Wertung, bei der Jury als auch beim Publikum, einen deutlichen Punktabzug, damit liegt Merkel dann schon mal nach Punkten in Führung.

Klar kennen wir auch den Ausgang der Geschichte, schließlich steht im Drehbuch dass die Murksel wieder Kanzlerin werden muss, weil das die Sender nebst Medien und ihre Finanziers so beschlossen haben. Der Wähler muss ja nur noch den Prognosen folgen. Ergo, wir haben leider kein Bild davon, dreht sich die Nummer zum Ende dieses Tanzes noch einmal radikal. Für den beherzten Griff in den Schritt, hagelt es seitens der Angela dann im letzten Akkord einen Tritt … auch in den Schritt … vom Peer. Damit ist dann der Frevel gesühnt, die Kanzlershow auch schon zu Ende und aus dem Punktsieg sogar noch ein K.o. Sieg geworden. Der Herausforderer wird sich dann noch einige Momente vollendet vor Schmerz auf dem Boden und vor den Kameras winden, derweil die Kanzlerin sich den Lorbeerkranz reichen lässt. Es tut uns Leid, sollten wir den Zuschauern mit dieser Vorveröffentlichung des feststehenden Programms jetzt das Sehvergnügen an der Kanzlershow im September vermiest haben.

Geheimes Bild von Kanzlerduell-Probe bei ProSieben geleakt
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