Saustall Politik – Macht jetzt ehrlich auf Formel 1

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Renn(h)ofen: In einer kleinen gemütlichen Runde versammelte sich an besagtem Örtchen eine Schar von Sponsoren, die Bernie Ekelstein geladen hatte, um endlich die Hochgeschwindigkeitspolitik weltweit richtig in den Griff zu bekommen und auskömmlich zu kommerzialisieren. Im Tenor war man sich recht schnell einig: Die Politik muss viel attraktiver werden und das alles müsse, da ohnehin schon offensichtlich, nun endlich auch von den Welt-Konzernen mitgetragen werden. Die Zeit der nationalen Eigendünkel soll beendet werden, hin zu international groß angelegten Konzepten, die auch einen ehrlichen Unterhaltungswert für das bislang in verschaukelte Publikum zu bieten haben.

Der eigentliche Dreh und Angelpunkt war natürlich ein ganz anderer. Die Sponsoren machen richtig Druck. Mussten sie die Politiker bislang immer still und leise in den Hinterzimmern schmieren oder indirekt über die Parteikasse hofieren, gar über hoch dotierte Schwachsinnsreden finanzieren, damit muss endlich Schluss ein. Die Lobbys drängen jetzt vermehrt ans Licht und wollen, wie in der Formel 1 auch, offen im Fernsehen und den Medien zu sehen sein. Ist dies doch nur zu verständlich, weil diverse Pannen bei der steuerlichen Absetzung von Schmiergeldern passiert sind, da erscheint es um so dringlicher mal etwas ehrliches für den Politik-Rennbetrieb auf die Beine zu stellen.

Und so werden wir wohl in naher Zukunft erleben wie die Politikdebatten endgültig und richtig die Kurve kratzen, eleganter denn je. Das Bild der Parteien muss verschwinden. Die Formel 1 der Meinungsbildner und Volksver(t)räter, die ehemaligen Parteien, können sich nun aber nicht einfach „Rennstall“ nennen, das wird Irritationen im Publikum auslösen. Hier setzte sich der Vorschlag eines nicht unbekannten Rennstalls durch, demnach werden die einzelnen Teams demnächst „Saustall“ heißen, ist doch sauber, nicht wahr? Auch liegt es ziemlich nah an dem was dort wirklich abgeht.

Wichtigste Neuerung dabei sollte aber sein, endlich auch den Wählern durch einen diesen Polit-Zirkus zu nützen. So wäre die politische Ausrichtung der jeweiligen Politiker viel schneller anhand der Sponsoren auf der Kleidung zu ermitteln als durch stundenlanges und gelangweiltes Zuhören bei den den nichtssagenden Reden. Genau dieses Argument wird wohl auch der Aufhänger zur Einführung der Saustall-Teams sein, wissen wir doch, dass 95% der Wahrnehmung des Menschen optisch geschieht. Diese Form der Trickbetrügerei macht sich ja das Fernsehen bereits seit Jahrzehnten zunutze.

Erste Promotion-Bilder

Beim Probeshooting bekamen wir auch sogleich einen der schnellsten aus der Riege der Polit-Renner vor die Linse. Nicht nur kodderig, auch fix ist er mit der Fresse, wenn es um den flotten Spruch geht. Wir sehen den roten Peer hier schon einmal Schmiere stehen, in voller Montur versteht sich. Das Bild selbst erlaubt auch sogleich einige Rückschlüsse auf die künftigen Sauställe, wenn die Parteibezeichnungen aufgrund des Reglements erst einmal verschwinden müssen und nur noch die zuschauerfreundlichen farblichen Zuordnungen der Teams zum Tragen kommen.

Das Wort Pro-Motion aus der Zwischenüberschrift soll hier nicht weiter irritieren. Ist es uns der Begriff ansonsten aus der Formel 1 für eine bejahende Grundhaltung zum Thema Bewegung bekannt, so gilt dies in der neuen Liga natürlich ursächlich für das Mundwerk der Hochleistungs-Wort-Akrobatiker, deshalb gibt gerade Peer ein wunderschönes Beispiel dafür ab. Der unten angedeutete Helm allerdings ist noch falsch, der muss künftig durch einen Stahlhelm ersetzt werden, wegen der fliegenden Worthülsen und Granten.

Weitere Sauställe und Parteienverbot

Wir sind redlich gespannt, erwarten neben dem bereits gezeigten roten Saustall dann noch den Grünen, den Schwarzen, den Gelben oder Blauen. Ob die Braunen die Qualli schaffen steht derzeit völlig in den Sternen und auch Orange segelt noch hart am Wind, um den Sprung in die Königsklasse zu schaffen.

Größer Streit entbrennt derzeit noch um die Teamfarbe Rot, hier ist zwar Steinbrück schon mächtig vorgeprescht, aber auch Gysi meldet seine Ansprüche an. Er wird derzeit gerade von der Staatsanwaltschaft am Rennen gehindert, weil man mal wieder vermutet, wie vor jeder Bundestagswahl, dass er sich eines für diese Klasse unerlaubten Stasi-Getriebes bedient. Das Reglement schließt derlei Turbotechnik aus. Im ungünstigsten Falle wird die Rennleitung dann alle Roten zwangsfusionieren, denn auf Gysi bei dieser Show zu verzichten, wäre wie eine Formel 1 ohne Schumacher oder Vettel.

Reglement und Übertragungsrechte

Die Übertragungsrechte aus dem Bundestag sollen dann wie bei der Formel 1 auch, gegen sattes Entgelt saisonweise verhökert werden. Die Landesparlamente rangieren demnach unter der Bezeichnung „Sautsall 2“ und sind etwas günstiger zu haben. Hinsichtlich der Eintrittspreise zu den Veranstaltungen selbst ist noch nichts bekannt. Fest steht aber in jedem Fall bereits jetzt, dass die Hochgeschwindigkeits-Rede-Runden aus dem Bundestag alle 60 Sekunden für einen Schluck Wasser für den Polit-Piloten und eine Werbeeinblendung für die Konsum-Enten unterbrochen werden müssen.

Das Reglement selbst steckt noch völlig in den Kinderschuhen, kann aber in weiten Teilen von der Formel 1 adaptiert werden. Erste Einwendungen gehen in die Richtung feuerfeste Kleidung (anders als in der Formel 1) hier zu verbieten, weil sonst die Bodenhaftung der Akteure gänzlich verloren ginge, was ja der bisherige Rennalltag im Bundestag schon beweise, weil die Polit-Piloten einfach die Hitzeentwicklung, als Resonanz zu ihren Beiträgen, nicht mehr wahrnehmen.

Alles in allem ein sehr überzeugender Ansatz um endlich zu einer ehrlichen, profitorientierten und der Unterhaltung dienlichen Politik zu kommen. Möglicherweise ergibt sich ja auch hier, aufgrund der nun eindeutig deklarierten Finanzierung, die Möglichkeit tiefergehende Politikforschung betreiben zu können. Dies mit Blick auf noch leistungsstärkere Politiker für den Volksantrieb, analog zu der Motorenentwicklung bei den Boliden. Einziger Beigeschmack: bislang ist neben dem natürlichen Ableben das Auto die häufigste Todesursache im Lande. Da muss es nicht wirklich sein, dass die Politik auch an dieser Stelle noch den ersten Platz holt, obgleich die Entwicklung dahin absehbar ist.

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Über WiKa

Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Massen-Medien selbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören.

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