SPD erhebt Führungsanspruch bei der Demontage des Sozialstaates

Merkel-Steinbrück-Peergola-Angola

Hang over: Kaum hat die CDU in diesem Kaff die Staatsratsvorsitzende wieder im Amt als Parteivorsitzende bestätigt, da sind an diesem Wochenende auch schon die Nachahmer von der SPD mit der Kavallerie dort eingerückt. An der Spitze der Kampfgruppe, wie erwartet, Peer Steinbrück. Allerdings kam er bei dieser Veranstaltung nur zu 93 Prozent auf den Erfolgsbaum und muss sich damit schon im Vorfeld der Bundestagswahl der amtierenden Kanzlerdarstellerin Merkel ergeben. Ein böses Omen, aber im Falle einer großen Koalition, die für das kommende Jahr beileibe nicht abwegig ist, dürfte er es immerhin einmal zum Vizekanzler bringen. Letzteres könnte seine Gagen-Träume für Vorträge noch einmal beträchtlich steigern.

Das diesjährige Motto der SPD: „Wir bauen dem Volk eine Steinbrück“ … damit es auch todsicher den Abgrund erreicht. Wer sonst, außer eben dieser erfahrene Kavallerist, könnte das Volk überzeugender gegen die Wand reiten lassen? Die Kür des Kandidaten war nicht nur alternativlos, nein, sie war unumgänglich, weil man dies seitens des Vorstandes ja schon längst festgelegt hatte. Hier erwies sich auch das SPD-Partei-Stimmvieh-Volk abermals ihrer Herrschaft würdig und folgte ohne großes „Mäh“ und „Muh“ den Weisheiten der parteilichen Granden, als kleine Reminiszenz an den allseits beliebten Fraktionszwang.

Um den Auftakt zur Volksverdummung auch würdig in Szene zu setzen, war es jetzt unerlässlich, dem bereits vorweg auserkorenen Herausforderer für den Job des Kanzleramtsdominators einmal mehr eine große Bühne zu bereiten. So durfte er sich in dieser vertrauten, genossenschaftlichen Runde schon einmal als „Kanzlerin“ ausprobieren und erste Scheingefechte einstudieren. Rechts ein Schnaps-Schuss des neuen Herz-Aas der SPD in der besagten Rolle. Über etwaige Honorare für den Auftritt wurde scheinbar Stillschweigen vereinbart.

Wir wollen uns heute ein wenig über das auslassen, was eben auf dieser theatralischen Veranstaltung sauber verschwiegen wurde, um die Bürger-Schäfchen nicht sonderlich zu beunruhigen, wenn es demnächst scharf den Bach runter geht. Die Wahl konnte übrigens keinen besseren treffen, denn Steinbrück ist nicht unwesentlich verwandt mit dem Gründerhaus der Deutschen Bank. Da sollte man schon die nötige Kompetenz erwarten und dass die Banken auch in Zukunft nicht zu kurz kommen werden. Offensichtlich eine Herzenssache des deutschen Volkes.

Der Grundstein für die Demontage des Sozialstaates wurde ja letztlich auch schon unter SPD-Führung, vom Gasmann Gerhard Schröder, mit der Agenda 2010 gelegt. Das Werk ist aber noch lange nicht vollendet und Steinbrück sieht hier noch allerhand Aktionspotential. Was ihn auszeichnet: Er will diesen Job einfach nicht den christlich orientierten Kräften überlassen, die dies im Verbund mit der FDP auch schon recht gut beherrschen. Nein, die endgültige Zerrüttung des Staates muss einen sozialdemokratischen Stempel tragen.

Seine Rede diesbezüglich an die Parteilämmer konnte der Länge nach sogar mit jenen des Fidel Castros konkurrieren. Nur hatte die Rede keinen Schmiss, außer ein wenig Selbstironie die bekannten, hohlen Phrasen die angeblich das Volk hören will. Insgesamt eine lästige Tortour, die den Kandidaten und auch die gedungenen Zuhörer ziemlich genervt haben muss, aber in einer Scheindemokratie unerlässlich ist.

Eur-Opa, das Thema der aktuellen Kanzlerdarstellerin, wird in seiner Kavallerie-Attacke nur eine Nebenrolle spielen. Statt dessen soll es um Gerechtigkeit für Banken und Finanzmärkte, um eine andere Kapital-Gesellschaftspolitik gehen – bessere Löhne auf niedrigerem Niveau, sichere ®Enten, wirtschaftliche Mieten für Vermieter, Eindämmung von Leiharbeit im Ausland und Frauen-Quote in Afrika.

Es sind die altbekannten sozialdemokratischen Husarenstücke, die Steinbrück jetzt ein weiteres mal aus der Mottenkiste zaubert. Der einsame Reiter und Agenda-2010-Fanatiker versucht den Kuschelkurs mit der eigenen Truppe, ohne ihnen die tatsächlichen Ammenmärchen, die er vertreten muss und auch umsetzen wird, zu offenbaren. Er selber hat ohnehin keine Wahl, weil das Drehbuch der Bilderberger gar nichts anderes zulässt. Aber was soll er sonst machen wenn er seinen Marktwert nochmals beträchtlich steigern möchte. Das Volk dient dabei allenfalls als Trittbrett.

SPD erhebt Führungsanspruch bei der Demontage des Sozialstaates
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Über WiKa

Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Massen-Medien selbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören.

Kommentare

SPD erhebt Führungsanspruch bei der Demontage des Sozialstaates — 10 Kommentare

  1. In Absatz 3 steht das Wort “Kanzleramtsdomiators”.
    Ich hoffe, dass das kein Schreibfehler ist.
    Er hat ja miaut, dass Frauen an die Macht gehören, so what?

    • Doch Jo … es war ein ausgewachsener Recht-Schrei-Fehler … hab den berichtigt … danke für den Lektor, als One-Man Show übersieht man so etwas schnell schon mal … :)

      • Hör mal lieber Wika
        Du bist schon etwas länger keine “One-Man-Show”
        Da fehlt noch ein wenig Kommunikation, wenn Du das so empfindest, bei fast 1 Millionen Seitenaufrufen, hm?
        Wo feierst Du denn den Jahreswechsel?
        Das klären wir dann mal per Email,ok?

  2. was ich komisch finde…… ich lese nirgends, das jemand die Merkel oder den Steinbrück mag, ist das Zufall oder bin ich im falschen Forum, weil man ja in den öffentlich rechtlichen GEZ Scheißhauspropagandasendern immer wieder hört, dass der eine oder andere gerade in der Gunst des Volkes an erster Stelle sein soll?! Habe mich da bestimmt verhört, oder? ;-)

    • Also die Frage kann ich Dir nicht final beantworten, kann Dir nur soviel sagen, dass hier die Wertschätzung für die beiden erwähnten Protagonisten gen Null oder gar gen Minus tendiert. Dann könnte es das falsche Forum sein. Und ja, GEZielte Propaganda ist nix für unsere Köppe hier. Wir haben aber für beide immer einem warmen Becher Kakao bereitstehen, durch den wir sie ziehen können wenn uns kalt zu werden droht. Ich würde sagen dies drückt unser Gefühl für die Beiden am besten aus … :poop:

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