Kairoho: Nachdem der ägyptische Präsident in einer Art Handstreich nunmehr wieder alle Macht an sich gerissen hat, vermutlich noch etwas umfangreicher als sein Vorgänger Mubarak, eilt es mit dem Denkmal. Sein Wort soll jeweils das Letzte sein, so hat er es verfügt und damit gleich das Verfassungsgericht, Staatsanwaltschaft und diverse andere Institutionen des ägyptischen Staates ausgehebelt, schlicht überflüssig gemacht. Wohin jetzt mit den ganzen freigesetzten Kräften in Ägypten, die derzeit ihren ganzen Elan noch in den Widerstand gegen seine neue Göttlichkeit investieren. Aus der Geschichte wissen wir, dass Aufbegehren gegen Gottheiten meist ein böses Ende nimmt und so scheint es dringend geboten eine pragmatische Lösung für das neuerliche ägyptische Dilemma zu finden.

Historisch korrekte Einordnung

Unbestätigten Angaben zufolge plant Pharao Mursi den Neubau einer gigantischen Pyramide, die bezüglich ihrer Ausmaße selbst die Cheops-Pyramide noch in den Schatten stellen soll, mindestens 300 Meter Kantenlänge und die Höhe nicht unter 200 Meter. Hierzu fehlen noch Details. Wie der Mohammed auf das schmale Brett kommt, sich als neuer Prophet der Welt zu offenbaren, steht auch noch völlig in den Sternen, aber er scheint es ernst zu meinen.

Schwere Verwerfungen gibt es im Lande bezüglich der historischen Grundlagen für dieses Projekt, welcher Dynastie man diesen Mega-Neubau zurechnen soll. Experten sprechen sich einheitlich dafür aus, es einer neuen, noch näher zu beschreibenden „Windhund-Dynastie“ zuzuordnen.

Es ist Eile beim Bau geboten

Wenigstens der Grundstein muss alsbald gelegt werden, denn wenn dies jetzt nicht geschieht, könnten die Menschen in Ägypten den Weiterbau in Vergessenheit geraten lassen, sollte die amtierende Gottheit Mursi vorzeitig diesen Planeten wieder verlassen müssen. Insgesamt scheint sich auch die Begeisterung im Volk noch etwas in Grenzen zu halten. Nicht wenige der betroffenen Ägypter setzen daher mehr auf die Wiederholung des weltbekannten Epos „Vom wüsten Winde verweht“, wäre kostengünstiger und nervenschonender.

Aktuell sind Polizei und Militär allerdings vollauf damit beschäftigt die Akzeptanz für dieses Projekt, mittels Gummiknüppel und amerikanischem Tränengas zu steigern. Natürlich birgt diese Form der Überzeugungsarbeit auch echte Chancen, denn die widerspenstigen Kräfte dürften wohl auch die ersten sein, die zum Bau der Pyramide rekrutiert werden.

Ob dieses Projekt am Ende auch noch eine reale Chance zur Aufnahme in die UNESCO-Liste (Weltkulturerbe) hat, dürfte nach Ansicht einiger Bakschisch-Experten an Mursi selbst liegen, wie viel Geld er neben dem Bau noch für PR-Arbeiten in dieser Causa abzweigen kann. Viele der darbenden UNESCO Mitglieder spitzen bereits den Bleistift und freuen sich offenkundig auf ein neues Zubrot, weil ihnen das Geld zum Schoppen in New York bereits ausgeht.

Mächtiges Nachwort

Bei aller Häme darf man allerdings nicht vergessen, dass das vorgefundene Fundament für seinen neuen Job, das Erbe von Mubarak, ein recht verkrustetes System ist. Wenn er was neues und besseres für Ägypten bauen will, dann muss er die Reste davon schon entfernen. Dazu mögen seine Schritte taugen. Dennoch ist es für ihn ein Ritt auf der Rasierklinge und der schwindende Einfluss der westlichen Pseudodemokraten macht es ihm nicht leicht. Sie schaffen Steine heran die sie ihm um den Hals hängen möchten und sorgen auch für Verzerrungen in der hiesigen medialen Berichterstattung, weil man sie nicht mehr mitspielen lässt. Wenn er also die nächsten Jahre überlebt, ihm die Reform gelingt und er danach seine jetzige Machtfülle wieder aufteilt, dann hat er sein Denkmal verdient, vielleicht nicht ganz so groß, aber redlich verdient.

Pharao Mursi plant weltgrößten Pyramiden-Neubau
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