Arme Erika: Wenig rosige Aussichten für Obama. Inzwischen sind es sogar schon 36 Bundesstaaten aus denen inzwischen Unterschriften im Weißen Haus eintrudeln, um aus dem Verein „Vereinigte Staaten von Amerika“ auszutreten. Hier eine recht frische Meldung von Yahoo Finance zu diesem Thema. Folgt man der Geschwindigkeit der Ereignisse, dann dürften wohl spätestens in der kommenden Woche von allen Staaten derartige Ansinnen die „Zentralregierung“ in Washington erreichen. Im ersten Moment wäre man direkt geneigt damit das Ende eben der Vereinigten Staaten in Kürze zu erwarten, so eine Art Stars and Stripes in Fetzen, wie rechts gezeigt. Erfahrungsgemäß kommt es aber immer anders als uns die Medien suggerieren. Was also hat es mit diesen Verselbständigungstendenzen der US-Bundesstaaten auf sich?

Warum gibt es diese Sezessionsbestrebungen

Offenbar ist diese Handlung nurmehr eine Reaktion nach der Präsidentenwahl, sie wird ursächlich dem konservativen Lager in die Schuhe geschoben. Einige Kommentatoren reden von reinem Frust-Abbau, andere wiederum von ernsthaften Scherzen. In Art und Umfang ist es so allerdings bislang noch nicht vorgekommen. Insbesondere aus Texas wird gewettert, dass die Bundesregierung rein gar nichts mehr auf die Kette bekommt, man will sich lieber auf die eigenen Kräfte verlassen und dem Verbund Ade sagen. Texas fühlt sich nach eigenen Angaben allein schon als die 15. größte Wirtschaftsmacht der Welt, da könnte man schon auf Rest-USA pfeifen. Zum Teil werden auch Bundesgesetze wie beispielsweise der NDAA (National Defense Authorization Act) hart kritisiert, nicht ganz zu Unrecht, denn es geht immer mehr ans Eingemachte und an die Bürgerrechte. Und so trudeln jetzt stündlich mehr und mehr Unterschriften aus nahezu allen Bundesstaaten in Washington ein.

Was bewirken die Petitionen

Texas wie auch Louisiana haben jeweils schon die 25.000er Marke bei den Unterschriften übersprungen, die anderen Staaten sammeln noch fleißig. Diese Marke bei den Unterschriften ist deshalb so bedeutsam, weil ab diesem Punkt die Bundesregierung gehalten ist offiziell darauf zu reagieren, sofern diese Unterschriften binnen 30 Tagen zusammengetragen werden. Diese beiden Staaten können sich demnach schon auf eine Antwort aus Washington freuen. Rechts die Staaten die schon Unterschriften sammeln (grün) und die beiden die schon die „Qualli” erreicht haben (rot).

Beabsichtigtes Ziel ist demnach jeweils der Austritt aus dem Staatenverbund, was natürlich nicht mit 25.000 Stimmen plus getan ist. Aus Washington werden dann ein paar warme Worte an alle abtrünnigen Staaten gerichtet und dann können die „Petitionisten“ wieder einpacken. Mit einer Militärintervention in den aufsässigen Bundesstaaten wird derzeit noch nicht gerechnet. Sicherlich ließe sich die ohnehin schon in weiten Teilen ausgehöhlte Verfassung noch weiter eliminieren, es wird hart daran gearbeitet und es zeigen sich eben nicht alle Amerikaner davon begeistert.

Das Weiße Haus ist übrigens gehalten, aber nicht verpflichtet hierauf zu reagieren. Peinlicher würde es eigentlich erst dann, wenn ein Bundesstaat zu einem Volksentscheid in dieser Causa ansetzen würde, was aber derzeit auch aus keinem Lager ernsthaft erwartet wird. Stattdessen werden unter den Gegnern dieser Sezessionsbestrebungen die Stimmen immer lauter, den Unterschriftsleistenden die US-Staatsbürgerschaft zu entziehen und unverzüglich auszuweisen. Wohin allerdings, dafür wurden noch keine Vorschläge gemacht. Wer will heute auch noch US-Amerikanern politisches Asyl gewähren?

Ende gut, alles gut … sicherlich nicht

Zeigen doch diese konsortialen Attacken gegen die Bundesregierung, dass man mit deren Arbeit nicht sonderlich zufrieden ist. Sofern dieser Anflug von Unwohlsein wieder vergeht, wird wohl erwartungsgemäß alles beim Alten bleiben. Dennoch gärt es an der Basis. Immer mehr Menschen verarmen, immer weniger werden immens viel reicher. Ein Drittel der Amerikaner an der Armutsgrenze, ein Sechstel kann nur noch mit Lebensmittelmarken überleben. Im Sportjargon wäre man geneigt jetzt von einem harten „Abstiegskampf“ zu reden.

Am Ende müssen sich wohl wieder alle Amerikaner darauf verständigen, dass man den Rest der Welt nicht vernünftig auspressen kann, wenn das eigene Land gerade zerfällt. Die Not schmiedet bekanntlich die Massen wieder zusammen. Ob sich das allerdings auf ewig nach außen projizieren lässt, lassen wir hier einfach mal offen und erwarten spannungsgeladen das Versiegen dieses Themas in den USA. Aber ein erfrischender Gedanke war es schon und vielleicht auch eine Inspiration für Europa, nicht mit aller Gewalt die Vereinigten Staaten von Europa durchdrücken zu wollen.

USA vor der Zersetzung, 36 Staaten wollen raus
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