B-Rüssel: Seit dem 1. September 2012 ist es vorbei mit der konventionellen Glühbirne. Die neue Erleuchtung für die Menschen soll viel moderner sein und vor allem sehr sparsam. Noch moderner sind die Inhaltsstoffe der neuen Lampen, die, sofern eine solche Leuchte ausgedient hat, ein Fall für den Sondermüll ist. Eine versehentlich im Haus zerstörte Energiespar(sch)lampe kann ein Haus derart kontaminieren dass es unbewohnbar wird. Da hat es auch schon Quecksilbervergiftungen gegeben die einigen Kindern fast das Leben kosteten. Wie dem auch sei, der Fortschritt hat seinen Preis. Dies gilt auch für die totale Energiebilanz, von der Fertigung der Superleuchten bis zur Entsorgung des immer noch nicht als Sondermüll anerkannten Leuchtkörpers. Ergo können wir nur EU-geschönte Ergebnisse für diesen leuchtenden Schildbürgerstreich daher nehmen, weil uns sonst womöglich die Wut befallen möchte.

Weil nun diese hochgiftige Errungenschaft zwar ein wenig Strom spart, sich aber in vielfacher Hinsicht eher als kontraproduktiv erweist, sind immer mehr Menschen sauer auf die EU. Das darf natürlich nicht sein, denn hier hat man nur das Wohl der Leuchtmittel-Industrie im Auge gehabt, was ja durchaus legitim ist, sofern die Bestechungsgelder für die Entscheidungsträger in der EU auskömmlich genug waren. Und mal ehrlich: bei der Unbelehrbarkeit der Menschen und ihrer Gewohnheit an bestimmten Dingen festzuhalten, kann natürlich nur ein Verbot von konventionellen Glühbirnen Abhilfe schaffen, da sonst die freien Entscheidungsprozesse der Verbraucher gefährdet wären. So können sie sich dann zwischen einer auskömmlichen und teuren Vielfalt an neuem Sondermüll entscheiden, die in jedem fall mehr Umsatz macht als die gewesenen Birnen. Auch dies gilt als kapitalistischer Fortschritt.

Dessen nicht genug. Die alte Glühbirne war das perfekteste Abbild des natürlichen Lichtspektrums. Die neuen Leuchten sind da sehr viel einseitiger und damit Garant für neue Augenleiden bis hin zu Depressionen. Ein weiterer Meilenstein zur Umsatzsicherung für die Gesundheitsindustrie, also eine sogenannte Win-Win-Situation und spätestens hier muss der Spaß der Verbraucher aufhören. Schließlich geht es im Leben nicht um Freude, sondern um Produktivität und Konsum. Auch ist der Mensch inzwischen kaum mehr ein natürliches Wesen. Nach den postmodernen Vorstellungen unserer Regenten ist er ein Kunstgebilde unserer modernen Gesellschaft und da muss er auch mit ebenso unnatürlichem Licht sein Dasein fristen, nur solche Beleuchtungsformen sind noch artgerecht und umsatzträchtig.

Das ganze Gezeter ums Licht hat also üble Nachwirkungen und immer mehr renitente und unverbesserliche Menschen fordern lauthals die Aufhebung des Glühlampenverbots und ein Ende des von der EU verordneten Beleuchtungs-Sondermülls, hin zur freien Entscheidung bezüglich der selbstgewählten Erleuchtung. Diese ewig Gestrigen gehen sogar soweit Petitionen in die Welt zu setzen um wieder an die alte Glühbirne zu kommen. Hier ein Beispiel dafür: Aufhebung des Glühbirnenverbots. Aus Sicht der EU nicht nur dumm sondern fortschrittsgefährdend. Was könnte der Hintersinn solch subversiver Agitation sein? Warum wollen einige Leute die alte Glühbirne wiederhaben?

Diese Frage lässt sich schnell beantworten. Die alte Glühbirne gilt seit Generationen als Symbol der Erleuchtung, des Heureka-Effekts, der sogenannten spontanen Idee. Da liegt der Hase im Pfeffer. Und genau solche Denkstrukturen braucht es in unserer modernen Gesellschaft nicht mehr, in der schon alles vorgedacht und bestens vorausgeplant ist. Da sind dann Einwendungen gegen die neue Technik reine Störmanöver die den Kommerz und damit damit das gemeinsame friedliche Konsumieren zu untergraben geeignet wären, also völlig subversiv. Jeder systemkonforme Mensch wird auf Anhieb verstehen dass solchen Anachronismen kein Raum gegeben werden darf.

Insoweit ist das geplante Darstellungsverbot für die alte Glühbirne nur folgerichtig, nach dem Motto: „Aus den Augen aus dem Sinn“. Man muss es nur über einige wenige Jahre durchhalten, bis sich niemand mehr an die leuchtende und energiezehrende natürliche Birne erinnern kann, dann ist es geschafft und dieses schreckliche Symbol der Erleuchtung gehört der Vergangenheit an. Und wenn dieser EU-Streich gelingt, dann kann man auch zum nächsten Planschritt übergehen und endlich den atomaren Müll der Babynahrung untermengen. Dies zur kostengünstigen Entsorgung solcher Atom-Abfälle (hat sich auch schon bei DU-Munition fürs Militär bewährt). Die Studien dazu laufen bereits und erste EU-Statements werden von der Atom-Lobby vorbereitet, wonach es immer wichtiger für unsere gesunde Gesellschaft wird strahlende Kinder zu haben, weil sich sonst unsere Zukunft weiter verdüstern könnte.

Wir bringen deshalb letztmalig ein Bild mit Glühbirne, bevor das Darstellungsverbot in naher Zukunft in Kraft tritt und entsprechende Artikel gelöscht werden müssen. Nutzen sie also die Ihnen gegebenen Freiheiten richtig, um sich zwischen den vorgeschriebenen formschönen und energiesparenden Sondermüll-Leuchten zur Verschönerung ihres Heims zu entscheiden.

EU plant Verbot von Darstellungen alter Glühlampen
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