XYZ und Wowereit jetten zum Sonder-Tarif ins EM Halbfinale nach Warschau

Polen ist wieder offen: Wir haben nicht den 1. April und auch ein anderes scherzverdächtiges Datum ist aktuell nicht in Reichweite. Was sich zuerst liest wie eine besondere polnische Flugente der Journalie, könnte durchaus einen feinen Knalleffekt nach sich ziehen, sofern die Meldung zutrifft, wovon wir einmal ausgehen und uns begehrlich auf die vermeintlichen Fakten stürzen. MMnews, die hier exklusiv darüber berichten, gehören nicht unbedingt zu den Unbegabten in der Szene, sie dürften valide Grundlagen haben. Klaus Wowereit, jetzt doch nicht ganz allein an Bord einer Airbus A 319 (mit Luxusausstattung) auf Lustreise (jetzt Dienstreise) nach Warschau, zum Endsiech der deutschen Fußballnationalmannschaft über Italien. Heute ist Sonntag, da machen wir einfach mal beim Tratsch mit und sehen zu wer da wieder abstürzt. Den netten Herrn mit Schlips, den wir da ins Bild geschoben haben, über den sollten wir besser nicht mehr reden, denn der war gar nicht dabei, wie sich jetzt herausstellte.

Der A 319 Party-Liner gehört zur sogenannten Flugbereitschaft der Bundesregierung, die ihren Luxus für unsere überfleißigen und zeitlich stets arg limitierten Politiker auf Steuerzahlerkosten vorhält. Meist für dringende Reisen nach (n)irgendwo, diesmal halt für eine kleine Spritztour nach Polen. Dumm nur, dass damit keine dienstlichen Pflichten verbunden waren, denn so entfällt für gewöhnlich die Berechtigung diesen Luxus in Anspruch zu nehmen. Der Anlass wurde doch noch gefunden, war nur nicht so offensichtlich, siehe Dementi ganz unten. Es sei denn, es wird uns noch als unabdingbarer, überparteilicher Einigungsversuch mit Blick auf eine große Koalition verkauft, die nur in exorbitanten Höhen verhandelt werden kann … auch gut als Sekundärbegründung. Wir wissen, dass die Abstimmung zum ESM am Folgetag (29.6.2012) ebenso einträchtig zwischen SPD und CDU im Bundestag ablief. Ist natürlich reine Spekulation, dass ausgerechnet diese beiden Figuren hier gekungelt haben sollten.

Am 28.6.2012 steht die Nation ohnehin Kopf, da sieht wohl niemand so genau hin. Bis gestern war das auch so. Aber irgendwer hat da jetzt gepetzt. Scheiß auf die Wähler, da wählen wir uns mal selbst den dicksten Flieger der da noch auf der Startbahn herumsteht. Weitere Fluggäste gab es bei diesem Trip nicht, offensichtlich wollte man die Zahl der Mitwisser klein halten hat es sehr wohl gegeben (siehe Dementi). Sie hätten locker noch 50 weitere Gäste einladen können, denn soviel Platz hätte der Jet schon geboten. Auch geteiltes Leid wäre am Ende ein kleineres Leid, so könnte es noch recht teuer werden. Eines scheint aber nach den unzähligen Flugaffären festzustehen, diese Bande ist nicht lernfähig, man hilft sich jetzt aus.

Letztere Unterlassung mit den Einladungen kostete dann dem braven Steuer-Michel halt 25.000 Euro. Wer es sich leisten kann? Ok, jetzt war ja alles rein dienstlich, deshalb darf man auch nicht mehr drüber herziehen. Tröstlich ist natürlich schon, dass sich die Truppe bei der Nutzung der Flugbereitschaft einig war, sonst wäre es vielleicht noch viel teurer geworden, hätte sich beispielsweise jeder ganz allein einen großen Flieger gegriffen. Wo war eigentlich Merkel an diesem Tag?

Solange die Steuerkasse noch Sonderflüge Dienstflüge dieser „bösonderen“ Art hergibt, müssen wir uns sicherlich keine Gedanken über unseren Wohlstand machen. Und Wenn Wowi & XYZ denn richtig Gaudi hatten, dann sollte sich doch die gesamte Nation freuen. Immerhin kamen sie am 29.6.2012 um 2:00 Uhr morgens noch rechtzeitig für dem €-ESM Finale im Bundestag hernieder. Da wurden aber nur die anderen gebraucht, Wowi hätte man ja auch bequem in Polen lassen können.

Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, ob sich die braven und überaus anständigen Medien auch noch auf dieses Skandälchen stürzen, wie auf den fliegenden Teppich des Niebel, oder ob die Journalie hier pflichtbewusst das eiserne Schweigen wahrt. Wir jedenfalls sind immer wieder entzückt wie und für wen dieser tolle „Wohlfliegstaat“ so funktioniert. Natürlich halten wir uns fürs Dementis aller Art bereit, wollen doch niemand Unrecht tun und werden auch solches genüsslich berichten. Und plumps, da kommt es schon, das Dementi, als hätten wir es geahnt, unten drangehängt von MMNews!

Dessen völlig ungerührt, wollen wir es an dieser Stelle nicht verabsäumen, auch den folgenden Herren: Bundesverteidigungsminister Thomas des Maiziere, Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und Bundestagspräsident Norbert Lammert nachträglich einen maximalen dienstlichen Spaß in Polen gewünscht zu haben, denn diese begleiteten nach eigenen Angaben Berlins Oberbürgermeister in schwieriger Grenzmission. Über etwaige Rechnungsbeträge der Flugbereitschaft, für einen möglichen Privatanteil der Flugbegeisterten, werden wir wohl kaum mehr etwas in Erfahrung bringen, der dürfte aber nach allen Erfahrungen nicht so hoch liegen, dass wer der Herren in seiner Existenz gefährdet wäre … (°!°)

Bildnachweis: Wowereit | Autor: Till Krech | CC-BY-SA 2.0Kauder | Autor: Dirk Vorderstraße | CC-BY-SA 3.0 • Montage: qpress.de

 

Richtigstellung: Wowereit – Flug zum EM-Halbfinale

10.07.2012
In einem Artikel vom 8.7.2012 beschrieb MMnews die Umstände, unter denen der regierende Berliner Bürgermeister am 28.6.2012 zum EM-Halbfinale nach Warschau geflogen ist. Klaus Wowereit stellt den Sachverhalt gemäß seiner Anwälte wie folgt dar und verpflichtet MMnews, dieses so zu veröffentlichen:
Auf www.mmnews.de haben wir einem Artikel mit der Überschrift: “Wowereit und Kauder: Gratis-Flug zum EM-Halbfinale” behauptet, Herr Wowereit sei gemeinsam mit Herrn Kauder alleine in einem Airbus kostenlos zum EM-Halbfinale nach Warschau geflogen. Allein für sein Privatvergnügen, ohne politische Verpflichtungen oder sonstige dringende Angelegenheiten.Hierzu stellen wir richtig:

Herr Wowereit ist nicht mit Herrn Kauder allein in einem Airbus der Flugbereitschaft nach Warschau geflogen. Vielmehr waren andere Personen mit im Flugzeug, unter anderem der Innenminister, der Verteidigungsminister und der Bundestagspräsident. Herr Wowereit kam hiermit einer Einladung der Warschauer Stadtpräsidentin nach. Das Bundesverteidigungsministerium wird für den Flug Kostenerstattung berechnen.

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Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Massen-Medien selbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören.

Kommentare

XYZ und Wowereit jetten zum Sonder-Tarif ins EM Halbfinale nach Warschau — 6 Kommentare

  1. Da fällt mir doch glatt der alte Werbespruch ein:
    “Nur fliehen ist schöner”
    Aber noch viel, viel besser ist es, umsonst zu fliegen.

  2. Wir sollten vielleicht nicht so neidisch sein. Nicht, dass es uns mal selbst trifft.

    Wer viel arbeitet, hat sich auch mal etwas verdient, sach ich getz einfach mal.

    Viele Professionelle in der Politik arbeiten sicherlich mehr als 20 Stunden die Woche, mehr also als viele Hartzis, es soll Professionelle in der Politik geben, die freitags morgens noch in Brüssel gesehen wurden, obwohl auch mittwochs und donnerstags Züge in die Heimat fahren.

    Sind Professionelle in der Politik also nicht irgendwo vergleichbar mit Managern, Manager halt in Sachen Politik?

    Und werden nicht Manager traditionell vergleichsweise gut entlohnt, um nicht zu sagen geradezu fürstlich, im Vergleich zu einem Koch, einem Handwerker, einem Tiefbauspezialisten, einem Informatiker, einem Arzt im Krankenhaus, einer Krankenschwester? Zumal, wenn diese Manager noch besonders qualifiziert sind “God’s own work” zu tun?

    Ein Beispiel: Wenn ein Manager, nennen wir ihn Joe, entschieden hat, zig tausend Leuten die Möglichkeit zu geben, einmal Erfahrungen bei einem anderen Arbeitgeber zu sammeln als immer nur bei der Bank mit den 25 Prozent Rendite auf das Eigenkapital, dann geht er vielleicht mit irgendwo zwischen 10 bis 25 Millionen im Jahr nach Hause, sagen wir 15 Millionen im Mittel. Faktor 20.000 zum Einkommen eines Hartzis (15 Mio. / 750).

    Sind da nicht Professionelle in der Politik im Vergleich nicht völlig unterbezahlt, und haben sie sich deshalb nicht wirklich mal so einen Flug verdient? Sollte uns gleiches Recht für alle, Fairness und ein wenig Großzügigkeit nicht etwas wert sein?

    Ich meine, haben denn genau diese Professionellen in der Politik mit ihrer Entscheidung pro ESM nicht die Grundlagen dafür geschaffen, dass vielleicht bald 20 oder 30 oder vielleicht sogar 40 oder 50 Millionen BRD-Bürgen neue, spannende Erfahrungen als Hartzi sammeln dürfen, wenn die noch viel Professionelleren, die Heiligen ESM-Gouverneure mit, wer weiß, einem Dr. „Evil“ S. an der Spitze, bald die ersten paar Hundert Milliarden abrufen dürfen – immerhin: sie geben uns großzügig sieben Tage Zeit zu liefern -, so dass in der Folge auch endlich einmal andere Länder bzw. natürlich ausgewählte „arme“, „notleidende“ private Banken – Wie das passieren kann, wenn man als einzige „Industrie“ auf diesem Planeten Geld selbst erzeugen darf, fragen Sie? – in diesen Ländern mit Eigentümern möglicherweise in wiederum ganz anderen Ländern in den Genuss dessen kommen, was sich bei vielen Deutschen über die Jahre angesammelt hat?

    Sollten da nicht einige Extraboni und Sonderprämien fällig sein, die, wie bei vorwiegend anglo-amerikanischen „Investoren“ üblich, natürlich der bezahlt, der sie nun mal bezahlt. Bis die Professionellen in der Politik Faktor 20.000 erreicht haben werden, ist noch Spielraum, der aber immer schneller zu schwinden scheint, weil 5-prozentige Diätenerhöhungen bei Nullrunden auf der anderen Seite systembedingt dies nun mal bewirken.

    Nicht so kleinlich sein, liebe Freundinnen und Freunde, seien wir großzügig, gönnen wir unseren Professionellen in der Politik das, was wir unseren Professionellen in den Medien schon seit Jahr und Tag gönnen, ge(t)z.

    Überhaupt, würden wir auch so denken, wenn wir selbst Professionelle in der Politik wären? Sehen Sie. Freuen wir uns also für die beiden.

    Und, wer weiß, vielleicht sehen wir sie ja etliche Professionelle in der Politik in ihrem nächsten Urlaub in einem der neuen 12-Sterne-Spitzenresorts – nur für EU-Funktionäre – in Spanien oder Griechenland, das findige Manager privater „Investoren“ mit dem Geld der deutschen Bürgen dort errichtet haben, während wir eben dort in einer Qualifizierungsmaßnahme beweisen dürfen, ob wir wirklich schon so weit sind, dort zu wischen, wo die ganz großen Schweine kacken, die Professionellen in der Politik.

  3. Ist denn in der Redaktion kein Photoshop bekannt?
    Man hätte ein paar Falten wegmachen tun können und sind nicht die Autogrammkarten ursprünglich Scheine gewest?

  4. Die Flüge Köln nach Warschau und zurück kosten, geflogen mit einem gemieteten Bombardier Challanger 604 (oder vergleichbarer jedem anderer Havy-Jet), inkl. 2 Piloten, einer Stewardess, dem Sprittverbrauch und der Wartezeit, je nach Anbieter auch von 25.000,- bis 27.000,- € (meine Erfahrung).

    So gesehen ist die Flugbereitschaft da sogar noch Kostengünstiger, denn die Fixkosten (Crew-Gehalt, Wartung, etc) entstehen der Regierung sowieso, gleichgülltig ob die Flieger fliegen oder herumstehen. Diese Kosten müssen natürlich abgezogen werden.

    Wenn Sie darauf anspielen, die Zwei hätten Linie fliegen sollen, dann verstehen Sie weder the Big Buissnes, noch die Große Politik. Ganz oben an der Spizte, da ist Zeit nicht mehr Geld, da ist Zeit purer Luxus.
    Köln – Warschau von Flugzeug einsteigen bis Flugzeug verlassen, das sind ziemlich genau 1 Stunde und 30 Minuten. Für die Strecke vom Taxi zum Privatjet benötigen Sie in Köln 11 Minuten, in Worten ELF MINUTEN (!!!). <- Versuchen Sie das mal mit Linie, haha!
    Das heißt von Taxi Köln zu Taxi Warschau benötigen Sie weniger als 2 Stunden.

    Das geht mit Linie nicht, selbst dann nicht, wenn Sie Buissnes oder First fliegen. Sie kommen nicht unter 3 Stunden davon.
    Billiger sind 2 First-Class-Plätze im Übrigen auch nicht sonderlich.
    Wenn Sie sich verspäten, Big Buissnes und Große Politik sind nicht immer 100% planbar, dann ist sowieso alles vorbei mit dem Linienflug und der Zeitberechnung.

    Hätten die beiden also auf Kosten des Steuerzahlers einen Privat-Jet mieten sollen, oder was?
    Kommen Sie mir auch nicht mit "selbstbezahlen". Sie hatten dort zwar keine dienstlichen Pflichten, aber sie hatten und haben diese hier. Wir erwarten doch von ihnen, dass sie soviel Zeit wie möglich in unseren Dienst stellen. Jede Stunde die sie an den Gates dieser Welt sparen, die arbeiten und entscheiden sie für uns!

    Also alles im Lot und kein Grund zur Kritik gegeben!

    Es grüßt Sie,
    Ihr Kotten

  5. Aus welchem Grund berichtet ausschließlich MMnews über diese Steuergeldverschwendung von zwei lobbyverseuchten Volksvertretern? Es ist klar, daß die Behauptung “Steuergeldverschwendung” und “lobbyverseucht” stimmt, – und zwar bei praktisch jedem Mondatsträger im Bundestag. Aber bitte, wo ist der Nachweis, daß dieser Flug wirklich stattfand? Sollte wirklich jeder der folgenden Medien gezielt darüber schweigen? FAZ, ZEIT, Handelsblatt, Bild & Welt, Spiegel, Focus, …

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