Später Durchbruch bei G-20, Krisenursache entdeckt, alternativloser Masterplan

Los Cabos, los: Es gleicht einem Wunder und zugleich kann einem bezüglich des Ergebnisses jetzt zwar Angst und Bange werden, aber auch eine tragfähige Lösung soll dabei herausgekommen sein. Man hat die Welt gerettet. Rein zufällig wurde die Ursache der Welt-Finanz-Wirtschaftskrise in Los Cabos von einer Putzfrau entdeckt, die nach einem Gelage der Gipfeligen den entstandenen Saustall zu säubern hatte. Den Teilnehmern selbst hingen noch die erlesensten Speisen zum Halse raus und auch der Champagner tropfte noch aus den Mundwinkeln, da wurde ihnen die Ursache auf einem kleinen verknitterten Zettel dargereicht. Ehrlich und dienstbeflissen hatte die Putzfrau das Wunderteil beim Gesinde der „Regierigen“ abgegeben, ohne zu wissen welche Brisanz dieser Zettel enthielt. Jetzt aber eines nach dem anderen:

Die wahre Ursache der Krise

Als gesichert gilt, dass auf dem arg verknitterten Zettel eine unwiderlegbare Formel verzeichnet war, die dem Vernehmen nach folgendes beinhaltete: Kapital * (1+(Zinssatz/100)) ^ Laufzeit … natürlich wusste niemand von den Regierungschefs auf Anhieb etwas damit anzufangen, zu komplex für die Runde, hieß es zunächst. Aber an Geheimbotschaften wollte niemand so recht in der Runde glauben, also schickte man sofort alle verfügbaren Geheimdienste in die Spur, um den Sinn dieses Machwerkes zu ergründen. Einige Spezialisten konnten dann nach nur wenigen Stunden den Versammelten die Formel erklären und das Erstaunen war groß. Angeblich sollte es sich dabei um die Zinseszinsformel handeln, die beschreibt wie die Geldmengen exponentiell wachsen. Spätestens hier folgte dem Realitäts-Check ein erster großer Realitäts-Schreck der Anwesenden. Gottlob war eine „Merkel-fähige“ Physikerin mit unter den Teilnehmern des Gelages, sodass auch die Exponentialfunktion noch den Kollegen erläutert werden konnte, wenn auch nur theoretisch, denn praktisch hing man schon drin, aber dennoch mit bahnbrechendem Erfolg. Obama soll die „Merkelige“ noch vor Ort mit dem „Wirtschafts-Kriegs-Nobelpres“ ausgezeichnet haben, siehe Fotobeweis.

Logische Schlussfolgerungen

Damit wurde allen Beteiligten klar, dass irgend ein Boni-Empfänger diese Geheimformel verloren haben musste, denn niemand sonst außer einem Bonobo Boni-Banker benötigt so etwas. Weiter wurde geschlussfolgert, dass man bereits seit 2008 das Falsche gemacht hat, nämlich dieser Formel zu entsprechen und immer nur frisches Geld in die Banken gekippt hatte. Drittens ist daraus abzuleiten, dass es zur weiteren Blasenbildung führen muss, weil jedes zusätzliche Geld wieder verzinst werden will, sich also das Geld zwangsläufig und selbsttätig unendlich vermehrt.

Mit diesen glasklaren Erkenntnissen ausgerüstet, waren nun die Welten-Lenker absolut und unfehlbar in der Lage das Problem ultimativ zu verstehen und einen entsprechenden Masterplan zu erarbeiten, wie man die Welt vor dem drohenden Zusammenbruch retten kann. Soll mal einer sagen unsere Politiker wären nicht handlungsfähig und so folgt das Ergebnis auf den Fuß.

Der Masterplan und die Beschlüsse

Die Blasen-Erkenntnis ist dabei die entscheidende, dass man sich aktuell bereits in einer großen Blase befindet. Damit sei man zu weit vom Boden der Realität entfernt. Das Platzen der Blase zum jetzigen Zeitpunkt käme einer Katastrophe gleich und würde gleichsam den Absturz der Menschheit bedeuten. Eine Folge die um jeden Preis vermieden werden muss. Kein zögern, kein zaudern, kein Weg zurück. Also wurde jetzt beschlossen.

Die Geldmengen werden bedingungslos ausgeweitet, die Blase muss weiter erhitzt und vergrößert werden, damit der Auftrieb der Blase gewährleistet ist, wie bei einem Heißluftballon. Der eigentliche Plan sieht vor, den Aufstieg derart zu beschleunigen und abzusichern, dass man alsbald zusammen mit der Blase die „monetäre Stratosphäre“ überwindet und hernach in der Schwerelosigkeit der monetären All-Welt wieder zur Ruhe kommen kann. Die Beschlüsse sind jetzt klar, der Erkenntnisgewinn ist riesengroß, nun ist man noch eine paar Tage damit beschäftigt die Meisterleistung dieses Gipfels zur Rettung der Menschheit zu feiern. Tolle Hechte und gnadenlos gut im Krisenmanagement.

Nur ein Wermutstropfen trübte noch die Feier. Die Putzfrau, die rein zufällig das Ergebnis ihres Fundes gewahr wurde, wandte kleinlaut ein, sie wolle nicht mit in die Stratosphäre und auch nicht mit ins All, ihr wäre die Luft dort zu dünn zum Atmen. Sie wurde sogleich der Blasphemie und Ketzerei bezichtigt, des Saales verwiesen und postwendend der Inquisition übergeben, wegen grober Lästerei der Volks- und Betriebswirtschaftslehre. Ihre Verbrennung dürfte nur ein Frage von Stunden sein.

Wir dürfen also heute konstatieren, der neuerliche G-20 Gipfel war einfach der Gipfel der Erkenntnis, mehr geht nicht bei den dort Versammelten. Das beruhigende für die Menschen hier auf Erden: Es wird sich also rein gar nichts ändern, niemand muss sich Sorgen machen, alles ist vollends im Griff und wir werden jetzt alle einer ganz tollen Zukunft entgegenschweben, man könnte auch sagen … bald im Himmel sein.

Bildnachweis: Wikimedia Commons | Autor: Pete Souza | Public Domain | Bearbeitung: qpress

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Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Massen-Medien selbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören.

Kommentare

Später Durchbruch bei G-20, Krisenursache entdeckt, alternativloser Masterplan — 9 Kommentare

  1. Also kurz und knapp fasse ich mal mein verstehen (kleingeschrieen) zusammen:
    Ich habe nur Pech, dass mein Himmel voller Geigen hängt und ich vor lauter Blau das Schwarze nicht sehe.
    Oder habe ich das jetzt falsch verstanden?
    Es geht ja nicht um SchwatzweissICH,oder doch?
    Gabs auch was zu Essen?

  2. Sehen Sie, Personen wie ich verdienen viel, weil wir mehr arbeiten. Daher, dass wir also deutlich mehr arbeiten und verdienen, können wir uns Dinge leisten, die andere, die nicht soviel arbeiten und dadurch nicht soviel verdienen, sich nicht kaufen können. Möchten diese es doch, müssen sie geduldig sparen, oder aber nehmen sich einen Kredit.
    Nun nutzen Menschen also Luxus, den ihn weder verdient, noch erarbeitet haben, ohne daran zu denken, dass sie es durch zukünftiges Arbeiten nachbezahlen müssen.

    Im Grunde hat das griechische Volk nichts anderes gemacht und nun kommt die Zeit des Zurückzahlens. Wenn sie kein Geld mehr haben, dann nehmen wir das Volk einfach in Schuldknechtschaft und schon ist das Problem gelöst. Bis 2070 werden sie dann ihre Schulden bei uns sicher abgearbeitet haben.

  3. Letztendlich entscheidet die Evolution/Gott.
    Sie/Er kennt weder Moral noch ein prall gefülltes Bankkonto.
    Über die größte Biomasse hier im Land, verfügen immer noch die Regenwürmer.

  4. tschuldigung …
    Normalerweise schreibsel ich ja unter meinem “normalen Namen” !

    Lieben Gruß,

    Ramses junior ( Ramses Pyramidenverleih Ltd. )

    post scriptum : leider kennt mich heute kaum mehr ein mensch, der dabei gewesen …

  5. Ihr gehört wohl auch zu denen, die immer dachten, der Ouzo beim Griechen nach dem Essen sei umsonst….

    In diesem Sinne: Mir wird bange, wenn ich an die Chinesen denke.

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