Los Cabos, los: Es gleicht einem Wunder und zugleich kann einem bezüglich des Ergebnisses jetzt zwar Angst und Bange werden, aber auch eine tragfähige Lösung soll dabei herausgekommen sein. Man hat die Welt gerettet. Rein zufällig wurde die Ursache der Welt-Finanz-Wirtschaftskrise in Los Cabos von einer Putzfrau entdeckt, die nach einem Gelage der Gipfeligen den entstandenen Saustall zu säubern hatte. Den Teilnehmern selbst hingen noch die erlesensten Speisen zum Halse raus und auch der Champagner tropfte noch aus den Mundwinkeln, da wurde ihnen die Ursache auf einem kleinen verknitterten Zettel dargereicht. Ehrlich und dienstbeflissen hatte die Putzfrau das Wunderteil beim Gesinde der „Regierigen“ abgegeben, ohne zu wissen welche Brisanz dieser Zettel enthielt. Jetzt aber eines nach dem anderen:

Die wahre Ursache der Krise

Als gesichert gilt, dass auf dem arg verknitterten Zettel eine unwiderlegbare Formel verzeichnet war, die dem Vernehmen nach folgendes beinhaltete: Kapital * (1+(Zinssatz/100)) ^ Laufzeit … natürlich wusste niemand von den Regierungschefs auf Anhieb etwas damit anzufangen, zu komplex für die Runde, hieß es zunächst. Aber an Geheimbotschaften wollte niemand so recht in der Runde glauben, also schickte man sofort alle verfügbaren Geheimdienste in die Spur, um den Sinn dieses Machwerkes zu ergründen. Einige Spezialisten konnten dann nach nur wenigen Stunden den Versammelten die Formel erklären und das Erstaunen war groß. Angeblich sollte es sich dabei um die Zinseszinsformel handeln, die beschreibt wie die Geldmengen exponentiell wachsen. Spätestens hier folgte dem Realitäts-Check ein erster großer Realitäts-Schreck der Anwesenden. Gottlob war eine „Merkel-fähige“ Physikerin mit unter den Teilnehmern des Gelages, sodass auch die Exponentialfunktion noch den Kollegen erläutert werden konnte, wenn auch nur theoretisch, denn praktisch hing man schon drin, aber dennoch mit bahnbrechendem Erfolg. Obama soll die „Merkelige“ noch vor Ort mit dem „Wirtschafts-Kriegs-Nobelpres“ ausgezeichnet haben, siehe Fotobeweis.

Logische Schlussfolgerungen

Damit wurde allen Beteiligten klar, dass irgend ein Boni-Empfänger diese Geheimformel verloren haben musste, denn niemand sonst außer einem Bonobo Boni-Banker benötigt so etwas. Weiter wurde geschlussfolgert, dass man bereits seit 2008 das Falsche gemacht hat, nämlich dieser Formel zu entsprechen und immer nur frisches Geld in die Banken gekippt hatte. Drittens ist daraus abzuleiten, dass es zur weiteren Blasenbildung führen muss, weil jedes zusätzliche Geld wieder verzinst werden will, sich also das Geld zwangsläufig und selbsttätig unendlich vermehrt.

Mit diesen glasklaren Erkenntnissen ausgerüstet, waren nun die Welten-Lenker absolut und unfehlbar in der Lage das Problem ultimativ zu verstehen und einen entsprechenden Masterplan zu erarbeiten, wie man die Welt vor dem drohenden Zusammenbruch retten kann. Soll mal einer sagen unsere Politiker wären nicht handlungsfähig und so folgt das Ergebnis auf den Fuß.

Der Masterplan und die Beschlüsse

Die Blasen-Erkenntnis ist dabei die entscheidende, dass man sich aktuell bereits in einer großen Blase befindet. Damit sei man zu weit vom Boden der Realität entfernt. Das Platzen der Blase zum jetzigen Zeitpunkt käme einer Katastrophe gleich und würde gleichsam den Absturz der Menschheit bedeuten. Eine Folge die um jeden Preis vermieden werden muss. Kein zögern, kein zaudern, kein Weg zurück. Also wurde jetzt beschlossen.

Die Geldmengen werden bedingungslos ausgeweitet, die Blase muss weiter erhitzt und vergrößert werden, damit der Auftrieb der Blase gewährleistet ist, wie bei einem Heißluftballon. Der eigentliche Plan sieht vor, den Aufstieg derart zu beschleunigen und abzusichern, dass man alsbald zusammen mit der Blase die „monetäre Stratosphäre“ überwindet und hernach in der Schwerelosigkeit der monetären All-Welt wieder zur Ruhe kommen kann. Die Beschlüsse sind jetzt klar, der Erkenntnisgewinn ist riesengroß, nun ist man noch eine paar Tage damit beschäftigt die Meisterleistung dieses Gipfels zur Rettung der Menschheit zu feiern. Tolle Hechte und gnadenlos gut im Krisenmanagement.

Nur ein Wermutstropfen trübte noch die Feier. Die Putzfrau, die rein zufällig das Ergebnis ihres Fundes gewahr wurde, wandte kleinlaut ein, sie wolle nicht mit in die Stratosphäre und auch nicht mit ins All, ihr wäre die Luft dort zu dünn zum Atmen. Sie wurde sogleich der Blasphemie und Ketzerei bezichtigt, des Saales verwiesen und postwendend der Inquisition übergeben, wegen grober Lästerei der Volks- und Betriebswirtschaftslehre. Ihre Verbrennung dürfte nur ein Frage von Stunden sein.

Wir dürfen also heute konstatieren, der neuerliche G-20 Gipfel war einfach der Gipfel der Erkenntnis, mehr geht nicht bei den dort Versammelten. Das beruhigende für die Menschen hier auf Erden: Es wird sich also rein gar nichts ändern, niemand muss sich Sorgen machen, alles ist vollends im Griff und wir werden jetzt alle einer ganz tollen Zukunft entgegenschweben, man könnte auch sagen … bald im Himmel sein.

Bildnachweis: Wikimedia Commons | Autor: Pete Souza | Public Domain | Bearbeitung: qpress

Später Durchbruch bei G-20, Krisenursache entdeckt, alternativloser Masterplan
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