Eur-Opa: Heute ist Sonntag und für die Griechen einmal mehr Schicksals-Wahltag. Sie können heute frei und geheim wählen, ob sie sich alsbald strangulieren, erschießen, vergiften, ersäufen oder in den Tod springen wollen. Genau genommen soll es noch rund 20 weitere Optionen dieser Art geben, aber das Ergebnis ist ihnen zweifelsfrei vorgegeben, da gibt es tatsächlich keine freie und geheime Wahl, weil dies nun einmal systembedingt ist und darüber hat niemand abzustimmen, ist eine normale Vorgabe. Es kommt also zum Schwur, in der Finanzwelt sagt man gerne auch Offenbarung(seid) dazu. Die Hochfinanz teilte stets gerne mit den Banken in Griechenland, solange diese dort für die zünftige Mehrung der Geldberge sorgten und sicherstellten das Zinsen und Zinseszinsen als Tribut dafür auch fleißig erarbeitet und rückgeführt wurden. Genau an dieser Stelle klemmt jetzt der Apparat. Die Helenen entwickeln sich zu reinen Kostgängern des Euro, da machen wir ihnen jetzt (im Namen der Banken und des Wohlstands) ein „P“ davor.

Das europäische Gutmenschentum befürchtet nun den Totalausfall, die Weigerung der Griechen, an diesem tollen System weiter zu den bisherigen Konditionen teilnehmen zu wollen ist ein Affront. Ein Sakrileg, jetzt, nachdem man doch alle Wohltaten der Gottheit Mammon genossen hat, sich von dieser abwenden zu wollen. Und weil all die Folgen schon abzusehen sind, wollen wir heute ein wenig über den Tellerrand sehen und ergründen was mit dem alten Prinzip des „teile und herrsche“ alsbald passieren wird. Vor allem aber welches Nachfolgemodell uns jetzt ins Haus steht, nachdem das Herrschen nach wie vor hoch im Kurs steht, nur beim Teilen klemmt es derzeit arg, weil diejenigen die wohl teilen würden, kaum mehr etwas haben und diejenigen die es im Überfluss haben wollen nicht mehr teilen.

Gut, uns war ja auch dieses System schon oftmals ein Dorn im Auge, weil es stets Ungerechtigkeiten zu beklagen gab und die Beherrschten mit den Beherrschern immer mal wieder im Clinch lagen. Dank der Wahlen in Griechenland können wir aber jetzt die nächste Stufe der wirtschaftlichen Evolution (im Rahmen dieser legendären Demokratie) zeitnah und lebensecht miterleben, nur eines fehlt in diesem Spiel: Erbarmen.

Raff alles und prügele den Rest nieder

Ok, da sind wir jetzt schon mit der Tür ins Haus gefallen, aber genau so dürfte die nächste Stufe in unserer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung verlaufen. Die Vorboten sind eindeutig und die Menschen offenbar nur zu geneigt diesem Ruf zu folgen. Inzwischen gehört es schon wieder zum guten Ton den Nachbarn zu beschimpfen, hier die Griechen, die faulen Säcke, die elenden Nichtsnutze und Schmarotzer und demnächst natürlich auch noch die Spanier, dann die Italiener und so weiter und sofort. Bis wir uns eines Tages selbst vor den Spiegel stellen müssen, weil auch wir am Zinseszins verrecken. Aber bis dahin sollten wir schon, ganz zur Freude der Initiatoren, die meisten Nachbarn niedergemäht haben. Neid und Hass erzeugen ist dabei eine grundlegende Voraussetzung, damit die nächste Phase wie beschrieben ihren Lauf nehmen kann. Haben wir historische Beispiele für diesen Weg? Ja, haben wir, die bekannten beiden Brüder rechts abgebildet, wer kennt sie nicht. Nur wir nennen es jetzt Fortschritt, Notwendigkeit oder auch wirtschaftlichen Zwang, nur von Rückschritt oder Rückfall mag gar niemand reden, wer liest schon die Bibel?

Zwar wird immer wieder beteuert, man habe doch das Europa für die Menschen geschaffen, damit diese sich alle lieb haben und in Eintracht leben. Hat ihnen aber nicht gesagt, dass man sie gemeinsam und allumfassend, wie Vieh, also grenzenlos gegeneinander ausspielen und ausbeuten möchte. Und bevor die Menschen dies begreifen, kann man sie zum Wohle der großen Geldmengen erneut aufeinander hetzen. Natürlich am Ende auch entsetzt konstatieren, dass der Mensch nicht taugt und er nicht gewillt ist in Frieden und Freiheit mit seinem Nachbarn zu leben.

Die realen Ursachen für die Not lassen wir kurzerhand verschwinden, wir blenden sie einfach aus und es bleibt der böse Mensch in der Masse, weil nur all zu viele sich auch wie geplant verhalten. Und weil der Mensch so böse ist, wird ihm jetzt gesagt, es braucht mehr Kontrolle, schärfere Gesetze und eine harte Hand um ihn im Zaume zu halten. Das versteht doch jeder und so geben sie dann alle gerne ihre Freiheit, aber sonst lieber nichts ab.

Das Geld regiert die Menschen

Und schon sind wir genau dort angekommen, wo niemand hin wollte, außer einer Handvoll, denen es unter solchen Umständen stets prächtiger geht. Dank des beschränkten Denkvermögens der Masse wird wohl diese Rechnung ein weiteres Mal aufgehen, ganz zur Freude der Initiatoren. Praktische Lösungen für die täglichen Probleme bietet wie immer das gesteuerte TV nebst der BILDenden Verblödungsmedien, die den Zündstoff für die explosive Masse liefern, um dieses Schauspiel überhaupt in Szene setzen zu können.

Immerhin, auch hierzulande dürfen sich also die Schäfchen ihre Metzger noch selbst erwählen, beklagen zwar immer die zu geringe Auswahl, stellen aber ganz zum Wohle des Systems selbiges nie in Frage, so wie die Griechen heute. Noch ist niemanden in den Sinn gekommen, sich keinen Metzger/Tod zu erwählen und einfach nur zu leben … mit allen Nachbarn in Frieden … vielleicht nach der Maxime „teile und lebe“ … zu utopisch. Noch ist die Gier nach Macht und Geld, der Neid und die Missgunst der beste Garant dafür, dass die bisherigen Strippenzieher auch seelenruhig diese weitere Stufe zur Beherrschung der Massen zünden können. Auch die Umpolung der Solidarität funktioniert, noch nie waren die Menschen solidarischer mit den Banken als heute, allerdings von höchster Stelle verordnet und beschlossen. Denn jeder der meint noch ein Quäntchen verlieren zu können, folgt aus Angst dem kaputten System, obgleich er dort realistisch rein gar nichts zu gewinnen hat, sondern real verliert. Und wenn die Gemeinheit dann tatsächlich erwacht, dann hängt sie längst am Haken, ausgeblutet und ziemlich leblos, ist der Polizeistaat perfekt und die allgemeine Not das System, wie jetzt schon in Griechenland, neues Symbol der alternden Demokratie und vermutlich auch wegweisendes Mahnmal in ihre Zukunft.
Bildnachweise: Politische Schauckel, Public Domain und Kain und Abel, Hermann Knaur, Public Domain

Teile und herrsche Epoche am Ende – was folgt jetzt
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