Schlecker-Frauen, Fraktionen, Millionen und der Michel

Deutsch-Absurdistan: Es schüttelt sich mal wieder die Nation vor sachtem Ekel. Diesmal bringt der Bund der Steuerzahler eine interessante Zahl ins Rennen die keinen Vergleich in der aktuellen Situation zu scheuen braucht. Der BdSt moniert in diesem Fall das Budget der Fraktionen des Bundestages, ein kleiner Kleckerbetrag von 80,8 Millionen Euro pro Jahr für rund 600 Abgeordnete. Wenn dann alles fein läuft, bei gelungener Geldanlage dieser Spezialisten, dann gibt es von den Banken noch 600.000 Zinsertrag für die beste Fraktion oben drauf. Die Millionen seitens der Staatskasse werden aber zumeist kreditfinanziert und der Steuerzahler hat auch noch die Last der Kreditzinsen für diese Millionen, während sich die Fraktionen die Erträge daraus reinpfeifen, weil sie es sich erlauben können diese Gelder zu stapeln. So stellen wir uns Sozialstaatlichkeit und gelebte Demokratie vor, oder doch besser gute Kapitalanlagestrategie, die nur für die Bürger nicht aufgehen will. Kann man beim BdSt an dieser Stelle nachlesen, wenn der Link nicht direkt zum Artikel führt, dann bitte unter dem 2.4.2012 nachsehen, da ist der Artikel erschienen.

Jetzt noch einmal den Blick auf die 11.000 Frauen gerichtet, die sogenannten Hinterbliebenen der Schlecker-Pleite oder auch Schlecker-Witwen, die Dank der FDP Absage jetzt alle zur ARGE rennen dürfen. Dort waren rund 70 Millionen Euro im Gespräch um eine Auffanggesellschaft zu finanzieren. Auch wenn so etwas sicherlich nicht die Lösung ist, darf man aber dennoch einmal die Anzahlen und Beträge gegenüberstellen. 80,8 Millionen kreditfinanziert alljährlich für die Fraktionen, die dann vor lauter Not das Geld auch noch stapeln und anlegen. Rund 70 Millionen Euro für 11.000 Frauen dagegen ein absolutes No-Go. Daraus können wir rückrechnen, dass ein jedes Fraktionsmitglied etwa den 18-fachen Wert einer Schlecker-Witwe hat, wobei der Nutzen der Abgeordneten allerdings 1.000-fach schädlicher für die Staatskasse sein dürfte, allein angesichts der Euro- und Bankenrettungs-Beschlüsse.

Sicher ist so ein Vergleich nicht ganz zulässig, weil an sich die Marktwirtschaft alles regeln sollte. Die Abgeordneten selbst, die sich für unverzichtbar halten und das alleinige Recht besitzen den Steuerzahler nach Belieben zu schädigen, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen werden zu können und an anderer Stelle diese Marktwirtschaft in ganz anderen Dimensionen außer Kraft setzen. Die Schlecker-Frauen hingegen waren abhängig, auch von den Beschlüssen eben dieser Volks-Vertreter, bei der sich dann eine gefühlte 12 Promille Partei durchsetzen konnte. In diesem Fall wird eiskalt auf die Marktwirtschaft verwiesen die alles zu regeln hat, bei den Banken hingegen wird der Sozialismus demnächst im Billionenbereich zelebriert. Am Ende hat der Steuerzahler alles zu schultern, die erhöhten Kosten bei der ARGE für die arbeitslosen Frauen, die Kosten für die Rettung der Banken und die Kosten der Fraktionen für die Handreichungen zur Demontage der Nation. Dies in Ausübung der Herrschaft, im Zweifel auch gegen das Volk gegen dessen Willen aber immer erklärterweise nur zu dessen Wohl.

Aus diesem Grunde wurde erst kürzlich das Portal des Bundestages umgestaltet, dass haben wir allerdings kostenlos gemacht, um den Steuerzahler nicht noch weiter zu schädigen. Das Bild gibt Auskunft über die kleine, wenig auffällige Änderung die sich seit geraumer Zeit in unserer Gesellschaft vollzieht. Immerhin dürfte damit die Widmung des Hauses zeitgemäß sein und auch sachlich den Kern treffen, wenngleich uns alle Nase lang von der Bundesmutti noch vorgebetet wird: „Du bist Deutschland“. Die intelligenteren Zweibeiner haben es schon längst geschnallt: „Michel – Du bist der Depp der Nation“ und bekommst alle Tage dein X in ein U (wie Untergang) umgemünzt. Bedauerlicherweise werden auch die Feststellungen des BdSt zumeist in den Wind geschlagen oder verhallen irgendwo im Nirgendwo, es lohnt sich aber immer wieder einmal auf deren Seiten vorbeizuschauen, weil die stets gräuliche Beispiele der Misswirtschaft unserer Volksvertreter thematisieren.

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Schlecker-Frauen, Fraktionen, Millionen und der Michel
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Kommentare

Schlecker-Frauen, Fraktionen, Millionen und der Michel — 10 Kommentare

  1. Pingback: Schlecker: was geht und was nicht? - 3. Teil - Seite 829

  2. Was wollten sie nochmal in Afghanistan für Frauen tun?

    Da kann sich die Schlecker-Belegschaft aber freuen.

    Fallen sie doch gleich ins Bildungspaket von Hartz Acht für die komplette Volksverhöhnung.

  3. Welch ein Artikel >>Rund 70 Millionen Euro für 11.000 Frauen dagegen ein absolutes No-Go<< heißt es hier.
    Richtig müsste es heißen:
    Rund 70 Millionen Euro der Steuerzahler zur Sanierung des asozialen Schlecker-Konzerns dagegen ein absolutes No-Go

    • Dazu mus man dann fairerweise auch noch sagen, dass es sich bei den 70 Millionen um eine Bürgschaft handelte, bei der die Zahlung am Ende nicht zwingend ist wenn alles gut geht. Die 80 Millionen sind definitiv verknallt, der Steuerzahler muss die kreditbasiert finanzieren und Fraktionen vermehren es noch zur Optimierung des eigenen Nutzens. Insoweit bleibe ich ganz beruhigt bei der Darstellung wie im Artikel … :) … vielleicht sollten wir unsere asozialen Politiker mal vermehrt einem echten Wettbewerb aussetzen und auch dort die Preise drücken … warum nicht auch dort Marktwirtschaft und Sparen?

  4. Und für morgen habe ich mir vorgenommen, meine Fenster zu putzen.
    Warum muss ich mich mit so einem Dreck beschäftigen, Mensch ne, echt!
    Guts Nächtle

  5. Bemerkenswert, allerdings weniger bewundernswert, wie viele Menschen den Bund der Steuerzahler als ausgleichendes öffentliches Gewicht für die Waage zwischen macht- und hilflosem Volk auf der einen Seite und Politikentscheidungen auf der anderen sehen.
    Wie übrigens auch Kartellamt und Bundesrechnungshof. Allesamt werden von SteuerzahlerInnen finanziert (das sind wir alle, mit oder ohne Erwerbstätigkeit).

    Und zu den Schlecker-Frauen sei erlaubt zu bemerken, daß bei Eintritt in eine Transfergesellschaft den nun erwerbslosen Schlecker-MitarbeiterInnen keine Klagemöglichkeit vor den Arbeitsgerichten gegen den Arbeitgeber bleibt.
    Das sind halt die Gesetze, die sich der Kapitalismus dank eigens bezahlter Lobbyisten im Bundestag wünscht und durchsetzt. Dafür sorgt der Fraktionszwang, das fehlende Gewissen, von Ethik, Moral und Amtseid ganz zu schweigen, da ja bei Nicht-Wiederwahl noch besser bezahlte Posten in der Wirtschaft auf die Richtigen warten.

    Jede Münze besitzt drei Seiten: Vorder-, Rückseite und der Rand darum herum. Will sagen – Es gibt nicht nur schwarz und weiß. Es existiert ebenso viel Grau-Bereich.

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