Tell a View / Teer Ahn: Die Welt kommt in Bewegung. Völlig überraschend sickerten Gerüchte durch wonach sich die iranischen Mullahs und die israelischen Schwarzkittel der ebenso fundamentalistischen Orthodoxen Vertreter aus Israel zu geheimen Gesprächen getroffen haben sollen um über eine nukleare Abrüstung in der Region zu verhandeln. Das Interessanteste daran ist nun allerdings nicht die Tatsache solcher Gespräche, vielmehr ist es der Verhandlungsgegenstand der Kopfzerbrechen bereitet. Auf der einen Seite sind es Atombomben die Israel nicht hat und auf der anderen Seite sind es die sofort einsatzfähigen atomaren Gerüchtebomben über die der Iran nach übereinstimmenden Erkenntnissen westlicher Geheimdienste verfügt. Fachleute sehen hier bislang eine Patt-Situation aber dennoch ein großes Gefahrenpotential, welches insbesondere von der iranischen Seite ausgehen soll.

Sollte beispielsweise Israel seine nicht vorhandenen Atombomben nicht nur zur Abschreckung einzusetzen gewillt sein, sondern im Ernstfall auch real an deren Einsatz denken, dann wäre Holland in Not. Zugegeben, Holland hat damit rein gar nichts zu tun, wenigstens aber wären alle Friedensbemühungen für die Region dann über den Jordan (schon wieder Richtung Iran), was nicht weniger aufregend ist. Ein weiterer bedenklicher Aspekt: anders als der Iran ist Israel dem Atomwaffensperrvertrag nie beigetreten, was natürlich auch für nicht vorhandene Atomwaffen nicht nötig ist. Umso interessanter dass der Iran dieses Abkommen unterschrieben hat, obgleich Gerüchte-Atombomben gar nicht unter dieses Abkommen fallen. Was also könnte sich der Iran davon versprochen haben dieses Abkommen zu unterzeichnen. Nur um in der Welt ernst genommen zu werden? Wäre es ihnen mit der Bombe so ernst wie Israel dann hätten sie sich doch dieses Abkommen ebenfalls ersparen können.

Wer, wie, was passiert denn gerade

Wir finden also eine völlig verfahrene Situation im Nahen Osten vor, die von Gerüchten und nicht vorhandenen Atombomben dominiert wird. Damit ist dieser ganze Vorgang eindeutig eine Glaubensangelegenheit. Da kann es nur gut und richtig sein wenn sich die religiösen Fundis beider Seiten auf der Grundlage vorchristlicher Werte (man trifft sich vermutlich auf der Höhe des Alten Testaments, Zahn um Zahn und Auge um Auge) – über postmoderne göttliche Atomblitze zur Vertiefung eben dieser Glaubensfragen verständigen. Noch undurchsichtiger wird die Geschichte wenn man bedenkt, dass jüngst die USA Israel warnte auf den Iran einzudreschen. Vermutlich möchten sich die USA dieses Privileg vorbehalten, in Fachkreisen auch als sogenanntes „Erstschlagsrecht“ bezeichnet. Dies steht nur designierten Siegern in Notwehrsituationen zu. In den USA wird gerade fieberhaft daran gearbeitet noch die Verwicklung des Iran in 9/11 zu belegen, was Ende 2011 bereits ein amerikanischer Richter festgestellt haben will. Auch soll ja ein iranischer Schrottautohändler in Verbindung mit der mexikanischen Drogenmafia die Ermordung des saudischen Botschafters in den USA geplant haben. Allein dies ist schon ein direkter Angriff auf die USA und der Bezug zu alten Autos lässt schon wieder die „Achse des Bösen“ erkennen. Noch ein paar solcher Fakten, dann könnte die postmortale Argumentationskeule weit genug aufgeblasen sein um sich wieder der allfälligen Notwehr hinzugeben.

Mögliche Lösungsansätze

Aber zurück zum Dilemma. Wie könnte jetzt das Ergebnis dieser geheimen Verhandlungen um die atomare Abrüstung Israels und des Iran ausgehen. Da gibt es selbstverständlich eine ähnlich große Zahl an Lösungen wie beispielsweise beim Lotto. Wobei die treibenden Kräfte außerhalb der Region Lösungen favorisieren die eher dem „Russisch Roulette“ mit 6 Patronen in der Trommel gleichen. Wir wollen dennoch mal einige davon kurz beschreiben.

  • Die ganze Welt setzt darauf dass sich beide Parteien im religiösen Eifer und in Erinnerung an die gemeinsamen Wurzeln des Glaubens gesundbeten. Damit würde allen Beteiligten und unbeteiligten Parteien der nukleare Holocaust erspart bleiben. Soviel zum Glauben. Leider rühren wieder ganz andere Mächte in der Suppe, sodass man aus den reinen Glaubensfragen keinesfalls herauskommt und am Ende gar nicht mehr weiß was man noch glauben soll.
  • Die Parteien würden sich allein aus menschlicher Vernunft verständigen und mit dem Gerassel, dem Bedrohen und Bezichtigen aufhören, damit die Region wieder zur Ruhe kommt. Hier sind dann wieder die weltlichen Ideologen unterwegs, die den satten Klang ihrer Kriegstrommeln so toll finden, gegen die ist auch kaum ein Kraut gewachsen, also auch eher unwahrscheinlich.
  • Die weltweite Finanzkrise entzieht beiden Parteien die Mittel um den eskalierenden Wahnsinn fortzusetzen. Auch dass nur eine hehre Hoffnung, denn die Geschichte lehrt, egal wie leer die Kassen sind, dafür ist immer noch Geld vorhanden, nicht zuletzt weil Krieg immer eines der besten Geschäfte war und wenn eigens dafür frisches Geld gedruckt wird.

Zwischenbilanz

Versuchen wir trotzdem mal eine Quintessenz. Die Welt hat zugesehen wie Nordkorea, Pakistan, Indien, und China sich Atombomben bastelten, von Israel ganz zu schweigen. Diese Länder haben sich den Luxus gegönnt, zu einer Zeit in der sie als Entwicklungsland galten und kaum jemand Interesse an den jeweiligen Regionen zeigte. Es hatte also keinen Wert dort zu intervenieren. Außer ein paar Sanktionen, öffentlichen Drohungen und Boykotten kam nichts dabei herum. Jetzt sind diese Staaten im erlauchten Kreis der Atom-Monster und haben damit ihren „Frieden“.

Warum also ist die Sache mit dem Iran jetzt anders? Unter diesen Aspekten jedenfalls ist die Angelegenheit nicht schlüssig, da muss es wohl noch andere Gründe geben warum man gegenüber dem Iran so hartleibig ist. Beim Irak und Libyen jedenfalls fällt auf dass diese dem Dollar abschwören wollten, was in Sachen Ölhandel der Iran bereits vor einigen Jahren gemacht hat und daher ganz unauffällig im Visier sein könnte. Wir wissen um das Schicksal der beiden Potentaten Libyens und auch des Irak. Ok reine Spekulation. Aber man darf daraus ableiten: wäre der Iran irgendwo auf diesem Planten gelegen, völlig ohne Ressourcen und würde an der Atombombe basteln, dann wäre das Land nicht einen Schuss Pulver Wert und die Sache wäre verlaufen wie bei den anderen erwähnten Atommächten.

Jedes (kleinere) Land welches sich herausnehmen wollte ein anderes Land atomar anzugreifen, ist sich der Tatsache bewusst von den Supermächten bereits atomar eingeäschert worden zu sein bevor irgendeine Rakete dieser Möchtegern Atommächte ihr Ziel erreicht. Das weiß auch der weltgrößte „Schläger fürs Gute“ und Friedensengel auf diesem Planeten. Ergo geht es so oder so nicht um „die Bombe“ sondern es geht ganz offensichtlich um die Gründe die man nicht offiziell für einen Krieg anführen darf, nur weil man gerade mal wieder seine Dominanz auf diesem Planeten klarstellen möchte. Der Platz auf dem Podium ist einfach zu eng, das dahinter liegende Feld hingegen sehr weit. Von wirtschaftlichen, bis hin zu strategischen Interessen ist alles drin, läuft aber immer wieder auf das Thema Kontrolle hinaus.

Bleiben wir ehrlich, entgegen der Überschrift gibt es nämlich nichts zu verhandeln, die Karten sind längst gelegt. Also bleibt unsere tolle Meldung eine schöne Finte, nix Ultras aus Israel und Iran die sich verständigen, sondern nur Machtgier die uns definitiv ins nächst größere Chaos stürzen wird, weil dies das Geschäftsmodell der kommenden Jahre ist, allein um den Geld-Systemkollaps zu übertünchen, wie dies schon durch den letzten Weltkrieg geschah. Alle drei Generationen ist dieses System fällig, es ist wieder an der Zeit. Dafür Frieden schaffen mit noch mehr Waffen. Geschichte wiederholt sich und aus Sicht des Profits kann der Konflikt gar nicht groß genug werden. Jetzt muss man nur noch die Menschen weiter für die anstehenden Massenschlachtungen motivieren, damit die ihren Kriegstreibern zuhause nicht in den Rücken fallen. Freuen wir uns auf die nächsten großen Märchenstunden die dies bewerkstelligen sollen.

Israel und Iran verhandeln über nukleare Abrüstung
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