Neue Stellenbeschreibung für Bundespräsidenten per Gesetz

Groß-Berlin: Die aktuelle Scherz-Gelbe Regierung will nunmehr mit einer neuen und per Gesetz verordneten Stellenbeschreibung für den Bundespräsidenten das anhaltende Dilemma um diese Position und damit auch um die Causa Wulff beenden. Gleichzeitig soll der Job des Bundesdeutschen Grüß-August entschieden aufgewertet werden. Einige antiquierte Werte wie beispielsweise Ehrlichkeit, Moral, Transparenz und Geradlinigkeit müssen den neuerlichen Erfordernissen und Herausforderungen des Amtes angepasst werden. Es wird also eine deutliche Hinwendung zu Kooperativität, Vernetzung und Unterstützung von Minderheiten geben. Die gesamte Diskussion darum hat aufgezeigt dass die Leistungsträger der Nation zu wenig Würdigung in unserer Gesellschaft erfahren und ganz offensichtlich ein nicht hinnehmbares Schattendasein führen. Das Ganze einhergehend mit einem gesetzlichen „Wohltäterschutz“ der die Sponsoren dieses wichtigen Amtes und staatstragender Persönlichkeiten vor ungerechtfertigten Nachstellungen schützt.

Dem Anschein nach sind sich die Regierungsparteien bereits darüber einig wie diese neuen Erfordernisse für den Ersten Mann im Staate auszusehen haben und wie die Position des Bundespräsidenten gestärkt werden kann. Aus Gründen der Gleichberechtigung werden diese Änderungen auch für eine mögliche Erste Frau im Staate gelten, soweit sich eine bis auf diese Position vorkämpfen kann. Einzige Abweichung in diesem Falle ist dem Vernehmen nach nur die Nutzung einer anderen Toilette. Hierzu ist allerdings schon eine Menschenrechtsklage auf dem Weg die Klärung schaffen soll warum Frauen die Nutzung von sehr praktischen Urinalen versagt sein soll beziehungsweise Männer sich nicht auch gelegentlich mal ihr Gehänge auf dem Bidet von unten herum schamponieren können sollten. Wegen seiner zentralen Bedeutung wird sich Letzteres wohl zur nächsten Staatsaffäre ausweiten. Einige weitere brisante Details dieser Maßnahmen sickerten bereits durch. Nachfolgend ein kurzer Abriss dessen was wir aus den Informationslecks absaugen konnten. Die wesentlichsten Änderungen denen wir uns im Zusammenhang mit dieser Position gegenüber sehen kurz erläutert.

Rechtliche Neueinordnung der Position des Bundespräsidenten

Künftig soll der Bundespräsident über dem Grundgesetz stehen. Dies ist besonders wichtig, weil der Rest der Republik auf dem Boden eben dieses Gesetzes steht, wir aber dringend eine Person benötigen die von einer höheren Warte aus beurteilen und bewerten kann ob noch alles im Lot ist. Ein scheinbares Ungleichgewicht ist dabei billigend in Kauf zu nehmen. Man kann dies mit einem Matrosen im Ausguck vergleichen, der bei Schwankungen des Schiffes ob seiner abgehobenen Position oben am Mast stets einen größeren Hebel auf die tieferliegende Masse ausübt. Um kein zu großes Ungleichgewicht entstehen zu lassen, sollte diese Position im Idealfall mit einem leichtgewichtigen Luftikus besetzt sein, muss aber immer noch über genügend Gewicht verfügen um als parlamentarische Spaßbremse fungieren zu können. Generell soll ihm seine künftige, abgehobene und über dem Gesetz stehende Position die Pflichterfüllung erleichtern.

Änderung bei der Dotierung

Aufgrund allfälliger Sparmaßnahmen, chronischer Geldknappheit der öffentlichen Haushalte im Allgemeinen und der Überflüssigkeit des Amtes angemessen, wird der Bürger diese Position künftig zum Nulltarif bekommen. Er wird demnächst nicht mehr für seinen Grüß-August zur Kasse gebeten. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über willige Sponsoren und Gönner des Staates und Menschen die gewillt sind dem Präsidenten entsprechenden Kredit zu zollen. Im Gegenzug wird der Bundespräsident entsprechende Sticker, Banner und sonstige Markierungen zur Schau stellen, die völlig transparent Aufschluss darüber geben wer uns den Präsidenten spendiert. Zur Optimierung seines Einkommens und um dem Vorwurf der Vetternwirtschaft zu begegnen ist es dem Bundespräsidenten gestattet Benefizveranstaltungen für seine eigene Wohlfahrt durchzuführen, sofern sichergestellt ist dass Dritte die Kosten dafür übernehmen und er nur die Erlöse einstreicht. Dieser Passus wird unter dem Stichwort Verarmungsschutz mit ins Gesetz aufgenommen. Bei dieser Regelung steht dem Hauptsponsor, wie im Bild exemplarisch gezeigt, die stirnseitige Werbefläche für ein sogenanntes Brandig zur Verfügung. Alle anderen sichtbaren Flächen des Präsidenten sind frei buchbar. Nur die Nasengegend bleibt allgemeinverständlichen, staatstragenden Würdenzeichen und Ho(hl)heitssymbolen vorbehalten.

Neuerungen bei Öffentlichkeitsarbeit und Repräsentationspflicht

Ergänzend zur Dotierung ist der Bundespräsident gehalten, zur Wahrnehmung der Interessen aller deutschen Bürger und in Erfüllung seines Amtseides, sämtliche Sonderangebote von allen Fluglinien für First-Class und Lounge zu nutzen, kostenlose Übernachtungen in Nobelhotels anzunehmen und darauf zu achten keine Kosten entstehen zu lassen. Hier geht es um den Part Schaden vom Volk abzuwenden, der bekanntermaßen auch durch die Verschwendung von Steuergeldern für eine unnütze Position bewirkt werden kann. Dies gilt erweiternd auch für alle Mahlzeiten die er künftig öffentlich einzunehmen hat, damit ihm Bürger und Pressevertreter besser aufs Maul schauen können und frühzeitig Verdauungsstörungen prognostizieren können. Damit soll sichergestellt werden dass jeder präsidiale Furz bereits in seiner Entstehung beobachtet und mit wirksamen Gegenmaßnahmen begleitet werden kann.

Die jeweilige Opposition bestimmt den Präsidenten

Häufiger Anlass zu ausufernder Kritik ist das bisherige Wahlverfahren für den Bundespräsidenten. Allein schon dass der jetzige „Dritte Wahl“ ist, ist ein Umstand der mit der Würde des Amtes an sich nicht vereinbar ist. Auch hier soll Abhilfe geschaffen werden. Die CDU/CSU will zur Befriedung dieses Themas grundsätzlich der Opposition das alleinige Vorschlagsrecht für die Besetzung des Amtes des Bundespräsidenten überlassen. Eine mit der Würde des Amtes nicht zu vereinbarende peinliche Wahl, wie beispielsweise in 2010 kann damit entfallen, der Bundespräsident wird konsensual und direkt auf Geheiß der Opposition ernannt. Zu diesem der Opposition zuerkannten Recht auf Bestimmung des Präsidenten soll es nur eine Ausnahme geben und zwar für den Fall dass die CDU/CSU an der Regierung ist. Dann bleibt es bei der Festlegung des Präsidenten durch die christliche Regierung.

Ovationspflicht für die Bürger

Anders als bei Kanzler/in oder gewöhnlichen Politikern hat der Bürger dem Amt gegenüber durch allzeitige Ovation den gebührenden Respekt zu erweisen und generell bei jeder Rede oder Darbietung des Bundespräsidenten mit mehr als 3 Sekunden Sprechpause zu applaudieren oder in anderer geeigneter Weise entsprechende Zustimmung auszudrücken. Dies ist das Mindeste was man dem völlig neutralen Vertreter und höchsten Repräsentanten aller Deutschen schuldig ist. Das Parteibuch eines Präsidenten spricht jetzt per Gesetz nicht mehr gegen seine Neutralität, die er allein schon von unbeleuchteten Amtswegen her hat. Aufgrund der bösartigen Erfahrungen in der Session 2011/12, wo so mancher Bürger seine abgetragenen Latschen über den Schlossgartenzaun warf oder damit gar den Präsidenten grüßte, soll die Nichtbefolgung der Ovationspflicht mit strengen Bußgeldern belegt werden. Die so gesammelten Bußgelder kommen hernach per Dekret einem Knigge-Institut für völkische Höflichkeit zugute, in dem die Jubelverweigerer Anstand und Benimm vermittelt bekommen, eine weitere Sanktionsstufe für Wiederholungsverweigerer.

Besondere Aspekte der Pressefreiheit zugunsten des Präsidenten

Dies scheint eines der zentralen Anliegen unserer jetzigen Regierung zu sein, dass der Präsident sich vermehrt auf die Pressefreiheit verlassen kann, ganz zum Schutz des Amtes und zum Wohle des Bürgers, der ja nicht jede Absurdität des Amtes mitbekommen muss. So wird der Präsident zu bestimmten Sachverhalten, Themen und Personen – dies schließt seine eigene Person natürlich ausdrücklich mit ein – verbindlich die Pressefreiheit anordnen können. Macht er künftig von dieser Option Gebrauch, so sind dann besagte Themen oder Personen völlig pressefrei und dürfen nicht mehr in den Medien im Zusammenhang mit dem Amt oder der Person des Bundespräsidenten erwähnt werden.

Für den Präsidenten gilt künftig eine Generalamnesie

Ja, tatsächlich. In dem Wort fehlt kein „t“, wir reden wirklich über eine gesetzlich verbriefte Generalamnesie auf die sich der Amtsinhaber schon nach dem Aussprechen des Wortes und mit Vollzug jeglicher Handlung nach deren Ausführung berufen darf. Dies ist besonders hilfreich bei der Unterzeichnung von Gesetzen die im Regelfall Kopfschmerzen und/oder schlechtes Gewissen zu bereiten imstande sind. Auch diese Maßnahme ist im Zusammenhang mit der Herstellung von Volksnähe zu sehen, welches ja bereits seit Generationen unter einer Amnesie leidet und aus völlig unerfindlichen Gründen alle vier Jahre, manchmal dann auch im Wechsel, stets seine Peiniger wiederwählt, seien es die von CxU oder von der xPD. Und wenn das Volk besonders unartig ist dann tun die sich auch noch zusammen um dem Volk das Fürchten zu lehren. Nun, wenn künftig alle nebst dem Präsidenten vergessen dürfen, dann wird sich wenn es soweit ist auch niemand mehr daran erinnern dass wir jemals eine Demokratie hatten.

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Über WiKa

Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Massen-Medien selbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören.

Kommentare

Neue Stellenbeschreibung für Bundespräsidenten per Gesetz — 11 Kommentare

  1. Kannst du den Bahnof hören?
    Nein? Das kann ich mir gut vorstellen.
    Wenn Können und Wollen sich Treffen – das ist ein anderer Moment.

  2. Ich bin stinksauer über diese Nachricht!
    Nicht nur weil so viel zu lesen war, sondern auch…..
    Na ja, ich mußte heute zum Notdienst der Orthopäden!

    Ich hab` mich halt SCHIEF gelacht.
    Und die Tränen kann ich auch noch ALLEINE aufwischen??
    Also bitte mehr Ernst demnächst.

  3. Ich bin ja gerne unterwegs.
    Gestern Mittag hat es mich wieder nassgeschüttet. Gewitter,Hagel….
    Da kam mir an der Haustür, dieser Song:

  4. Psst … *schaut sich um* (Wer weiß schon, wer oder was hier liest und zuschaut?)… wieder ‘mal in der frühen Vergangenheit gelandet.

    Kann mir einmal Jemand erklären, warum die Masse Volk seit 50 Jahren dieselben Dilettanten, Möchtegerne-kann-aber-nichts-anderes-als-Politik, HeuchlerInnen und Idioten wählt?

    Macht weiter so!!! (an qpress)

  5. Netter Gesetzänderungsvorschlag, habe den Artikel auch bereits an Freunde weitergeleitet, aber leider wird das alles nichts nutzen und wie der BP Anfang Januar gesagt hat, wird in einem Jahr kein Hahn danach mehr krähen und er wird immer noch im Amt sitzen. Es gibt die einen und es gibt die anderen; das ist ein ungeschriebenes Gesetz der Menschheit seit tausenden von Jahren.

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