EUR-Opa: Die EU sieht eine humanitäre Katastrophe in Griechenland heraufziehen, diese sei bereits an den Börsen spürbar und nähme immer bedrohlichere Züge an. Umgehende Maßnahmen seien deshalb dringend geboten und offenbar dürfe man auch vor Gewalt nicht zurückschrecken, die Situation wieder ins Lot zu bringen. Grund: der griechische Despot Papandreou ist gerade dabei seine Nation ins Unglück zu stürzen indem er seinen eigenen Landsleuten die durchgeladene Volksabstimmungs-Pistole auf die Brust setze. Ein Zustand, der in einer zivilisierten Welt nicht hinnehmbar sei. Einhellig wurde dieses Vorgehen von allen EU Staaten als unzulässige Handlung gegen ein geeintes Europa gegeißelt. Die bereits tagenden Krisenstäbe hätten ebenso für Recht erkannt, dass die Vorgehensweise dieses Provinz-Politikers in einem geeinten Europa nicht mehr akzeptabel sei und gegen die guten Traditionen der Gemeinschaft verstoße. Jetzt gelte es die griechische Bevölkerung vor den bedrohlichen Demokratievorstellungen eines Wahnsinnigen zu bewahren, bevor dort der gesamte europäische Markt nebst Euro weiter zu Schaden komme. Man müsse den Menschen dort einfach helfen und sie aus den Klauen eines Irren befreien.

NATO muss Flugverbotszone einrichten

Offensichtlich wird bereits in den zivilisierteren Teilen Europas mobil gemacht, um im Wege eines Blitzkrieges noch zu retten was zu retten ist. Die Koordinierung des Militäreinsatzes solle demnach von der NATO an den französischen Möchtegern-General der Premier League, Nikolaus Sarkoleon übertragen werden, der sich bereits bei der Verteidigung libyscher Werte aufs Äußerste hervorgetan habe. Sarkoleon selbst, der den Einsatz auch anregte, sieht in diesem notwendigen Waffengang ein erstes ernsthaftes Verteidigungsgefecht zum Erhalt des Euro. Die erwähnte Handlung eines griechischen Politikers sei die größte Bedrohung des Euros und der Gemeinschaft seit der Erfindung der Rettungsschirme. Offenbar hat er dabei nicht nur Merkel hinter sich, selbst SPD und Grüne applaudieren hier laut: endlich mal wieder rot-grüne „Äktschn“ nach den schon fast vergessenen Balkan-Erfolgen.

China und Russland kündigten daraufhin schon eilends ihr Veto im UNSicherheitsrat an. Die beabsichtigte Maßnahme sei eine Beeinträchtigung ihrer Tsatsiki-Importe und würde daher gegen alle WTO-Normen verstoßen. Keinesfalls würde man solcher Barbarei zustimmen. Auch an weiterem Klartext mangelte es von dieser Seite nicht. Sollte durch die geplante Militäraktion versucht werden die griechischen Olivenöl-Vorkommen zu blockieren oder gar vom Markt nehmen zu wollen, würde dies übelste Folgen nach sich ziehen und könnte in einer direkten militärischen Konfrontation der Atommächte enden.

NATO stoppt Beteiligung an der Intervention

Der schrille Hinweis des NATO Generalsekretärs löste dann sogleich die nächste Krise aus. Zwar seien ihm die Einwendungen der Russen und Chinesen völlig schnurz, aber nach Durchsicht seiner Mitgliederliste musste er entsetzt feststellten dass man sich schließlich nicht selbst angreifen könne. Dies käme einer Selbstverstümmelung gleich, die nicht akzeptabel sei. Ein vorheriger Ausschluss Griechenlands aus der NATO würde viel zu viel Zeit in Anspruch nehmen, die man angesichts der Katastrophe nicht habe. Damit ist die NATO in jedem Falle schon mal vorzeitig komplett aus dem Rennen.

Auch Berlusconis Vorschlag zur Rettung der Misere musste verworfen werden. Er hatte angeregt, gegen Zahlung von 2 Billionen Euro an Italien den „Dritten Weltkrieg“ ausrufen zu wollen, denn danach ginge einfach alles und vor allem völlig regellos. Dieser Vorschlag scheiterte an der EZB, die sich außer Stande sah diese Menge Geldes binnen 24 Stunden aufzutreiben, abgesehen davon sei ihr die Kontoverbindung von Berlusconi nicht bekannt.

Erlösung kommt durch die EU Verträge

Merkel regte schließlich in mütterlicher Weisheit an doch die EU-Verträge nochmals etwas genauer zu studieren und siehe da, in irgendwelchen verwinkelten Anhängen fand man dann auch im Kleingedruckten eine Unterwerfungserklärung die jeder Staat bei seinem Beitritt habe unterzeichnen müssen. Hier mache sich einfach die jahrzehntelange Erfahrung Deutschlands als „Feindlich besetzte Zone“ abermals bezahlt. Demnach steht also einem konzertierten europäischen Einmarsch in Griechenland jetzt nichts mehr im Wege. Die Formalitäten seien gewahrt und die Befreiung könne ihren Lauf nehmen. Unter Aussparung der NATO sollten dies nunmehr die nationalen Armeen im Wege eines Freundschaftsdienstes besorgen. Griechen, haltet durch, wir kommen.

Der nächste und höchste Gipfel sei allerdings auch noch ein Hoffnungsschimmer, bei dem man plane Papandreou in die Falle locken zu können. Komme er wie geplant, nach Brüssel zum Gipfeln, dann werde man einen internationalen Haftbefehl vorbereitet haben um ihn nach Den Haag zum überstellen, wo er sich vor einem „Euro-Verbrecher-Tribunal“ verantworten solle. Dies wegen seiner erwiesenen „Verbrechen gegen die Eurolichkeit“. Nach einer so inszenierten Festsetzung des Despoten bestünde die Möglichkeit, die durchgeladene Volksabstimmungs-Pistole wieder behutsam von der griechischen Brust abzuwenden. So könne das Volk erlöst werden bevor es zum Äußersten kommen müsse. Die Börsen reagierten auf diese Ankündigungen mit zaghaften Kursanstiegen, was darauf hindeutet, dass die vorgestellte Lösungsvariante marktgängig sei – ganz zur Erleichterung der bedrohten Euro-Führer.

EU fordert Militärintervention in Griechenland
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