Die Bahn gerät immer weiter unter Feuer. Alle Fachleute (natürlich auch die Nichtfachleute) sind sich einig, das Feuer muss aus der linken Szene kommen, weil die als einzige für solche Fackeleien in Frage kommen kann. Angeblich sind die Übungsstunden mit den kleineren Modellen, den PKW’s auf der Straße abgeschlossen, dass man sich jetzt an größere Gefährte wagen könne. Warum man die Laster auf dem Weg dahin ausgelassen haben soll ist auch völlig unklar. Es bleibt aber eine ganz wichtige Frage im Raume stehen. Wem nutzen eigentlich die gefundenen Brandsätze an den Einrichtungen der Bahn in Berlin? Linken Extremisten? Vielleicht um den Verkehr lahmzulegen? So’n Quark, wie bekifft muss man sein um diese ersten Schlussfolgerungen kritiklos zu schlucken?

  1. Lagen die Brandsätze nicht alle ausnahmslos rechts von den Gleisen? Nur durch eine gekünstelte Verzerrung des Blinkwinkels um 180° können diese auf die linke Seite gelangen. Hier sollte man sorgsam aufpassen.
  2. Für das Ziel, den Verkehr in Berlin lahmzulegen benötigt man da wirklich so einen Aufwand? Hätten nicht bereits wenige vereinzelte auf die Windschutzscheiben der S-Bahnen gemalte Schneeflocken völlig genügt um den hauptstädtischen Bahnverkehr zum Erliegen zu bringen? Siehe hierzu die vergangenen Jahre.
  3. Gibt es an den Bahnstrecken in der Regel viel zu wenig Brennmaterial um überhaupt PR wirksame Feuerwerke dort veranstalten zu können.

Aber endlich hat die Bahn eine glaubhafte Begründung für die vielen Verspätungen gefunden. Bisher mussten immer die Streiks der Lokomotivführer als „unabwendbarer” und außergewöhnlicher Umstand dafür herhalten, dass ein Sonderfahrplan (sprich: beliebige Abfahrts- und Ankunftszeiten) eingeführt und doch nicht eingehalten wurden. Hier haben jetzt angeblich die Zünder der Molotow-Cocktails gestreikt. Nun gut: Bei dem Wetter würde ich als Zünder auch streiken. Möglich, dass es vielleicht einem Schlichter gelingen würde den Brandsatz dennoch hochgehen zu lassen. Doch wozu?

Ein einzelner Brandsatz, der medienwirksam hochgegangen ist, reicht doch. Das Ziel: Die Konstruktion eines außergewöhnlichen Umstandes, der sämtliche Zugausfälle und -verspätungen derart begründet, dass keine Schadensersatzforderungen der Bahnkunden mehr möglich sind, das wurde erreicht. In Zukunft brauchen die Brandsätze doch gar nicht mehr hochgehen, es kann nun bei Bedarf – also wenn sich eine mögliche Zugverspätung „anBahnt“ – jede leere Flasche in der Nähe eines Gleisbettes genutzt werden, um den Sprengmittelräumdienst zu alarmieren und sich auf diese außergewöhnlichen Umstände bei der Zugverspätung zu berufen. Für die Bahn brechen also mit der „höheren Gewalt“ goldene Zeiten an. Jetzt noch einmal die eingangs gestellte Frage: Wem nutzt es?

Also weiter ins Kraut an den Seiten der Gleisbetten, zu den haltlosen Vermutungen. Die härteste Variante die derzeit den Linksextremisten in die qualmenden Schuhe geschoben wird ist folgende: Sie wollen den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan erreichen. Erstens weil der Einsatz da zu viel kostet, viel zu gefährlich ist und ihnen darüber hinaus auch potentielle Spielkameraden dadurch entzogen wurden. So wollen sie den Einsatz der Bundeswehr im Innern forcieren, denn sofern diese zukünftig die Bahnstrecken in der Heimat bewachen darf, können sie auch endlich mit diesen Jungs spielen. Dies erscheint logisch und ist viel preisgünstiger als zu diesem Zweck selbst nach Afghanistan reisen zu wollen, um dort unsinnige Ausbildungskamps der „Tali-Bahn“ zu besuchen.

Natürlich halten sich auch nicht ganz unberechtigte Vermutungen die hier von sogenannten „Inside Jobs“ ausgehen. In Ermangelung echten Terrors steht es nämlich schlecht um die Arbeitsplätze unserer Terror-Wächter, die in Teilen den Bankenrettungspaketen zum Opfer fallen könnten. Für diese These spricht, dass es bei dieser Form der zündelnden Ideen an sich keine menschlichen Opfer gibt. Eine reine Vorsichtsmaßnahme der rechtlich gut geschulten Jungs. Wissen sie doch sehr genau, dass sie günstiger aus der Sache herauskommen, sollten sie tatsächlich erwischt werden, denn ohne Personenschäden geht es immer etwas glimpflicher ab. Und wie das mit dem hausgemachten Terror geht, lernen wir ja von den Amerikanern, denen wir für gewöhnlich in allen Dingen nacheifern müssen.

Dann steht da als dritte Variante noch die Konkurrenz zur Diskussion. Die Liga der Taxifahrer und Busunternehmer, die sich durch die brennende Zerrüttung der Bahnpünktlichkeit ein vortreffliches Geschäft erhoffen darf. Hier bleibt die Entwicklung abzuwarten, ob diese Aktionen bundesweite Dimensionen erreichen, dann wäre die Sache klar und die Schuldigen immer noch nicht gefunden.

Wir sehen also, die Schadensanalyse ist gar nicht so einfach und die Nutznießer könnten innerhalb der Bahn zu suchen sein, bei der Konkurrenz, in der linken Szene und auch bei den V-Leuten und Ersatzterroristen vom Amt. Wer getraut sich jetzt noch diesen Schlamassel zu analysieren, da brennt es einem glatt den Verstand weg bei den überwiegend versagenden Molotov-Cocktails. Und am Ende wird die Bahn möglicherweise doch ein „Joint Venture“ mit der „Tali-Bahn“ veranstalten und alles nicht verbrannte Gras an den Gleisbetten werden die Vorstände dieser beiden Unternehmen gemeinsam aufrauchen (siehe unrolled Joint-Prototyp rechts oben im Bild), um den erweiterten Blick für gemeinsame, zukünftige Unternehmungen zu bekommen. Man spricht bereits jetzt von einer Symbiose die „bahnbrechend“ sein dürfte (was immer das heißen mag) und am Ende werden wir wieder amtlich attestiert bekommen, dass es sich auch hier um afghanische Einflüsse handelt, wetten!