Alles Gold der Welt in meinem Vorgarten

Gold Haus(s)e: Als ich neulich anfing – rein aus Sorge um die Zukunft – mir meine ersten Milligramm Gold zu beschaffen (mehr war einfach nicht bezahlbar), da habe ich noch einmal genau nachgerechnet ob ich auch mit den Lagerkapazitäten zurechtkommen würde. Das Ergebnis der Berechnung war erstaunlich und ich will es auch gar nicht verheimlichen. Wie geht man da am Besten vor? Zunächst einmal habe ich mich kundig gemacht wie viel Gold es auf diesem Planten so in etwa gibt. Dazu kann man bestens bei Wikipedia recherchieren und da kommt man auf rund 155.000 Tonnen dieses edlen Stoffes, den es auf diesem Planten geben soll. Dies war im Jahre 2005. Jetzt machen wir noch einen kleinen Zuschlag für „Schwarzgold“, für Gold welches in der Zwischenzeit noch ausgebuddelt wurde oder in den kommenden Jahren der Mutter Erde schon noch aus dem Leib gekratzt wird und setzen den Real-Welt-Goldbestand der Einfachheit halber mit 200.000 Tonnen an.

Ich habe mir vorgenommen diesen kleinen Schatz in Zukunft zu erobern … und es klappt! Da es sich um ein sehr kompaktes Material handelt (Dichte 19,3 g/cm³), geht es um ein Volumen von 10.362,69 m³. Dies entspricht also einem Würfel mit einer Kantenlänge von 21,80 m. Dafür muss ich also im Vorgarten nur einen Platz von 475,32 m² bereithalten. Ich hätte es gerne doppelt so hoch gestapelt und stattdessen nur die Hälfte des Platzes geopfert, aber das Bauamt wollte dann bei der Bauhöhe nicht mehr mitspielen. Sie wissen schon, wegen dem einheitlichen Erscheinungsbild. So bleibt es also bei der Platzverschwendung für den Welt-Goldbestand. Übrigens: bei einem Goldpreis von 1.900 Dollar pro Unze wäre dieser Metallklumpen auch nur läppische 12,21 Billionen USD wert. Das reicht nicht mal um die amerikanischen Staatsschulden zu begleichen. Ergo kann Gold nicht der Stoff sein der uns den Frieden bringt.

Fernerhin kann ich den ganzen Trubel um das Gold eh nicht verstehen. Alle Welt redet von diesem kleinen Klumpen und meint nun daran hinge das Seelenheil der Welt. Dass hat mir sehr zu denken gegeben und habe nochmals nachgelesen woran es liegt. Und siehe da, es liegt an Jesus seinem Euro-Cent, der ihm seit seiner Geburt 4% Zins pro Jahr bringen sollte. Immerhin, bei dem Goldpreis (1.900 USD/Unze) schulden wir ihm also aktuell noch 211 Erdvolumen aus Gold. Die allerdings zu beschaffen dürfte schon ein wenig schwer sein oder womöglich ein echtes Wunder erfordern.

Damit löst sich aber ein anderes Glaubens-Problem ganz offensichtlich in Luft auf. Und zwar die Frage nach der wahren Gottheit auf diesem Planeten. Jetzt wird jedem verständlich warum sich der Vatikan einem Ausweich-Gott zugewandt hat, dem Mammon. Der hat das Beschaffungsproblem nicht, weil der beim Geld einfach nur weitere Nullen aufs Papier kritzelt. Dann ist die Welt wieder heile und nichts anderes will ja bekanntlich die Kirche. Dafür können wir auch ruhig mal den Jesus betrügen, denn wer sollte sein Geschwafel denn auch heute noch hören wollen, der redete doch von Werten die bis heute keiner verstanden hat. Als treu sorgender Kapitalist werde ich natürlich mein Unterfangen nicht aufgeben diesen Goldklumpen in meinen Vorgarten zu bekommen. Ich befürchte allerdings, dass es da noch eine Menge Widerstände geben könnte, zu heftig ist der Streit um diesen Mega-Nugget. Aber macht auch nix. Wenn sie noch Gold entsorgen müssen, dann schicken sie es mir einfach zu. Muss ich möglicherweise noch einen Krieg darum befürchten? Oder sind wir etwa alle irgendwie auf der schiefen Bahn angelangt was die „echten Werte“ anbelangt?

Alles Gold der Welt in meinem Vorgarten
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Kommentare

Alles Gold der Welt in meinem Vorgarten — 10 Kommentare

    • Wir wollen und können hier keine unmenschlichen Züge annehmen,
      deshalb bitte unbedingt solange im Mund behalten wie benötigt,
      den Rest dann über Testament und Impressum (Kontakt) regeln … :)

  1. Aber wenn es nur so wenig Gold gibt, nur 200.000 Tonnen, wie du sagst, ist es dann nicht immer noch zu billig?
    Machen wir das Gold einfach 100mal teurer und alle Staatsschulden sind weg. Das wäre doch eine Lösung. :-)

    • Vermutlich dürfte Gold zu billig sein … nur kann man es in der Not nicht fressen, allenfalls nach der Not einen besseren Start hinlegen. Aber auch wenn es jetzt 100 mal teurer wäre … was ja noch kommen kann … dann wird man vermutlich auch für einen Laib Brot Faktor 100 zahlen (Spiegel der relativen Wertlosigkeit des Papiers). Die Staatsschulden können vermutlich nur weginflationiert werden, zu tilgen sind die nicht mehr.

      Es ist legitim den stetig steigen Goldpreis als Verfall des Papiergeldes zu begreifen, wenn man Gold einfach mit dem Wert 1 als Konstante begreift, dann sehen sogar die Aktienindizes über die letzten Jahrzehnte dagegen mickrig bis unverändert aus.

  2. Das liegt eben an den alten Griechen (wieder einmal!). Weil eben König Midas alles was er berührte, zu Gold machte, musste er folglich verhungern – denn Gold kann man bekanntlich nicht essen. Anstatt nun im Sinne der modernen Welt kurz vor dem Verhungern nun noch wenigstens für alle Anderen möglichst viel Gold zu hinterlassen, hat er einfach resigniert. Trottel der!

    • Auch auf die Gefahr hin, dass die überlagert wären, könnten die doch für einen Moment, eingedenk ihres nahrhaften Brennwertes, für einen Moment das Überleben sichern  … :)

  3. Pingback: US Finanzministerium probt Untergang, oder rettet sich mit Notstand « krisenfrei

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