Rating-Agenturen erweitern Geschäftsfeld um Humankapital

Humankapitalrating wichtiger denn je

Arme Erika: Wenn auch reichlich spät, so hat sich jetzt dennoch bei den Rating-Agenturen die Erkenntnis durchgesetzt, dass das Humankapital mit seinen knapp 7 Milliarden Stück weltweit ein nicht außer Acht zu lassender Faktor beim Erhalt des Geldes, der Geldberge und seiner ordnungsgemäßen Pflege ist. Zwar gilt das Humankapital gemeinhin als Konsum- und Verbrauchsgut des Kapitals, aber dass soll uns hier nicht weiter stören. Erfreulich sei aus ökologischer Sicht auch, dass es sich dabei um einen nachwachsenden Rohstoff handele, anders als beim Geld, welches meist unwiederbringlich verloren sei, wenn es erst einmal in Flammen stehe. Mithin könnte man das Humankapital auch als derzeit noch unverzichtbaren Dünger für das Gedeihen von Geldbergen beschreiben, in jedem Falle muss man ihm aber mehr Aufmerksamkeit widmen und durch radikale Kontrollen, Bewertungen, Beaufsichtigung und starke Reglementierungen explosive Mischungen unterbinden die geeignet sind bei einem Wildwuchs das Ideal von den exponentiell wachsenden Geldbergen zu stören.

Derzeit beobachte man immer mehr kritische Entwicklungen in diesem Bereich, die eine geordnete Volksausbeute gefährden können. Dies sei Anlass und Alarmsignal zugleich für die Rating-Agenturen, diese Gefahr zu begreifen und durch entsprechende Bewertungen an dieser Stelle ein Frühwarnsystem zu errichten, als sogenanntes Additiv zu den bisherigen Dienstleistungen für Banken und Investoren (jetzt auch für Arbeitgeber). Zweifellos unstreitig bleibt die Tatsache, dass das Geld dem Humankapital in jeder Hinsicht haushoch überlegen ist (Geld muckt nicht auf, es beschwert sich nicht, ist geduldig und 24 Stunden am Tag in Bereitschaft), was aber eben nicht ausschließt auch das Humankapital für die Zwecke des Geldes in geeigneter Weise nutzbar zu machen und artgerecht zu kultivieren.

„Geld ist intelligent“
Es kann sich abseits biologischer und physikalischer Gesetzmäßigkeiten exponentiell vermehren.

Zur weiteren Syntax des Bewertungssystems: Die eingeübten und bekannten Bewertungsregeln werden demnach auch für das Humankapital beibehalten werden, also die Abstufungen von „AAA“ bis „C“. Aus gegebenem Anlass werde man hier allerdings eine weitere Stufe hinzufügen um der Vielschichtigkeit des Humankapitals gerecht zu werden. Wir geben ihnen im Folgenden einen stark verkürzten aber repräsentativen Überblick über die zu erwartende Anwendung dieser Bewertungskriterien (nur für die Hauptkategorien):

  • AAA … > 1 Milliarde
    steht für die potentesten Exemplare des Humankapital in der besagten Einkommensklasse, die daher als absolut systemkonform und völlig unfehlbar gelten, weil sie entsprechende Beiträge zur Mehrung und Wahrung des Geldes leisteten und auch selber oftmals einen nennenswerten und selbstlosen Einfluss auf das System ausübten. Daher auch „Mündelsicher“.
    Beispiele: Steve Jobs, Bill Gates
  • BBB … > 1 Million
    Einkommensklasse, steht für noch recht passablen Nutzen für das System mit begrenztem Ausfallrisiko, jedoch mit vermehrten Handlingkosten aufgrund der stets notwendigen Feinanalysen, könnte aber immer noch als brauchbar bezeichnet werden.
    Beispiele: Josef Ackermann, Dieter Zetsche
  • CCC … > 100k
    Einkommensklasse, wenig wert, sehr riskant aber in vereinzelten Fällen noch einen Versuch wert, bei relativ hohem Ausfallrisiko, also eher nur für Spekulanten geeignet. Nur Professionals sollten sich in dieses Segment vorwagen.
    Beispiele: Angela Merkel, Wolfgang Schäuble
  • DDD … < 100k bis 12k
    Einkommensklasse ist so riskant, dass man hier allenfalls noch von Selbsterhalt sprechen kann, also kaum Profite zu erwarten sind, damit unbedingt zu meiden und wenn Investitionen getätigt werden, dann nur mit harten begleitenden Sicherungsmaßnahmen, beispielsweise in Form von Risikolebensversicherungen. Auch bekannt als CLS „Credit Life Swaps“, die das Ableben des Humankapitals dann adäquat entschädigen, aber sehr teuer zu erkaufen sind.
    Beispiele: Max Durchschnitt, John Doe
  • DD … < 12k bis 3,6k
    Einkommensklasse, selbstredend „Junk“ und „Super-Default“, unbedingt „Hands off“.
    Beispiele: Lieschen Müller, Onkel Ernst
  • D … < 3,6k
    Einkommensklasse, keine Bewertung mehr, nur noch eine einheitliche und standardisierte Entsorgungsempfehlung. Sie sollten diese Kategorie meiden wie die Pest, die könnte ihnen noch ihre übrigen Anlagen in diesem Bereich versauen. Rennen sie was das Zeugs hält.
    Beispiele: Karl Arsch, Thusnelda von Hartz

„Geld arbeitet hart”
Es schafft inzwischen mehr Vermögen als die Arbeitskraft
aller Menschen auf diesem Planeten an Sachwerten zu schaffen imstande ist.

Sicher, gerade die letzte und neu geschaffene Klasse ist ein wenig erläuterungsbedürftig, was an dieser Stelle auch geschehen soll. Ab „DD“ kann das Humankapital keine Beiträge mehr zur Wohlfahrt des Geldes erbringen da es in aller Regel steuerbefreit ist. Mithin kann auch über die staatlichen Rettungspakete für die Banken – die aus Steuermitteln zu finanzieren sind – aus dieser Klientel kein Nutzen mehr geschöpft werden. In Ermangelung eben dieser notwendigen Steuerzahlungen ist also der Beitrag zur Deckelung der Zinslasten nicht gegeben, sie sind daher keinen Pfifferling mehr wert. Auch wenn der Selbsterhalt noch funktioniert, so macht es doch Wert dieser Gruppe des Humankapitals einfach nicht mehr wett. Kommen wir aber zum Abschaum und dem Alptraum aller Investoren und Anlageberater, dem „D“. Kenner reden auch gerne von „Default • Default • Default“, also einem teuflischen Triple-Ausfall, weil diese Kaste nur nichts mehr bringt – im Gegenteil – sie kostet den Staat noch massig Geld und blockiert somit wichtige Mittel zur Rettung der Banken, also schadet sie damit der allgemeinen Wohlfahrt. Hier muss die Politik unbedingt dazu veranlasst werden diese Gruppe endgültig vom Markt zu holen und unschädlich zu machen, auch wenn dafür harte Gesetze erforderlich sein sollten, denn sie könnten bei einer unkontrollierten Verbreitung den Geldbergen die Grundlage wegschamrotzen. Wie allerdings eine „Bad Bank“ für Humankapital aussehen soll, darüber schweigen sich die Rater wohlweislich aus und wollen hier der Politik nicht vorgreifen.

Generell sollten sich die Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft darüber klar werden welche Funktion das Humankapital im eigentlichen Sinne hat, um die Dimensionen zu begreifen über die da zu entscheiden ist. Das Humankapital wird seiner Funktion nach dazu benötigt die Zinsen auf das erfundene Geld zu erarbeiten, welches dem Humankapital in der Regel bereitwillig zur Verfügung gestellt wird solange es die Zinsen dafür wieder abliefert. Durch die korrekte Abschöpfung der Arbeitsleistung über die zu zahlenden Zinsen und die dadurch zugunsten der großen Geldmengen geschaffenen Sachwerte trägt es zur Mehrung des Wohlstands und zum Wachstum der Geldberge bei. Ziel der allgemeinen Wohlfahrt zugunsten der Banken ist es diesen Anteil stets zu steigern und einen maximalen Anteil des sogenannten BIP in das Wachstum der Geldmengen verbringen zukönnen. Dies ist übrigens ausweislich aller Staatsverschuldungsstatiskiken in den letzten 60 Jahren einwandfrei gelungen, weshalb sich die Rating-Agenturen mit diesem Vorstoß eindeutig auf der Siegerstraße sehen. Lesen Sie hierzu unbedingt unseren Artikel „Humankapitalanlage – Tipps und Tricks für Profis!“.

Hier ein erstes großes Lob an die Regierungen weltweit, die sich überwiegend an die Empfehlungen besagter Agenturen hielten, auch wenn die Politiker dafür oftmals teuer eingekauft werden mussten. Damit ist es erfolgreich gelungen der Verweigerungshaltung des Humankapitals aus der „D“-Gruppe einen Riegel vorzuschieben. Es sei hinlänglich bekannt, dass bei deren Weigerung bzw. Unfähigkeit Kredite für den Umverteilungsprozess aufzunehmen, dies über die öffentliche Kreditaufnahme kompensiert werden müsse, allein um den Wachstumskreislauf nicht zu stören. Als beruhigendes Signal haben die Märkte auch die sich durchsetzende Einsicht aufgenommen, dass allein die Banken die Hüter der wahren Werte seien und es keine anderen neben ihnen geben könne: „To big to fail“, sei hier eine angemessene Beschreibung. An diesem Punkt dürfe man aber nicht stoppen. Jetzt kann es nur noch darum gehen die gesellschaftliche Akzeptanz für den analogen Umkehrschluss auf die „D“-Gruppe: „To small to be rescued“, zu etablieren und auch entschieden umzusetzen, um Schaden von der Geld-Wirtschaft abzuwenden. Die Diskussion um ein Verbot dieser Gruppe sollte in einer weltoffenen und globalisierten Gemeinschaft kein Tabu mehr sein.

Mit dem gemeinsamen Einstieg in dieses Geschäft wagten die Rate-Agenturen nunmehr einen ersten Ausblick und bescheinigten Industrie und Handel hier auf dem richtigen Weg zu sein. Der verstärkte Einsatz von Automaten und Robotern in den Bereichen der Produktion, Automatisation und Überwachung sei geeignet die zuvor geschilderten schädigenden Momente des Humankapitals schrittweise zu eliminieren und selbiges langfristig durch stabilere und handhabbarere Mechanismen zu ersetzen. Bedauerlicherweise sei eine vollständige Abkehr vom Humankapital in unserer schönen Welt für die kommenden Jahrzehnten noch nicht realistisch. Genau diesen Ersetzungsprozess gelte es stark zu strukturieren und massiv weiter voranzutreiben.

Bei der Konkurrenz um das Geld sei darauf zu achten dem Humankapital dieses schrittweise und unmerklich zu entziehen, ein zu schneller Entzug könne zu unberechenbaren Reaktionen der Massen führen. Aber auch in letzterem Punkt gab es ein weiteres Lob an die Regierungen, die auch hierfür offenbar einen angemessene Takt gefunden hätten. Noch wichtiger sei in diesem Zusammenhang selbstverständlich die inzwischen weitgehend gelungene gesellschaftliche Verankerung der Vorstellung, dass Geldberge unverzichtbar seien und ihre Rettung alternativlos. Man sei daher sehr zuversichtlich binnen weniger Jahre offen – in dann akzeptierter Form – zu Spendenaufrufen für notleidende Banken aufrufen zu können, diese Thematik müsse unbedingt absoluten Vorrang vor Sinnlosspenden für afrikanische Regionen bekommen.

Die Rating-Agenturen haben bereits zugesichert, gegen ein entsprechendes Entgelt den Interessierten qualifizierte Zertifikate auszustellen, diese sollten bei künftigen Bewerbungen durchaus hilfreich sein. Logischerweise würden die Gebührensätze aufgrund des Arbeitsaufwandes erst im 6-stelligen Bereich beginnen … man hoffe auf viele Aufträge und ein gutes Geschäft in diesem Segment.

Fazit: Die Dringlichkeit der Aufnahme des Humankapitals in den Heiligsprechungskreislauf der Rating-Agenturen war mehr als überfällig, denn in der jetzigen Krise muss hart sortiert werden, letztlich steht das Überleben unserer freiheitlichen Grundordnung auf dem Spiel, in der das Kapital machen kann was es will. Sollte am Ende nicht mehr das große Geld das Sagen haben dann würde sich in den Köpfen der Reichsten eine große Leere breit machen und der Sinn des Lebens könnte gefährdet erscheinen oder gar ausgehöhlt werden. Übrigens, die bisherigen Anlagestrategien des Vatikan lassen hier auf eine stillschweigende Unterstützung dieser Glaubensgrundsätze hoffen, vermutlich wird der Vatikan dies auch durch vermehrte Spendenaufrufe in den kommenden Monaten untermauern, allein schon um die eigenen Schäfchen ins Trockene zu bringen. Und wer außer Mammon sollte eine werthaltige Erlösung bringen?

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Rating-Agenturen erweitern Geschäftsfeld um Humankapital
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Kommentare

Rating-Agenturen erweitern Geschäftsfeld um Humankapital — 6 Kommentare

  1. Sehr schön, man weiß nur nicht ob das die meisten Menschen verstehen und die Ironie erkennen. MAn selbst weiß ja oft nicht ob man lachen oder weinen soll.

    Ich schwanke immer zwischen der Meinung: das die Menschen genau diesen Geldsumpf verdienen, da sie selbst dafür verantwortlich sind die MEhrheit das Gleiche tun würde – und der – das sich nur die Skrupellosen und Gierigen durchsetzen, deshalb die Masse zu leiden hat.

  2. Leider verusachen die Mitläufer und Erfüllungsgehilfen den wirklichen Schaden. Über Ratings und Ratingagenturen habe ich eine ganz eigene Meinung seit der letzten Finanzkrise wo heraus kam, das genau diese Sachen als Sicher einstuften die im Nachgang ganz offenkundig als sagen wir mal fragwürdig zu bezeichnen sind. Wo das noch hinführt steht wohl in den Sternen.

    Eines bleibt: …”Kopf schüttel, Kopf Schüttel, Kopf schüttel…”

  3. Leider kann ich mit diesem Artikel nicht viel lachen und das nicht, weil er nicht witzig ist, sondern weil er Wahr ist!
    Bevölkerungsreduzierung ist seit mindestens 100 Jahren das Ziel der internationalen Bankster und Elite und hier wird genau das Problem aufgeworfen (wenn auch mit Humor) – welche Ausrede werden sich die Regierungen einfallen lasen, tatsächlich Schritte gegen die Massen zu unternehmen, die ihnen nur auf der Tasche liegen?
    Lassen wir uns mal die Entwicklungen anschauen, die die Unruhen in London, Israel, Lybien, Ägypten, Syrien, Griechenland, Spanien, Italien, Marokko, Algerien, Tunesien und viele andere fortbringen.
    Habe trotzdem gut gelacht, weil was muß man sonst tun? Zumindest mit einem Lächeln auf den Lippen kann man sterben….

  4. Gibt es schon längst bei Schufa und Co. und nennt sich Scoring (statt Buchstaben gibt es Zahlenschlüssel) – hier fliessen jedoch noch wesentlich mehr Bewertungskriterien ein, als das Einkommen (z.B. die Wohngegend, das Alter, das Geschlecht, etc).

    Wieviel Wert man ist (in der Fachsprache Bonität genannt) kann jeder erfahren, der sich bei der Schufa eine kostenlose Eigenauskunft einholt und zwar mit Score (dazu sind Schufa & Co. nach der BDSG-Novelle mittlerweile verpflichtet, früher wurde der Score geheim gehalten). Wer dies nicht erwähnt, erhält nur eine einfache Eigenauskunft. Mein Score ist übrigens in Schulnoten ausgedrückt eine 4+ (trotz ohne negative Einträge). Einfach nur das Alter und die Wohngegend…

    • Vielen Dank, selbstverständlich liegen sie da völlig richtig.
      In dem Artikel ging es vielmehr darum die Perversität herauszuarbeiten,
      die sich ergibt wenn man das Kapital neben das Humankapital stellt,
      sprich die Wertigkeiten betont.
      Das wir faktisch schon ein Rating haben, war mir dabei bewusst. :)

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