NAHTOD … Vereinigte Vatikanische Streitmacht

Vatikanstadt: Neben der erstaunlichen Tatsache, dass der Vatikan nach Niger umzieht und damit seine Südexpansion räumlich vollendet, plant der Papst nunmehr die gesamte Glaubensstreitmacht aufzubieten, um die aus Sicht der militanten Gläubigen längst überfällige Osterweiterung mit aller Gewalt voranzutreiben. Seit Jahrzehnten leidet der Heilige Stuhl an öffentlichen Durchfall-Qouten, was nach Art und Umfang so nicht mehr hinnehmbar ist. Hinzu kommt ein massiver Mitglieder- und Umsatzschwund, wovon die örtlichen Kirchen schwülstige Lieder singen können. Zur Genese Genesung eben dieser heiligen Einrichtung hat der Vatikan eine PR-Agentur damit beauftragt die Vorarbeiten für dieses Mammutprojekt zu erarbeiten. Kritiker dieser großangelegten Attacke auf die Schäfchen der österlichen Gemeinden sprechen gar von einem göttlichen Kreuzzug und beklagen dabei, dass die aktuellen Testamente der beteiligten Akteure noch gar nicht alt genug seien und es der Aktion daher an Wunderlichkeit mangele, aber der Papst lässt sich nicht beirren und lässt stattdessen seine himmlischen Heerscharen aufmarschieren.

In einer Überschallmitteilung – einem sogenannten Concord-AT – donnerte den verdutzten Medien am jüngsten Tag noch vor 9 Uhr nun die päpstliche Offenbarung zu den Inhalten des geplanten Glaubenskrieges auf die Ticker. Die verlautbarten Eckpunkte der Osterweiterung strotzen vor neuen Bekenntnissen, die nun erstmals zum „Ende aller Tage” auch die teuflischen Belange vollends integrieren. Die neue „Leere“ geht davon aus, jetzt auch „das Böse“ „die Börse“ lieben zu lernen, da ohne dies die biblisch verheißene Versöhnung nicht möglich sei. Demzufolge muss die Osterweiterung in mehreren taktischen Schritten erfolgen, die dem Vernehmen nach folgende Etappen umfasst:

Geplante Messnahmen zur Scheinheiligung

  1. Grundlegend will man den langweiligen Ostern durch Stilelemente aus den berühmteren Western auf die Beine helfen, bekanntlich sind die Zuschauerzahlen hier erheblich besser. Ware Liebe ist der heißest begehrte Übernahmekandidat aus diesen E-Possen. Unter den abzuwerbenden Hauptdarstellern bemüht sich der Klerus intensiv um die Verpflichtung des Altmeisters Justice Lynch, der seine Gegner nicht nur eindrucksvoll bestach sondern ihnen auch zutiefst gottesfürchtig mit Bleispritzen oder Galgenstricken zur Himmelfahrt verhalf. Aber auch dem Durchschnittsgläubigen soll im Wege von zu vergebenden Statistenrollen die Möglichkeit eröffnet werden sich mehr Gott als dem Durchschnitt zuzuwenden.
  2. Der Kreuzweg, hinauf zum Berg Golgatha, wird mit dem „Gang nach Canossa” fusioniert und kann so erheblich eindrucksvoller in zivilisierteren Gegenden exerziert werden. Insbesondere könne man so den notwendigen Anschlag ans Kreuz besser kontrollieren und wäre gleichzeitig vor möglichen, glaubensfremden Anschlägen und Suizidsympathisanten besser geschützt, die nur mal etwas nageln wollen aber keinerlei Bezug zu diesem Heiligtum haben. Fernerhin ist die Route sicherheitstechnisch und zuschauerfreundlich zu überarbeiten. Der TÜV hat bereits kostenlose Prüfungen des Kreuzes, der Tribünen, der Kreuz(ig)ungen nebst sämtlicher Wegstrecken angeboten, um dafür im Gegenzug eine institutionelle Heiligsprechung zu erlangen. Zu besonderen Anlässen solle hernach der Weg auch mit dem Skateboard, dem Fahrrad oder für potente Gläubige mit dem SUV absolviert werden können. Der Geleitzug dürfe nicht mehr nur römisch sein, hier ist eine multikulturellere Ausrichtung vonnöten, auch Indianer, Farbige, Chinesen und Eskimos müssen Zugang zu derlei Kreuzleiden bekommen.
  3. Die Kreuzigung selbst wird als zu einseitig und wenig inspiriert empfunden. Hier kann mehr Leben rein und es muss langsamer gestorben werden. Der Akt der Kreuzigung könne sich unter ärztlicher Aufsicht auf gut 4 Wochen dehnen lassen … bei Unwilligkeit des Probanden auch mit Zwangsernährung. Der Spaßfaktor für die Spaßgesellschaft darf dabei nicht zu kurz kommen. Für das „große Finale“ der teilnehmenden Trittbretterlöser sind im Gespräch: abwechselnd eine feierliche Erschießung mit Maschinengewehr, eine Steinigung Münzigung mit Mammons Münzen (die hernach als „Corpus Delicti“ bei der Kirche verbleiben müssen) oder als Bonuspack die feierliche Sprengung durch solidarisierende Selbstmordattentäter. Für letztere Gruppe würden aktuell mit Mohammed noch Verhandlungen geführt. Zur Überwindung des Jungfrauenmangels im Jenseits bietet es sich an, mittels heute möglicher medizynischer Reparatur, eine Mehrfachverwendung der Jungfrauen vorzusehen. Damit dürften auch interessierte Muslime besser ersch(l)ossen werden können. In besonders friedvollen Zeiten wäre Christus allerdings gezwungen sich selbst hinrichten, um nicht das Erlösungswerk zu gefährden.
  4. Die anschließende Himmelfahrt ist ebenso wenig zeitgemäß wie spektakulär. Hier läuft derzeit eine Ausschreibung zwischen den USA, Russland, China und Indien, wer den günstigsten Transport gen Eden anbieten kann. Wesentliches Bewertungskriterium neben billig, sind die anzubietenden Lichteffekte bei dieser Show. Aus dieser Überlegung heraus wurde erstmals das LHC in der Schweiz zur Abgabe eines Angebotes aufgefordert. Die Schweizer versprechen eine Himmelfahrt per Ringbeschleuniger, bei 99,999% Lichtgeschwindigkeit ein Novum – abgesichert durch die „Schweizer Garde“, die ohnehin schon den Vatikan besetzt hält. Zur Überwachung allein dieses zentralen österlichen Elements wurde eigens ein Himmelfahrtskommando zusammengestellt dessen einmalige Aufgabe darin besteht, die neuen Wege des Herrn gen Himmel zu testen und vor heidnischem Zugriff zu verteidigen.
  5. Als aktueller Höhepunkt der Osterfeierlichkeiten gilt eine grandiose Wiedervereinigung aller gefallenen Engel. Luzifer soll dabei alljährlich seine Chance bekommen, bis auch er das Klassenziel erreicht. Ferner sollen im Geiste der Liberalisierung wieder andere Götter zugelassen werden, die über Jahrtausende hinweg keinen himmlischen Zugang zu dieser Veranstaltung hatten. Diesbezüglich sei Ostern nie diskriminierungsfrei gewesen, was sich im Rahmen der Liberalisierung auch ändern müsse. In der aktuellen Session kann zunächst Mammon rehabilitiert werden und in einer großen Zeremonie wird das vollzogen, was eigentlich schon seit Christi Geburt bekannt ist, sprich seine Weltherrschaft wird jetzt offiziell vom Vatikan proklamiert und gleichsam eine strategische Partnerschaft mit ihm abgeschlossen. Insoweit kann die Veranstaltung um eine pompöse Schlüsselübergabe zum Planeten Erde erweitert werden – an den Zuständen hier wird sich dadurch aber nichts ändern.

Fazit – Glaubalisierung ist die Enderlösung

Zur Praktischen Umsetzung der erwähnten Vorgaben will der Vatikan seinen militanten Flügel, die NAHTOD (siehe Emblem oben) mit ihren Vatikan Forces auf die Verwirklichung des Projektes ansetzen und spricht dabei von einer unausweichlichen Glaubalisierung, der man sich auch im Ablasshandel nicht entziehen könne. Die Realisierung aus eigener Kraft sei allein schon geboten um seitens EU und NATO keinerlei Begehrlichkeiten aufkommen zu lassen, die offenbar ähnlichen Überlegungen nachhängen und mit aller Gewalt an dem Spektakel teilhaben wollen, wobei es Ihnen offensichtlich nicht so sehr um das religiöse Happening geht. Derzeit bemühen sich die Parteien im Vatikan einen Konsens zu finden und alles sieht danach aus dass man sich die Pfründe (wie auch in früheren Jahrhunderten) teilen wird und so alle Parteien Ihre Osterlämmer Schäfchen ins Trockene bekommen.

Sofern diese Osterweiterung in der geplanten Form konsequent umgesetzt wird, rechnet sich der Vatikan gute Chancen aus, alsbald dass größte „Goldene Kalb“ auf diesem Planeten sein Eigen nennen zu dürfen, was eine weitere Umsatzexplosion durch vermehrte Anbetung SEINER Renditeziele auslösen sollte. Die konsequente Vermarktung sämtlicher Glaubensinhalte sei dabei die nächste unverzichtbare Stütze. Insgeheim spekuliert die Kirche darauf, durch die Osterweiterung auf wunderliche Art und Weise die Wirtschaftskrise ver-wenden zu können, um wieder die Alleinherrschaft über das derzeit äußerst günstige „Menschenmaterial“ zu erlangen. Die Fusion mit dem Mammon dürfte diesen Vorgang erheblich erleichtern. Alles spricht für einen vollen Erfolg … die einen glauben bereits daran und die anderen werden recht bald dran glauben müssen, wie dies nachweislich bei Kreuzzügen aller Art stets der Fall war … Amen.