Staatsbankschrott realer als vermutet

So ähnlich sieht der Staatsbankschrott aus<br><small>Quelle: https://secure.wikimedia.org/wikipedia/commons/wiki/File:Notgeld_der_Stadt_Bochum_1923_-_500_000_DM_-_Rueckseite.jpg</small>BRDigung-Weltweit: Ja, sie reiben sich zurecht die Augen und vermuten möglicherweise sich verlesen zu haben. Dem ist aber nicht so, denn Wortneuschöpfungen sind ja heutzutage moderner als jemals zuvor. Denken sie nur mal an „Humankapital“, „Rentnerschwemme“ oder gerne auch an „Entlassungsproduktivität“. Insbesondere wenn der Sinn eines Wortes dem vor Schmerz bereits geneigten Betrachter nahezu auf den ersten Blick ins Auge sticht. Und beim Staatsbankschrott handelt es sich tatsächlich um eine überaus sinnfällige Kombination aus Staat, Schrott, Bankrott und rottendem Verstand. Darüber hinaus ist es eine Übung die aktuell von fast allen Staatsbanken und Banken in einer selten dagewesenen Eintracht auf Druck der Politik – im wahrsten Sinne des Wortes – zur Blüte gebracht wird.

Aber ein wenig zu den Details. Eines der Grundübel ist das sich selbst vermehrende Geld. Das passiert innerhalb der Banken, die deshalb auch ausgewiesene Geldentstehungs- und Vermehrungshorte sind, ganz zum Wohle einiger Weniger. Dieses Geld sollen die Leute mit ihrer harten Arbeit eigentlich als Kredit oder auf der anderen Seite als Staatsanleihen oder Derivate aller möglichen Couleur kaufen. Jetzt wird der Bürger aber zusehends müde seine harte Arbeit in diese Luftnummern zu stecken, weil die de facto gar nicht mehr den Wert haben, der den Leuten versprochen wird.

Hinzu kommen die Staatsanleihen, also Staatsverschuldungen, die offenbar auch nie regulär zurückbezahlt werden können, weil die Völker gar nicht so viel arbeiten können, wie die Banken letztlich an Zinsen dafür einstreichen. Und wenn die umlaufende Geldmenge, die stets einen Anspruch auf Verzinsung zum Zwecke der Selbstvermehrung hat, das Maß aller Sachwerte um ein x-faches überschreitet, dann nähern wir uns bedrohlich dem Staatsbankschrott. In einem finalen Akt der Verzweiflung kann man den Menschen jetzt noch das Geld aus der Tasche ziehen, welches sie sowieso nicht mehr haben und den Banken geben, damit die etwas länger leben können. Dies darf man auch als Bestrafung dafür ansehen, dass sich der Bürger selbst gar nicht mehr verschulden will und nicht hinreichend Kredite mehr abnimmt (wäre sonst gar nicht aufgefallen). Also muss er eben über diese sozialisierte Form des Aderlasses zur Verschuldung gezwungen werden – durch Rettungspakete für Banken und EU-PIGS Staaten. Dadurch zeichnet sich der Sozialstaat aus, dass er insbesondere Banken nicht verrecken lässt.

Und alsbald ist am „Tage des Herrn“ einfach mal Feierabend. Dann sind alle Schrottpapiere, Staatsbanken, Banken und der Staat daselbst nur noch ein Haufen Schrott und dieser Tag nennt sich dann „Staatsbankschrott“, weil dann einfach alles im Eimer ist. Und dafür muss man den Politikern danken, dass sie es geschafft haben diese Vorgänge so zu synchronisieren, dass der allumfassende Crash – auch als „Domino Day“ bekannt – dann auch wirklich an einem einzigen Tag stattfinden kann. Hilfreiche Kulisse dazu ist die Erfolgsstory der Globalisierung.

Bookmark and Share
Staatsbankschrott realer als vermutet
1 Stimme, 5.00 durchschnittliche Bewertung (98% Ergebnis)

Über WiKa

Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Massen-Medien selbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören.

Kommentare

Staatsbankschrott realer als vermutet — 1 Kommentar

  1. Nur eine sehr kleine Minderheit, die mit Verzweiflung und ohne Mittel als die bloßen Hände vor einer Milliardenmaschine steht, nur eine Schaar voneinander fast völlig unabhängiger Einzeldenker, wünscht sich diese Bankrotthölle als- kleineres Übel- , denn unerkannt und zwischen den Fingern hindurch gerät eine ganz andere Elite in die Gefahr gemeinschaftlich geduldeten Verbrechens.
    Mag doch der Strom ausfallen, niemand mag ihn abstellen, mag er nur und sei’s im “Nebeneffekt” ausfallen.
    Zum Wohle aller.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>