Frankfurt: Ja es ist schon ein Kreuz mit diesem Sarrazin, aber nun wendet sich das Blatt erneut. Eine interne Enquete Kommission der Bundesbank unter dem Vorsitz der Chefsekretärin soll zu dem Schluss gekommen sein, dass der gesamte Vorstand – mit Ausnahme von Thilo Sarrazin – gegen das Neutralitätsgebot des Hauses verstoßen haben soll. Besonders schwer wiege, dass der Vorstand hier als Bundesbank das private Handeln eines Mitgliedes des Vorstandes politisch bewerte. Hierbei könne es auch dahingestellt bleiben, ob sich der Vorstand aus politischer Richtung zu dieser Handlung genötigt sah oder aus eigenem Antrieb politisch tätig werden wollte, entscheidend ist die Erklärung im Namen der Bundesbank und ein offensichtlich politischer Hintergrund, der nunmehr das Ansehen des Hauses großflächig beschädigt. Letztlich sind ja die Herrschaften dort nicht als Polit-Kommissare angestellt, sondern als neutrale Währungshüter.

Sarrazin hingegen hat sein Werk „Deutschland schafft sich ab“ als Privatmann veröffentlicht und nicht als Werk der Institution Bundesbank. Als Autor ist er höchst-persönlich genannt und nicht das ehrenwerte Geldhaus. Möglicherweise erleichtert der Nachweis dieses eindeutigen Verstoßes unserem Frühstückspräsidenten die Entscheidung. Wer kennt schließlich die übrigen farblosen Gestalten dort, die außer bei den Parteien keinerlei Rückhalt im Volk haben. Sollte der Bundespräsident der Bewertung folgen, wäre Sarrazin im Vorstand der Bundesbank eine Alleinbesetzung, was auf Dauer natürlich auch nicht so generös wäre. Schließlich kann der Mann mit 65 nicht mehr alles reißen. Hier müsste alsbald für Abhilfe gesorgt werden. Dabei werden die Parteien sicher keinerlei Probleme haben ihre neuen Günstlinge in Stellung zu bringen, schließlich ist auch Sarrazin mal auf Empfehlung der SPD dort gelandet. Interimsweise könnte ja der Joachim mal eine Weile aushelfen, dann könnte man dem Volk auch weiterhin ganz ehrlich was vor Gauck’eln und verdient hätte er es für seine Bemühungen um den Präsidentensessel allemal.

Wenn man allerdings etwas genauer in den Hohlspiegel schaut und feststellt, dass die Positionen im Vorstand der Bundesbank nach parteipolitischen Interessen über den Parteienklüngel verteilt werden (nicht anders kommt man zu einer entsprechenden Berufung), dann wundert es natürlich warum ausgerechnet diese Instanz unpolitisch sein soll. Aber gut, diesen Widerspruch werden wir an dieser Stelle nicht auflösen können.

Die alleinig unbeantwortete Frage in diesem Zusammenhang ist, wer muss jetzt die einzelnen Abberufungsanträge für die Vorstandsmitglieder an den Bundespräsidenten richten? Wäre zu blöd wenn das auch noch der Sarrazin machen müsste. Besser wäre es natürlich der „Bundesbankvorstand schafft sich ab“, dass wäre wenigstens politisch korrekt und würde von kulturellem und integrativem Niveau zeugen.

Wird Bundesbankvorstand komplett von Wulff entlassen
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