Berlin (Groß-Maulsdorf): Das Gezerre ist groß und alles begann mit der Debatte um die Abschaffung der Wehrpflicht, setzte sich fort über den Skandal der bundespräsidialen Äußerung zur handelsrechtlichen Nutzung der Truppe, worüber der Bundesadler zu lahmen begann. Jüngst kommen neue privatwirtschaftliche Forderungen nach Sicherung der Handels- und Nachschubwege durch den DIHT Präsidenten, hier kann der Bundesadler nicht schwächeln, weil dieser Präsident keinen hat. Die Truppe selbst seit Jahren schon in einer Identitätskrise, auf blutigen Wegen in alle Winde zerstreut und zugleich auf hartem Selbstfindungskurs in aller Welt unterwegs. Aber jetzt kommt endlich Licht ins Dunkel und Erlösung naht. In diesem Zusammenhang macht auch die Abschaffung der Wehrpflicht Sinn, denn es ist völlig kontraproduktiv die neuen Aufgabenfelder der Bundeswehr halbherzig oder gar mit Widerwilligen zu besetzen. Der zukünftige Job kann nur mit Liebe und echtem Aufopferungswillen gelingen (Ausnahmen weiter unten im Text).

Im Rahmen der Globalisierung ist jetzt geplant die Bundeswehr an Blackwater zu verkaufen. Hier soll sie Kern eines neuen Profitcenters werden. Bei dieser Gesellschaft kann man heute schon gegen entsprechendes Salär alle möglichen Eroberungsfeldzüge, Verschleppungen, Folter, Mord und Totschlag nebst Präventivtötung in Auftrag geben. Wir reden also über zukunftsträchtige, inzwischen weltweit anerkannte Geschäftsfelder zur Rettung von Demokratie, Frieden und Freiheit, bei denen im Nebenerwerb auch schon mal die rechte Hand auf die wichtigsten Ressourcen in den besuchten Gebieten gelegt wird, damit diese nicht in feindliche Hände fallen. Wie viel die Kanzlerin indes für den Verkauf der Truppe erlösen wird bleibt derzeit geheime Kommandosache, aber es soll für eine weitere Schlacht im Rahmen der Bankenrettungskriege reichen.

Gegen diese Pläne bestehen allerdings Vorbehalte der deutschen Wirtschaft, die sich bei einem Outsourcing nach Übersee benachteiligt sieht und unangemessene Preise befürchtet, wenn sie selbst mal Bedarf anzumelden hat. Insoweit konkretisierte der DIHT Präsident seine Wünsche nach Sicherung der Handels- und Nachschubwege. Demnach könne der größere Teil der Bundeswehr weltweit als Botschafter der neuen deutschen Werte auftreten, wobei man die Sonderkommandos aus Afghanistan aber gerne in der Heimat sähe. Diese könnte man auf Betriebsräte, arbeitsunwillige Hartz-IV-ler und alle anderen Systemgegner ansetzen, was sich die Wirtschaft durchaus einiges kosten lassen würde. Er regte in diesem Zusammenhang eine Initiative der DAX 50 an, die die Truppe zur Verstärkung ihres Werkschutzes übernehmen sollten. Selbstverständlich setze dies die Genehmigung voraus, dass die Bundeswehr auch im Innern arbeiten dürfe, aber auch das sei dem Grunde nach ja schon geklärt.

Um internationalen Gepflogenheiten zu folgen, sollte die Bundeswehr in eine AG gewandelt werden. Dadurch wäre eine größere Bürgerbeteiligung und somit höhere Akzeptanz und Unterstützung zu erwarten. Und warum sollte die Hausfrau in Deutschland nur die Sanierung der Telekom bezahlen, wo sich doch hier ein erheblich besseres Renditeverhältnis abzeichnet. Je nach Erfolg der beauftragten neokolonialen Raubzüge würden durchaus hochwertige Güter ihren Weg in die Heimat finden, die für eine fette Dividende reichen sollten.

Im Rahmen einer vernünftigen Personalpolitik ließen sich die Profite sogar noch steigern, wenn man die ARGen dazu verpflichten könnte ihren Fundus für 1,00 Euro die Stunde pro Nase an die neue Bundeswehr AG abzugeben. Ein Einsatz dieser Klientel an vorderster Front käme schon nach einer 60 minütigen Grundausbildung in Frage, da die Ansprüche an der Stelle nicht all zu groß seien und Kugeln fangen hätten die meisten schon in ihrer Kindheit gelernt. Will sagen, diese Teile der Truppe könnten weiter auf verpflichtendem Wege beschafft werden. Die Verwendung von Kanonenfutter aus fernen Landen dagegen sei neben der Sprachbarriere doch auch zu weit hergeholt, wäre unwirtschaftlich  und würde gegen ethische Grundsätze der Truppe verstoßen. Da diese neu zu organisierende Truppe allerdings nicht religiös ausgereichtet sei, sondern nur an den Profit und noch höhere materielle Werte glaube, könne sie absolut auch für junge Muslime und andere Zuwanderer mit Migrationshintergrund attraktiv werden. Nach einer kurzen Intensivbehandlung der Anwärter mit Sarrazi-N® aus Beständen der Bundesbank würde dies sicherlich als integrative Maßnahme gewertet und von selbiger Stelle co-finanziert werden können, notfalls aus einem KfW-Programm (Krieg für Wiederaufbau).

Welcher Weg auch immer in dieser Sache jetzt eingeschlagen wird, es wird stets klarer, dass sich die Truppe den neuen Herausforderungen stellen muss. Sie kann sich nicht mehr wie über die letzten Jahrzehnte nur zwischen den Fronten im Grabenkrieg der Parteien völlig unprofitabel aufreiben. Die Reform und Neuausrichtung ist überfällig und bekommt, so scheint es jetzt, endlich den richtigen Fahrtwind. Denn auch für die Zukunft gilt, dass nirgends größeres Geschäft lauert als beim Tod. Kaum einer auf diesem Planeten kann dem entgehen, wir können es nur gewinnträchtig beschleunigen. Es ist mal wieder an der ZEIT, dass wir den brennenden FOCUS auf den SPIEGEL der Geschichte richten, um die WELT an unserem BILD der neuen Menschlichkeit genesen zu lassen … hüstel, ähm … wir Exportweltmeister bleiben, in allen Klassen.

Bundeswehr wird an Blackwater verkauft
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