Wende bei der Ölpest im Golf?

Oiled_Bird_-_Black_Sea_Oil_Spill_111207USA: Bis dato gibt es viel Geheimniskrämerei um die Ölpest im Golf von Mexiko. Journalisten dürfen nur mit Sondergenehmigung ins Krisengebiet und wenn, dann gibt es immer nur kleinere, harmlose Dinge zu bestaunen, damit die Öffentlichkeit nicht verunsichert wird. Unautorisierte Berichterstattung und Fotoshooting kann mit bis zu 40.000 Dollar Geldstrafe belegt werden, was einmal mehr die grenzenlosen Freiheiten dieses Landes belegt. Wie wir bereits von der „sauberen amerikanischen Kriegsführung“ wissen, ist ein Krieg mit weniger Blut in den Medien nur halb so schlimm und daher auch immer viel gerechter. Dies gilt analog für die Ölpest. Wenn man keines zu Gesicht bekommt, ist die so gut wie gar nicht vorhanden. Deshalb macht es auch Sinn, eher auf Bilder aus den 80er Jahren zurückzugreifen, als man so etwas noch fotografieren durfte.

Nachdem sich dennoch die Gerüchte mehren, dass die Angelegenheit schlimmer sein könnte als die offiziellen Stellen verlauten lassen, holt die Regierung nun zum Gegenschlag bei der Bewältigung der Krise aus. Bislang wurde das Auflesen von Teerklumpen, wie auch das Absaugen von Öl als schwerer Diebstahl geahndet, was sich angesichts der Dramatik im Golf von Mexiko nun allerdings zu ändern scheint. Offenbar hat man erkannt, dass es besser ist diese Hinterlassenschaften nicht an den Stränden herumliegen zu lassen.

In einem nationalen „Akt der Verzweiflung“, dass ist so was wie der „Patriot Act“, nur etwas bürgernäher, will man nun allen Amerikanern gestatten, genau dies zu tun. Derzeit laufen in den Gremien noch die Überlegungen, ob dies als Genehmigung oder Verpflichtung auszugestalten ist. Abzusehen ist aber, dass alle Amerikaner sich ihren Brennstoffvorrat – wenigstens für die kommende Heizperiode – selber am Golf abholen dürften. BP protestierte scharf und reklamierte das schwarze Gold für den eigenen Konzern. Dies wies der Präsident scharf mit dem Hinweis zurück, wenn BP nicht in der Lage sei sein Eigentum rechtzeitig einzusammeln, werde er persönlich dafür sorgen, dass dieses Gemeingut und nicht Strandgut werde.

Die Resonanz scheint groß zu sein, wenn selbst die Natur sich ums Verrecken an dieser Aktion beteiligt und nahezu alles was sie hat dafür aufbietet. Überall stockt sie mit großzügigen Spenden an Kadavern der Meeresbewohner die an den Stränden gestapelten Brennstoffvorräte üppig auf. Bei dieser Maßnahme kommen die Herbststürme den Amerikanern sehr entgegen, die das Treibgut mit aller Gewalt vom Wasser aufs Land treiben. Die demokratische Regierung sieht hierin eine wahre Verbrüderung zwischen Mensch und Natur und fordert die Ökologen auf endlich umzudenken. Nur weil es dem Menschen helfe, müsse nicht gleich alles schlecht sein was da vor sich gehe.

Darüber hinaus wird erwogen den Golfstrom über Winter abzuschalten und ergänzend den Golf von Mexiko abzudeichen, damit unter keinen Umständen die Feinde Amerikas kostenlos von diesem mit der kostbaren Fracht beliefert würden. Die US-Navy sucht derzeit den Sicherungskasten für die Abschaltung und hofft entweder in der Nähe Kubas, spätestens aber im persischen Golf vor der iranischen Küste fündig zu werden.

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Über WiKa

Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Massen-Medien selbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören.

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