Kanzlers Amtseid in Klartext

Berlin: Jeder weiß, dass unsere hochrangigen Volksvertreter jeweils zu Beginn ihres Amtes einen Amtseid zu leisten haben. Wenngleich dies bei vielen von Ihnen einem Offenbarungseid gleich kommt, soll er dennoch einen ganz anderen Zweck erfüllen, der vielfach vom normalen Volk nicht nachvollzogen werden kann. Gerade die jüngsten Ereignisse und die Diskussionen um eine fähige und schlagkräftige Regierung rücken dieses Thema einmal mehr in die Mitte des Bewusstseins. Wir wollen daher an dieser Stelle den Amtseid erläutern und den ehrfürchtig vor der Regierung verneigten Lesern das Wesen dessen näher bringen. Zur Auffrischung zunächst der Kanzler/innen-Amtseid:

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.

Also, schwören ist immer gut und solange man keine „Schwörbehinderung“ hat, auch relativ einfach … es ist schlichtweg simples Nachplappern. Auch die Kraft des Schwörenden ist wenig verhandelbar, was für ein Kraftpaket das Volk da jeweils im Einzelnen bekommt ist allein konstitutionell bedingt. Einen Anspruch auf ein gewisses Maß an Kraft hat das Volk nicht zu erheben.

Das Wohl des deutschen Volkes ist gottlob auch nirgends niedergeschrieben, also reden wir hier über billiges Ermessen und belassen es bei der frommen Widmung der Kraft für dieses undefinierte Ziel. Wie allerdings der Nutzen des Volkes zu mehren ist, darüber sollte es keine Zweifel geben. Das ist vornehmlich Förderung der Industrie, Rettung der Banken, der Gesundheitsindustrie und außenpolitisch gesehen die Rettung der Nachbarstaaten, damit diese uns hier nicht wie in den 40er Jahren erneut besuchen kommen. So wird logischerweise auch gleich jedweder Schaden abgewendet.

Das Grundgesetz zu verteidigen scheint eines der zentralen Aufgaben zu sein, was besonders bedauerlich ist, wenn man weiß, dass es keine Verfassung im völkerrechtlichen Sinne ist und das Volk sich dieses auch nie gegeben hat. Die Entstehung des Grundgesetzes soll hier nicht weiter erläutert werden, wichtig war damals nur, dass die Alliierten dem zustimmten, nebst ein paar Volksvertretern und eben nicht das deutsche Volk. Schließlich wurde dieses Rechtskonstrukt nur benötigt um in einer Besatzungszone Recht und Ordnung nach dem Krieg wiederherzustellen. Vielleicht muss es deshalb auch so erbittert verteidigt werden, weil immer noch die Gefahr besteht, dass das Volk nach einer eigenen Verfassung im Sinne des Völkerrechts schreien könnte. Angemerkt sei aber, dass das Grundgesetz gar nicht so schlecht ist, einziger Makel ist eben, dass es übergestülpt wurde.

Die Gesetze des Bundes zu wahren und zu verteidigen hingegen ist ja eher eine Mode- und Ernährungsfrage, daher sehr dehnbar. Die Gesetzmäßigkeiten dabei richten sich überwiegend nach der Esskultur und der Bund wird sich entsprechend verhalten, was man auch als Naturgesetz bezeichnen könnte. Bei der aktuellen Herrschaft ist der Bund ein wenig weiter, sei es drum. Die Verteidigung des Bundes findet in aller Regel am Büfett statt, was keineswegs mit einer öffentlichen Tafel gleichzusetzen ist. Hier geht es schon etwas fetter zu. Ach ja, am Hindukusch müssen wir manchmal auch unsere Grundsätze verteidigen, wäre aber hier jetzt eine unzulässige Weiterung des Themas.

Bei der gewissenhaften Pflichterfüllung verhält es sich wie beim Volkswohl, kaum definiert und deshalb sicherlich auch leicht erfüllbar. Da das Gewissen der Politiker immer schon Anlass zu Beanstandungen gegeben hat, sollte man die Gewissenhaftigkeit dieser Personen genauso ernst nehmen wie die Wahlversprechen, die die schwörende Person ins Amt gebracht haben. Also einfach vergessen, weil alles am Tag danach nicht mehr wahr ist oder irgendwelche äußeren Zwänge die Realisierung der Versprechungen verhindern, basta.

So, kommen wir zum Kern der Sache, dem mit der Gerechtigkeit, wo das Volk in dieser Demokratie seine unverbrüchlichen Wurzeln sieht. Hier dürfen keinesfalls irgendwelche Zweifel aufkommen. Der Text des Amtseides ist hier 1:1 zu übersetzen und zu verstehen, wo es heißt: „Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde“. Leider ist nur sehr wenigen Menschen bekannt, dass sich Sinn und Betonung dieses Parts auf die letzten beiden Worte konzentrieren. Damit ist endgültig jede Haftung ausgeschlossen, weil klar und eindeutig gesagt wurde, dass der/die Eidleistende „üben werden“. Aus dem Sportbereich sollten alle wissen, das „üben“ nicht Wettkampf ist und somit außerhalb jeglicher Wertung vonstatten geht. Damit kann es dem Grunde nach keinerlei Auslegungsprobleme mehr zu dieser Thematik geben. Das Volk muss es nur endlich begreifen.

Der letzte Satz der Eidesformel ist übrigens verhandelbar. Niemand muss sich bei der Beschwörung auf irgendeinen Gott verlassen. Bei Weglassung dieses Satzes heißt das noch nicht, dass der/die Schwörende mit dem Teufel im Bunde ist, sondern gilt eher als Beleg dafür, dass diese Person rein gar nichts glaubt, was für das Amt an sich eher hilfreich zu sein scheint, weil wir doch wissen wie viele Balken sich dort vor Lug und Trug in allen Amtsstuben biegen. Ja, dass sich die Politiker bei dieser Gelegenheit mal verschwören ist natürlich bei so vielen Anwesenden blanke Theorie – kann nicht vorkommen – deshalb kann man diese Sonderheit bei Wkipedia auch unter Verschwörungstheorie nachlesen.

Kanzlers Amtseid in Klartext
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Über WiKa

Die verkommene Wahrheit unserer Zeit ist so relativ und dehnbar wie das Geschrei der Massen-Medien selbst. Erst der schräge Blick durch die Blindenbrille, in stockfinsterer Vollmondnacht, eröffnet darüber hinaus völlig ungeahnte Perspektiven. Überzeichnung ist dabei nicht zwangsläufig eine Technik der Vertuschung, vielmehr ist es die Provokation gezielter Schmerzen, die stets dazu geeignet sind die trügerische Ruhe zugunsten eigener oder andersartiger Gedanken zu stören.

Kommentare

Kanzlers Amtseid in Klartext — 9 Kommentare

  1. Zum Beitrag “Amtseid” passt folgender Leserbrief. (Bitte allenthalben zur Volksaufklärung verbreiten) !!

    Leserbrief vom 13.07.2004 an die Neue Presse Coburg

    Amtseide sind „Augenwischerei“

    Letzte Woche leistete der neue Bundespräsident Horst Köhler seinen Amtseid ab. Es ist der Gleiche, den auch der Kanzler und seine Minister bei Amtsantritt gemäß Artikel 56 Grundgesetz leisten müssen. Der Eid lautet: „Ich schwöre, dass ich Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widme, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wende, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidi-gen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“

    Ob mit oder ohne Gottesbezug, man muss diesen Eid leider als Augenwischerei betrachten. Bereits im Jahr 2002 erkundigte ich mich beim Deutschen Bundestag nach der rechtlichen Bedeutung des Amtsei-des. Die Antwort war ernüchternd, erklärt aber so manchen Missstand in dieser Republik: „Die Ableis-tung des Amtseides zieht keine rechtlichen Konsequenzen nach sich: weder kommt eine strafrechtliche Verfolgung bei Verletzung einer durch den Eid übernommenen Verpflichtung in Frage, noch hat die Vereidigung Auswirkungen auf die Begründung oder Ausgestaltung des Amtes. Sie dient allein der Fei-erlichkeit und Öffentlichkeit des Versprechens.“

    Auf gut Deutsch heißt das: Die Amtsinhaber können machen, was sie wollen, sind an ihr Amtsverspre-chen nicht gebunden und können bei Verstoß auch nicht belangt werden. Es wird nur deshalb geleistet, damit das Volk glaubt, die Amtsinhaber müssten in unser aller Interesse handeln. Welchen verbindli-chen Wert also hat dieser so wortgewaltige Eid, der beliebig gebrochen werden kann? Er ist Augenwi-scherei, mehr nicht. Weiß man das, braucht man sich über manche Handlungen unserer Volksvertreter nicht mehr zu wundern. Aufwachen, deutscher Michel!

    Martin B. (Namen und Adresse bekannt)

  2. Pingback: Kanzlers Amtseid in Klartext « Der Honigmann sagt…

  3. Der Text ist nicht schlecht aber etwas oberflächig.
    Wichtig ist noch auf die Bezeichnung (Irrführungsversuch!) Bund hinzuweisen, das ist oft nicht bekannt. Warum? Um welchen Bund geht es? Einen Strohbund, einen Bund der Länder oder den Bund unserer Feinde? Gemeint und dafür so offen gelassen ist der Bund der Alliierten, also der Bund der Feinde Deutschlands oder des DR, unserer völkerrechtlich richtigen Staatsbezeichnung. Die Entente wurde im und nach dem 1.WK von deutscher Seite als Verbund bezeichnet.

    Alliierte (Verbündete) kann man auch als Verbund oder Bund im Deutschen ausdrücken, wovon hier klar Gebraucht gemacht wird. ALSO: Grundgesetz und Gesetzte der Alliierten!!! Juristisch ist dies mit der Eidesformel so voll korrekt! Dort steht nicht Bund deutscher Länder!!!

  4. Nachtrag.
    Einen Lapsus bei dieser höchsten Eidesformel (Regierungschef UND Staatsoberhaupt) eines Staates (Scheinstaates) und über das so lange Zeit, kann man zu 100 % ausschließen!!!
    ———————

  5. Pingback: Anonymous

  6. Hallo alle zusammen.
    Meiner Meinung nach ist der letzte Satz der wichtigste.
    Wer auf eine imaginäre Erscheinung glaubt, muß doch wohl unzurechnungsfähig sein und folglich auch bei Meineid straffrei ausgehen.

  7. Viel wichtiger als der Amtseid ist die unterschriebene Klausel
    Dass die alliierten die Oberhoheit über Deutschland haben und sich der Kanzler diesen zu beugen hat!

    Als musikalische Unterlegung empfehle ich Reinhard Mey s Lied Heimatlos. Zu finden bei Youtube.com

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